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Crave Nassfutter für Katzen im Test

Crave Nassfutter für Katzen im Napf

Crave Nassfutter für Katzen im Napf

01. Mai 2020
Lesezeit ca.: 7 Min., 59 Sek.  
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4 Kommentare

Das Crave Nassfutter für Katzen stammt aus dem Hause Mars. Damit könnte man es wohl als jüngere, "hippe" Schwester des Whiskas Katzenfutters bezeichnen. Denn das Crave ist moderner "angezogen", spielt mit dem "natürlich"-Trend und zeigt sich offener als seine lila Schwester. Auch im Inneren grenzt es sich klar ab. Ich habe mich mal mit dem beschäftigt, was in der schicken Verpackungsklamotte steckt. Ich finde das Nesthäkchen der Mars-Familie durchaus sympathisch, sie greift mir allerdings zu tief in den Geldbeutel.

Crave Katzenfutter: Alleinfuttermittel der Firma Mars

Ein Beutel Crave Nassfutter von Mars

Das Crave Katzenfutter wird für die Firma Mars GmbH hergestellt

Bei dem Crave Nassfutter für Katzen handelt es sich laut Aufdruck um ein Alleinfuttermittel. Damit sollte es den täglichen Nährstoffbedarf der Katze decken. Derzeit sind drei Sorten in 85 g-Beuteln erhältlich. Diese Beutel kosten ‐ je nach Anbieter und Abnahmemenge ‐ 0,90 – 1,15 €. Zusätzlich sind Multi-Packs im Sortiment, die 4 x 85 g Futter enthalten.

Die Firma "Herbert Ospelt Anstalt" ("CH 22679") füllt das Futter in Liechtenstein ab. Verkauft wird das Crave Katzenfutter durch die Mars GmbH.

Zusammensetzung der Sorte "Pastete mit Lachs & Huhn"

  • 43% Huhn (gemahlenes Huhn ohne Knochen, Leber, Karkasse, Darm)
  • 14% Lachs
  • 8% Schwein (Leber)
  • Mineralstoffe
  • Tapiokastärke
  • konzentrierte Lachsbrühe (0,5%, entspricht 30% Lachsbrühe)

Zusammensetzung der Sorte "Pastete mit Huhn & Truthahn"

  • 37% Huhn (Leber, Magen, gemahlenes Huhn ohne Knochen, Karkasse)
  • 14% Truthahn (gemahlener Truthahn ohne Knochen)
  • 14% Schwein (Leber, gemahlenes Schwein ohne Knochen)
  • Mineralstoffe
  • Tapiokastärke
  • konzentrierte Hühnerbrühe (0,5%, entspricht 30% Hühnerbrühe)

Zusammensetzung der Sorte "Pastete mit Lamm & Rind"

  • 20% Rind (gemahlenes Rind ohne Knochen, Herz)
  • 15% Lamm (Lunge)
  • 15% Huhn (Leber, Magen)
  • 15% Schwein (gemahlenes Schwein ohne Knochen, Leber)
  • Mineralstoffe
  • Tapiokastärke
  • konzentrierte Rinderbrühe (0,5%, entspricht 30% Rinderbrühe)


Zum verwendeten Schweinefleisch

Schweinefleisch ist für die Katze eine – preiswerte – und gute Proteinquelle. Warnungen vor dem Aujeszky-Virus beziehen sich auf rohes Schweinefleisch. Dieses Futter ist gekocht. Damit ist das Virus – sollte es denn jemals enthalten gewesen sein – ohnehin abgetötet. Viele Fertigfutter enthalten Schweinefleisch, ohne es zu deklarieren. Damit eignet es sich eher weniger für allergische Katzen zur Ausschlussdiät.

Analytische Bestandteile

Lachs &
Huhn
Huhn &
Truthahn
Lamm &
Rind
Protein11 %11 %11 %
Fett8,3 %8,4 %6,4 %
Rohasche2 %2,1 %1,7 %
Rohfaser0,22 %0,25 %0,49 %
Feuchtigkeit77,1 %75,9 %78,8 %

Zusatzstoffe je Kg

  • 252 I.E. Vitamin D3 (nicht in Sorte Huhn & Lachs)
  • 1,1 mg Jod (als Kaliumjodid) (nicht in Sorte Lamm & Rind)
  • 1,9 mg Mangan (als Mangan-II-Sulfat-Monohydrat)
  • 1,3 mg Kupfer als Kupfer-II-Sulfat, Pentahydrat (nicht in Sorte Lamm & Rind)
  • 16,8 mg Zink (als Zinksulfat, Monohydrat)
  • 667 mg Taurin
  • 1983 mg Cassia Gum

Fütterungsempfehlung

  • 3 kg Körpergewicht: 1 ½ Frischebeutel a 85 g (= 127,5 g)
  • 4 kg Körpergewicht: 2 Frischebeutel a 85 g (= 170 g)
  • 5 kg Körpergewicht: 2 ½ Frischebeutel a 85 g (= 212,5 g)

Der Aufdruck des Crave Katzenfutters empfiehlt eine Mischung aus Nass- und Trockenfutter. Dabei sollte die tägliche Ration auf mehrere Mahlzeiten aufgeteilt werden. Auch auf die Fütterung bei Zimmertemperatur wird hingewiesen. Futterreste sollten maximal zwei Tage und kühl gelagert werden. Natürlich darf auch der obligatorische Hinweis zu frischem Trinkwasser nicht fehlen.

Zusätzlich rät der Aufdruck dazu, sich Zeit für eine Futterumstellung zu nehmen und die Fütterungsmenge individuell an die Katze anzupassen. Für weitere Informationen über die Fütterung wird auf Webseite und Service-Hotline verwiesen.

Feine Pate und ungewohnter Geruch

Konsistenz des Crave Katzenfutter

Crave Nassfutter im Napf: im Beutel bleiben kaum Reste

Schaut man sich die Namen der Sorten an, ist nicht schwer zu erraten, dass dieses Futter aus feiner Pate besteht. Aufgrund der geringen Menge zusätzlicher Flüssigkeit flutscht sanft aus den Beutelchen. Der Geruch des Futters ist für meine Nase ungewohnt: beschreiben kann ich ihn nicht wirklich. Jedenfalls ist er nicht unangenehm oder durchdringend. Die Farbe des Futters würde ich als "fleischigbraun" bezeichnen.


Katzengerechter Feuchtigkeitsgehalt und kein Schnick-Schnack

Das Crave Nassfutter kommt mit einem ‐ für Nassfutter üblich ‐ katzengerechten Feuchtigkeitsgehalt daher. Auch Rohprotein, Rohfett und Rohfaser liegen für mich in einem guten Bereich. Dies gilt auch für den Kohlehydrat- bzw. Nfe-Gehalt: er liegt bei knapp 6 – 9,75 % in der Trockensubstanz.

Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse oder Eiweißextrakte kommen hier nicht in die Tüte. Ebenso wird auf Zucker, pflanzliche Öle und Kräuter verzichtet. Die Deklaration gibt Auskunft darüber, welches Fleisch und welche Nebenerzeugnisse der Hersteller hier verarbeitet. Die Deklaration ist in meinen Augen durchaus aussagekräftig.

Bis auf Zink werden alle von AFFCO und FEDIAF empfohlenen Bedarfswerte durch die zugesetzten Nährstoffe locker abgedeckt. Dabei liegt der Zinkzusatz nur bei zwei Sorten minimal unter den offiziell empfohlenen Werten. Ich nehme an, dass durch die sonstigen Inhaltsstoffe der "fehlende Rest" sichergestellt ist.

Ich begrüße die natürliche Supplementierung von Vitamin A (Leber) und den Verzicht auf ergänzenden Zusatz sehr.

Ja was denn nun? Widersprüchliche Kalorienangaben auf Packung und Webseite

Unterschiedliche Kalorienangaben auf Beutel und Herstellerwebseite

Die Kalorienangaben zur Sorte "Lachs & Huhn" auf Beutel und Herstellerwebseite [Screenshot 30.04.2020]

Wie immer habe ich natürlich auch für dieses Futter die durchschnittliche Kalorienanzahl pro 100 g Futter ausgerechnet. Dabei weichen meine Ergebnisse (98 – 118 kcal pro 100g Futter) von den aufgedruckten Werten ab. Um die Verwirrung noch zu vergrößern, weichen sogar die Angaben auf Futterverpackung und Herstellerwebseite ab: die Verpackung gibt den Kalorienwert für 85 g Futter an, die Webseite den exakt gleichen Wert für 100 g.

Und um es noch schöner zu machen, werden bei so manchen Online-Shop nochmals andere Werte aufgelistet 😀 Alles in allem liegt das Crave Nassfutter für Katzen kalorientechnisch über den meisten anderen Nassfuttern, die ich bisher getestet habe.

Jod und Vitamin D3-Zusätze liegen sehr hoch

Apropos "über": Die Nährstoffzusätze für Jod und das fettlösliche Vitamin D3 liegen weit über den Mindestempfehlungen von AAFCO und FEDIAF. Vitamin D wird im Körper der Katze gespeichert und kann überdosiert werden. Zwar liegen die Zusätze hier nicht über den offiziell angeratenen Höchstwerten, aber immerhin zwei- bis vierfach über AAFCO bzw. FEDIAF-Mindestempfehlungen.

Gleiches gilt für Jod: Die Werte von AAFCO und FEDIAF werden drei- bis zehnfach überschritten. Mir ist dabei nicht wirklich wohl, denn die Ursachen für Schilddrüsenerkrankungen bei Katzen sind heutzutage noch nicht wirklich abschließend geklärt. Eine zu hohe und/oder schwankende Jodzufuhr mit der Nahrung ist ‐ neben anderen Faktoren ‐ auch im Gespräch.

Ebenfalls zu hoch liegt mir persönlich hier der Rohaschegehalt. Lunge und Darm sind in meinen Augen nicht unbedingt die hochwertigsten Inhaltsstoffe, aber in der Natur würde sie die Katze ja auch mitfressen.

In den Fütterungsempfehlungen nochmal das Marketing auspacken

Futterregal im DM-Markt

Das Futter ist unter Anderem auch im DM-Markt erhältlich [Foto und Preis: 27.04.2020]

Mich persönlich hat die Fütterungsempfehlung auf den Beuteln genervt aufseufzen lassen. Denn der Hersteller empfiehlt Mischfütterung und gibt bei der Fütterungsempfehlung auch nur Informationen für diese an. Wie bei reiner Nassfutter-Fütterung gefüttert werden sollte, erfährt der Kunde erst, wenn er auf der Hersteller-Webseite genau danach sucht.

Und das wird kaum ein Kunde tun. So werden dann eben zwei unterschiedliche Futter der Marke gekauft. Das ist marketingtechnisch jedenfalls ein kluger Schachzug ‐ wenn auch in meinen Augen wenig kundenfreundlich. Ich habe euch jedenfalls die Nassfutter-pur-Variante der Fütterungsempfehlung aufgeschrieben.

Einerseits, weil ich persönlich von Trockenfutter abrate ‐ andererseits hat mich die damalige Erklärung zur Mischfütterung der Mars-Mitarbeiter nur mit einem Kopfschütteln zurückgelassen. Da bin ich bekannterweise eigen, was ich öffentlich niederschreibe und vertrete.

Konzentrierte Brühe, gemahlene Inhaltsstoffe? Nachgefragt bei Mars

Vor Veröffentlichung dieses Testberichts habe ich an die Service-Mailadresse einige Fragen gestellt. Wenn man mir das auf der Verpackung so nett anbietet, nehme ich das natürlich wahr 😉

Einerseits habe ich genauere Infos zu den gemahlenen Inhaltsstoffen und der konzentrierten Brühe erbeten ‐ Andererseits habe ich nach dem Hühnerdarm als Inhaltsstoff und den knapp 30 % nicht deklarierten Rohstoffen gefragt. Normalerweise vermute ich dahinter Brühe, jedoch ist diese hier noch einmal gesondert aufgelistet. Klar ist, dass auch nasse Bestandteile sich zum Mahlen in Tierfutter eignen ohne sie vorher zu trocknen. Aber was genau sich dahinter verbirgt und warum gemahlen wird, wollte ich doch genauer wissen.

Sobald ich eine Antwort erhalte, werde ich sie hier ergänzen.

Kein Mäkeln oder Pupsen bei uns

Deklaration auf der Rückseite

Deklaration auf der Rückseite de Beutels: eine einzige Textwüste…

Wie fast immer haben Janis und Lara das Futter ohne zu Zögern angenommen. Nach dem Verzehr konnte ich kein Bauchgrummeln, keine Blähungen oder Verdauungsbeschwerden feststellen. Allerdings hatte Lara etwas weicheren Kot als üblich.

Das Futter rutschte in einem Block aus dem Beutel und ich musste nicht einmal Reste-Kratzen. Die kleine, sehr eng gesetzte Schrift auf den Beuteln war für meine Augen allerdings eine Herausforderung. Die gesamten Angaben in deutsch und italienisch sind in einem einzigen Textblock ohne Absatz weiß auf schwarz auf der Rückseite der Beutel aufgedruckt. Gruselig zu lesen…

Fazit für mich

Das Crave Nassfutter für Katzen ist einigermaßen gut deklariert und zusammengesetzt. Auch der Nährstoffbedarf der Katze sollte mit diesem Futter abgedeckt sein. Es hat die üblichen Stärken und Schwächen, die so ziemlich jedes Nassfutter aufweist. Insgesamt würde ich das Crave Katzenfutter durchaus als "gut" bezeichnen, allerdings ist das Preis-/Leistungsverhältnis für mich nicht wirklich passend.

Mein Fazit in Kürze
Nassfutter "Crave", Kilopreis: 10,50 – 13,50 €
Deklaration:
 
Rohstoffe:
 
Nährstoffe:
 

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zuletzt überarbeitet: 06.Mai. 2020
Aufrufe insgesamt: 2669

Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Mein Name ist Miriam. Vor 19 Jahren zog die erste Katze bei mir ein. Dabei habe ich viele Anfängerfehler gemacht und aus ihnen gelernt. Also beschloss ich, mich durch Fachlektüre und -vorträge weiterzubilden. Das Ergebnis davon kannst du unter Anderem hier im Blog nachlesen.


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4 Antworten zu “Crave Nassfutter für Katzen im Test”

  1. Jenny sagt:

    Hallo 🙂

    vielen Dank für die ganzen Tests von dir!
    Meine mögen es gar nicht.

    Magst du vielleicht mal das Tundra Katzenfutter testen? Meine stürzen sich da förmlich drauf. Ich finde das Futter an sich ziemlich gut. Aber mich würde deine Meinung interessieren 🙂
    Es reicht aber auch wenn du es dir nur Mal anguckst 🙂

    Gekauft habe ich es bei Zoo&Co. Online hab ich es bis jetzt nur bei Tundra selber oder bei zooroyal gefunden. Ganz komisch irgendwie 😀

    LG jenny

    • MIRIAM sagt:

      Huhu Jenny!
      Da hast du mich ertappt bzw. erinnert 😀 Ich hatte irgendwann bei den letzten Messebesuchen mit dem Hersteller über einen Test gesprochen. Hab aber schlicht vergessen, mich da zu melden, um ein Testpaket zu erhalten. Da sieht man mal wieder, dass ich alt werde: mein Gedächtnis ist nicht das Beste 😀 Ich notiere es mir und schreibe den Hersteller in der nächsten Zeit nochmal an. Dann kann ich hoffentlich auch was dazu schreiben.

      Liebe Grüße
      Miriam

  2. Sanne sagt:

    Hallo Jenny,
    ich finde, 14 bis 15% Schweinefleisch im Katzenfutter, sind viel zu viel! Gucke ich mir die Verpackung von “Paste mit Huhn und Truthahn” an, frage ich mich, warum es nicht “Pastete mit Huhn, Truthahn und SCHWEIN” heißt, da sowohl vom Truthahn als auch vom Schwein jeweils 14% Inhalt vorhanden sind!
    Auch wenn das Aujeszky-Virus nur in rohem Schweinefleisch vorhanden ist, gibt es doch keine 100%ige Sicherheit! Und da das Virus mit fast 100%iger zum Tode führt und es kein Gegenmittel gibt…
    Mein Fazit: NIEMALS würde ich meine Katzen mit Futter füttern, das Schwein enthält!

    • MIRIAM sagt:

      Hallo Sanne! Tatsächlich tötet das Kochen der Dosen das Virus garantiert ab. Da gibt es 100%ige Sicherheit. In sehr sehr vielen Fertigfuttern ist Schwein enthalten, ohne es zu deklarieren. Vermutlich auch, weil viele unbegründete Angst davor oder das Vorurteil haben, es sei minderwertig. Beides ist unrichtig.

      Dass die Geschmackssorte so angegeben ist, wie sie ist, ist tatsächlich aus Verbrauchersicht ziemlich … blöd. Rechtlich gesehen ist das in Ordnung. Das ist letztlich alles, was für manche Hersteller zählt. Ich find’s auch nicht schön.

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