Bloglogo


Meinung

Spenden für den Tierschutz: Denk dabei an die Tiere, nicht an dich!

Wenn's ums Geld geht...

Wenn's ums Geld geht...

17. September 2021
Lesezeit ca.: 4 Min., 3 Sek.  

noch keine Kommentare

Nicht nur zu den Kittenschwemmen oder zur Cornonazeit sind viele Tierschutzvereine auf Spenden angewiesen. Im Grunde sind sie es das ganze Jahr über. Darum kommen auch immer wieder Fragen und Diskussionen rund um dieses Thema auf. Leider vergessen manche Menschen bei diesen Diskussionen die eigentliche Absicht: gezielte Hilfe für Tierschutztiere. Oft geschieht das unbewusst, ungewollt – das Ergebnis ist trotzdem oft "Spenden an Bedürfnissen vorbei". Ich möchte uns ein wenig darauf aufmerksam machen, weniger auf uns selber oder Andere zu hören, sondern auf die Bedürftigen selbst. Nämlich die Tiere. Denn es gibt leider viele Wege, diese bei all der Ablenkung aus den Augen zu verlieren.

Sachspenden: Lieber wenig Teures oder viel Preiswertes?

Unser aller Budget ist begrenzt. Und irgendwie möchten wir ja alle mit dem was wir geben, eine möglichst große Hilfe sein. So stellt sich für so manchen Spendenwilligen die Frage, was mehr Sinn macht: lieber eine große Menge Preiswertes oder eine kleine Menge teurerer Ausgaben? Das Gefühl tendiert oft dazu, dann lieber viel aus dem Geld "herauszuholen". So verständlich das auch ist, so verkehrt kann das leider sein.

Denn nicht unser Gefühl sollte entscheiden, was wir spenden, sondern die Bedürfnisse der Tiere.

Die eigene Denkweise muss nicht für Alle gelten!

Das gilt auch dann, wenn im Tierschutz wieder dazu aufgerufen wird Futter oder Zubehör zu spenden. Denn dann gehen regelmäßig wieder die Diskussionen in sozialen Medien los. Das Futter sei doch nicht so gut, das Zubehör unnötig und überhaupt würde Anderes mehr Sinn machen. Das mag manchmal stimmen, manchmal aber auch nicht. Vor allem aber sind solche Diskussionen nur eines: überflüssig.

Es geht im Tierschutz nicht darum, die Wünsche der Spender zu erfüllen, sondern die der Tiere. Und die fallen nunmal unterschiedlich aus und nicht so, wie Spendenwillige es gerne hätten.

Denn tatsächlich leben im Tierschutz Millionen verschiedener Tiere mit verschiedenen Bedürfnissen, Gewohnheiten und Vorlieben. Wir können getrost darauf vertrauen, dass die Pfleger ihre Schützlinge gut genug kennen, um Wünsche zu formulieren. Sie brauchen keine Bevormundung und Besserwisserei von völlig fremden Menschen – wirklich nicht.

Frag doch einfach nach, was gebraucht wird!

Stattdessen sollten wir das spenden, was aktuell gebraucht wird. Das können Geld-, aber auch Sachspenden sein. Und zwar Sachspenden, die den aktuellen Bedürfnissen der individuellen Tiere entsprechen. Darunter mag vielleicht auch so Einiges – aus Sicht von Außenstehenden – "Unpassendes" sein, aber es wird nunmal gebraucht. Daran ändert auch keine Diskussion etwas.

"Einfach irgendwas spenden", weil wir das Gerümpel aus dem Keller loswerden möchten oder es vermeintlich besser wissen ist keine Hilfe. Im schlimmsten Fall sorgt es dafür, dass Zeit und Platz dafür draufgeht, die unpassenden von den passenden Spenden zu trennen. Damit ist Keinem geholfen.

Falls du nicht weißt, was genau gebraucht wird, frag einfach nach. Viele Tierheime und Tierschutzvereine haben Wunschlisten und geben genau an, was und wie viel gebraucht wird. So spendest du nicht an den Bedürfnissen vorbei. Und dann auch lieber eine kleinere Menge Passendes, als viel Unpassendes.

Nur keine Scham: Jeder Cent zählt!

Denn auch mit wenig Geld können wir viel erreichen, wenn wir gezielt ansetzen. Auch 5 € können einen entscheidenden Unterschied ausmachen: ob beim Futtersack, der Impfung oder den Tierarztkosten. Schließlich sind wir nicht die Einzigen, die spenden. Alles summiert sich, wenn nur eine Person anfängt: Fängt Niemand an, kann nicht geholfen werden. Und auch ein kleiner Anfang ist ein Anfang.

Vielmehr sollten wir stolz drauf sein, dass wir trotz eng begrenzter Möglichkeiten noch an das Wohl Anderer denken.

Drahtseilakt: Übers Spenden reden

Das auszusprechen hat Vor- und auch Nachteile. Und zwar egal, ob wir viel oder wenig geben können. Denn über unsere Spendenbereitschaft zu sprechen, kann das Thema in den Fokus rücken und andere Menschen ebenfalls zum Helfen veranlassen. Wir können also mit einer guten Tat eine kleine (oder große) Kettenreaktion anstoßen.

Allerdings müssen wir uns klar machen, dass wir mit dem Darüber-Sprechen auch negative Reaktionen auf den Plan rufen. Manche Menschen sehen es nämlich als ihr Recht an, uns dafür zu kritisieren, wie wir unser Geld investieren. Sei es, weil sie meinen, wir spenden zu wenig oder für die falschen Organisationen. Außerdem kann es dazu führen, dass uns Geltungssucht – oder Schlimmeres – vorgeworfen wird. Auch mit zukünftigen "Bettelanfragen" müssen wir leider rechnen.

Doch denk immer daran: du spendest nicht, weil du jemandem etwas beweisen oder dich überlegen fühlen willst. Du spendest, weil du eine gute Sache unterstützen möchtest und weil sie Unterstützung benötigt. Die Meinung anderer Menschen dazu ist nicht wichtig.



Gefällt dir der Blogbeitrag?

4.9 / 5 ( 10 Bewertungen)

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Es tut mir leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lass uns diesen Beitrag verbessern!

Wie kann ich diesen Beitrag verbessern?

Du möchtest uns unterstützen?
Für alle unsere Leser*innen, denen "Danke" sagen und Inhalte teilen nicht reicht: Du kannst uns beim nächsten Amazon-Einkauf über einem Klick auf unseren Partnerlink unterstützen oder uns bequem eine Kleinigkeit von unserer Amazon Wunschliste mitbestellen.

* Beim Kauf über unseren Partnerlink erhalten wir eine kleine Provision. Bitte beachte dazu unsere Datenschutzhinweise.

zuletzt überarbeitet: 17.September. 2021
Aufrufe insgesamt: 1516

Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Mein Name ist Miriam. Vor 19 Jahren zog die erste Katze bei mir ein. Dabei habe ich viele Anfängerfehler gemacht und aus ihnen gelernt. Also beschloss ich, mich durch Fachlektüre und -vorträge weiterzubilden. Das Ergebnis davon kannst du unter Anderem hier im Blog nachlesen.


Hier findest du uns auch noch: Info-SeiteFacebookYouTube

Meowsletter

Du möchtest bequem über Neuigkeiten von uns benachrichtigt werden? Dann abonniere unseren Meowsletter (Datenschutzhinweise).

Was sagst du dazu?

Bitte lies vor dem Schreiben unsere FAQ. Du kannst hier vollkommen anonym kommentieren - allein die Angabe eines Kommentartextes ist nötig. Kommentare werden vor ihrer Freischaltung durch mich geprüft. Dies kann manchmal etwas dauern. Bitte beachte die Datenschutzhinweise.