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5 Gründe, warum Kastration für dich, deine Katze und den Tierschutz wichtig ist

Kitten Janis mit rasiertem Bauch

Kitten Janis mit rasiertem Bauch

26. Februar 2020
Lesezeit ca.: 6 Min., 8 Sek.   • zu den Quellen springen
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Heute ist Weltkastrationstag! Der perfekte Zeitpunkt, um wieder einmal auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen. Denn eine Kastration bringt nicht nur dir und deiner Katze, sondern auch dem Tierschutz Vorteile. Sie verhindert viel Leid und Probleme im Zusammenleben mit deiner Katze.

Nicht der Preis deines Tierarztes, sondern seine Leistung ist wichtig!

Wenn es um veterinär-medizinische Eingriffe geht, kommt oft die Frage "Was kostet das?" auf. Da Niemand von uns im Geld schwimmt, ist die Frage legitim. Dabei wird allerdings oft vergessen, dass der Preis einer Leistung auch oft etwas darüber aussagt, wie umfangreich sie ist. Denn der Preis für eine Kastration schwankt durchschnittlich etwa zwischen 60 und 200 €. Je nachdem, ob ein männliches oder weibliches Tier kastriert wird. Aber auch der Aufwand der Operation und die Risikominimierung wird hier mitbezahlt!

Denn im Preis sind Voruntersuchung, Überwachung, Narkose und Nachbetreuung inbegriffen. Schließlich birgt jede Operation Risiken. Der Artikel von Dr. Rückert macht deutlich, warum Sparen am falschen Ende fatal sein kann.

Sterilisation bringt keine Verbesserung

Die Kastration dauert beim Kater nur etwa zehn Minuten, bei der Katze etwas länger. Denn hier werden die Eierstöcke ‐ in manchen Fällen auch die Gebärmutter ‐ ganz entfernt. Dagegen müssen beim Kater nur die Hoden weichen. Entsprechend unterscheiden sich die Größe der Wunden und die Nachbetreuung. So führt die Kastration dazu, dass das Tier unfruchtbar wird und auch keinen Drang mehr hat, sich fortzupflanzen.

Im Gegensatz dazu ist das Tier nach einer Sterilisation zwar unfruchtbar, hat aber immer noch den Fortpflanzungstrieb. Damit bringt sie für Verhalten und Zusammenleben keinerlei Vorteile. Entgegen der landläufigen Auffassung haben nämlich die Begriffe "Kastration" und "Sterilisation" nichts damit zu tun, welches Geschlecht das Tier hat.

Kastration zum richtigen Zeitpunkt

Auch, wenn mancher Tierarzt der alten Schule immer noch anderes behauptet, liegt der ideale Zeitpunkt für die Kastration zwischen dem 4ten und 5ten Lebensmonat[1]. Und zwar bei Kater und Katze! Freigänger und Wohnungskatze. Es versteht sich von selbst, dass ein unkastriertes Tier nicht in den Freigang gehört.

Leben im gleichen Haushalt Tiere beiden Geschlechts, ist sogar eine frühere Kastration mehr als sinnvoll. Denn der Kater merkt häufig schneller als wir, dass seine Mitkatze geschlechtsreif ist. Und das kann sie bereits mit vier Lebensmonaten sein![1] In einem solchen Alter können Trächtigkeit und Geburt gesundheitsschädlich bis lebensbedrohlich für ein weibliches Kitten sein.

Nicht jeder Kater markiert oder "rammelt", wenn er potent wird. Nicht jede Katze rollt eindeutig und laut. Da können ungewollte Trächtigkeiten schneller passieren, als wir es bemerken. Und das erst recht, wenn das Tier Freigang hat.

Wichtig!

Ein Kater ist noch mehrere Wochen nach der Kastration zeugungsfähig! Leben Kater und Katze in einem Haushalt und eine gleichzeitige Kastration ist nicht möglich, sollte zuerst die Katze kastriert werden. So kann ausgeschlossen werden, dass doch eine unbemerkte Trächtigkeit auftritt. Idealerweise werden aber beide Tiere gleichzeitig kastriert.

Frühkastration, Rolligkeit und Co. : Alte Märchen auf dem Prüfstand

Dabei ist eine frühe Kastration weder für den Körper, noch die Psyche von Katze oder Kater problematisch. Die Tiere bleiben nicht kleiner, sind nicht fauler oder verhaltensgestört. Auch werden sie nicht häufiger krank oder bleiben in ihrer Entwicklung stehen. Dazu gibt es mittlerweile genügend Untersuchungen um diese Märchen zu widerlegen.

Auch braucht die Katze vor der Kastration nicht zu rollen oder werfen, der Kater nicht zu markieren. Dies sind keine Anzeichen dafür, dass der Zeitpunkt zur Kastration "in Ordnung" ist. Es sind willkürlich ausgesuchte Grenzen, die sich wissenschaftlich nicht halten lassen. Im Gegenteil können Tiere, die zu spät kastriert wurden, erst recht negative Folgen für Gesundheit und Verhalten zeigen!

Kastration schützt deine Katze vor Krankheit und Stress

Der Eisprung der Katze wird durch den Deckakt ausgelöst. Das bedeutet einerseits, dass sie keine regelmäßigen Blutungen hat ‐ andererseits aber auch, dass erst der Deckakt den Fortpflanzungszyklus der Katze unterbricht. Ohne ihn kann die Katze in immer häufigeren Abständen rollig werden. Manchmal geht so eine Rolligkeit gar nicht mehr vorüber und es entwickelt sich eine Dauerrolligkeit[1]. Es versteht sich von selbst, dass das für den Körper der Katze nicht gesund ist.

Denn das Hormonchaos erhöht das Risiko auf lebensbedrohliche Gebärmutterentzündungen und Zysten. Da die Katze in der Rolligkeit häufig auch weniger frisst und alle anderen Aktivitäten außerhalb des Fortpflanzungstriebs vernachlässigt, sind unnötige (Dauer-)Rolligkeiten für sie in vielerlei Hinsicht problematisch.

Jede Rolligkeit bedeutet Stress für Halter und Katze. Die Katze verändert ihr Verhalten und hat nichts anderes als Fortpflanzung im Kopf. Sie schreit, rollt und "nervt" ihren Halter mit ungewöhnlich starkem Verlangen nach Körperkontakt.

Kastration verhindert Verhaltensprobleme und Probleme im Mehrkatzenhaushalt

Unkastrierte Tiere können markieren und stehen in der Rangfolge höher als kastrierte Tiere. Nicht selten tritt auch Unsauberkeit und Aggression ‐ gegen Mensch und Tier ‐ auf. Das alles kann das Zusammenleben mit unkastrierten Tieren für alle Beteiligten zu einer wahren Qual machen.

Auch sind unkastrierte Freigänger für die gesamte Nachbarschaft oft ein Alptraum: Sie verteidigen ihr Revier häufiger stärker, haben größere Streifgebiete und markieren an/in anderen Häusern.

Kastration verhindert Probleme mit den Nachbarn

Doch nicht nur unkastrierte Freigänger können eine starke Belastung für die Nachbarschaft sein. Ständiges, lautes Schreien ‐ auch in der Nacht ‐ und Uringeruch, der durch das gesamte Haus zieht, sind für die Nachbarn nicht hinnehmbar. Dabei sind es nicht nur Kater, die markieren. Auch weibliche Tiere besprühen ihre Umgebung mit stechendem Urin.

Geruchs- und Lärmbelästigung können sogar Kündigungsgrund sein! Wer schon einmal einen Hausflur betreten hat und dabei von Ammoniakgeruch begrüßt wurde, weiß, wie sehr das belastet.

Unkontrollierte Vermehrung bringt allen Tieren Leid

Ausnahmslos alle Tiere, die nicht zur seriösen Zucht eingesetzt werden, sollten kastriert werden. Undurchdachte Vermehrung bringt unnötige Risiken für Mutterkatze, Kater und Kitten! Erb- und Infektionskrankheiten, Gendefekte und nicht vorhandenes Wissen über Genetik, Geburt oder Trächtigkeit führen nicht selten zum Tode von Kitten und Mutterkatze.

Auch führt unkontrollierte Vermehrung zu übervollen Tierheimen. So ist der Tierschutz besonders zu den Kittenschwemmen im Frühjahr und Herbst regelmäßig heillos überfordert. Es fehlen Geld, personelle und räumliche Kapazitäten, um Tieren zu helfen. Tiere, die nicht in ihrer misslichen Lage wären, wenn sie kastriert wären.

Wachsende Streunerpopulation und grassierende Infektionskrankheiten

Sind unkastrierte Freigänger unterwegs, paaren sie sich wild mit anderen Freigängern und Streunern. So können sich lebensbedrohliche Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Katzenseuche, FIV und FeLV rasend schnell verbreiten. Und so auch den geliebten Freigänger töten.

Viele Streuner sind mit diesen Krankheiten infiziert und geben diese nicht nur an Geschlechtsparter und ihre Kitten weiter, sondern auch an Kampfgegner. Da unkastrierte Tiere ein größeres Streifgebiet und ein höheres Aggressionspotential haben, kämpfen sie häufiger. Damit ist ihr Risiko, sich ‐ auch ganz ohne Geschlechtsakt ‐ mit Krankheiten anzustecken, deutlich erhöht.

Für die neugeborenen Kitten einer infizierten Mutterkatze bedeutet die Übertragung häufig schlicht einen qualvollen Tod. Oder ein kurzes, von Krankheit und Leid geprägtes Leben.

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zuletzt überarbeitet: 26.Februar. 2020
Aufrufe insgesamt: 2459

Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Mein Name ist Miriam. Vor 19 Jahren zog die erste Katze bei mir ein. Dabei habe ich viele Anfängerfehler gemacht und aus ihnen gelernt. Also beschloss ich, mich durch Fachlektüre und -vorträge weiterzubilden. Das Ergebnis davon kannst du unter Anderem hier im Blog nachlesen.


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