09.September 2014 18:00 Uhr aus unserem Alltag 54

Von der Trauer und von Trotteln

die Regenbogenbrücke

Lesezeit ca.: 16 Min., 5 Sek.

Abschied, Tod und Trauer sind sensible Themen, die nicht gern angesprochen werden. Egal, ob es den Tod eines geliebten Menschen oder eines geliebten Tieres betrifft. Aus Betroffenheit, Unsicherheit und fehlender Empathie werden durch Außenstehende manchmal sehr verletzende Äußerungen getroffen. Darf ich trauern, weinen und auch Schuldgefühle haben? Wie gehe ich mit Menschen um, die meinen Verlust kleinreden? Auch, wenn ich denke, dass viele Fragen, Ängste und Zweifel im Umgang mit diesen Themen nur rein individuell angesehen werden können und keinesfalls allgemeingültig sind, möchte ich mich diesen schwierigen Themen aus rein persönlicher Sicht nähern.

Viele von uns haben geliebte Tiere verloren. Ob durch Alter, Krankheit, Unfall oder ganz plötzlich: so ein Verlust ist nie leicht. Viele von uns betrachten ihre Tiere als liebgewonnene Familienmitglieder. Da sind Emotionen auf der ganzen Palette vorprogrammiert. Aber Emotionen sind oft genau das, worüber kaum gesprochen wird.

Das "rein technische" rund ums Sterben, Einschläfern und Beerdigen kann man überall lesen, darüber "darf" man sich austauschen. Warum nicht auch über die eigene Hilflosigkeit nach dem Verlust des Tieres? Warum nicht über Gewissensbisse? Nicht über den Schmerz und die innere Leere nach so einem Ereignis? Ich glaube, dass viele Gesprächspartner sich einfach einem solchen Gespräch nicht gewachsen sehen, Angst haben etwas Falsches zu sagen oder einfach nicht an einen eigenen Verlust in der Vergangenheit erinnert werden wollen. Oder gar nicht nachvollziehen können, warum man so ein "Brimborium" um ein Tier macht.

Darf ich um ein verstorbenes Tier trauern?

Im Grunde finde ich es ehrlich gesagt schade, wenn du dir so eine Frage überhaupt stellst. Warum darfst du denn nicht? Wer verbietet dir das? Trauer ist eine ganz normale Reaktion nach einem großen Verlust. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Menschen, eine Katze, einen Hund, ein Meerschwein oder einen Vogel handelt. Verlust ist Verlust. Natürlich bringt der Verlust eines Menschen eine andere Art von Trauer mit sich. Vielleicht ist sie auch nicht mit der Trauer um ein geliebtes Tier vergleichbar. Aber wer legt das fest? Wer darf das festlegen?

Ich denke, das darf nur Jeder für sich allein festlegen. Wenn du weinen willst, tu es. Wenn du wütend sein willst, sei es. Wenn du Kissen durch das Zimmer werfen und in die Bettdecke schreien willst, tue auch das. Alles ist erlaubt. Und Niemand hat das Recht, das zu verurteilen oder klein zu reden. Denn Jeder hat eine andere Art mit Trauer umzugehen. Und sind wir ehrlich: manche Menschen, die ihre Trauer so fein für sich behalten haben einfach nur Angst vor der Reaktion ihrer Mitmenschen. Wer Trauer nicht ausleben kann/darf, der ist meiner Meinung nach wirklich arm dran.

Wie lange darf ich trauern?

Auch das ist meiner Meinung nach eine Frage, die nur Jeder allein für sich beantworten kann. Es gibt auch hier kein "darf" oder "darf nicht". Jeder soll sich die Zeit nehmen, die er braucht. Trauer in sich reinzufressen, nur damit man anderen nicht auf den Keks geht ist meist eine "Lösung", die nicht lange hält. Irgendwann bricht es doch wieder auf. Und dann ist es in der Regel nur noch schlimmer. Niemand legt hier Richtlinien, der Eine hat die Phase der Trauer schneller überstanden, der Andere braucht dazu länger. Oft kommt es auch darauf an, welche Umstände den Verlust begleitet haben.

So ist es vielleicht einfacher zu verkraften, wenn die steinalte, geliebte Katze ruhig in Dosis Armen einschläft, als wenn der quietschfidele Freigänger-Kater von einem Raser totgefahren und elendig sterbend auf der Straße liegen gelassen wurde. So individuell wie die Beziehung zwischen Dosi und Katze ist so individuell ist auch die Trauerzeit.

Darf ich Schuldgefühle haben?

Die Frage ist doch eher: Haben wir die nicht fast Alle? Hinterher bist du immer schlauer, hinterher fallen dir noch tausend Dinge ein, die du hättest sagen/machen/kontrollieren/anders machen müssen. Hast du aber nicht. Du hast so gehandelt, wie du es für den Moment richtig hieltst. Würdest du es anders machen, wenn du könntest? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vielleicht nicht, weil das, was du sowieso schon das getan hast, das Richtige war. Vielleicht aber auch einfach darum nicht, weil du es nicht besser weißt. Und das ist keine Schande!

Schuldgefühle sind die bösen Schwestern der Trauer und sie kommen sehr oft einfach uneingeladen und machen sich breit. Sie sind lästig und du bekommst sie nur schwer wieder los. Da hilft kein Recherchieren, kein Nachdenken, keine Fragen "Was hätte ich besser machen müssen?" Du wirst sie nicht so schnell los, sie kleben wie Sirup.

Ich würde dir gern das Patentrezept an die Hand geben, wie du sie wieder loswirst. Aber wenn ich ehrlich bin, hat es bei mir auch noch nicht geklappt. Auch nicht nach 6 Jahren. Auch nicht nachdem ich so viel weiss – ehrlich gesagt, macht es das sogar noch schlimmer. Denn ich weiss jetzt wirklich, was ich hätte besser machen müssen. Ich glaube, manchmal musst du einfach eine Weile damit leben, bis du dir selbst deine Fehler verzeihen kannst.

Ich glaube, wirklich wichtig ist es, sich selbst verzeihen zu können und vor allem auch, sich bewusst zu machen, warum du so gehandelt hast und warum Fehler passiert sind. Denn auch, wenn es im ersten Moment nicht tröstet: Du kannst aus Fehlern lernen. Das ist wohl das einzig Positive an ihnen. Lass dich von deinen Schuldgefühlen nicht lähmen, sondern nimm sie als Motor in Zukunft alles besser zu machen. Dann hat so manches vielleicht noch seinen verqueren Sinn.

Darf ich wütend sein?

Auch Wut ist eine ganz normale Reaktion nach einem Verlust. Sei es, dass du wütend auf dich selbst bist, vielleicht auch auf deinen Tierarzt, vielleicht auf Jemanden, der große (Mit-)Schuld am Tod deines Tieres hat. Auch wütend darf man dann sein. Es ist allerdings wichtig, dass du dich nicht von deiner Wut lenken lässt und Dinge tust, die nicht richtig sind. Lass sie dich nicht beherrschen und verrenne dich nicht in sie. Und vor allem: Überlege, ob diese Wut auf eine bestimmte Person auch wirklich berechtigt ist! Lass dich von ihr nicht dazu verleiten, anderen Menschen etwas Schlechtes anzutun, auch wenn du der Meinung bist, sie hätten es verdient.

Du darfst ihnen in Gedanken die Pest an den Hals wünschen, du darfst auch denken "Verdammtes A-Loch!", aber bitte sag es Demjenigen nicht ins Gesicht ;) Versuche stattdessen ein sachliches, klärendes Gespräch zu führen. Wenn du dazu aufgrund deiner aufkochenden Gefühle nicht in der Lage bist, lass es! Gehe solchen Leuten aus dem Weg und versuche, klar im Kopf zu werden.

Falls dein Tier durch die Einwirkung anderer Menschen aus dem Leben gerissen wurde vergiss nicht, dass öffentlich ausgesprochene Anschuldigungen oft auf dich zurückfallen können. Wer heftige Anschuldigungen ohne Beweise tätigt ist oft selber hinterher der Dumme – auch, wenn du genau weißt, wer wirklich (Mit-)Schuld hat. Anzeigen bei der Polizei verlaufen oft im Sande, wenn keine handfesten Beweise gefunden werden können. Das ist oft unfair, traurig und verdammt nochmal schwer auszuhalten, aber Selbstjustiz kann dich in schwerere Nöte bringen als den "Täter" selbst. Bitte vergiss das in deiner Wut nicht!

Die verschiedenen Stadien der Trauer

Prof. Dr. Verena Kast ist Professorin für Psychologie und Philosophie. Sie hat ein Modell der verschiedenen Trauerphasen erstellt, das meiner Meinung nach sehr anschaulich beschreibt, was wir an Gefühlen und Gedanken in der Trauerphase durchmachen. Viele von uns werden sich darin wieder finden, denn es ist ganz normal so zu fühlen. Keiner muss sich deswegen schämen!

Die Trauer umfasst folgende vier Phasen:

  • 1. Leugnen:
    Es ist vollkommen normal, dass man zunächst den Verlust erst einmal von sich schiebt. Man möchte nicht einsehen, dass das geliebte Tier nun fort ist, dass alles doch nun so schnell ging und man nie wieder die Möglichkeit hat in Kontakt zu treten. Man möchte sich möglichst gar nicht damit befassen. Diese Phase kann Stunden, wenn nicht sogar Wochen dauern.
  • 2. hereinbrechende Emotionen:
    In dieser Phase realisiert man den Verlust und die Gefühle prasseln auf einen ein. Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Schmerz und Angst kommen mit aller Wucht. In der Regel bleibt diese Phase für einige Wochen oder Monate.
  • 3. Suchen, Finden, Loslassen:
    Diese Phase besteht vor allem aus Erinnerungen an das geliebte Tier. Man denkt an schöne Zeiten zurück, vermisst die Katze schrecklich. Überall sieht man Tiere, die genau die gleichen Macken, genau die gleichen Besonderheiten haben wie der eigene Maunzer. Man setzt sich mit Gedanken, Gefühlen und offenen Fragen auseinander. Wie lange diese Phase dauert ist sehr individuell, sie kann Wochen oder auch Jahre dauern.
  • 4. Akzeptanz und Neuanfang:
    Auch, wenn das geliebte Tier immer einen Platz im Herzen haben wird, realisiert man langsam, dass das Leben weitergeht. Man hat getrauert, den Verlust eingeordnet und ist bereit, wieder nach vorn zu schauen.

Was ist, wenn andere Menschen mich in meiner Trauer nicht verstehen?

Es gibt so einige Menschen, die nicht nachvollziehen können, wie und warum man um ein Tier trauert. Aussagen wie "War doch nur eine Katze, was stellst du dich denn so an?", "Was, du heulst wegen dem Tier immer noch?" oder "Sei doch froh, jetzt kannst du dir ein neues Tier holen und musst nicht mehr so viel Geld für Behandlungen ausgeben" sind Dinge, die man dann zu hören bekommt. Die wirklich Weisen unter solchen Leuten behalten solche Sprüche für sich, auch wenn sie selbst so denken.

Leider aber treffen sie uns Dosis in solchen Momenten, wo wir schon verletzlich sind, besonders hart. Nicht Viele von uns haben dann den Mut, einen entsprechend direkten Spruch zu entgegnen der klar macht, wie gefühllos solche Reaktionen sind. Viele sind einfach entsetzt, verletzt und fühlen sich wie mit einer Abrissbirne getroffen. Auch das gehört leider oft zur Trauer um ein geliebtes Tier dazu: geistiger Dünnpfiff aus dem Mund von Menschen ohne Kinderstube.

Wenn dir sowas passiert sage ruhig, dass so ein Verhalten nicht in Ordnung ist. Oft haben solche Menschen niemals ein inniges Verhältnis zu ihren Haustieren gehabt. Und wenn wir ehrlich sind, sind es doch eigentlich diese Leute, die wir bemitleiden sollten, oder? ;) Stehe über solchen Aussagen und sei froh, dass du das Gefühl hautnah erleben durftest, so eine berührende Verbindung zu einem Lebewesen haben zu können. Einem Lebewesen, das nicht sprechen muss um dich mitten in die Seele zu treffen.

Was passiert nach dem Tod mit der Seele meiner Katze?

Viele Menschen glauben. Sie glauben, dass verstorbene Menschen nach ihrem Tod in den Himmel kommen – oder eben in die Hölle. Aber was passiert mit einem verstorbenen Tier? Kommt es auch in den Himmel? Wir Tierhalter bedienen uns des Bildes der Regenbogenbrücke, die Himmel und Erde verbindet und über die die Seele unserer Tiere geht, wenn sie einmal sterben. Es ist ein sehr tröstendes Bild, denn die Tiere gehen nicht für immer, wir werden sie eines Tages wieder sehen. Sie gehen nicht in Schmerzen, sondern leben auf der "anderen Seite" fröhlich, glücklich, schmerzfrei und treffen andere Tiere, mit denen sie ihre Zeit verbringen.

Für die Gläubigen unter euch habe ich zwei Quellen aus dem Netz gesucht, die sich dem Thema aus christlicher Sicht nähern. In dieser .pdf-Datei werden Bibelstellen angegeben, welche sich mit den Tieren befassen. Dieses interessante Video zeigt ein Gespräch mit dem theologischen Zoologe Dr. Rainer Hagencord, welcher sich umfassend und sachlich zu dem Thema "Kommen Tiere in den Himmel?" äußert.

Ich als nicht gläubiger Mensch habe eine andere, nicht ganz so romantische Einstellung dazu. Ich glaube, dass es sicherlich irgendwas geben könnte, was da zwischen Himmel und Erde ist und dass wir nach unserem Tod nicht ganz verschwunden sind – ich weiss es aber nicht und werde es wohl auch erst wissen, wenn es bei mir soweit ist ;) . Ich glaube nicht im "herkömmlichen Sinne" an Seele, Himmel und Hölle. Aber denke sehrwohl, dass geliebte Wesen für einen selbst erst dann wirklich weg/tot sind, wenn man sie vergisst und nicht mehr an sie denkt.

Vor allem aber denke ich, dass Alles was man zum Verarbeiten des Todes, der Trauer und des Schmerzes braucht, hilfreich ist. Und Jeder das glauben/denken soll, was für ihn selbst richtig und wichtig ist. Ich glaube einzig und allein, dass es in solchen Fragen kein "richtig" oder "falsch" gibt. Das, was du für dich annimmst, ist richtig für dich. Ob das ein Anderer versteht oder nicht. Wenn es dich tröstet, dir Zuversicht und Trost gibt, kann es nur das Richtige sein.

Unsere ganz eigenen Erfahrungen mit diesen Themen

So Manche von euch lesen ja auch auf unserer Info-Webseite den einen oder anderen Text. Im Bereich "Erfahrungsberichte" habe ich bereits über Lucy und Teddy, ihr Leben und ihren Tod geschrieben. Kurz für alle, die die Texte nicht gelesen haben: Lucy wurde 6 Jahre alt, war anfangs schwer verhaltensgestört und hatte erst kurz vor ihrem Tod richtig Vertrauen gefasst. Durch eine Ansteckung mit Katzenschnupfen im Kittenalter war ihr Immunsystem nie wirklich kräftig, so habe ich sie letztlich durch eine erneute Infektion und eine Leberschädigung verloren. Teddy war Perserkater aus einer Vermehrerzucht und starb vermutlich an einer erblichen Nierenerkrankung (PKD) – genau weiss ich es auch heute nicht.

Beide Tiere wurden durch die aufgesuchten Tierärzte nicht wirklich gut und zielgerichtet behandelt. Ich hatte damals ehrlich gesagt kaum Ahnung von Krankheiten, ihrer Heilungschance oder Behandlungsmöglichkeiten. So spielten lange Zeit eben auch Wut, Selbstzweifel und Schuldgefühle mit in die Trauer hinein, was ihre Verarbeitung umso schwerer gemacht hat. Beide wurden eingeschläfert, weil keine Heilungschance mehr bestand und man ihnen deutlich anmerkte, dass "es zuende" ging.

Das Einschläfern an sich empfand ich als echte Erlösung. Manch Einer mag aufschreien bei diesem Satz. Aber wer ehrlich schon Menschen oder Tiere in einem Sterbeprozess begleitet hat, der für den den Betroffenen schmerzhaft und würdelos abläuft, wird verstehen was ich meine. Beide Fellfussel sind in meinen Armen eingeschlafen: ruhig, gelassen und geborgen. Ich kann nicht sagen, woher die Kraft dafür kam – vielleicht war es auch einfach Ohnmacht – jedenfalls war ich verhältnismäßig gefasst und konnte ihnen einen ruhigen Abschied ermöglichen. Ich habe geweint, ja klar. Aber ich bin erst nach dem letzten Atemzug meiner beiden geliebten Tiere zusammen gebrochen. Bis dahin konnte ich mich noch beherrschen.

Es war bei Beiden ein unerwarteter Abschied. Einer, auf den ich nicht vorbereitet war. Beide wurden in Tierkliniken eingeschläfert, ich hatte aber nie das Gefühl von Sterilität oder mangelnder Intimität. Man gab mir das Gefühl, ich hätte alle Zeit der Welt für den Abschied. Für mich war das beruhigend. Außerdem hatte ich in diesen Momenten sowieso alles um mich herum komplett ausgeblendet. Beide Male merkte ich, dass es auch die Tierärzte mitnimmt – natürlich haben sie es nicht deutlich gezeigt, aber man merkt so etwas eben. Trotz allem möchte ich in Zukunft – sofern es denn möglich ist – meinen Tieren einen Abschied zuhause ermöglichen: möglichst ruhig, möglichst im eigenen Zuhause in gewohnter Umgebung. Dort, wo sich sicher fühlen und friedlich einschlafen können.

Natürlich habe auch ich mich oft gefragt, ob alles so richtig war was ich für meine Tiere getan habe, ob sie glücklich bei mir waren und wie es für sie jetzt weitergeht. Eine Antwort habe aber auch ich nie gefunden. Ich kann mich nur daran zurück erinnern, wie sie gelebt haben, ob sie einen zufriedenen Eindruck gemacht haben und ob sie Vertrauen zu mir hatten. Das hilft oft, um solche Fragen nicht drängend werden zu lassen. Auch ich habe Probleme damit, über den Verlust zu sprechen. Es tut auch oft heute noch weh und ich bin sicher nicht stolz auf meine damaligen Fehler. Aber ich denke, Niemand von uns ist fehlerfrei.

Doofe Sprüche musste ich mir weder während der Trauerphase noch danach je anhören – Gott sei dank. Im Gegenteil habe ich viele liebe Worte des Mitgefühls ausgesprochen bekommen. Worte, die mich sehr berührt haben. Und Reaktionen miterlebt, die mich doch recht überrascht haben, positiv überrascht. Manchmal merkt man als Dosi gar nicht, wie sehr die eigenen Tiere auch Menschen im näheren Umfeld ans Herz wachsen. Ich konnte und durfte so lange trauern, wie ich es brauchte.

Ich habe Teddy und Lucy im Tierkrematorium "im Rosengarten" einäschern lassen und ihre Asche mit nach Hause genommen. Leider habe ich keinen eigenen Garten, um sie dort zu beerdigen. Und eine Beerdigung auf einem Tierfriedhof schien mir damals nicht richtig. Zum einen liegt der nächste Tierfriedhof zu weit entfernt von uns, als dass man für spontane Besuche vorbeischauen könnte, zum Anderen – ich bin ehrlich – umgibt Friedhöfe einer Atmosphäre der Trauer, die ich nicht ertragen kann. Ich möchte vor allem schöne Erinnerungen mit meinen Tieren verbinden.

schlichte Holzurne für eine Katze

Lucys schlichte Holzurne

Ich habe für Lucy und Teddy schlichte, ovale Holzkästen als Aufbewahrung für ihre Asche gewählt. Ich bin kein großer Freund von Kitsch, Strasssteinen oder Urnen in Katzenform. Stattdessen habe ich Fotos der Beiden auf die Holzoberfläche übertragen (hier findet ihr eine Anleitung dazu). Die Urnen stehen in unserer Wohnzimmer-Vitrine und werden an ganz schlechten Tagen hervorgeholt, um noch einmal schöne Erinnerungen Revue passieren zu lassen.

Seit Teddys Tod sind 6 Jahre vergangen, Lucy ist etwa 5 Jahre tot. Ich kann nicht sagen, dass ich heute nicht mehr an sie denke oder der Schmerz ganz weg ist, aber er ist erträglich geworden, gedämpfter. Heute überwiegen vor allem positive Gedanken an die Beiden. Auch an ihre letzten, unschönen Tage muss ich manchmal denken. Aber ich möchte mich bewusst nicht lange damit aufhalten.

Denn ich denke, dass unsere verstorbenen Tiere vor allem eines "wollen": dass wir unsere Liebe zu ihnen und die ganzen tollen Erlebnisse nicht vergessen, sondern in den Vordergrund stellen.


Und da ich weiss, dass Viele neugierig sind, aber sich nicht trauen zu fragen: Wenn Katzen eingeäschert werden, bleibt nicht nur Asche über. Es bleiben auch kleine Knochenstücke über. Das ist nichts Ekeliges oder Gruseliges, das sind eben einfach die "Bestandteile", aus denen sie gemacht sind. ;) Und nein – ich finde es nicht gruselig, Asche in einem geschlossenen Behälter in meinem Wohnzimmerschrank aufzubewahren: da klettert nichts raus, es staubt nicht und ist auch sonst nichts Besonderes. Die Asche ist in verplombte Beutelchen gefüllt und bleibt auch dort ;) Vor dem Einäschern werden kleine Erkennungsmarken zum Tier gelegt, welche nicht mit verbrennen. So muss keiner Angst haben, dass er die Asche des falschen Tieres mit nach Hause nimmt.

Asche einer verstorbenen Katze

Lucys Asche in einem verschlossenen und verplombten Plastikbeutel

12880vor 10 Monaten

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Über Miriam


Miriam ist 34 Jahre alt und lebt seit 16 Jahren mit Katzen zusammen. Vor acht Jahren begann sie, ihr Wissen über artgerechte Katzenhaltung durch die Recherche in verschiedenster Fach-Lektüre zu erweitern. Mit jeder Menge Neugier und (Galgen-)Humor teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten. Nebenbei hat sie bereits ein Buch veröffentlicht, gibt Seminare zur Rohfütterung und hält Vorträge über verschiedene Aspekte der artgerechten Katzenhaltung. Himbeeren und Sushi machen ihr das Leben mit ihren drei pelzigen Sklaventreiberinnen erträglicher.

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bisher wurden 53 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. Hallo Miriam,

    vielen Dank für diesen berührenden Artikel. Ich kann Dir in allen Punkten nur zustimmen. Natürlich darf man auch um eine Katze oder ein anderes Tier trauern. Heimtiere sind nun mal Familienmitglieder. Auch ich glaube nicht an eine Regenbogenbrücke, aber vielen Dosis scheint es zu helfen und dann ist das auch o.k.

    Sehr schlimm ist es auch, wenn eine Katze spurlos verschwindet, so wie ich das als Kind erlebt habe. Dann hat man ganz lange Zeit keine Möglichkeit zu trauern – und manchmal ist Trauern ja auch erleichternd.

    Hoffen wir, dass unsere Katzis alle ein langes, glückliches Leben haben.

    Liebe Grüße
    Bärbel

    • Huhu Bärbel!
      Zum Glück musste ich noch nie erleben, dass eine Katze nicht mehr heim kommt und man keine Ahnung hat, was mit ihr passiert ist. Ich kann mir nicht vorstellen, wie schlimm das ist. Ungewissheit ist glaube ich noch schlimmer als zu wissen, was passiert ist.

      Ich hoffe auch, dass wir alle noch lange Freude an unseren kleinen Pelzmantelträgern haben – egal, wie sehr sie uns manches Mal ärgern ;)

      Liebe Grüße
      Miriam

  2. Hallo Miriam, bin zufällig auf Deinen Blog gestoßen – leider aus gegebenem Anlass. Unsere scheue und sehr ängstliche Wohnungskatze (12,5 J.) ist uns am späten Abend (06./07.09.2014)unbemerkt aus unserer Wohnung ins Treppenhaus entwischt, wurde dort noch am nächsten Morgen gesehen (uns hat man nicht informiert…) und dann hat sie wohl jemand rausgescheucht. Wir können es uns nicht anders erklären. Sie ist uns in den ganzen Jahren nur ein Mal ins Treppenhaus entwischt und hat sich laut schreiend in das letzte Eck unter der Kellertreppe verzogen, bis wir sie geholt haben. Sonst hat sie sich nie aus der Wohnung getraut und hat schon beim leisesten Geräusch das Weite gesucht. Natürlich haben wir sofort das komplette Suchprogramm mit Plakaten, durchwachten Nächten in diversen Schrebergärten etc. gestartet. Wir hatten sogar einen ausgebildeten Personensuchhund da. Aber leider alles ohne Erfolg. Zumindest kennen wir jetzt sämtliche Freigänger unserer Gegend und sie uns… Mittlerweile können wir nicht mehr und irgendwann muss die Hoffnung aufhören, damit die Trauer kommen darf. Aber wann kann man das, ohne sich als Verräter zu fühlen? Sie hat uns über 12 schöne Jahre geschenkt und wir bequemen uns gerade mal zu 7 Wochen Suche. Am schlimmsten aber ist diese Ungewissheit und die Gedanken/Vorstellungen, was mit ihr ist und wie es ihr geht. Wir nennen es Hirnfuck und es macht einen wahnsinnig. Und dazu kommen dann noch die Trottel, die aber auch rein gar nichts verstehen. „Die wird hin sein. Holt euch doch eine Neue. Es gibt doch gerade so viele. Pass auf, dass du in deinem Selbstmitleid nicht ertrinkst.“ Unser verbliebener Kater hängt dafür um so mehr an uns dran. Oder hat er sie vertrieben, um Alleinherrscher über seine Dosis zu werden?
    Ich fand Deinen Blogeintrag jedenfalls total treffend und werde ihn in ein paar Wochen/Monaten nochmal lesen, wenn es hoffentlich leichter wird.

    VG
    Heike

    • Huhu Heike!
      Danke für deinen Kommentar. Ich musste es zwar selbst noch nicht erleben, kann mir aber gut vorstellen, wie eure Gefühlswelt momentan aussieht. Einerseits möchte man Hoffnung haben und nicht aufgeben, andererseits sagt doch der Verstand, dass man irgendwann einmal abschließen muss. Die Frage „wann darf ich abschließen?“ wiegt glaube ich bei einer vermissten Katze ungleich schwerer als bei einer verstorbenen Katze. Man hat einfach keinen richtigen Abschluss und hängt irgendwie in der Luft.

      Ich glaube, dass ihr keine Verräter seid, wenn ihr bemerkt, dass weitere Suchaktionen im bisherigen Ausmaß nicht mehr bringen. Ihr gebt ja den Wunsch nach Rückkehr nicht auf oder schreibt eure Katze ab. Irgendwann muss man eben aber einsehen, dass Hoffnung zwar schön und gut ist, sie aber in zu großem Maß auch dazu führen kann, dass man sich innerlich kaputt macht. Wenn man sich zu sehr darauf fixiert, dass die eigene Katze je gleich wieder vor der Türe stehen könnte oder man unbedingt noch mehr tun muss, um sie zu finden, tut jeder Tag, in dem man sie eben nicht findet nur noch mehr weh. Es ist kein Verrat am Tier, wenn man einsieht, dass man weiterleben muss, aber trotzdem die Hoffnung nicht aufgibt.

      Dass andere Menschen kein Verständnis für die eigene Trauer um ein Tier haben, ist nach meiner Erfahrung nicht selten. Und nicht selten fühlen sich dann trauernde Tierhalter dadurch extrem verunsichert. Es ist schade, dass man sich für Gefühle rechtfertigen soll oder dafür schief angeschaut wird.

      Ich wünsche euch viel Kraft für die kommende Zeit. Verliere nicht den Mut und gönne dir die Trauerzeit, die du brauchst.

      Liebe Grüße
      Miriam

  3. Liebe Miriam,
    ich habe aus gegebenem Anlass im Web nach dem Thema „Trauerbewältigung nach dem Verlust eines Tieres“ gesucht und bin durch Zufall auf Deine Seite gestoßen.
    Sämtliche Phasen die Du darin beschreibst, mache ich im Moment durch. Extreme Trauer, Wut, Zweifel, Schuldgefühle – das ganze Programm.
    Wir haben unsere 16-jährige Katze Sheila letzten Montag einschläfern lassen. Sie hatte seit Monaten täglich blutigen Durchfall, seit Jahren Nierenprobleme und immer wieder starke Gewichtsschwankungen (von zarten 3kg ging es plötzlich auf 1,9kg dann wieder auf 2,5kg usw). Die Tierärztin hatte ihr darauf hin ein Medikament verordnet und meinte, sie wisse nicht woher dieser Durchfall kommt, die Gewichtsschwankungen schob sie auf das Alter der Katze. Ich muß aber anmerken, dass es Sheila mit dem Medikament doch wieder besser ging und für ihr Alter war sie doch noch recht agil. Der flüssige teils blutige Stuhl hatte jedoch nicht aufgehört.
    Letzten Montag plötzlich hatte unsere geliebte Sheila die halbe Nacht erbrochen und Durchfall der wie eine aufgedrehte Wasserleitung geronnen ist. Sie saß danach apathisch vor ihrer Wasserschüssel und wollte sich nicht mehr weg bewegen. Kurz darauf ging sie plötzlich ins Badezimmer und hatte erneut diesen extrem flüssigen Durchfall. Ich habe die Tierärztin angerufen die meinte, ich soll um 17Uhr!!!kommen, dann hätte sie einen Termin frei. Wohlgemerkt spielte sich das Ganze um 9Uhr Vormittags ab. Nachdem Sheila aber dann auch noch Blut erbrochen hatte, kam bei mir Panik auf und ich bin dann OHNE Termin zur Tierärztin gefahren. Und siehe da, die Ordination war leer!!!! Ich traute meinen Augen nicht.
    Sheila wurde sofort Blut abgenommen – dieses Schreien unserer Katze während der Blutabnahme werde ich nie aus meinem Kopf bekommen, sie war so stark dehydriert sodass fast kein Blut kam, ich möchte mir gar nicht ausmalen welche Schmerzen sie dabei hatte. Der Blutbefund war aber gar nicht so schlecht wie die Tierärztin erst befürchtet hatte und sie meinte, sie macht mit Sheila eine Infusionstherapie – alle 2 Tage!!! Es könnte sich bessern, aber in 2 Wochen könnte alles wieder schlechter aussehen. Das haben mein Mann und ich abgelehnt- daraufhin meinte die Tierärztin ob wir es aus finanziellen Gründen ablehnen oder weil uns das Tier leid tut. Ab da ging das Drama los: ein Heulkrampf folgte dem nächsten, ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, ich wußte nicht wie es mit unserer völlig apathisch beim Tierarzt sitzenden Katze weiter gehen sollte. Die Tierärztin meinte noch, von der „Euthanasie medizinischen Seite“ wäre es angebracht, Sheila zu erlösen, aber man könnte ja diese Infusionstherapie trotzdem versuchen. Ich konnte und wollte nichts entscheiden, stand völlig neben der Spur. Sie von Ihren Qualen zu erlösen hat dann mein Mann entschieden,leider. Denn ich lasse es ihm spüren, dass er quasi das „Todesurteil“ gesprochen hat. Heute quäle ich mich, warum habe ich nichts gesagt/getan, warum habe ich nicht gesagt „ja, wir machen die Therapie oder „nein, ich möchte nicht dass Sheila eingeschläfert wird“, oder, oder…..Das Ganze ist jetzt 1 Woche her, und jeder Tag ist für mich eine neuerliche Qual: ich kann nicht schlafen, nehme Nerventabletten, rauche 1 Schachtel Zigaretten am Tag, trinke Unmengen Kaffee, kann nichts essen, mich an nichts erfreuen,habe halbstündliche Weinkrämpfe, Schuldgefühle, Zweifel, Wut, das komplette Programm. Ich wünschte ich bekäme noch mal die Chance, könnte die Zeit zurück drehen und anders und selbst entscheiden. Würde ich es dann anders machen? Ich weiß es nicht. Soll man eine 16-jährige kranke Katze mit Infusionen für vielleicht noch ein paar Wochen länger am Leben erhalten? Aber vielleicht wäre es ihr ja dann doch wieder besser gegangen, man hätte es doch probieren sollen. Diesen Gedanken bekomme ich einfach nicht aus meinem Kopf. War die Entscheidung richtig, über Leben oder Tod voreilig zu entscheiden? Hatten wir das Recht, ihr das Leben zu nehmen? War es überhaupt noch Leben? Vielleicht wollte sie noch gar nicht gehen? Vielleicht, vielleicht, vielleicht ……. Ich weiß nicht, wie lange dieser „vielleicht-Zustand“ bei mir noch andauert, was ich weiß ist: ich kriege meinen Kopf nicht frei es wird von Tag zu Tag schlimmer statt besser und tut einfach schrecklich weh.

    Liebe Grüße Monika

    • Huhu Monika!
      Es tut mir unendlich leid, von deinem Verlust zu lesen. Das Ganze liest sich wie ein schweres Trauma und ich kann leider nachvollziehen, wie du dich fühlst. Auch ich habe meinen geliebten Kater Ende Februar verloren. Und genauso wie bei euch war die Entscheidung eine Entscheidung aus "Gnade": Keiner wusste/konnte garantieren, ob es ihm nicht durch anderen Therapien besser gehen würde – wie lange, ob überhaupt usw. Auch mich quält das teilweise sehr.

      In den Momenten wo Zweifel und die Frage "Hätte ich nicht noch etwas tun können?" aufkommen, denke ich daran, wie er sich in den letzten Stunden verhalten hat: er konnte einfach nicht mehr. Ich sags ganz ehrlich: selbst wenn wir in den kommenden Tagen eine Therapie gefunden hätten, die hundertprozentig gewirkt hätte, hätte er bis dahin durchhalten müssen. Und das hätte er nie und nimmer geschafft.

      Ich sage dir jetzt ganz platt vor den Kopf, was mich beim Lesen deines Textes bewegt hat: Bitte mach deinem Mann keine Vorwürfe (auch nicht still), dass er sich so entschieden hat. Auch er wird die Kleine geliebt haben und war um ihr Wohl besorgt. Auch ihm wird diese Entscheidung nicht leicht gefallen sein. Vielleicht macht auch er sich Gedanken/Vorwürfe, das weiss man nicht. Aber: er hat diese Entscheidung getroffen, weil er sie für richtig hielt, weil er nicht wollte, dass die Kleine sich weiterhin elend fühlt und vielleicht auch quält. Keiner konnte wissen, was die nächsten Tage/Behandlungsversuche bringen und – ganz ehrlich – der Zustand eurer Katze hört sich nach deinen Schilderungen nicht so an, als hätte man noch länger warten sollen.

      Es kann leider Niemand so genau wissen, was in solch einer Situation das wirklich Richtige ist, was sich auch im Nachhinein noch als "richtig" herausstellt. Wir alle können nur mit dem Wissen Entscheidungen treffen, das wir zu dem Zeitpunkt haben. Manchmal stellt es sich als unzureichend heraus, manchmal aber muss man eigentlich gar nicht mehr wissen.

      Auch, wenn du "Nein" gesagt hättest: sei ganz ehrlich zu dir selbst: aus welchem Grund hättest du das gesagt? Auch du konntest nicht wissen, ob es besser wird. Hättest du es gesagt, weil du nicht gewollt hättest, dass sie geht und für immer weg ist? Das wäre – verzeih die harten Worte – egoistisch gewesen, wenn natürlich auch absolut verständlich. Niemand will seinen geliebten Stubentiger verlieren. Zu einem gewissen Zeitpunkt kommen wir aber leider nicht drumherum. Ich persönlich denke, dass es die Unsicherheit ist, die einen in solchen Momenten am meisten zu schaffen macht. Wenn man wissen könnte "Es wird nichts besser", würde das Vieles erleichtern. Aber so geht es leider nicht. Und wir müssen versuchen,das Beste draus zu machen.

      Ich kann verstehen, dass du allerlei Zweifel, Fragen, Ängste und auch Schuldgefühle im Kopf hast. Dass du vollkommen fertig und nicht mehr du selbst bist. Manchmal tut es weh, sich Fragen zu stellen und eigene Gedanken aufzudröseln, aber ich glaube, da kommst du momentan nicht drumherum. Ihr habt ihr vermutlich mit der Entscheidung einen gefallen getan – so brutal sich das anhört. Ihr Zustand war schlimm, niemand kann wissen, ob sie nicht doch Schmerzen hatte, wie sie sich gefühlt hat. Aber elend wird ihr gewesen sein. Die Zeit zurückdrehen zu können, wäre manchmal wirklich schön, da hast du recht. Leider können wir das nicht und müssen im Endeffekt mit dem, was wir getan und nicht getan haben, ins Reine kommen. Ich glaube, dass deine Wut und deine Vorbehalte gegen deinen Mann momentan die Verarbeitung deiner Trauer verhindern. Und ich denke, dass das bis zu einem gewissen Grad nicht gut für euch beide ist.

      Versuche mit deinem Mann zu reden: frag ihn, warum er sich so entscheiden hat, sag ihm, was du dabei fühlst. Frage dich selbst, was es dir gebracht hätte "Nein" zu sagen, ob es deiner Katze geholfen oder alles gar noch schlimmer gemacht hätte. Frage dich, warum du hättest "Nein" sagen wollen. Momentan lässt sich einfach sagen "Hätt ich mal Nein gesagt", weil du sie vermisst, weil du sie wiederhaben willst, weil du ihren Verlust noch nicht einordnen kannst. Das ist alles vollkommen normal und verständlich. Aber frage dich, ob das Sinn gemacht hätte. So abgedroschen das klingt: Anderen Vorwürfe zu machen ist einfacher, als sich selbst mit dem Verlust auseinander zu setzen. Manchmal brauchen wir als Menschen einen "Schuldigen", damit wir uns mehr auf die Wut als auf den unendlichen Schmerz und Verlust konzentrieren können. Fair ist es trotzdem nicht. Niemand ist schuld, niemand kann etwas dafür, dass sich der Krankheitsverlauf deiner Katze so entwickelt hat. Und Niemand hat wirklich Schuld, dass sie jetzt weg ist. Sie war schlimm krank und die getroffene Entscheidung wurde zu ihrem Wohl getroffen.

      Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft, viele Taschentücher und hoffentlich bald Momente, in denen du mit einem Lächeln im Gesicht an Shielas bessere Tage denken kannst. Daran, wie sie dich zum Lachen gebracht hat, welchen Unsinn sie angestellt hat, was sie gern gehabt und was sie nicht gemocht hat. Wie sie für dich geschnurrt hat und welche schönen Erlebnisse ihr Beiden zusammen genießen konntet. Auch, wenn es jetzt weg weit scheint: sei nicht böse oder traurig über ihren Verlust – sei dankbar, dass du ihr Leben und die Liebe mit ihr teilen durftest. Versuche nicht immer nur an das Schlechte zu denken, lasse auch Raum für schöne Gedanken. Es wird noch dauern, bis du soweit bist, aber lass dir gesagt sein, dass du mit all deinen Gedanken, Gefühlen, all deiner Wut und deinen Zweifeln nicht allein bist. Jeder, der ein geliebtes Tier bis zum Ende begleitet hat, fühlt genauso wie du. Es ist normal, so zu fühlen.

      Alles Gute für dich! Falls du das Bedürfnis hast, ein wenig mehr/privater zu reden und ein wenig Ballast loszuwerden, melde dich ruhig per E-Mail.

      Liebe Grüße
      Miriam

      • Liebe Miriam,

        lieben Dank für Deine ehrlichen, wahren und für mich berührenden Worte.

        Gerne und dankend nehme ich Dein Angebot betreffend „privat per E-Mail“ zu sprechen an. Ich werde mich bei Dir in den nächsten Tagen melden. Vielleicht hilft es mir dabei, meine Trauer schneller und leichter zu bewältigen.

        Vorab ein herzliches Dankeschön, ich melde mich auf jeden Fall.

        Liebe Grüße Monika

      • Huhu Monika,
        sehr gerne. Leider ist es bei mir ja auch noch nicht so lang her, dass ich genau das Gleiche durchgemacht habe. Und ich glaube, unter "Katzenmamas" kann man ganz anders reden.

        Alles Gute für dich!

  4. Hallo,
    unsere Katze Smokey, 16 Jahre alt, hat die lezte Zeit immer wieder mal Durchfall gehabt. Infusionen haben immer nur kurzfristig geholfen. Blutuntersuchung hat nichts ergeben ausser gute Werte für ihr Alter. Außer den Infusionen hat sie bis gestern 2 mal Sprtzen mit Antibiotika und Cortison bekommen. Wir haben vom Tierarzt Futter bekommen das sie auch 2-3mal herzhaft gefressen hat. Aber das ist nun auch vorbei. Auch hat sie heute wieder Durchfall gehabt. Ich kann nicht sagen ob sie Schmerzen hat, aber sie apathisch. Die Nachbarskatze hat sie auch nicht mehr verscheucht. Ich glaube es ist soweit. Die baldige Einschläferung wird wohl unvermeidlich sein. Wie kann man da möglichst ruhig und gelassen sein? Ich bin schon jetzt ein Nervenbündel.
    Danke für eure Tips.
    T

    • Huhu Thomas!
      Diese Frage zu beantworten ist glaube ich für einen Außenstehenden wie mich recht schwer. Zumal alle theoretischen Tipps im Ernstfall wahrscheinlich wenig helfen: jede Euthanasie, jede Katze, jede Katze-Mensch-Beziehung ist anders. Letztlich kann auch einfach nicht Jeder dabei ruhig bleiben.

      Ich kann und möchte dir hier einfach nur sagen, wie/warum das bei mir bisher geklappt hat – das muss nicht bei jedem so sein und vor allem kann es sein, dass das bei mir beim nächsten Mal auch nicht funktioniert.

      Wenn bei uns klar war, dass "der Tag" kurz bevor steht, verbringe ich viel Zeit ganz bewusst mit dem jeweiligen Tier. Es bekommt sein Lieblingsfressen und genau das, was es liebt: bestimmte Spiele, bestimmte Streicheleinheiten usw.

      Bevor "die Spritze" aufgezogen wird, möchte ich noch ein letztes Mal in Ruhe allein bei meinem Tier sein. Ich sage ihm all das, was ich loswerden muss, dass ich es unglaublich liebe und dass ich hoffe, dass es bei mir glücklich war. Ich streichle es bis zum letzten Atemzug und rede dabei leise. Ich versuche bewusst nicht daran zu denken, was geschieht, sondern konzentriere mich darauf, dass es das Tier gemütlich, warm und angenehm hat. Ich versuche ihm zu zeigen, dass es nicht allein ist, wenn es "einschläft".

      Ich blende also mich, meine Angst und meine Trauer aus und kümmere mich nur darum, dass das Tier einen möglichst angenehmen "Übergang" hat. Dieses Abschalten hilft mir persönlich, um nicht zusammenzubrechen oder hysterisch loszuheulen.

      Ob das auch anderen Tierhalterin hilft, kann ich leider nicht sagen. Ich wünsche euch von Herzen ganz viel Kraft!

      Liebe Grüße
      Miriam

      • Hallo Miriam,
        eben habe ich Smoky einschläfern lassen. Dein Tip hat mir sehr geholfen, ruhig zu bleiben. Ich war bei ihr bis zum letzten Atemzug und habe mit ihr gesprochen und habe sie gestreichelt. Ich glaube meine Ruhe hat sich auf sie übertragen und es ihr leichter gemacht. Friedlich ist sie eingeschlafen.
        Aber jetzt…..ohne Worte.
        Danke
        Thomas

      • Huhu Thomas!
        Mein herzliches Beileid an dich! Ich wünsche dir, dass du bald wieder mit einem lachenden und einem weinenden Auge an Smoky zurückdenken kannst :(

  5. Liebe Miriam ,
    Dein Beitrag hat mir jetzt schon geholfen . Ich habe vor 3Jahren meinen Zorro gehen lassen müssen . Er hatte CNI . Leider haben wir es zu spät erkannt und behandelt . Da ich ihn zusammen mit seiner Schwester zusammen aus dem Tierheim zu mir geholt hatte , hatte ich Angst , das sie das auch hat . Also habe ich bei jeder Impfung auch eine Blutuntersuchung machen lassen , und bin wütend über mich , das ich sie nicht auch hab schallen lassen .
    Letzten September habe ich den Ta gewechselt und der hat schon beim Abtasten bei der1. Routine Untersuchung festgestellt das die Nieren groß sind . Ich war dann beim schallen dabei . Er schaute auf seinen Monitor und sagte nur vier Worte bei denen ich schon , während ich noch am Köpfchen meiner Katze stand , in Tränen ausbrach . “ Es tut mir leid “ .
    Wir haben sofort die Behandlung begonnen , allerdings fand meine Lissy das nicht toll, und hat so ziemlich alles verweigert . Das andere Futter , die Medikamente , einfach alles was ich probiert habe hat sie beukottiert .
    Irgendwann haben wir gesagt ,sie frisst was sie mag und bekommt Medizin mit spritze ins Maul . Seit 3 Wochen kann ich ihr die Spritze nicht mehr geben , da sie einfach nicht mehr in meine Nähe kam . Und seit der gleichen Zeit fing sie an auch Ihr verhalten zu andern . Sie spielt gar nicht mehr , ihre 5 min.hat sie seither auch nicht mehr , sie schläft nur noch oder hockt in kauerstellung . Aber sie kam wieder zum Kuscheln für ein paar Minuten . die meiste Zeit ist sie unterm Bett oder hinterm Sofa . Aber sie hat gut gefressen . seit letzten Sonntag hat sie nach jedem fressen sofort alles wieder erbrochen .Seit heute riecht sie nur noch am Futter und geht .
    Mein Kopf weiss das die Zeit gekommen ist , und wenn sie wieder bricht ,sich stundenlang verkriecht oder im Bad sitzt und laut miaut bis ich ihr Wasser in die Dusche lasse zum trinken , sage ich ja es ist richtig sie jetzt gehen zu lassen .
    Wenn sie dann aber mal neben mir oder auf meinem schoss liegt und schnurrt , denke ich mir , nein , das kannst du doch nicht tun .
    Bin schon die ganze Zeit am heulen , habe heute mit Ta alles besprochen . In 2 Tagen muss ich Abschied nehmen .
    Und immer wieder stelle ich mir die Frage ob ich sie erlöse oder töte .
    Der Kopf sagt Erlösung , das Herz sagt Mord .
    Diese Gedanken werden mich bis zum Schluss begleiten , aber dein Bericht ist der erste der auf alles eingeht und das hilft zumindest zu sehen das man nicht allein ist mit solchen Gedanken . und dafür möchte ich dir danke sagen .
    Liebe grüße
    Martina

    • Huhu Martina!
      Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, was ich dir jetzt sagen soll. Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft und vor allem ein reines Gewissen, wenn du "diese Entscheidung" treffen musst. Es ist nicht leicht und man ist immer unsicher, letztlich kommt man aber oft nicht darum herum :( Es tut mir leid für euch. Genieße die letzten Stunden und Tage und verwöhne deine Prinzessin so richtig. Vielleicht kannst du auch noch ein paar letzte Erinnerungen einfangen: Fotos, Videos, Pfotenabdruck etc. :(

      Liebe Grüße
      Miriam

  6. Hallo Miriam,
    als weiterhin stille Mitleserin – auch wenn ich leider wie Du ja weißt meine Katze Sheila kürzlich habe gehen lassen – haben mich die Zeilen von Thomas sehr berührt, auch weil ja seine Katze Smokey wie erst vor kurzem meine geliebte Sheila ebenfalls mit 16 Jahren, ins Regenbogenland gegangen sind. Ich wünsche ihm vom ganzen Herzen viel Kraft und mein Beileid.

    Hier noch ein paar kurze leicht abgewandelte Zeilen, die mir persönlich nach meinem Verlust etwas geholfen haben:

    Du bist fest verschlossen in meinem Herzen,
    verloren ist das Schlüsselein,
    du sollst für immer drinnen sein.

    Alles Liebe
    Monika

  7. Vielen Dank für diesen wertvollen Blog. Vielen Dank, dass ich nun weiß, dass nicht nur ich diese tiefe Trauer empfinde. Mein Mitgefühl gilt allen, die hier etwas geschrieben haben und denen, die still mitgelesen haben.
    Bitte erlaubt mir, hier ein paar Worte an meine geliebte, verstorbene Katze zu richten.
    Meine geliebte Safisch,
    ich liebe und vermisse dich über alle Maße. Dein Tod kam so plötzlich. Vor fünf oder sechs Jahren hast du beschlossen bei uns zu leben. Deine Katzenmama war darüber sehr traurig,aber wir haben uns gefreut. Du warst so wunderschön und einzigartig. Zuerst hatte ich Angst vor dir, hab mich nicht getraut dich zu streicheln, weil du so gefaucht hast. Als du eine Weile da warst,fing ich an dich zu verstehen. Du hattest schon vieles mitgemacht im Leben. Es dauerte eine Weile bis du uns Vertrauen geschenkt hast. Du hast dich dann von deiner liebsten Seite gezeigt und warst serh kuschelbedürftig. Wir begannen dich zu lieben, und du liebtest uns auch. Du warst schon alt, aber so wunderschön und quickfidel. Safisch ich liebe dich so, und nun bist du nicht mehr da. Alles ist leer und still. Wir sind in einer so tiefen Trauer wie wir es uns hätten nie vorstellen können. Es tut mir so leid, für all die Dinge, die ich nicht gemacht habe, für all die Zeit, die ich dir nicht geschenkt habe.Du weißt, wie viel wir immer arbeiten mussten und wie müde wir waren, aber du hast uns immer durch dein Quitschen, Miauen und Schnurren das Leben versüßt. Die lustigsten Orte hast du dir ausgesucht, um dort Schläfchen zu machen: Schränke, Schubläden, Bettkasten, Kartons, Wäschekörbe, Obstschüsseln,Computertastaturen u.v.m. Es ging dir so gut.Du hattest das ganze Haus und den Hof für dich wie du es dir immer gewünscht hattest und alle anderen Katzen kampfstark vertrieben. Doch als vor zwei Wochen die große Hitzewelle über Deutschland hereinbrach, hast du dich in den Keller verzogen. Wir dachten, dass du dort sein wolltest, weil es kühler war, aber als deine Futterschüsseln unberührt blieben, fingen wir an, uns Sorgen zu machen. Wir dachten, dass du in der Hitze keinen Hunger hast, oder dass du bei deinen nächtlichen Streifzügen irgend woanders etwas isst. Als die Hitze vorbei war, hast du aber auch nichts gegessen und kamst immer noch nicht aus dem Keller. Ich habe dir das Essen runtergebracht, sogar das Hähnchen auf das du immer ganz wild warst. Aber nichts. Du hast nichts gegessen. Nach einer Woche, letzten Samstag vor zwei Tagen rief ich dann den Tiernotdienst an.Zufällig hatte die Tierärztin Notdienst, bei der wir mit dir schon mal waren als du Flöhe hattest. Obwohl ich dich in all den Jahren nicht ein einziges Mal hochgehoben hatte, weil du das nicht mochtest, musste ich es am Samstag machen, um mit dir in die Praxis zu fahren. Du hast mich gewähren lassen. Was danach kam war ein einziger Albtraum. Es tut mir so leid, dass ich nicht vorher mit dir zum Arzt geganggen bin, aber du warst einfach immer so agil und quickmunter. Die Ärztin sagte mir am Telefon, dass sie dich stationär aufnehmen möchte, wenn du wirklich seit einer Woche nicht gegessen hattest und ich war frohen Mutes, dass dir nun geholfen wird. Auf der Waage hieß es, du hättest nicht abgenommen, sogar 200 Gramm zugenommen. Aber als die Ärztin mit der Untersuchung begann, begann unsere Welt unterzugehen. Du hattest ganz viel Wasser im Bauch. Das war nicht gut. Sie sagte, wenn du Fip hast, darf sie dich mir nicht wieder mit nachhause geben und du musst eingeschläfert werden, weil das hochansteckend sei. der erste Test bestätigte ihren Verdacht. Safisch, ich war weg. Ab dann konnte ich nicht mehr denken, um dein Leben zu verteidigen wie ich es als Katzenmama hätte tun müssen. Der zweite Sicherheitstest sagte, aber dass du doch kein Fip hast, und ich bekam wieder Hoffnung und war so stolz auf dich, dass du kämpfst und der Test zeigt, dass du wieder mit mir nachhause kommen sollst. Aber die Ärztin ließ nicht locker und wollte einen Ultraschall machen. Während ich noch mit deinem Papa telefoniert hab, dass er ganz schnell in die Praxis kommen soll, warst du schon beim Ultraschall. Du warst so still und leise und hast alles mit dir machen lassen, was so untypisch für dich war. Ich kam dazu. Die Bilder zeigten, dass dein Bauchraum voller Tumore war. Man konnte deinen Darm gar nicht mehr erkennen. Da war nur noch Tumorgewebe. Und die Ärztin sagte, dass sei bösartig, rapide gewachsen und unheilbar. Mein geliebter Schatz, es tut mir so leid, aber sie sagte wir müssen dich einschläfern und ich habe nicht widersprochen. Ich wollte nicht, dass du zuhause leidest, Schmerzen hast und verhungerst. ich habe nicht gekämpft. Bitte denke nicht, dass ich dich nicht geliebt habe. Ich hasse mich dafür, dass ich nicht vorher mit dir zu Arzt gegangen bin, ich hasse mich dafür, dass ich keine Zweitmeinung eingeholt habeoder mit dir in eine Spezialklinik gefahren bin. Du warst meine erste Katze und ich hatte damit keine Erfahrung. Du wart 19 Jahre alt, wenn nicht sogar noch älter. Ich dachte in dem Moment, dass du dein Leben hattest und nun nicht leiden sollst. Ich dachte, ich tue dir damit einen Gefallen. Aber jetzt denke ich, dass du hättest Leben wollen, dass du gewollt hättest, dass ich um dich kämpfe, weil ich ein Mensch bin und mit Menschen/Ärzten reden kann und du nicht. Ich blieb bei dir bis du eingeschlafen bist. Ich habe nicht einmal geweint. Ich war stark.Das Praxisteam dachte bestimmt, ich sei gefühllos. Das stimmt nicht. Ich wollte rational und vernünftig sein. Sie haben dich mir dann mitgegeben und wir haben dich sofort im Garten begraben. Dein Körper war noch ganz warm, zart und weich, und ich musste dich in das dunkle, kalte Erdloch legen! Schon im Auto fing meine Trauer an. Ich habe dich dann unter Tränen begraben. Mit meinen nackten Händen buddelte ich das Loch. Ich wollte dich da nicht reinlegen, so ganz allein, so ganz ohne uns, aber es musste sein , und wir mussten das ganz schnell machen, weil wir unter Schock waren. Dann haben wir nichts mehr machen können. Wir waren wie gelähmt. Wir haben geweint, versucht uns mit Fernsehen abzulenken, aber ich konnte nichts folgen. ich habe nichts gegessen. Wir konnten nicht schlafen. Wir haben nur an dich gedacht. Am nächsten Tag mussten wir wieder arbeiten. Auch bei der Arbeit haben wir nur an dich gedacht und mussten weinen. Ich bin etwas stärker als dein Papa. Ich kann ihn nicht leiden sehen. Er ist so ein starker Mann, aber wenn es um dich geht, ist er ganz schwach und weint viel. Ich hab mich am Sonntag sehr zusammengerissen, ich habe versucht meine Trauer vor ihm nicht so zu zeigen während der Arbeit, damit er schwach sein durfte und sich drauf verlassen konnte, dass ich den Laden schmeiße. Nach Feierabend war es aber wieder ganz schlimm und wir haben so viel geweint und dich so schrecklich vermisst. Wir vermissen dich die ganze Zeit. Wir lieben dich. Wir lieben dich. Wir lieben dich so sehr! Ich habe keinen Hunger. Ich rauche jetzt ganz viel und trinke ganz viel Kaffee. Ihm zuliebe esse ich etwas, damit er isst, aber ich schmecke nichts, denn es bedeutet mir nichts.ich muss nur an dich denken wie du eine Woche lang nichts gegessen hast. Du weißt, dass ich dich geliebt habe, und ich weiß dass du mich geliebt hast und dich immer sicher bei mir gefühlt hast. Aber es tut mir so leid, dass ich nicht besser für dich gesorgt habe und auf deine Gesundheit geachtet habe, Ich war keine gute Katzenmama, denn sonst wäre ich regelmäßig mit dir zum Tierarzt gegangen, aber du weißt doch, dass ich nie Zeit hatte oder kaputt und müde von der Arbeit war. Wenn ich könnte würde ich die zeit zurückdrehen und alles besser machen, denn du warst unsere Nummer Eins. Bitte verzeih mir. Mir geht es sehr schlecht ohne dich. Ich bin froh, dass du im Garten bist. Jetzt habe ich gerade nicht die Kraft, aber bald werde ich dein Grab schön machen. Ich bin jeden Tag bei dir. Du bist und warst die beste Katze der Welt. Danke, dass du uns als Katzeneltern ausgesucht hast, und dass du uns diese wunderschöne Zeit mit dir geschenkt hast. Die Katzenhaare von der Ultraschall-Rasur liegen neben mir in meiner Nachtischschublade. Du bleibst immer ein Teil von uns, und ich hätte nie gedacht, dass ich mal den Dreck vermissen werde, den du manchmal von draußen reingeschleppt hast oder die vielen langen Katzenhaare von dir auf meinen Oberteilen oder wie du dich auf meine Schuhe, Tasche oder Jacke gelegt hast, die ich gerade anziehen wollte. Ich vermisse den Geruch von deinem Katzenfutter und dem stinkenden Mülleimer. Ich werde wohl nie wieder Leckereien kaufen können und sie mitbringen, um einem kleinen Wesen eine Freude zu machen. Ich bin keine Katzenmama mehr. Meine Katze ist tot und kommt nie wieder, und ich trage ganz viel Schuld, mit der ich fertig werden muss. Verzeih mir, ich liebe dich doch. ich bin froh, dass wir ein paar Bilder von dir haben, viel zu wenige natürlich. Und ich bin sehr froh dass ich mit meinem Laptop Videos von dir gemacht habe, auf denenn dein Schnurren und süßes Miauen drauf ist. Das ist alles, was uns von dir bleibt mit den unermesslich vielen schönen Erinnerungen.
    In Liebe, deine Sonja

  8. Hallo,

    Danke für deine Geschichte. Du sprichst mir so aus der Seele! Ich habe heute von meinem TA erfahren dass trotz allen erdenklichen Medis und Infusionen der Zustand meines geliebten Prince ( ja er heißt so) sich innerhaöb 1 Monats so verschlechtert hat, dass ich ihn morgen erlösen werde ?…

    Es ist iwie tröstlich zu wissen, dass nicht nur ich die verschiedensten Gefühle in mir vereine wie Wut und Schuldgefühle da ja ich quasi sein Leben beende…
    Ich fürchte mich vor morgen, aber aber ich will meinen Liebling nicht unnötig leiden lassen. ?

    • Huhu Sandy!
      Ich kann deine Gedanken verstehen: einerseits weiss man, dass es für das Tier vielleicht besser ist, andererseits sind da riesige Zweifel, das "Richtige" zu tun. Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft!

  9. Meine18 jaehrige Katze taifun ist am vergangen Mittwoch letzte Woche gestorben ich hing sehr an ihr sie fehlt mir wie erkennt man einen wirklich guten tierarzt

  10. Hallo Miriam taifun meine Katze wurde18 Jahre alt sie hatte ein gutes katzenleben ich bekam sie als sie as sie zwei Jahre war die Besitzer gaben sie weg sie stoerte wohl nur ich hatte gute Jahre mit ihr die letzten zwei Jahre wurde sie krank der Tierarzt gab ihr eine vollnarkose er konnte angeblich nichts finden er zog nur einen Zahn nach der vollnarkose ging es mit Taifun bergab beim2 Tierarzt stellteman eine herzkrankheit fest und der dritte tieratt eine nierenkrankheit taifun hatte scmerzen 3 tieraerzte taifun hat gelitten u ich auch sie wurde am 20 1 216 erloest meine Frage woran erkennt man einen guten tierarzt liebe gruss Claudia

    • Huhu Claudia!
      Zuerst einmal möchte ich dir zu deinem Verlust von Herzen mein Beileid ausdrücken! Es ist immer schlimm, ein geliebtes Tier gehen lassen zu müssen :(

      Wie man einen guten Tierarzt erkennt? Hmmm… Ich glaube, da haben wir alle unsere eigenen Prioritäten und manchmal erkennt man das auch erst, wenns wirklich ernst wird. Ich hatte dazu mal ein paar grobe Punkte notiert, vielleicht hilft dir das schon etwas weiter: "12 Punkte, an denen du einen guten Tierarzt erkennst".

      Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit!
      Liebe Grüße
      Miriam

  11. Hallo Miriam danke für deine antwort ich habe noch zwei liebe kater 9u8 Jahre sie stammen von privat sie sagen die tiere haben impfpaesse ich weiss nicht ob die tiere geimpft sind die Leute geben die Papiere nicht raus und wegen Kinder sollten die kater weg jetzt habe ich die kater muss ich sie impfen lassen? Gruss claudia

    • Huhu Claudia!
      Die Frage zu den Impfungen ist nicht pauschal zu beantworten, sondern nur ganz individuell. Ich persönlich bin der Meinung, eine vernünftige Grundimmunisierung sollte schon sein, danach hängt es davon ab, wie die Tiere leben (Freigang oder nicht?), wie sie gesundheitlich drauf sind und welches Risiko haben, sich mit Krankheiten anzustecken, gegen die man impfen kann. Du kannst, wenn du dir ganz unsicher bist, eine Blutuntersuchung machen lassen, die anzeigen kann, ob deine Beiden noch Antikörper (=Impfschutz ausreichend oder nicht?) aufweisen.

      • Vielen dank fuer deine antwort ich moechte dir sagen das ich dein Forum gut finde du spendest uns und unseren Katzis Trost u Anteilnahme Herzlichen dank alles gute fuer dich gruss Claudio

      • Huhu Claudia!
        Danke für deine lieben Worte. Ich wünsche euch für die Zukunft viel Gesundheit und viele schöne Momente gemeinsam!

  12. Ich gabe zu auch mal gedacht zu haben, wenn mein Kater mal so krank ist das es keine Hoffnung mehr gibt, lasse ich hin einschläfern. Und im stillen habe ich mir gewünscht das er einfach mal einschläft und nicht wieder aufwacht. Was dann nach 17 Jahren kam, war ganz was anderes und ich bin nicht stolz darauf. Weil ich es nicht wahrhaben konnte, hat mein Kater vor 3 Jahren länger leiden müssen.
    Lange habe ich gebraucht, mit meiner Trauer und es doch so ganz ohne Katze nicht ausgehalten. Im meinem Umfeld bin ich nicht auf Verständnis gestoßen, sondern auf echt dumme Sprüche.
    Erst heute habe ich wieder an die Hausecke geschaut an der er immer saß und darauf gewartet hat das ich nach Hause komme. Aber inzwischen sind es die guten Erinnerungen die kommen wenn ich an seinem Grab vorbei gehe oder mich etwas an ihn erinnert.

    • Caren, ich denke, den „richtigen“ Zeitpunkt zu finden, ist unheimlich schwer für uns alle. Da spielen so viele Emotionen mit, so viele Ängste und Zweifel und wenn man Pech hat, denkt man immer, man hat was falsch gemacht. „Hätt ich mal noch gewartet“ – „Hätt ich mal nicht so lange gewartet!“ .. irgendwie haben wir an solchen Selbstzweifeln glaub ich fast alle zu knabbern. Schön, dass du diesen Gedanken in etwas Positives umwandeln konntest!

  13. Hallo Miriam auch ich habe eine traurige Geschichte erlebt vor gut 18 Jahren noch zu DM Zeiten damals wollte ich schon eine Katze haben Ich bekam von einem Mann einen 9Jahre alten wunderschoenen Kater namens Penny ich zahlte dem Mann 100 DM Ich hatte ein tot krankes katerchen gekauft und wusste es nichtPenny war nur ganze fuenf Tage bei mir Penny musste zum Tierarzt und der stellte fest Magenkrebs im Rndstadium ich viel Buchstaeblich aus allen Wolken ich konnte es nicht fassen.Penny musste erloest werden es ist traurig das es Menschen gibt die ihre Tiere einfach nur irgendwo abladen wenn es Schwierigkeiten bereitet Diese Sache werde ich nie vergessen wie mag sich erst Penny gefuehlt haben die Geschichte von Sonja hat mich traurig gemacht Lg Claudia

  14. Kann ich das Futter dein Bestes fuer meine Katzen als Vollnahrung verwenden lg Claudia

    • Huhu Claudia!
      Es kommt drauf an, was enthalten ist. Ich kenne die Zusammensetzung jetzt nicht, aber ich habe noch im Kopf, dass sie teilweise einigermaßen annehmbares Futter haben und Futter, dass ich persönlich meinen Katzen niemals vorsetzen würde ;)

    • Ich habe auch noch Hochwertiges Futter ist leider schvierig meine beiden wollen es nicht glg u danke Claudia

  15. Danke für den schönen Text. Ich bin über ihn gestolpert, als ich versuchte im Internet der Frage nach zu gehen, warum der Verlust meiner Katze auch nach sechs Jahren so sehr schmerzt. Ich habe mich nach ihrem tot ein halbes Jahr lang in den Schlaf geheult. Sie hat ein zu großes Loch in meinem Herzen hinterlassen.

    Ich hatte sie von einer Tierrettung und es war Liebe auf den ersten Blick. Die Katze die sonst zu keinem wollte ist auf mich zugerannt und in meinen Schoß gesprungen. Seid dem schlief sie jede Nacht im Bett vor meinem Bauch, ich bin abends mit ihr eingeschlafen und morgens war sie auch immer da.

    Sie ist nicht die erste Katze die mir gestorben ist, und seid dem auch nicht die letzte, aber ihr Verlust ist für mich am schlimmsten und das macht mir ein schlechtes Gewissen. Ich habe die anderen auch geliebt, aber deren Tod leichter verkraftet.

    Es tut gut mal darüber zu schreiben, auch wenn die Tränen in den Augen brennen.

    • Huhu Stefan!
      Ich – und sicher auch viele, viele andere Tierhalter – kann nachvollziehen, wie du dich fühlst. Man liebt jedes Tier auf seine ganz eigene Art für seine ganz eigene Art und Weise, mit uns umzugehen und uns zu lieben. Da ist es leider auch nicht verwunderlich, dass es bei jedem Tier unterschiedlich wehtut, auch manchmal auf andere Art wehtut. Ich denke, es ist nicht "unnormal" (gibt es bei diesem Thema überhaupt ein "normal"?), dass es auch nach Jahren noch schmerzt.

      Jeder Verlust ist anders, jeder Verlust ist auch eng mit anderen Emotionen verknüpft: Wut, Selbstzweifel, Angst oder – wie bei dir – schlechtes Gewissen. Ja, man fühlt sich mies, man fühlt sich als Verräter, als schlechter Halter, wenn ein Verlust mehr schmerzt als der andere…

      Auch ich kenne das und ich kenne dieses miese Gefühl, dass dann in einem rumort. Ich persönlich denke, dass man in solchen Fällen nicht so streng mit sich sein darf – so geht der Schmerz nie vorbei. Dass es unterschiedlich (lang) wehtut ist menschlich: wir sind keine Roboter, wir haben fast alle – wenn wir ganz ehrlich sind – unsere Herzenskatzen, bei denen alles anders ist, näher, verbundener als bei anderen Katzen. Dafür müssen wir uns nicht schämen, denn es heisst nicht, dass wir die anderen Katzen nicht lieben, dass wir sie schlecht behandeln oder links liegen lassen. Wir lieben all unsere Katzen – und zwar so unterschiedlich, wie sie auch sind. Das ist oki!

  16. Ich bedanke mich auch dafür, dass es diesen Block gibt und möchte euch gerne Nalas Geschichte erzählen, aus ganz eigennützigem Grunde, denn ich bin unendlich traurig und vielleicht hilft es ja seine Gedanken niederzuschreiben, denn ich kann soviele eurer Gefühle wiedererkennen dass ich mich hier verstanden fühle, obwohl ich fürchte, dass ihr mich verurteilen werdet. Ich habe gestern eine meiner beiden Katzen gehen lassen müssen. Nala wurde nur 5 Jahre alt und ich vermisse sie wie verrückt und bin ständig am weinen und wie gelähmt. Nala bekam ich als kleines Kätzchen vom Tierarzt. Man hatte sie in einem Lastwagen gefunden und niemand wusste woher sie so wirklich kam. Als ich mit der anderen meiner Katzen, Mie, beim Tierarzt war, fragte man mich, ob ich Nala nicht mitnehmen wolle als Spielkammeradin für meine erste Katze und da Nala mich mit grossen wunderschönen Augen ansah und mich nicht mehr loslassen wollte als ich sie auf den Arm nahm, nahm ich sie mit nach Hause. Mie, war zu Anfang nicht begeistert, aber Nala wusste wie man sich als kleines Kätzchen bei erwachsenen Katzen einschmeichelt und die beiden wurden schnell gute Freunde. Nala liebte gutes Futter hatte aber immer soviel Respekt nur aus ihrem Napf zu futtern und Mies Schälchen nicht anzurühren.
    Nach 2 Jahren zog ich in ein Haus um und ich freute mich, wie meine beiden Pelspopos die Natur genossen. Nala kam in der Herbstzeit jede Nacht mit einer Maus nach hause und verspeiste sie mit grossem Wohlbehagen auf meiner Türmatte. Das waren die einzigen Augenblicke dass mich meine Süsse anknurrte, denn die Maus gehörte nur ihr. Ich hatte schon immer gemerkt, dass es Nala schwer fiel Kot abzusetzen, ihr Kot war hart wie Gibs und er verliess immer nur ihn kleinen Portionen ihren Körper. Vor 14 Tagen merkte ich dann, dass die Gegend um ihren Anus nass war und ich dachte erst, dass sie Durchfall hatte und gab ihr ein wenig Joghurt, den sie auch gerne nahm. In der Tierarztpraxis wurde mir gesagt, dass Durchfall bei Katzen ab und an vorkommt und es erst einmal nicht nötig sei mit der Katze vorbeizukommen. Ich bekam etwas mit, dass ihre Darmkultur wieder in Ordnung bringen sollte und eilte erleichter heim in der Hoffnung, dass nu alles gut würde, aber es wurde nur noch schlimmer. Nala wollte nichts mehr fressen und deshalb hörte ich auf sie mit dem Medikament zu unterstützen. Nala begann wieder mit gesundem Appetit zu futtern, spielte, jagte Mäuse, aber wurde etwas mehr träge und zärtlicher als sie es normalerweise war. Das feuchte Hinterteil behielt sie bei und ich schaute an diesem Montag mit ihr in der Tierarztpraxis vorbei. Nala wollte gar nicht mit in die Transportbox, was vollkommen untypisch für sie war. Beim Tierarzt knurrte und fauchte sie und wollte sich nicht anfassen lassen, auch vollkommen untypisch für sie. Der Tierarzt war gezwungen ihr etwas zur Beruhigung zu spritzen um überhaupt an sie heranzukommen. Nachdem Nala eingeschlafen war, fand die Tierärztin einen Megacolon in Nala. Sie meinte, die Prognose sei nicht sehr gut, aber sie wolle die Katze bei sich behalten um ihr gleich zu helfen den Colon loszuwerden, betäubt war sie ja schon. Ich könne sie am nächsten Tag dann wieder abholen. Als ich um 17.30 zur Arbeit fuhr rief meine Tierärztin an, und meinte, dass sie den Grund für den Colon gefunden hatte. Nala hatte sich als Kätzchen das Becken gebrochen (ich habe nie etwas davon gemerkt und als ich sie bekan wurde mich davon auch nichts gesagt) und das war dann anschliessens schief zusammen gewachsen, ein Oberschenkelhalsknochen sass auch nicht mehr in der Beckenpfanne sondern war verknöchert und verursachte ihr sicherlich schon jetzt Schmerzen. Durch das schiefe Becken würde die Ärztin einige Probleme haben Nala zu helfen und sie konnte nicht ausschliessen, dass sie dabei Nala verletzen würde und die Katze den Rest ihres Lebens nur mit Schmerzen leben würde in der rechten Hüfte hatte sie offenbar schon Gicht. Ein Megacolon würde immer wieder in ihrem Falle auftreten, da die Nerven im Dickdarm durch das schiefe Becken nicht mehr richtig arbeiteten (bin kein Arzt habe es so verstanden) und deshalb sie nie mehr richtig gesund würde. Sie empfahl Nala sofort zu erlösen, da sie ja noch immer in Betäubung lag. Ich stand for der Tür meines Hauses mit dem Telefon in der Hand und auf dem Weg zu Arbeit und wusste nicht was ich tun sollte. Ich wollte meine Süsse nicht verlieren, sie hat mir nur Freude und Liebe gegeben. Ich hatte ihr versprochen, dass alles gut wird, wenn wir zum Tierarzt fahren, sie hat mir vertraut. Sie hat gefressen und gespielt bei mir zuhause und ich wollte nur dass sie wieder gesund wird und nun dass. Ich hörte nur:“ Der Megacolon wird wiederkommen und sie hat schon jetzt grosse Schmerzen.“ Ich habe die Tierärztin gebeten Nala zu erlösen, aber jetzt, 2 Tage nach ihrem Tod, habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich konnte mich nicht von ihr verabschieden, ich konnte sie nicht trösten, ich habe ihr versprochen alles wird gut und nun ist sie tot. Ich vermisse sie so und ich habe sie im Stich gelassen. Vielleicht wäre ja alles gut geworden, vielleicht wäre sie wieder gesund geworden. Gegen Gicht gibt es Schmerzmittel, habe ich der Tierärztin zu schnell nachgegeben? Ich konnte Nala nicht einmal bei mir begraben. Hatte 24 Stunden Dienst und der Gedanke eine kalte steife Nala nach Haus zu holen machte mir Angst. Nun wurde sie verbrannt, die Tierärztin sagte auf eine humane Weise ich brauche mir keine Sorgen zu machen, aber ich fühle, dass ich sie im Stich gelassen habe. Ich habe einen meiner besten Freunde verloren der mir in allem vertraut hat. Sie fehlt mir so. Heute Nachmittag bin ich mit Mie spatzieren gegangen, die Stellen wo Nala sonst mit ihr Fangen und Verstecken gespielt hat, aber Nala war nicht da, sie wird nie wieder da sein. Mie liegt neben mir und schnurrt, leckt meine Hand und leget eine ihre schwarzen Pfoten auf meine Hand und blinzelt mit den Augen so als wollte sie sagen:“Alles wird wieder gut.“ Aber ich kann nicht aufhören zu weinen, denn ich kann mir nicht verzeihen. Ich weiss nicht ob ich richtig oder falsch gehandelt habe, alles in mir ist wie versteinert. Ich hoffe, dass Nala mir verzeihen kann und dass ich doch irgendwo die richtig Entscheidung getroffen habe. Ich muss damit leben, aber im Augenblick weiss ich nicht wie. Ich hoffe ihr habt Recht und das Leben geht weiter irgendwann und vielleicht, auch wenn es lächerlich klingen mag, sehen wir uns ja wieder, auf dieser Regenbrogenbrücke von der so viele sprechen.
    Ich bedanke mich bei euch, dass ich mein Herz erleichtern durfte und hoffe, dass ihr mich nicht auch verurteilt so wie ich es selbst tue.

    • Huhu Anette!
      Zuerst einmal ein herzliches Beileid an dich! Als nächstes ist mir wichtig zu sagen: hier verurteilt dich sicher KEINER! Es gibt Dinge im Leben, auf die hat man keinen Einfluss, man kann sie nicht ändern, auch, wenn man sich das sehnlichst wünscht. Ich konnte in deinem Text nichts lesen, was ich nicht verstehen kann oder was ich unpassend fand.

      Ich kann verstehen, dass du nun irgendwie "in der Luft hängst", weil du dich nicht verabschieden konntest und dass das dir unheimlich zusetzt. Das würde glaube ich Jedem so gehen. Ich persönlich kann aber nur sagen: wenn ich davon überzeugt wäre, dass es meinem Tier nie mehr wirklich gut gehen wird, wenn man es aufwachen lässt, hätte ich genauso gehandelt wie du. Frage dich nicht "Hab ich sie verraten?", sondern "Hätte ich es verantworten können, sie wieder wachwerden zu lassen, wenn ich doch weiss, dass es ihr dann schlecht gehen wird?". Keiner weiss, was hätte werden können oder ob es jemals wieder gut geworden wäre.

      Ich bin mir sehr sicher, dass sie dir verzeiht, weil du nur das Beste für sie wolltest. Es ist normal, dass man zweifelt und auch, sich in bestimmten Situationen selbst Vorwürfe zu machen. Ich glaube, das hat Jeder schonmal durchgemacht. Dazu kommt noch das Vermissen und alles zusammen gibt eine ziemlich giftige Mischung, die uns lange verfolgt, wenn wir nicht lernen, damit umzugehen.

      Ich wünsche dir von Herzen alle Kraft, die du jetzt brauchst. Mache dir keine Vorwürfe! Du konntest nur so handeln, wie den Informationsstand es zuließ – vollkommen egal, was hätte werden können oder auch nicht!

      • Hallo Miriam,
        Vielen vielen Dank für deine lieben und tröstenden Worte. Es tut so gut, wenn man diese Dinge erzählen kann und wenn jemand einem zuhört und zu trösten vermag. Habe das Geheimrezept wie man mit dieser Mischung aus Vermissen, schlechtem Geweissen und Vorwürfen umgeht, aber deine Worten trösten mich und ich danke dir sehr herzlich dafür.
        liebe Grüsse
        Annette

  17. Ich möchte hier auch etwas schreiben.
    Vor 17 Jahren, klingelte mein spät abends mein Telefon, ich hörte nur eine Katze jämmerlich schreien und einen Bekannten, der mir sagte er hätte gerade eine Katze gefunden und würde sie mir bringen.
    Da mein damaliger 10jähriger Kater sehr eigen und selbstgewählter Einzelkater war, war ich skeptisch wie das funktionieren würde, aber für eine Nacht würde es wohl gehen dachte ich.
    Dann saß keine 15 Minuten später dieser etwa 4 Wochen alte kleine Schreihals in meinem Wohnzimmer, und mein alter Eigenbrötler nahm sich sofort seiner an. So zog Schröder bei mir ein. Ein knappes ¾ Jahr später starb mein Linus (der Eigenbrötler) an Multiorganversagen. Das war sehr hart und Schröder ein großer Trost. Ich habe jetzt noch Bilder von Linus in meiner Wohnung stehen. Schröder bekam nach einer Trauerphase Gesellschaft von meiner kleinen Maus, sie ist ungefähr ein halbes Jahr jünger als er. Schröder ist extrem anhänglich und menschenbezogen, Mausi ist zwar sehr dominant, aber geht auch gern ihren eigenen Weg, vor allem seit ich für Freigang sorgen konnte. Als Schröder nicht mehr so gut auf die Fensterbank konnte baute ich alles altersgerecht um, innen Stufenkratzbäume an allen Fenstern, aussen Rampen und Treppen damit er besser an die Fenster kann, denn man hat ja einen Pförtner der das Fenster öffnet wenn ich zu Hause bin, also wozu die Katzenklappe benutzen ;)
    2013 zog dann noch mein Monster (damals zwischen 6-8 Jahre alt) ein, sie wurde mit dem Sturm in meinen Garten geweht, niemand kannte sie, niemand wollte sie, also behielten wir sie und waren dann ein Quartett.:) Dadurch musste dann noch eine zweite Katzenklappe her, also wurde Das Küchenfenster umgebaut.
    Anfang des Jahres stellte sich heraus, Schröders Nieren wollen nicht mehr so wirklich, ergo, Futterumstellung und alles wurde wieder gut.
    Vor etwa eineinhalb Monaten fand ich bei Monster einen Knubbel an den Rippen. Nicht operabel. Sie hat keine schmerzen, und solange es ihr gut geht, genieße ich sie zu haben, und versuche es ihr so schön zu machen wie es geht, was auf Grund ihrer vielen Ängste und Verhaltensstörungen nicht so einfach ist, aber ich gebe mein bestes. Sie ist auch wesentlich entspannter geworden, aber die kleinste Kleinigkeit reicht schon um sie wieder nur unter dem Bett vorzufinden. Keine Ahnung was sie durchgemacht haben muss, aber es muss schlimm gewesen sein.
    Vor drei Wochen bemerkte ich eine Beule an Schröders Unterkiefer und fuhr zum Tierarzt. Ich fürchtete schon schlimmes denn…nicht warm, sehr hart, nicht druckdolent…konnte fast schon keine Entzündung sein…ist es auch nicht.
    Es ist ein Osteosarkom.
    Schröder frisst noch gut und gern, putzt sich, schmust, schläft, geht im Garten spazieren…und es kann jeden Tag passieren dass der Kiefer bricht. Ich gebe ihm seit der Diagnose kein Diätfutter mehr, er soll fressen was ihm am besten schmeckt, meine Tierärztin meinte dass das nicht mehr tödlich für ihn sein kann, und solange er keine Schmerzen hat soll ich ihn verwöhnen wie ich kann, was ich auch mache. Kommende Woche habe ich noch Urlaub, versuche tapfer zu sein damit ich nicht die Zeit damit verschwende ihm sein Fell nass zu weinen, und versuche nicht in Panik zu verfallen, er ist für mich etwas ganz besonderes, immerhin habe ich ihn hochgepäppelt, er schlief immer in den Bauchtaschen meiner Pullover (damals trug ich sowas viel), bis er halt zu groß dafür wurde ;)
    Ich habe Angst vor „dem“ Moment, aber genauso viel Angst davor, ob irgendwas passiert (sein Kiefer bricht) wenn ich gerade das Haus verlassen habe um den ganzen Tag zu arbeiten.
    Aber ihn einschläfern lassen solange er noch so gut drauf ist? Ich weiß nicht, das kann ich auch nicht. Wie werden die anderen beiden damit fertig werden? Die Mädels verstehen sich nicht wirklich gut, gehen sich halt aus dem Weg, und Schröder ist hier irgendwie immer der Ausgleichende. Er versteht sich mit beiden. Mausi kennt es nicht ohne Schröder, sie kam von ihrer Mama zu uns, die zwei waren nie getrennt, immer ein Team und sie rächte ihn sogar wenn ein Nachbarskater ihn mal „zwischen“ hatte. Keine Ahnung, es ist alles im Moment sehr schlimm, all diese Gedanken, selbstvorwürfe und Fragen die Du in deinem Artikel oben schon beschrieben hast….
    Es ist ein permanentes Gefühlschaos ist mir, tut mir leid aber das musste einfach mal raus.

    • Huhu Jasmin!
      Bitte nicht "tut mir leid": wir alle haben die gleichen Ängste, die gleichen Zweifel und uns gehen die gleichen Gedanken im Kopf herum. Ich kann verstehen, dass du dich fragst, wann der "richtige" Zeitpunkt ist, ob es so etwas überhaupt gibt. Letztlich fragt man sich später oft "Wars zu früh?", "Oder gar zu spät?". Ich glaub, das könnt nur ihr beide ganz allein ausmachen, indem ihr euch in die Augen und die Seelen seht. Dass du zwischen "Genießen" und Heulen schwankst, kann ich nur nachvollziehen. Letztlich aber kann diese Zeit jetzt noch einmal ganz innig werden, sie muss nicht nur traurig sein. Nehmt jeden Tag, wie er kommt, freut euch über jede Minute. Ich wünsche euch von Herzen, dass Schröders Abschied so liebevoll wird, wie du dich die ganzen Jahre um ihm gekümmert hast.

      • Hallo Miriam,
        danke für die aufbauenden Worte. Die Frage ob es zu früh oder zu spät ist musste ich mir nicht stellen, ein Schatz wie er ist nahm er mir das ganze ab. Gestern hat er gefressen, geschlafen, seine Runden gemacht, mit mir geschmust…und plötzlich bekam er einen Krampfanafall. Er starb in meinen Armen, es ging ganz schnell, ich habe es geschafft ruhig zu bleiben bis es vorbei war, er sollte kein geheule hören. Wenigstens passierte es zu Hause und ich war bei ihm, mehr konnte ich mir und ihm nicht mehr wünschen. Mausi verkraftet es scheinbar wie alles, sie macht es mit sich aus, und Monster ist ziemlich verstört. Ich habe überall diese Feliway-Stecker verteilt in der Hoffnung dass das wirklich was bringt. Ich bin einfach nur dankbar diese 17 Jahre mit ihm gehabt zu haben.

      • Huhu Jasmin!
        Zuerst einmal möchte ich dir mein herzliches Beileid aussprechen und dir viel Kraft für die kommende Zeit wünschen.
        In solchen Situationen findet man schlecht die "richtigen" Worte :(

        Ich glaube, der Gedanke, dass du bei ihm warst und ihr den Tag noch so genießen konntet, wird dir die Trauer im Lauf der Zeit ein wenig "einfacher" machen.

  18. Hallo an alle,die das Lesen.Ich musste heute zu schnell und unerwartet meinen Findelkater gehen lassen.Ich hatte Ihn erst vor 3 Tagen halb verhungert aufgelesen und mit nach Hause genommen.Er war schon ein älteres Tier.Gestern war ich beim Tierarzt und da ein geschwollene Mäulchen hatte,vereinbarten wir,dass ich Ihn heute morgen vor der Arbeit wieder bringen sollte ,um nachzusehen,was der Grund für die Schwellung wäre.Ich dachte an einen Abszess o.ä.Mein Sohn wollte den Kater dann nach 2 Stunden wieder abholen.Kaum auf Arbeit angekommen,dann der Schock Anruf.Der vermeintlich e Abszess entpuppte sich als grosser Tumoreinbruch bis in den Maßenbereich und der TA hat meinen Streuner gar nicht mehr aus der Narkose Aufwachen lassen und ich war einverstanden,Ihn über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen.Ich bin so wütend und traurig zu gleich,das Streunerle nicht mehr helfen zu können.Der TA meinte auch,er hat in den letzten Tagen unsäglichen Schmerzen gehabt.Nun liegt Streunerle im Garten begraben und ich habe ein Busch Herbstastern darauf gepflanzt. Mein Herz tut weh und wenn ich an Ihn denke,muss ich weinen.Das einzige,was mich tröstet, ist der Gedanke,dass ich Ihm noch 2 schöne Tag e bereitet habe.Er hat etwas Weich fütter gefressen,ich habe sein verfilztes Fell gekämmt,und habe mit ihm geschmust.Mehr konnte ich nicht mehr für ihn tun.Danke fürs Lesen.Christa

    • Huhu Christa!
      Mein Beileid zu deinem Verlust! Ich denke, du hast ihm nicht nur 2 schöne Tage bereitet – was allein schon viel wert ist! – sondern ihm auch einen Abscheid ermöglicht, den er so ohne dich nicht gehabt hätte. Manchmal kann man mehr nicht tun :(

  19. Hallo
    Ich habe meine 14 jährige Herzenskatze einschläfern lassen vor drei Wochen.
    Ich hatte ihr vor jedem Tierarztbesuch versprochen Sie wieder mir heim zu nehmen diesmal versprach ich ihr bei ihr zu sein.
    Bis zum letzten Atemzug….
    Ich habe nun das Gegühl zu ersticken nie wieder richtiges Glück empfinden zu können.
    Sie war mein Ein und Alles
    Sie war immer für mich da
    Kennt Ihr das Gefühl das ihr am liebsten bei eurem geliebten Tier wärd? Ich würde gerne so vielen lieben Katzen ein zu Hause geben aber ich habe noch so viele Selbstzweifel und vermisse Sie so sehr dass ich jeden Tag weinen muss….
    Lg

    • Huhu Patri,
      zuerst einmal möchte ich dir mein Beileid aussprechen. Selbstzweifel und Vermissen gehören (fast) immer dazu. In dieser ersten Zeit der Trauer überrollt es einen förmlich :(

  20. Hallo Miriam,
    Vielen Dank für deinen Artikel und auch alle anderen, die hier ihre Erfahrungen geteilt haben. Ich bin zwar am heulen, aber ja irgendwie hilft es zu lesen, dass man nicht die einzigste ist, der es so geht…
    Wir waren heute Vormittag mehrere Stunden mit meinem Kater Strike, ca. 14 Jahre alt, in der Tierklinik. Dienstagabend waren wir schon bei unserer Haustierärztin, die mich fast nicht mehr heim lassen, sondern direkt in die Klinik schicken wollte.
    Mein Kater hat stark abgenommen und atmet schwerer als sonst.
    Bei den heutigen Untersuchungen (Röntgen, Ultraschall und Ablassen der Flüssigkeit) kam raus, dass er Flüssigkeit mit Gewebeklumpen im Bauchraum hat. Diese deuten darauf hin, dass er einen Tumor hat, den man bei den bisherigen Untersuchungen nicht einwandfrei sehen konnte. Alle weiteren Untersuchungen habe ich abgelehnt, da laut Aussage der Ärztinnen der Tumor wenn nicht operabel wäre und auch nicht auf Chemie ansprechen würde. Abgesehen davon möchte ich meinem Liebling weder eine OP noch eine Chemotherapie zumuten. Mit einem Appetitanreger und einem Schmerzmittel durften wir nochmal nach Hause, allerdings ist es eine Frage der Zeit bis sich wieder Flüssigkeit angesammelt hat und/oder er so schwer atmet, dass ich ihn erlösen muss.
    Nun sitze ich hier mit meinem Kater auf dem Schoß und weiß, dass das Ende naht. Ich muss sagen, dass mir dieses Wissen es auch nicht leichter macht. Bleib ich jetzt daheim und kleb ihm an den Pfoten bis wir zum TA müssen? Ich bin eh schon völlig durch mit den Nerven, das macht es doch dann auch nicht besser… Vor zwei Jahren ist sein ein Jahr jüngerer Neffe Quiek gestorben… Der war zum Schluss ein Pflegefall… Konnte sich nicht mehr bewegen, nicht allein auf Toilette und so weiter, trotzdem den und so blöd wie es klingen mag, ging es dem Kerl an sich gut. Er war kommunikativ, verschmust und verspielt wie immer. Bei ihm ging es dann aber sehr schnell, Kurzatmigkeit und Herzrasen… Unsere alte TA hat ihn dann eingeschläfert… Das ist auch so ein Punkt… Die TA sollte auch dem Halter sympathisch sein, gerade wenn es um die Einschläferung geht, oder!?
    Ich denke wenn es soweit ist, fahr ich wieder in die Klinik, die ist zwar weiter weg, aber da fühlte ich mich mit meinem Kater besser aufgehoben als bei meiner TA um die Ecke. Ich weiß wirklich nicht wie ich das überstehe, auf der einen Seite bereue ich es nicht ihn heute nochmal mit heim genommen zu haben, andererseits hadere ich mit mir, ob das richtig war…
    Entschuldigt meinen wirren kleinen Roman. Ich Versuche meine Fassung wieder zu finden und die restliche Zeit mit meinem Kater irgendwie zu genießen…
    Liebe Grüße
    Yvonne

    • Huhu Yvonne!
      Erst einmal: ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit.
      Es ist nie einfach, wenn unsere Tiere unheilbar krank sind oder letztlich versterben. So etwas ist immer eine Ausnahmesituation für alle Beteiligten. Und sind wir mal ehrlich: hier gibts kein "Richtig" oder "Falsch" – nur individuelle Wege, die wir gehen. Und jede Entscheidung kann man bezweifeln oder hinterher bedauern. Fakt ist: wir wissen im Vorhinein nie, was wir wirklich tun sollen. Das stellt sich manchmal erst hinterher raus – wenn wir Glück (oder Pech?) haben.

      Ich glaube, das Beste ist es hier, sich ganz auf sein Herz zu verlassen. Du scheinst vernünftig genug zu sein, um deinen Tieren kein unnötiges Leid zuzumuten, nur, weil du nicht loslassen kannst. Ihm jetzt noch eine schöne verbliebene Zeit zu machen ist nachvollziehbar und vermutlich auch das Einzige, was du tun kannst. Keiner von uns kann in die Zukunft schauen. Wir alle können nur Entscheidungen treffen, die für diesen einen Moment richtig erscheinen. Ob sie das letztlich sind, kann Keiner wissen.

      Du hast dafür gesorgt, dass Strike alle nötigen Untersuchungen und die angemessene medizinische Versorgung erhält. Jetzt möchtest du dich zuhause auch um seine emotionalen Bedürfnisse kümmern. Dass sie wohl auch deinen entsprechen, ist doch vollkommen oki. Auch du brauchst bei allem Stress, aller Trauer, aller Angst und Unsicherheit Zeit, dich gebührend zu verabschieden. Das solltest du dir und ihm gönnen.

      Und mal ganz ehrlich und platt vorn Kopf: Warum sollte er in der kalten Klinik bleiben, wenn sie sowieso nichts mehr für ihn tun können? Dann lieber die letzten Stunden oder Tage im warmen Zuhause verbringen, wo er geliebt und umsorgt wird…

      Für mich hat ein Tierarztbesuch auch immer etwas mit Vertrauen zu tun. Nicht unbedingt mit Sympathie – der TA, den ich "doof" finde kann fachlich super kompetent sein ;) Aber wenn das Vertrauen nicht da ist und ich vielleicht sogar befürchte, mein Tier könnte dort nicht gut aufgehoben sein, nehme ich auch weitere Wege in Kauf, um meinem Tier die bestmögliche Behandlung angedeihen zu lassen.

      Kurz: Egal, wie du dich entscheidest, dein Herz muss dahinter stehen. Sonst könnte es passieren, dass du dich hinterher schlechter fühlst, als du es eigentlich solltest. Und das brauchen wir alle neben dem Verlust und der Trauen und dem Vermissen nicht auch noch.

      Ich wünsche euch in all dem "Doofen" auch viel Schönes!
      Liebe Grüße
      Miriam

  21. Ich lese das alles hier während der totenwache für MeinMiez.
    ich kann nicht immer die groß-und kleinschreibung einhalten, weil KleineMiez, die mit mir wacht, die pfote auf meinen arm gelegt hat und meinen fingeraktionsradius einschränkt.
    MeineMiez ist ein findelkind uns kam in einer sporttasche als maikätzchen zu mir – und geht nun in einer sporttasche nach fast12 jahren von mir.
    leider völlig überraschend. ganz plötzlich, vorgestern, zog sie sich zurück und machte sich bereit. Das kannte ich schon, wollte es aber nicht wahr haben. (KleineMiez hat die Position gewechselt.)
    Wir sind also zum Tierarzt gefahren. …. ….. …….
    Überall Tumor und Unbehebbarkeit.
    Sie wäre erstickt, verhungert, verdurstet.
    Ich kann das so nicht wiedergeben.
    Sie musste, in meinem Arm erlöst, werden.
    Innerhalb weniger Stunden mußte ich mich von MeineMiez trennen.
    das gibt es doch gar nicht.
    Nun habe ich sie in der Sporttasche zum zweiten mal nach Hause geholt.
    sie liegt, als ob sie schläft.
    KleineMiez und SchwarzeMiez helfen mir bei der Totenwache.

    Überall fehlt MeineMiez.
    MeineMiez war eine selbsterklärte Königin. Eine blonde Persermiez, ein Karamellwölkchen. Ein mürrisches, befehlendes, wundervolles. alles hörte auf ihr Kommando…

    mehr ist nicht drin.
    Danke für alle Beiträge hier. damit bin ich nicht so allein.

    Am schlimmsten sind die vielen *Nie wieder* überall. bei allem, was man tut.
    Ich trage ja alles, was ich muss, und ich verstehe es auch … aber das Vermissen überall ist unerträglich!

    Was ich zur *Regenbogenbücke* sagen wollte:
    Bisherkannte ich das nicht, wußte nichts von diesem Regenbogen.
    eine Stunde, nachdem MeineMiez gegangen ist, erschien ein doppelter, riesiger Regenbogen, so super nah, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Ich hatte das Bedürfnis, ihn zu fotografieren.
    und jetzt lese ich hier von der Regenbogenbrücke.
    es gibt keine Zufälle.
    In ewiger Liebe und Dankbarkeit, dass du dir uns als Personal ausgesucht hast. Meine Königin.

  22. Bin durch Zufall auf diese Seite geraten.
    Wie tröstlich ist es sich mit anderen Betoffenen auszutauschen.
    Musste am 27.05 meine geliebte Pitu gehen lassen.Das ging so schnell innerhalb von 4 Wochen,am Anfang war eine Zahnsanierung dann ein Infekt. Bei der Blutabnahme wurde dann ein sehr hoher Nierenwert festgestellt.Da ging es der Maus dann von Tag zu Tag schlechter.Akutes Nierenversagen!
    Ich hatte zu Anfang schon sowas geahnt. Das ist jetzt schon 8 Wochen her und ich weine immer noch jeden Tag.Meine geliebt Pitu für immer in meinem Herzen.

    • Mein Beileid zu deinem Verlust, Beate :( Auch uns wurde am 22.05 ein Tier aus unserer Mitte gerissen. Es tut immer noch weh, aber wenn die positiven Erinnerungen erst überwiegen, ist das Schlimmste geschafft. Ich wünsche dir viel Kraft!

      • Vielen Dank für Deine lieben Worte.
        Dir herzliches Beileid.
        Die Erinnerung bleibt und irgendwann tut es nicht mehr so weh.

  23. Liebe Miriam, dein Text hat mich berührt…Genau weil ich eben diese Frage habe „darf ich trauern?“ Wir mussten heute unsere geliebte, 13 jährige Filly einschläfern. Sie war „meine“ erste Katze, in Anführungszeichen denn sie wurde dann zu unserem Familienmitglied. Ich war damals 11 Jahre alt, als wir sie zu uns holten. Schon von anfang an hatte sie mich ausgesucht. Ihre Geschwister hatten kein Interesse an mir, nur die Filly. Sie war eine Katze, die nie viel hatte, ausser mal ne entzündete Pfote oder kleine Wehwehchen. Vor 4 Wochen rief meine Mama an und erzählte mir, dass man die Katze wohl einschläfern muss, weil sie ne nicht schwindende Schwellung hatte. Man hatte ihr zwar kurz zuvor einen Zahn entfernt, dann ging die Schwellung ein wenig zurück, man dachte, das sei der Übeltäter gewesen, dem war nicht so. Also sind wir dann zum TA. Dort wurde klar, dass es ihr durch das Cortison symptommässig besser ging und wir nahmen sie mit. Gestern fing das ganze im Mund zu bluten an und dann wurde uns bewusst: nun wäre es nur noch ein Leiden..sie durfte noch 3 Wochen länger leben und geniessen, aber jetzt geht es nicht mehr. Ich hoffe, sie hatte die 3 Wochen nicht zu viel schmerzen…aber der Tierarzt hatte uns keine Vorwürfe gemacht, er sagte, vor drei Wochen sah es auch anders aus, da konnte man nicht wissen, wie und wie lange es weitergeht. Einerseits sind wir nun erleichtert, anderseits fühle ich mich leer. Ich habe die Filly seit meinem Auszug daheim (konnte sie leider nicht mitnehmen, man kann eine Freigängerin nach 11 Jahren nicht in eine Wohnungskatze verwandeln) nur noch ca. alle 2 Wochen gesehen… Hätte ich mehr mit ihr Schmusen sollen? Wobei ich sie jedes Mal gekuschelt habe. Hätten wir sie schon eher behandeln müssen? Wir haben die Schwellung fast nicht bemerkt, die Filly hatte nie Anzeichen auf Schmerzen oder so. Ach…ich weiss nicht. Dank deinem Text habe ich mich einfach getraut, mal rauszulassen. Über all wird man belächelt, wenn man „wegen einem Tier“ traurig ist… Man fühlt sich so eingeengt und darf ja nichts sagen…Auf jeden Fall werde ich meinen Weg der Trauer gehen…Danke noch einmal für den Text!!
    Unser Filly wird immer ein Platz bei uns haben, ich behalte sie tief in meinem Herzen

Schreib mir, was du darüber denkst







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