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DIY-Anleitung

[Kurztipp] Wie du einen Pfotenabdruck aus Schnee, Schlamm oder Erde abnimmst

Pfotenabdruck aus Gips

Pfotenabdruck aus Gips

15. Februar 2021
Lesezeit ca.: 6 Min., 24 Sek.  

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In den letzten Tagen hat es in vielen Gegenden Deutschlands ordentlich geschneit. Nicht nur Freigängerkatzen, auch Wohnungskatzen mit Zugang zum Balkon hatten also ausgiebig die Möglichkeit, ihre Pfotenabdrücke im Schnee zu hinterlassen. Wer diese Pfotenabdrücke im Schnee – wie ich – gerne abnehmen möchte, findet hier ein paar Tipps. Das Ganze ist nämlich leider nicht so einfach. Dagegen ist das Konservieren von Abdrücken aus Erde oder Schlamm deutlich einfacher. Im Gegensatz zum Pfotenabdruck aus Salzteig erhältst du mit der hier beschriebenen Methode einen Positivabdruck: die Pfotenballen bilden also kleine Hügel am Gipsmodel.

Pfotenabdruck aus Schnee gelingt leider nicht immer

Pfotenabdruck im Schnee

Lara läuft gern durch den Schnee und hinterlässt dabei zahlreiche Pfotenabdrücke

Damit der Pfotenabdruck aus Schnee gelingt, müssen viele Faktoren zusammenkommen. Der Schnee muss stabil genug, die Gipsmasse kalt und dickflüssig genug und die Außentemperatur darf nicht allzu kalt sein. Leider kann es passieren, dass die Pfotensilhouette durch das Gewicht des Gips zusammenfällt oder die Abbindetemperatur des Gips den Schnee zum Schmelzen bringt. Zu dünnflüssige Gipsmasse zerläuft einfach im Schnee und allzu niedrige Temperaturen lassen den Gips bröselig werden.

Mein Tipp hierbei ist also, dass du – wenn möglich – direkt mehrere Abdrücke ausgießt: vielleicht auch mit unterschiedlichen Gipskonsistenzen. So ist die Chance größer, dass wenigstens einer deiner Versuche von Erfolg gekrönt ist 😉

Benötigt werden Gips, eine Form und viel Geduld

Benötigtes Material: Gips, Gipsbecher, Spachtel und Plastikbecher

Lege dir das benötigte Material zurecht

Hast du einen passenden, schön abgegrenzten Pfotenabdruck im Schnee entdeckt, solltest du dir folgende Utensilien bereit legen:

  • Gips & Wasser
  • Runder Behälter und Werkzeug zum Anrühren
  • Leerer (sauberer) Plastikbecher, Getränke-Tetrapack o. Ä. als "Form"
  • Optional: Haarspray, Strohhalm

Schnee und Pfotenabdruck vorbereiten

Form um den Pfotenabdruck im Schnee

Die Form wird rund um den Pfotenabdruck in den Schnee gedrückt

Um den Abdruck im Schnee etwas haltbarer zu machen, kann dir vielleicht das Einsprühen mit Haarspray helfen. Denn tatsächlich ist vor allem die Stabilität des Schnees ein entscheidender Faktor, ob du einen Pfotenabdruck oder "Matsche" als Ergebnis erhältst.

Damit der Abdruck nicht verläuft, ist nicht nur die richtige Konsistenz des Gips wichtig, sondern auch eine Art Form, in die du den Gips ausgießt. Um eine solche Form herzustellen eignen sich am besten saubere Plastikbecher oder Tetrapacks aus Pappe, die innendrin beschichtet sind. An ihnen haftet der Schnee /Schlamm nicht und sie saugen sich auch nicht mit Feuchtigkeit voll. Außerdem geben sie der Gipsmasse eine Begrenzung, damit sie nicht wegläuft.

Schneide dir aus so einem Tetrapack einen Streifen aus, den du zu einem Quadrat (oder Kreis, oder was auch immer du magst) formst: diese Form hält dank Klebestreifen oder einer Büroklammer. Willst du einen Plastikbecher nutzen, musst du nur den Boden entfernen. Genau diese Form wird nun in Schnee / Schlamm / Erde gedrückt: rund um den Pfotenabdruck herum bildet sie "schützende Wände".


Tipp für die Perfektionisten unter uns

Wer den Schnee in einem Behälter ins Haus holt, ihn leicht festdrückt und seine Oberfläche glättet, erhält hübschere Ergebnisse. Um die Katze zu einem Abdruck zu bewegen, kannst du sie – falls möglich – auf den Arm nehmen und langsam mit den Vorderpfoten in den mit Schnee gefüllten Behälter ablassen – ähnlich wie in diesem Foto. Lässt sich deine Katze nicht auf den Arm nehmen, kannst du versuchen sie mit Leckerchen durch den Schnee zu locken.


Gips richtig anmischen und anrühren

Angerührte Gipsmasse

Die angerührte Gipsmasse sollte in etwa die Konsistenz wie Pudding haben

Bitte lies die Dosierungs- und Verarbeitungshinweise auf deiner Gipsverpackung und arbeite nach diesen Angaben. Fülle Wasser in deinen sauberen Anmischbehälter, am besten ist das Wasser dabei recht kalt. Anschließend lässt du zügig die entsprechende Menge Gips einstreuen und rührst dabei um. Welche Mengen Wasser und Gips du benötigst, sollte auf der Verpackung vermerkt sein. Im Zweifelsfall gelten "drei bis vier Teile Gips auf einen Teil Wasser" als grobe Pi-Mal-Daumen-Richtschnur.

Danach darf der Gips etwa eine Minute etwas ruhen, bis er weiter gerührt wird. Bitte rüttle in der Zwischenzeit immer mal wieder an deinem Anmischbehälter, um zu verhindern, dass sich Luftblasen in der Gipsmasse festsetzen.

Pfotenabdruck aus Schnee: dickflüssige Gipsmasse und Vorsicht beim Einfüllen sind wichtig

Gips in der Form für den Pfotenabdruck

Der Gips ist in der Form und muss nur noch aushärten

Die Länge des Anrührens bestimmt auch über die Konsistenz der Gipsmasse. Und wir brauchen für Abdrücke aus Schnee eher dickflüssige Masse, damit der Schneeabdruck nicht zerstört wird. Ich habe die beste Erfahrung mit einer Gipsmasse gemacht, die eine Konsistenz von festem Pudding hat. So sollte sie also weder vom Werkzeug herunterlaufen, noch sollte sie derart trocken sein, dass sich Haut bildet. Bei Abdrücken aus Erde und Schlamm kann die Gipsmasse ruhig dünnflüssig und fließfähig sein.

Hat der Gips die richtige Konsistenz, wird er in die vorher platzierte Form gefüllt. Am besten lässt du deinen Gips über dein Rührwerkzeug in die Form einfließen: so verhinderst du, dass der Gips den Pfotenabdruck zerstört. Ist dein Gips gar nicht mehr fließfähig und sehr puddingartig, kannst du ihn direkt vorsichtig in die Form geben. Achte dabei unbedingt darauf, nicht auf den Gipsklecks zu drücken, sondern ihn nur sanft zu bewegen, damit er in alle Vertiefungen des Pfotenabdrucks fließt.

In manchen Fällen musst du die Gipsmasse vorsichtig mit den Fingern verteilen, damit sie alle Ecken der Form ausfüllt. Zusätzlich kannst du ein kleines Stück Strohhalm innerhalb der Begrenzung der Form in den Schnee stecken, am besten oberhalb des Pfotenabdrucks: so bleibt später ein Loch zum Aufhängen in deinem fertigen Gipsabdruck.

Anschließend heißt es "Warten", denn der Gips muss abbinden und trocknen. Je nach Außentemperatur kann das etwa 30 – 40 Minuten oder gar länger dauern. Prüfe vorher leicht mit den Fingern, ob der Gipsabdruck hart genug ist, um ihn vorsichtig zu sichern. Lasse ihm danach noch etwa 24 Stunden Zeit, damit er richtig aushärtet. Lagere ihn dazu am besten bei Zimmertemperatur und im Innenraum. Dann kannst du anfangen, Schmutz mit dem Pinsel zu entfernen, den Pfotenabdruck anzumalen oder seine Oberfläche (zum Beispiel mit Schleifpapier) sanft zu glätten.


Auch andere Tierspuren sind interessant

Nicht nur Katzenpfotenabdrücke können auf diese Art und Weise aus Schnee, Schlamm und Erde abgenommen werden. Auch andere Tierspuren und -Fährten z.B. von Vögeln, Eichhörnchen oder Wildtieren lassen sich so wunderbar konservieren. Wer beispielsweise gern im Wald unterwegs ist, kann sich eine Flasche Wasser, ein Beutelchen Gips und ein paar Utensilien für Unterwegs mitnehmen. Wenn du die Gipsmasse dickflüssig genug anrührst, brauchst du nicht einmal eine Form, damit sie nicht verläuft (siehe Artikelbild).


Auch reinen Wohnungskatzen Schneespaß gönnen

Nicht nur Freigänger und Balkonkatzen können Schneespaß genießen – auch reine Wohnungskatzen müssen nicht zwingend verzichten. Wer ein ausgedientes Katzenklo oder eine andere Plastikbox mit Schnee füllt, kann seinen daheimgebliebenen Katzen ein wenig weiße Pracht ins Haus holen.

Damit keine große Sauerei entsteht, kann der Schnee auch einfach in Badewanne oder Dusche geleert werden. Eine solche Schnee-Schnupperstunde kann eine interessante Abwechslung im Entertainment-Programm – besonders für Wohnungskatzen – sein. Auch aus solchem nachhause gebrachtem Schnee lassen sich übrigens toll Pfotenabdrücke abnehmen 😉

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zuletzt überarbeitet: 15.Februar. 2021
Aufrufe insgesamt: 1074

Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Mein Name ist Miriam. Vor 19 Jahren zog die erste Katze bei mir ein. Dabei habe ich viele Anfängerfehler gemacht und aus ihnen gelernt. Also beschloss ich, mich durch Fachlektüre und -vorträge weiterzubilden. Das Ergebnis davon kannst du unter Anderem hier im Blog nachlesen.


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