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Coronavirus COVID-2019: Ist mein Haustier gefährdet?

Kater Muffin ist nicht krank, aber neugierig ;)

Kater Muffin ist nicht krank, aber neugierig ;)

07. Februar 2020
Lesezeit ca.: 5 Min., 36 Sek.   • zu den Quellen springen
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Seit Wochen wird in den Medien viel über ein neues Coronavirus berichtet. Experten sprechen derzeit von einem geringen Risiko für die europäische Bevölkerung[1,4], die Heilungszahlen übersteigen die der Verstorbenen bei Weitem. Dennoch sind viele Menschen besorgt. Auch um ihre Haustiere. Doch besteht überhaupt ein Risiko für Katze, Hund und Co.? Was die offiziellen Quellen dazu sagen, kannst du hier nachlesen.

Coronaviren sind bei Menschen und (Haus-)Tieren lange bekannt

Es gibt nicht "das Coronavirus", sondern gleich eine ganze Familie an Coronaviren. Sie können Säugetiere, Fische und Vögel befallen[5,7]. In der Regel zirkulieren sie nur unter Tieren. Durch Mutation oder sehr engen Kontakt zu Tieren können sie jedoch auch auf den Menschen übergehen[6,8]. Zumeist geschieht eine solche Übertragung nur zwischen Säugetieren. So ist dies beispielsweise in der Vergangenheit bei MERS (Dromedare) und SARS (Schleichkatzen) geschehen[1,4,5,6,7,9]. Weitere Beispiele für Coronaviren sind:

  • Schweine: Porzine Epizootische Diarrhoe-Virus (PEDV)
  • Fledermäuse: Fledermaus Coronavirus (CDPHE15)
  • Hunde: Canine Coronavirus (CCoV)
  • Katzen: Feline Coronavirus (FCoV)

Coronaviren lösen hauptsächlich Infektionen des Verdauungstraktes und/oder Atemwege aus[2].

COVID-2019: Ursache und Ansteckung derzeit unbekannt

Das neu entdeckte "COVID-2019" ist zuerst in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetreten[1,4,6]. Von da aus wurde es per Mensch-zu-Mensch Übertragung in viele weitere Länder gebracht[4]. So auch nach Deutschland. Derzeit ist die Ursache des Ausbruchs noch unbekannt[5,6]. Ein mittlerweile geschlossener Wildtiermarkt in Wuhan wird jedoch als Ursprungsort vermutet. Experten zufolge soll es Hinweise geben, dass das Virus aus Fledermäusen stammen könnte. Auch die Infizierung über einen Zwischenwirt könnte eine Rolle gespielt haben. Bewiesen ist zur Zeit nichts.

Auch der Übertragungsweg ist noch nicht genau erforscht[5]. In der Regel jedoch übertragen sich jene Coronaviren die Atemwegserkrankungen hervorrufen, auch durch Sekrete der Atemwege: durch Niesen, Husten, Ausatmen. Deshalb geht man auch beim neu entdeckten COVID-2019 davon aus, dass es per Tröpfcheninfektion weitergetragen wird[1,5,6,8]. Zwar fanden Forscher bereits Virus-DNS in Stuhlproben[3], es ist jedoch nicht klar, ob Schmierinfektionen bei der Ansteckung auch eine Rolle spielen.



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Zum jetzigen Zeitpunkt gehen Fachleute davon aus, dass das COVID-2019 nicht so ansteckend ist wie Masern oder Grippe (jährliche Todesfälle bis zu 40.000[8])[1]. Auch Erkrankte mit nur leichten Symptomen können das Virus weitergeben. Die Inkubationszeit wird auf zwei bis zwölf Tage geschätzt[1,8,9].

Personen mit engem Kontakt zu Tieren und Erkrankten gelten als besonders gefährdet sich anzustecken[6]. Schwere Verläufe der Krankheit betreffen vor allem Kleinkinder, alte und vorerkrankte Menschen[7,8]. Die genaue Sterblichkeitsrate ist mit heutigem Kenntnisstand nicht abzuschätzen[6,8]. Jedoch wird vermutet, dass eine Ansteckung mit dem COVID-2019 in etwa 3 – 4 % der Fälle zum Tode führen könnte[9]. Dabei litten alle bisher Verstorbenen aus China scheinbar unter Grunderkrankungen[9].

COVID-2019: Keine Hinweise auf Ansteckung von Haustieren

WHO-Erklärung: Kein Beweis für Ansteckung mit Coronavirus von Haustieren

Die WHO erklärt auf ihrem Banner, dass es derzeit keine Beweise für eine Ansteckung von Haustieren gibt ‐ (c) WHO

Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass sich Haustiere mit dem COVID-2019 angesteckt oder dieses verbreitet haben. Die weltgrößten Gesundheitsbehörden WHO, CDC und ECDC geben offiziell bekannt, dass Haustiere derzeit nicht mit Ansteckung mit dem COVID-2019 in Verbindung gebracht werden[7,10,11].

Da Viren jedoch schnell mutieren können und der derzeitige Wissensstand zum COVID-2019 nicht abschließend ist, kann sich diese Einschätzung in Zukunft ändern. Dabei bedeutet eine Mutation nicht zwangsläufig, dass das Virus auf andere Spezies übergreift, ansteckender oder tödlicher wird – auch das Gegenteil kann der Fall sein[5,9]. Zudem ist momentan noch völlig unklar, ob das Virus überhaupt wieder vom Menschen auf andere Säugetiere übertragen werden kann.

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Keine Verbindung mit dem Felinen Coronavirus oder FIP

Wie bereits erwähnt, gibt es auch ein Coronavirus, das speziell Katzen betrifft: das Feline Coronavirus (FCoV). Schätzungen zufolge sind 20 ‐ 90 % aller Katzen davon betroffen[2]. Das heißt, sie tragen es in sich und können andere Katzen damit anstecken. Es löst in der Regel nur leichte Durchfallsymptome aus, viele infizierte Katzen zeigen jedoch keinerlei äußerliche Anzeichen.

Aus bisher unbekannten Gründen kann dieses eigentlich harmlose Virus in seltenen Fällen (etwa 5%[2]) mutieren. Das mutierte Virus (FIPV) löst dann die lebensbedrohliche Krankheit Feline infektiöse Peritonitis (FIP) aus. Da die Erforschung einer erfolgreichen Therapie gegen FIP derzeit noch in den Kinderschuhen steckt, sterben viele Katzen daran.

Wichtig

Weder das FCoV noch das mutierte FIPV stehen in Verbindung mit der derzeitigen COVID-2019-Krankheitswelle. Menschen können sich nicht mit diesen Viren anstecken und Katzen bekommen durch andere Coronaviren keine FIP!

Verschwörungstheorien und Panikmache verbreiten sich rasend schnell

Wenig gesicherte Informationen und Angst führen häufig dazu, dass Verschwörungstheorien sich rasend schnell verbreiten. Dies betrifft auch die derzeitige Krankheitswelle mit dem COVID-2019. Offizielle Quellen warnen jedoch vor Panik und klären über Missverständnisse auf.

So ist es wichtig zu wissen, dass beispielsweise Patente auf Coronaviren zur Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen notwendig sind[12,13]. Und nicht etwa, um Viren unter Menschen und Tieren zu verbreiten. Denn eine Impfung gegen andere Viren ‐ etwa das Grippe-Virus ‐ schützt nicht vor Ansteckung mit dem neuen Coronavirus[8,11]: Die Impfstoffe müssen an das jeweilige Virus angepasst werden.

Auch eine Einnahme von Antibiotika schützt und heilt keine Viruserkrankungen[11]. Schließlich wirken sie nur gegen Bakterien. Behandlungen mit Hausmitteln wie Knoblauch und Sesamöl haben Fachleuten zufolge ebenfalls keinen Einfluss auf Ansteckungsrisiko oder Heilung[11]. Trinken, Gurgeln oder Waschen mit Desinfektionsmitteln bringt ebenso weder Heilung noch Schutz vor Ansteckung. Es ist zudem auch ungesund bis hochgradig gefährlich. Desinfektionsmittel gehören nur auf Oberflächen!

Die Annahme von Paketen aus China wird weiterhin als sicher betrachtet[5,7,11]. So sollen Coronaviren nur wenige Stunden in der Umwelt überlebensfähig sein und durch einfache Desinfektionsmittel abgetötet werden können[7].

Forschung am neuen Coronavirus vielleicht auch für die Katze von Vorteil?

Bereits seit Jahren wird zur Heilung FIP-erkrankter Katzen geforscht. Seit Anfang letzten Jahres wird immer öfter von erfolgversprechenden Therapieansätzen berichtet. Die dabei eingesetzten Medikamente sind zur Zeit jedoch nicht offiziell zugelassen. Auch eine wirklich wirksame Impfung gegen FIP ist nicht auf dem Markt.

Der derzeitige Krankheitsausbruch des COVID-2019 veranlasst Forscher in aller Welt, sich wieder näher mit Coronaviren, ihrem Aufbau und möglichen Vorsorgemaßnahmen zu befassen. So wird beispielsweise verstärkt an Impfungen gegen das neue Virus gearbeitet[12]. Möglicherweise könnte diese Entwicklung dazu führen, dass auch eine Impfung gegen das Coronavirus der Katze in greifbarere Nähe rückt.

zuletzt überarbeitet: 20.Februar. 2020
Aufrufe insgesamt: 4947


Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Ich bin 36 Jahre alt und halte seit 18 Jahren Katzen. Derzeit lebe ich mit meinen beiden Katzen Janis und Lara im schönen Ruhrpott. Meine Neugier treibt mich seit zehn Jahren dazu, mein Wissen über Katzen ständig zu erweitern. Auf diesem Blog geht es nicht nur um persönliche Erfahrungen, sondern auch um praxisnahe Tipps und die Wissensvermittlung.

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