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Stiftung Warentest Katzenfuttertest 2020 – Was er uns sagt… und was nicht

Auch in 2020 hat Stiftung Warentest wieder Katzenfutter getestet

Auch in 2020 hat Stiftung Warentest wieder Katzenfutter getestet

08. Mai 2020
Lesezeit ca.: 12 Min., 48 Sek.  
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Anfang diesen Monats hat die Stiftung Warentest wieder einen Katzenfuttertest veröffentlicht. Dieses Mal hat sie dreißig Nassfuttersorten für Katzen getestet. Dabei handelte es sich bei allen Futtern um Alleinfuttermittel ‐ also solchen, die den täglichen Bedarf der Katze komplett abdecken sollten. Das scheint jedoch nicht immer der Fall zu sein wie der Test zeigt.

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Fast ausnahmslos Futter mit Gruppendeklaration im Test

Gruppendeklaration des Futters Coshida mit Rind und Leber

So gut wie alle getesteten Futter deklarieren nur Gruppennamen (Beispielfoto Coshida mit Rind & Leber)

Auch dieses Mal hat sich die Stiftung Warentest vor allem auf Futtersorten konzentriert, die preiswert im Discounter oder im Drogeriemarkt erhältlich sind. Darunter fallen hauptsächlich solche, die im Bereich “Zusammensetzung” nur das Nötigste preis geben.

Denn außer drei Marken listen alle anderen die Zutaten als sogenannte Gruppendeklaration auf: Die bloße Angabe “Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” sagt dem Verbraucher nichts. Jedoch ist eine solche Angabe futtermittelrechtlich nicht zu beanstanden. Aber wie der Test mal wieder beweist, verbirgt sich dahinter Vieles ‐ nicht nur das, was draufsteht.

Zusammensetzung und Angaben auf dem Etikett unter die Lupe genommen

Wie jedes Mal hat die Stiftung Warentest die Futter jeweils in verschiedenen Disziplinen getestet. Neben den reinen Angaben auf dem Futteretikett und der Nährstoffanalyse wurden die Futter wieder auf Schadstoffe und die enthaltenen Tierarten analysiert. Dabei flossen die folgenden Punkte zu den jeweiligen Prozentpunkten in die Endnote ein:

  • Ernährungsphysiologische Qualität: 60%
  • Fütterungshinweise: 15%
  • Schadstoffgehalte: 10%
  • Deklaration und Werbeaussagen: 10%
  • Nutzerfreundlichkeit der Verpackung: 5%

Nährstoffgehalte wie immer am wichtigsten: fünf Sorten erreichen nur die Note “mangelhaft”

Für den Punkt “Ernährungsphysiologische Qualität” wurden die enthaltenen Nährstoffe mit den Empfehlungen von FEDIAF und NRC verglichen. Dabei hatte die Stiftung Warentest hier ‐ und bei den Fütterungshinweisen ‐ eine leicht übergewichtige, vier Kilogramm schwere Modellkatze im Hinterkopf.

Dieser Bewertungspunkt brachte fünf Sorten die Note “mangelhaft”. Grund dafür waren ‐ laut Aussage von Stiftung Warentest ‐ auch hohe Kalzium-, Phosphor- und Natriumwerte. Ebenso sorgte ein sehr niedriger Jodgehalt in manchen Sorten für deren Abwertung im Test.

Keine offiziell festgelegten Höchstwerte durch FEDIAF und NRC

Screenshot der Nährstoffempfehlungen der FEDIAF

Screenshot der Nährstoffempfehlungen der FEDIAF: Hier ist nicht die Rede von Höchstgehalten [Stand August 2018, Bearbeitung durch mich]

FEDIAF und NRC geben nur Mindest- und eben keine Höchstwerte für diese Nährstoffe an. Einen ganz anderen Eindruck könnte man bekommen, wenn man den Begleittext des StiWa-Tests liest: Zitat “Wir untersuchten, ob die Futter notwendige Nährstoffmengen liefern und Höchstmengen nicht überschreiten”.

Also frage ich mich, welche Werte Stiftung Warentest hier als “Grenze” anlegt und wie diese Werte begründet sind. Und auch, ob dabei das Kalzium-/Phosphor-Verhältnis beachtet wurde. Im letzten Test 2017 wurde es beachtet und auch nähere Infos dazu bereitgestellt.

Bezüglich der Bewertung des anorganischen ‐ also durch Zusätze hinzugefügten ‐ Phosphors bezieht sich die Stiftung auf drei Studien. Diese sehen einen klaren Zusammenhang zwischen zu hoher Aufnahme anorganischen Phosphors durch das Futter, einem ungünstigen Ca/P-Verhältnis und Nierenerkrankungen bei der Katze.

Die Stiftung gibt im Begleittext selbst zu, das eine Unterscheidung von Phosphor aus den natürlichen Rohstoffen und jenem aus Zusätzen durch ihre Untersuchungen nicht möglich ist. So sehe ich diesen Punkt kritisch.

Geringe Jodaufnahme als Ursache für Schilddrüsenunterfunktion?

Laut Stiftung Warentest könne eine dauerhaft zu niedrige Jodaufnahme ‐ besonders bei älteren Katzen ‐ zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Generell ist diese Krankheit bei Katzen extrem selten. Und meines Wissens nach sind die Ursachen dafür auch noch nicht wirklich abschließend geklärt. Ich habe die StiWa hier um weitere Infos gebeten. Auch ist hier die Frage, welcher Wert als Orientierung genutzt wird: die Zahlen der NRC sind aus 2006 ‐ seitdem hat sich viel verändert und viele Institutionen und Forscher empfehlen weitaus niedrigere Werte.

Knackpunkt “übergewichtige Modellkatze” kann zu falschen Ergebnissen führen

Auszug aus dem öffentlich einsehbaren Begleittext des Stiftung Warentest Katzenfuttertests 2020

Screenshot des öffentlich einsehbaren Begleittextes zum Katzenfuttertest der Stiftung Warentest 2020 [Stand: 06.05.2020, Hervorhebung durch mich]

Auch die leicht übergewichtige Modellkatze als Maßstab für Nährstoff- und Fütterungsmengen könnte zu falschen Rückschlüssen führen. Und letztlich die Verlässlichkeit der Testergebnisse beeinflussen. Denn eine übergewichtige Katze braucht andere Kalorienmengen als eine normalgewichtige Katze. Damit braucht sie auch andere Futtermengen.

Letztlich kommen durch diese “veränderten” Futtermengen logischerweise auch andere Nährstoffmengen ins Tier. Die Stiftung Warentest erklärt im Begleittext, dass nicht nur die Modellkatze, sondern auch “andere Katzen” bei der Bewertung der Futtermenge bedacht wurden. Aber ob das auch für die Bewertung der Nährstoffmengen gilt, wird nicht erwähnt.

Zu hohe Fütterungsempfehlungen bringen fünf Sorten schlechte Noten

Um die Fütterungshinweise ein wenig umfassender zu betrachten, flossen hier nicht nur die Stimmigkeit der Futtermengen mit ein, sondern auch zusätzliche Hinweise. So waren der StiWa beispielsweise Empfehlungen für unterschiedlich schwere Katzen, Hinweise auf zimmerwarme Verfütterung und Anpassung der Fütterungsmenge an die individuellen Eckdaten (Rasse, Aktivität, Alter) der Katze wichtig.

In dieser Kategorie erhielten fünf Sorten die schlechteste Note “mangelhaft”. Unter Anderem auch, weil die Stiftung Warentest die empfohlenen Futtermengen als “zu hoch” einstufte. Hat man ein übergewichtiges Tier bei dieser Bewertung im Hinterkopf, können die empfohlenen Futtermengen für ein normalgewichtiges Tier natürlich nur zu hoch sein.

Schadstoffe nur in unbedenklichen Mengen nachgewiesen

Für den Bewertungspunkt “Schadstoffe” wurden die Futter auf Blei, Arsen, Kadmium, Quecksilber und Bisphenol A getestet. Letzteres ist eine Chemikalie, die zur Kunststoffherstellung genutzt wird und als gesundheitlich bedenklich eingestuft wurde. Auch, wenn im Test zu lesen ist, dass keines der Futter bedenkliche Schadstoffmengen enthält, erreichten nur zehn Futter hier eine “sehr gute” Note. Die restlichen Sorten schlossen mit einem “guten” Ergebnis ab. Leider gibt es zu diesem Unterpunkt keine näheren Informationen.

Bei der Bewertung der Nutzerfreundlichkeit der Verpackung ging es vorrangig darum, wie gut sich die Verpackungen öffnen und die Futter entnehmen lassen. Diese Eigenschaften haben laut Erklärungstext “drei Experten” (für was?) getestet. Recycling- und Entsorgungshinweise flossen ebenfalls in diesen Punkt mit ein. In dieser Disziplin erreichten alle getesteten Futter die Noten “gut” und “befriedigend”.

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Deklaration & Fütterungsempfehlung: futtermittelrechtliche Vorgaben gut bis ausreichend erfüllt

Auszug aus der Futtermittelverordnung

Screenshot der Futtermittelverordnung Punkt 6.2 [Hervorhebung durch mich]

Zu zehn Prozent der Endnote trug die Überprüfung von Deklaration und Werbeaussagen bei. Hier verglich die Stiftung Warentest die auf den Verpackungen gemachten Angaben mit den Vorgaben des Futtermittelrechts. Auch Übersichtlichkeit und Lesbarkeit der Angaben waren dabei wichtig. Insgesamt verteilte die Stiftung Warentest bei diesem Katzenfuttertest vier Mal die schlechteste Note “ausreichend”.

Hier kann man gut erkennen, dass die Vorgaben des Futtermittelrechts sich nicht zwingend mit dem Informationsbedürfnis des Verbrauchers deckt. So sind die Deklarationen rechtlich vollkommen in Ordnung ‐ aber für den Verbraucher eben auch genau so nichtssagend.

Kritik an Werbeaussagen der Hersteller

Deklaration und Werbeaussagen auf dem FairCat Katzenfutter

Die Werbeaussage “aus artgerechterer Haltung” ohne weitere Erklärung brachte dem FairCat Nassfutter Punkteabzug

Ebenso wurden Abbildungen und Werbeaussagen unter die Lupe genommen. Dabei wurde kritisch angemerkt, dass Nutro “Feed clean” mit einem hohen Eiweißgehalt wirbt, dieser aber laut Aussage der StiWa nicht höher liege als der Durchschnitt. Außerdem wurde dem Futter von Amazon angekreidet, dass es mit “Selbstverständlichkeiten” werbe. Auf welche Aussage genau die Stiftung sich bezieht, ist aus dem Begleittext nicht ersichtlich.

Iams hebt hervor, keine Konservierungsstoffe zu verwenden. Da laut StiWa auch fast alle anderen getesteten Futter darauf verzichten (welche nicht?), gab es hier Punktabzug. Auch Green Petfoods Faircat erleidet dieses Schicksal: fehlende Erklärungen zu der angeblich “artgerechteren Haltung” der Schlachttiere sind schuld*.

* Auch ich hatte diesbezüglich vor einigen Monaten eine Anfrage an den Hersteller verschickt. Aber leider nie eine Antwort erhalten.

In fast allen getesteten Futtersorten ist Schwein enthalten ‐ nur zwei geben es auf der Verpackung an

Der DNA-Test auf verarbeitete Tierarten zeigt: eine schwammige Deklaration macht es möglich, vielerlei Fleischsorten einzumischen. Und dabei nur vereinzelte auf dem Etikett anzugeben. So enthalten fast alle getesteten Sorten laut Aussage der Stiftung Warentest Schwein, Rind und Pute. Nur zwei davon geben das Schweinefleisch dabei auch an.

Interessant ist, dass u. A. auch Kaninchen, Pferd und Rotwild nachgewiesen wurde. Somit fallen für so manche Katze auch diese Fleischsorten für eventuelle Ausschlussdiäten aus.

Fast schon amüsiert war ich beim Lesen der nachgewiesenen Tierarten in Vitakrafts “Poésie Sauce mit Pute in Käsesauce”. Hier sollen laut DNA-Test Huhn, Rind und Schwein enthalten sein ‐ Pute anscheinend gar nicht. Dafür gab es die ‐ für mich unverständliche ‐ Note “befriedigend” im Bereich “Deklaration & Werbeaussagen”.

Zum nachgewiesenen Schweinefleisch

Schweinefleisch ist für die Katze eine – preiswerte – und gute Proteinquelle. Warnungen vor dem Aujeszky-Virus beziehen sich auf rohes Schweinefleisch. Fertigfutter ist gekocht. Damit ist das Virus – sollte es denn jemals enthalten gewesen sein – ohnehin abgetötet.

Keine Hunde- und Katzen-DNA, Zucker oder minderwertige Rohstoffe

Übrigens testete die StiWa auch auf Hunde- und Katzen-DNA. Beides wurde ‐ wie auch 2017 ‐ nicht gefunden. Unter dem Mikroskop fand die Stiftung Warentest ebenso keine Hinweise auf Haare, Horn oder Borsten ‐ wie schon 2017 nicht.

Bei der Bestimmung des Zuckergehalts lagen alle getesteten Sorten unter der Nachweisgrenze von 2 g Zucker pro 100 g Futter. Im fertigen Produkt ist also sehr wenig bis keiner enthalten.

Die als “getreidefrei” beworbenen Sorten wiesen keine Gluten- oder Reisbestandteile auf.

Begleittext: Nicht jede 4-Kilo-Katze ist dick, nicht jedes Bio-Futter gut

Im Begleittext zum Test geht die Stiftung Warentest auch auf Nachhaltigkeit bei der Katzenhaltung ein. So erklärt sie beispielsweise, dass nicht extra Tiere für Tierfutter sterben müssen und welche Punkte es bei Biofutter zu beachten gibt. Von vegetarischer oder gar veganer Ernährung der Katze rät sie ab. Außerdem gibt es Infos zur Klimabilanz der Katzenhaltung und zu den Trendbegriffen wie “fair” oder “natürlich”.

Es freut mich sehr, dass das der Text auch näher auf das Thema “Übergewicht” eingeht. Nach dem letzten Test von 2017 waren viele Katzenhalter verunsichert, ob jede 4-Kilogramm schwere Katze pauschal übergewichtig wäre. In diesem Jahr klären Text und Grafik dieses Missverständnis klar auf: Neben der Aussage der Tierärztin Dr. Nadine Paßlack, dass es je nach Rasse große Unterschiede gäbe, hat die StiWa auch eine kleine Übersichtsgrafik eingebaut. Hier wird auch noch einmal bildlich deutlich, wann eine Katze wirklich übergewichtig ist.

Die großen Gewinner: Preiswerte Sorten mit Gruppendeklaration ‐ Markenfutter schneiden schlecht ab

Aus dem diesjährigen Katzenfuttertest der Stiftung Warentest gehen sechs Sorten als Sieger hervor. Sie alle haben zwei Dinge gemeinsam: Gruppendeklaration und extrem niedriger Preis. Fünf davon sind zudem Eigenmarken von Supermärkten oder Drogerien. Laut Stiftung Warentest sind sie in allen Bereichen “gut” bis “sehr gut”. Vor allem ihre Gehalte an Nährstoffen sollen für die Katze ausgewogen sein. Auch ihre Fütterungsempfehlungen sind laut StiWa stimmig.

Demgegenüber stehen sechs Verlierer mit den Gesamtnoten “mangelhaft”. Hier sind sowohl preiswerte, als auch teurere Marken vertreten. Ganze fünf davon stammen aus dem Hause von Markenherstellern. Besonders die Teilnoten für die ernährungsphysiologische Qualität und die Fütterungshinweise reißen die Gesamtbewertung dieser Sorten ordentlich in die Tiefe. Das am schlechtesten bewertete Futter erhält im Stiftung Warentest Katzenfuttertest 2020 sogar den vernichtenden Kommentar “Als Alleinfuttermittel ungeeignet”.

Andere Prioritäten als mancher Verbraucher = bestechlich?

Zwei Nutzerkommentare auf der Facebook-Seite der Stiftung Warentest

Bei jedem neuen Futtertest wird der StiWa – mal mehr, mal weniger nett – Bestechlichkeit vorgeworfen [Hervorhebung und Unkenntlichmachung durch mich]

Die Stiftung Warentest betrachtet hauptsächlich die Nährstoffbilanz der Futter. Eine Aussage über die Rohstoffqualität kann sie nicht treffen. Diese ist aber für manchen Verbraucher oberste Priorität. Diese Differenz kann sich so mancher Kommentator in den sozialen Medien nur mit einem erklären: die Stiftung Warentest sei von den Herstellern “gekauft”, so der Vorwurf.

Dabei zeigt ein einfacher Blick in die öffentlich einsehbare Finanzübersicht der Stiftung Warentest, wie sie sich finanziert. Zu knapp 90% kommen die Einnahmen dabei aus Büchern, verkauften Tests und Steuergeldern. Denn ja: die Stiftung Warentest wird vom Bundes­ministerium der Justiz und für Verbraucher­schutz unterstützt. Unter Anderem, damit sie unabhängig von sämtlichen Herstellern bleiben kann.

Nur etwa 9% der Einnahmen kommt aus Lizenzverträgen mit Herstellern. Damit diese mit StiWa-Logo und Testurteil ihrer Produkte werben dürfen, müssen sie der Stiftung Warentest Gebühren zahlen. Solche Lizenzgebühren kann übrigens Jeder verlangen, der seine Arbeit Anderen zur Nutzung freigibt. Dabei sind die Gebühren der StiWa jedoch lächerlich gering, wenn man sie mit Anzeigenpreisen in deutschen Zeitungen vergleicht.

Andererseits bemängeln einige Verbraucher, dass das Lesen der ausführlichen Testberichte geringe Kosten mit sich bringt. Wie mans macht, macht mans falsch…

Weitere falsche Vorurteile

Weitere, immer wieder kehrende Vorurteile sind, dass Futter mit Gruppendeklaration nur 4% Fleisch enthielten, Zucker für die Katze schädlich und tierische Nebenerzeugnisse per se minderwertig seien. All dies trifft nicht zu.

Fazit: In der Momentaufnahme erfüllen viele der Futter die Mindeststandards

Der Futtertest ist nur eine Momentaufnahme und betrifft auch nur die Sorten, die getestet wurden. Bis ihre Rezeptur und Deklaration wieder geändert wird. Bei einer Sorte ist dies bereits zwischen Testung und Veröffentlichung der Ergebnisse geschehen. Bei anderen wird dies in den kommenden Wochen geschehen, wenn neue Futterchargen produziert und/oder ausgeliefert werden. Über andere Sorten dieser Marken sagt der Stiftung Warentest Katzenfuttertest nichts aus, denn die Ergebnisse sind nicht übertragbar.

Insgesamt ist nach Lesen des Stiftung Warentest Katzenfuttertests 2020 klar: Viele der getesteten Futtersorten erfüllen die Mindeststandards, die der Gesetzgeber vorschreibt. Einige allerdings schaffen scheinbar noch nicht einmal das.

Klar ist auch, dass die meisten preiswerten Futter den Nährstoffbedarf der Katze abdecken und ‐ wenn überhaupt ‐ nur wenig Schadstoffe enthalten. Auch der Zuckergehalt liegt unter der Nachweisgrenze. Borsten, Horn und Haare sind nicht enthalten. Wohl aber in fast allen Fällen deutlich mehr, als auf der Dose steht. Und das ist auch kein Kunststück, denn auf den Dosen steht ohnehin so gut wie nichts, das auf den Inhalt schließen lässt.

Auszug aus der öffentlich einsehbaren FAQ des Stiftung Warentest Katzenfuttertests 2020

Screenshot der öffentlich einsehbaren FAQ zum Katzenfuttertest der Stiftung Warentest [Stand: 06.05.2020, Hervorhebung durch mich]

Qualität der Rohstoffe nicht miteinbezogen

Und auch die Stiftung Warentest kann nicht nachprüfen, welche Rohstoffe im Napf landen. Dabei sind auch diese ausschlaggebend für die Qualität eines Futters: Muskelfleisch und hochwertige tierische Nebenerzeugnisse wie Innereien sind schließlich deutlich besser verdaulich als bindegewebslastige oder knorpelige Zutaten. So entscheidet die Nahrung eben auch über den Inhalt und Geruch des Katzenklos. Ebenso über die benötigte Futtermenge.

Futter mit Gruppendeklaration können theoretisch in jeder produzierten Charge andere Rohstoffe enthalten. Im Gegensatz zu Futtern, die alle Zutaten einzeln auflisten. Ihr Inhalt darf auch wirklich nur aus dem bestehen, was auf den Verpackungen aufgedruckt ist. So liefern diese gleichbleibende Qualität, auf die sich der Verbraucher auch Monate später noch verlassen kann.

Solange nur nach Nährstoffgehalten und futtermittelrechlichen Vorgaben geschaut wird und die Rohstoffqualität und Offenheit der Deklaration weiterhin unbedacht bleibt, so lange bilden Futtertests der Stiftung Warentest in meinen Augen nur einen unvollständigen und zeitlich extrem begrenzten Teil der “Wahrheit” über Tierfutter ab.

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zuletzt überarbeitet: 02.Juni. 2020
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Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Mein Name ist Miriam. Vor 19 Jahren zog die erste Katze bei mir ein. Dabei habe ich viele Anfängerfehler gemacht und aus ihnen gelernt. Also beschloss ich, mich durch Fachlektüre und -vorträge weiterzubilden. Das Ergebnis davon kannst du unter Anderem hier im Blog nachlesen.


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