02.September 2014 18:00 Uhr Meinung & Tipps 0

Mio, mein Mio… – oder: wie Jeder von uns im Tierschutz helfen kann

Patenschaftsurkunde für Kater Mio

Lesezeit ca.: 6 Min., 10 Sek.

Wenn ich sage "mein Mio", dann ist natürlich nicht wirklich mein Mio gemeint, meine drei Monster reichen mir vollkommen ;) Nein, "mein" Mio ist unser Patenkater. Ich habe ihn gesehen, mich verliebt und wollte auf irgendeine Art etwas für diesen außergewöhnlichen Kerl tun. Also habe ich das münchner Tierheim angeschrieben und gefragt, ob ich eine Patenschaft für ihn übernehmen kann. Diese Hilfe ist einfach, bequem und kommt dort an, wo sie ankommen soll. Und ist hoffentlich auch wirklich eine Hilfe ;)

Es wird jeden Monat ein gewisser Betrag von meinem Konto abgebucht und dafür wird Mios Unterhalt zum Teil finanziert. Ich brauche nichts zu tun und freue mich, wenn ich etwas beitragen kann zum Tierschutz – wenn auch nur einen kleinen Teil.

Wo wir auch schon beim Thema wären: Viele Menschen fragen sich "Wie kann ich im Tierschutz helfen?". Nicht Jeder kann Geld geben, manche von uns sind zeitlich eingespannt oder können körperlich keine großen Belastungen aushalten. Doch all dies ist nicht unbedingt wichtig, wenn man sich stattdessen Wege sucht, auf seine ganz eigene Art zu helfen. Und zwar so, wie man selbst kann und möchte, denn es gibt viele Wege, wie man helfen kann. Ein paar dieser Wege möchte ich heute aufzählen, denn nicht auf alles kommt man auch sofort ;)

finanzielle Hilfe

  • Wie unser Beispiel zeigt: Patenschaften für ein Tier, eine Tiergruppe oder für einen ganzen Verein können helfen. Dabei müssen es nicht gleich 50€ pro Monat sein, es gibt Vereine, die Patenschaften ab 5€ je Monat annehmen.
  • Spenden: auch Spenden können für bestimmte Zwecke, Situationen oder Tiere ausgerichtet sein. Ob regelmäßig oder zu bestimmten Anlässen: auch hier macht Kleinvieh Mist. ;) Man muss nicht gleich viel ausgeben.
  • Für Firmen, Unternehmen, aber auch Privatpersonen kann es möglich sein, Sponsor für bestimmte größere Anschaffungen und Vorhaben zu sein.
  • Etwas, das wirklich Jeder von uns tun kann, ohne Mühe und Geld ist es, spezielle Partnerlinks der Tierschutzvereine und Tierheime zu nutzen. Wenn ihr online einkauft – egal, ob für eure Miezen oder euch – sucht Partnerlinks der entsprechenden Institutionen, die ihr unterstützen wollt. Diese bekommen bei jedem eurer Einkäufe eine kleine Provision, ohne, dass ihr mehr bezahlt oder eure Daten preisgebt: völlig anonym und kostenfrei!

materielle Hilfe

  • Ihr habt Futter, Spielzeug oder Zubehör, das eure Tiere nicht (mehr) mögen? Dann spendet es doch dem nächsten Tierheim oder Tierschutzverein. Natürlich sollten die Sachen noch einigermaßen gut erhalten sein: Sperrmüll oder abgelaufenes Futter brauchen auch bedürftige Tiere nicht ;)
  • Alte Handtücher, Bettlaken, Decken und andere Textilien sind in so manchem Tierheim willkommen.
  • Auch Haushaltsgegenstände oder -geräte wie neue Besen, Kehrbleche, Kaffeemaschinen, Küchenwaagen, usw. werden in vielen Tierschutz-Einrichtungen benötigt.
  • Unter Umständen können auch Medikamente, Entwurmungs- und Flohmittel erwünscht sein.
  • Auch Transportboxen, Bettchen, Halsbänder, Geschirre, Leinen, Näpfe, Streu, Käfige und Hundehütten sind Dinge, die ihr an bedürftige Vereine und Heime verschenken könnt.
  • Um Tombolas, Gewinnspiele oder Flohmärkte zu bestücken werden regelmäßig gebrauchte Bücher, Handarbeiten usw. gesucht.
  • Auch das Spenden von ganz banalen Dingen wie Waschmittel, Putzmittel, Putzlappen, Desinfektionsmittel und Einmal-Handschuhe können Heimen und Vereinen helfen, ein wenig zu sparen.
  • Wer Gartengeräte, Werkzeug und Büroartikel über hat, kann diese ebenfalls spenden.
  • Auch Aufzuchtsmilch, Aufbau- und Spezialfutter werden oft benötigt.
  • Nur mit vollem Tank können Fahrten durchgeführt werden, darum sind auch Tankgutscheine eine nützliche Sachspende.
  • In vielen Supermärkten, Tiermärkten und Tierarztpraxen gibt es Spendenboxen. Warum nicht einfach mal bequem vom Einkauf zwei Dosen Tierfutter mitnehmen und dort einwerfen?
  • Schaut euch auf den Webseiten der Tierschutzvereine, Pflegestellen und Tierheime um: oft könnt ihr dort Listen mit benötigten Dingen finden. Zur Not hilft ein Telefonat. Traut euch: die Menschen dort beißen auch nicht durchs Telefon ;)

tatkräftige Hilfe

  • Oft werden Helfer für Feste, Infostände und Veranstaltungen gesucht. Man kann bei der Vorbereitung, der Durchführung und später beim Aufräumen helfen.
  • Wer Rasenmähen, Geschirrspülen, Wäsche waschen und/oder Fenster putzen kann, kann sich ebenso nützlich machen.
  • Ehrenamtliche Hilfe egal in welchem Bereich, ist immer willkommen!
  • Falls ihr Platz, Zeit und entsprechende Erfahrung habt, ist es ebenso möglich, sich als Pflegestelle zu bewerben.
  • Hilfe beim Einfangen und Versorgen von Streunern wird oft auch dringend gesucht.
  • In vielen Gegenden betreiben Privatleute, Tierschutzvereine und Tierheime Futterstellen. Wer möchte, kann entweder (nach Absprache und Genehmigung!) selbst Eine betreiben oder Jemandem, der dies bereits tut, unter die Arme greifen.
  • Fahrten zum Tierarzt sind manchmal aus organisatorischen Gründen oder Zeitmangel für Tierschutzvereine nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen. Wer einen Führerschein und/oder ein Auto hat, kann sich als Helferlein bzw. Fahrer zur Verfügung stellen.
  • Um das Reinigen der Boxen, Käfige und Katzenklos in Tierheimen kann man sich als Helfer ebenfalls kümmern.
  • Wer entsprechend Lust und Zeit hat, kann als Gassigänger oder Katzenbespaßer seine Zeit nutzen.
  • Manchmal werden auch erfahrene Menschen für die Durchführung von Vor- und Nachkontrollen während des Vermittlungsprozesses gesucht.

eigene Talente oder Kontakte anbieten

  • Die Meisten von uns haben spezielle Talente, der Eine kann gut Kuchen backen, zeichnen oder Handarbeiten herstellen, der Nächste ist besser im Basteln oder Heimwerken. Wer ein paar kleine schöne Dinge herstellt, kann sie den Tierheimen und Tierschutzvereinen zum verkaufen auf Festen (Tombola, Gewinnspiel) anbieten.
  • Auch die etwas "Groberen" unter uns können etwas tun: Schreinerarbeiten oder allgemein handwerkliche Arbeiten müssen von Zeit zu Zeit in jedem Tierheim durchgeführt werden. Wer das kann, kann hierbei helfen.
  • Wer in viel Foren oder Gruppen unterwegs ist, kann dort Aufklärung betreiben, Vereine oder Heime weiterempfehlen und auf wichtige Themen im Tierschutz aufmerksam machen. Auch im Freundes- und Bekanntenkreis macht das manchmal Sinn.
  • Wer eine Webseite, einen Blog oder ein Forum betreibt, kann Spendenlinks einbauen, mit Beiträgen auf bestimmte Anlässe und Themen aufmerksam machen oder einfach eine Spendensammlung organisieren.
  • Du bist Tierheilpraktiker, Tierpsychologe oder Ernährungsberater für Tiere? Dann "spende" doch eine Stunde deiner Zeit, um Vereinen, Heimen und Pflegestellen bei der kompetenten Lösung von speziellen Problemen zu helfen.
  • Allgemein gilt: Augen offen halten, nicht wegsehen und helfen, wo du kannst. Jede Hilfe zählt.
  • Wer meint, selbst keine Talente zu haben, kann auch einfach "nur" welche vermitteln. Ob das der Vater ist, der toll heimwerkelt oder die gute Freundin, der wirklich hervorragende Kuchen backt: vielleicht mögt ihr sie ja ansprechen und um Hilfe zum guten Zweck bitten.
  • Wer viel beruflich unterwegs ist oder einen großen Bekanntenkreis hat, kann dort nach Sponsoren suchen und diese entsprechend vermitteln.


Fazit:
Ihr seht also: Man muss nicht Unsummen ausgeben oder sich den Hintern wundackern, um seinen Teil zum Tierschutz zu tun. Oft helfen auch einfach Kleinigkeiten, den bedürftigen Tieren zu helfen. Viele unter uns machen den "Job Tierschutz" ehrenamtlich neben ihrem normalen Beruf – einfach aus Liebe zu den Tieren. Sie tun viel, geben viel Geld aus und verbringen jede freie Minute damit, ein kleines Stückchen Welt für bedürftige Tiere zu verbessern. Jeder von uns kann helfen, ihnen ihre Arbeit ein wenig zu erleichtern. Packen wir es an ;)

1598vor 10 Monaten

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Über Miriam


Miriam ist 34 Jahre alt und lebt seit 16 Jahren mit Katzen zusammen. Vor acht Jahren begann sie, ihr Wissen über artgerechte Katzenhaltung durch die Recherche in verschiedenster Fach-Lektüre zu erweitern. Mit jeder Menge Neugier und (Galgen-)Humor teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten. Nebenbei hat sie bereits ein Buch veröffentlicht, gibt Seminare zur Rohfütterung und hält Vorträge über verschiedene Aspekte der artgerechten Katzenhaltung. Himbeeren und Sushi machen ihr das Leben mit ihren drei pelzigen Sklaventreiberinnen erträglicher.

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