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Eifersüchtige Katze? Bitte nicht vermenschlichen, sondern Probleme lösen!

Wenn sich Eine*r ausgeschlossen fühlt, ist das nicht immer nur ein unbegründetes Gefühl!

Wenn sich Eine*r ausgeschlossen fühlt, ist das nicht immer nur ein unbegründetes Gefühl!

11. März 2022
Lesezeit ca.: 4 Min., 23 Sek.  
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Der Einzug eines neuen Menschen – egal, ob groß oder klein – oder einer neuen Katze verändert Vieles. Natürlich auch für unsere bereits vorhandenen Katzen. Manche von ihnen reagieren darauf äußerst sensibel und zeigen Verhalten, das als Eifersucht interpretiert werden kann. Ob Rückzug, Unsauberkeit oder "Zickerei" gegen den neuen "Rivalen": wir sollten diese Probleme ernst nehmen und unserer Katze helfen. Denn alles auf angebliche Eifersucht zu schieben, löst keine Probleme und kann alles nur noch viel schlimmer machen.

Eifersucht, Neid oder doch etwas Anderes? Keiner weiß es!

Generell ist es schwierig zu sagen, ob hinter diesem Verhalten wirklich Eifersucht steckt – oder andere (komplexe) Gefühle wie etwa Neid. Denn selbst durch Studien und Untersuchungen können Forschende nur herausfinden, wie etwas nach außen wirkt. Und nicht, welche Motivation sich wirklich hinter einem Verhalten verbirgt.

Zusätzlich gibt es nur wenige Untersuchungen an der Katze zu diesem Thema. Beim Hund sind es etwas mehr, allerdings zeigt sich, dass Katzen in diesem Bereich etwas anders reagieren. So zeigen sie im Gegensatz zum Hund in der Regel nur aufmerksamkeitsforderndes Verhalten, aber kein so stark ausgeprägtes Abwehrverhalten gegen Rivalen. Auch einige andere Punkte, die die Definition "Eifersucht" mit sich bringt, sind bei der Katze nicht gegeben.

Letztlich steckt die Auseinandersetzung mit diesem Thema bei der Katze aber insgesamt noch in den Kinderschuhen. So sind belastbare Interpretationen zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich möglich.

Der Gedanke der Eifersucht behindert Lösungsansätze

Es kann also allein schon aus diesem Grund Sinn machen, sich nicht zu sehr auf die Erklärung der Eifersucht zu versteifen. Aber auch ein anderer wichtiger Punkt trägt dazu bei, dass diese Interpretation keinem der beteiligten Lebewesen hilft: Einerseits markiert sie eine gewisse "Endstation" ("Die Katze ist halt so") – Andererseits schiebt sie Schuld und Verantwortung auf die verunsicherte Katze ("Die reagiert immer so über!"). Sie bringt vor allem einen sehr negativen Blick auf die Katze.

All das blockiert – genau wie das Vorurteil des Protestpinkelns – katzengerechte Lösungsansätze.

Streichen wir die "Eifersucht-Interpretation" aus unserem Kopf und ersetzen sie durch den Gedanken der Verunsicherung, bleibt unser Kopf frei für Verständnis. Verständnis für vielleicht nicht befriedigte Bedürfnisse, für Verunsicherung und auch für die Tatsache, dass wir der Katze helfen können. Schließlich ziehen Katzen Sicherheit aus Routinen, neue Mitbewohner können diese durcheinander bringen und dadurch Stress verursachen.

Veränderungen verursachen Stress – Stress kann krank machen

Wie stark die eigene Katze diesen Stress empfindet und nach außen trägt, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen beispielsweise ihr Charakter, vergangene Erfahrungen und ihre Bindung zu uns als Bezugsperson. Auch die Art der Gewöhnung an den neuen Mitbewohner trägt entscheidend dazu bei.

So gibt es Katzen, die auf Veränderungen mit kurzfristigem Rückzug reagieren und sich schnell an die neue Lebenssituation gewöhnen. Manche Tiere allerdings können davon ernsthaft körperlich krank werden – und das dauerhaft. Verdauungsprobleme wie Durchfall und Erbrechen, Blasenentzündungen oder zwanghaftes Kahllecken sind hier nur einige Beispiele. Auch Unsauberkeit und Markierverhalten können daraus resultieren.

Nicht immer sind es nur "unbegründete Gefühle"!

Doch nicht nur körperliche Erkrankungen können hinter einem Verhalten stecken, das wie "Eifersucht”" aussieht. Darum sollten wir unsere Katze nicht nur tierärztlich untersuchen lassen, sondern auch unsere Haltung ehrlich hinterfragen. Denn tatsächlich verändert sich mit dem Einzug eines neuen Menschen oder einer neuen Katze Vieles in unserem Leben. Vielleicht haben wir etwas weniger Zeit oder nehmen es nicht mehr so genau mit den ehemals regelmäßigen Spiel- und Kuschelstunden.

Wir sollten ganz bewusst darauf schauen, dass der neue Mensch oder die neue Katze nicht unsere alleinige Aufmerksamkeit bekommt – und zwar nicht, um "Eifersucht" zu vermeiden, sondern weil auch unsere vorhandene Katze weiterhin Bedürfnisse hat, die wir erfüllen müssen.

Zusätzlich können sich diese Bedürfnisse auch mit neuen Familienmitgliedern verändern: die Katze braucht vielleicht mehr Toiletten, mehr Fressplätze und mehr sichere Rückzugszonen. War die Haltung vorher schon nicht ganz optimal, kann eine kleine Veränderung das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen bringen: Hat die Katze beispielsweise ihr Klo bisher einigermaßen notgedrungen akzeptiert, kann sich das jetzt ändern.

Individuelle Lösungswege für jede Katze-Mensch-Beziehung ist wichtig

Egal, welche Faktoren zum Verhalten der Katze beitragen: wir müssen hier individuelle Lösungen finden. Diese müssen nicht nur zum Problem passen, sondern auch zu unserer Katze, zu uns als Mensch und zu unseren Lebensumständen. Wie diese aussehen können ist höchst individuell – es gibt kein Patenrezept.

Wichtig ist jedoch, dass wir die Katze mit der neuen Situation nicht einfach alleine lassen. "Ist jetzt so, komm damit klar und stell dich nicht so an" ist der denkbar schlechteste Weg. Er löst keinerlei Probleme. Egal, ob es dabei tatsächlich um so etwas wie Eifersucht geht oder die Katze ganz andere Gründe für ihr Verhalten hat. Denn egal, ob nur eine oder mehrere Beteiligten unter den Veränderungen leiden: wir sollten es ernst nehmen!

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zuletzt überarbeitet: 11.März. 2022
Aufrufe insgesamt: 953

Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Mein Name ist Miriam. Vor 19 Jahren zog die erste Katze bei mir ein. Dabei habe ich viele Anfängerfehler gemacht und aus ihnen gelernt. Also beschloss ich, mich durch Fachlektüre und -vorträge weiterzubilden. Das Ergebnis davon kannst du unter Anderem hier im Blog nachlesen.


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