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Offener Brief

Hey, Hallo du! Ich muss mit dir reden…

Katze Janis ist aufmerksam, du auch?

Katze Janis ist aufmerksam, du auch?

26. Februar 2021
Lesezeit ca.: 7 Min., 2 Sek.  
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Hallo du!
Du hast den Link zu diesem Text zugeschickt bekommen, weil du kürzlich mit einer Person über deine Gedanken zur Katzenhaltung gesprochen hast. Und weil diese Person leider ziemlich starke Bauchschmerzen wegen deiner Idee hat. Diese Person hat (erstmal noch) nicht persönlich mit dir darüber gesprochen, weil sie dich nicht bedrängen und dir Zeit zum Nachdenken geben will. Vielleicht möchte sie auch die Freundschaft nicht gefährden oder ist so enttäuscht, dass sie keine neutralen Worte findet.

Wie auch immer: dieser Text ist für dich! Bitte lies ihn aufmerksam und denke über ihn nach. Zum Wohle deiner (zukünftigen) Tiere. Denn genau um diese macht sich die Person Gedanken, die dir diesen Link geschickt hat.

Wusstest du..

… dass man Kitten nicht zu früh von ihrer Mutterkatze trennen sollte?

Kitten brauchen die Erziehung und Fürsorge ihrer Mutterkatze, um zu seelisch gesunden Katzen heranzuwachsen. Erst mit etwa 14 – 16 Wochen sind die Kleinen so weit, von ihr getrennt zu werden. Auch, wenn sie bereits entwöhnt sind und selbstständig fressen, sind die folgenden Wochen für ihre Entwicklung wichtig.

Sie lernen dann vor allem, wie man mit Frust umgeht und wann der Einsatz von Krallen und Zähnen angebracht ist. Auch das Katzenklotraining wird in dieser Zeit gefestigt. Wer Kitten vorher von Mutterkatze und Geschwistern trennt, muss damit rechnen, dass sie in Frustmomenten kratzen, beißen und ungemütlich werden.

… dass viele Katzen soziale Tiere sind, die einen Katzenpartner brauchen?

Viele Katzen sind sehr soziale Tiere, die Artgenossen brauchen, um glücklich zu sein. Es gibt nur wenige Ausnahmen erwachsener Katzen, die keine anderen Katzen neben sich dulden. Auch Kinder, Hunde und andere Tiere ersetzen keinen Katzenkumpel. Du leider auch nicht – egal, ob du 24 oder nur vier Stunden am Tag zuhause bist.

Die Katze entscheidet, ob sie Artgenossen brauchtnicht du! Wenn du also nicht derjenige sein möchtest, der Krallen, Zähne, Übermut und Frust abbekommt, gönne deiner Katze einen passenden(!) Katzenkumpel.

… die Katze kein Haustier ist, das man sich selbst überlassen kann?

Katzen brauchen jeden Tag mehrmals täglich Futter und Aufmerksamkeit. Ihre Toilette muss regelmäßig gereinigt werden. Auch Spiel und Kuschelzeiten gehören zum täglichen Programm. Wenn du also viel unterwegs bist und auch noch zeitraubende Hobbies hast, solltest du dir überleben, ob da noch genug Zeit für die Katze bleibt. Sie braucht dich, deine Aufmerksamkeit und Zuwendung nämlich auch.

… dass Gewalt bei der Katzenerziehung alles nur noch schlimmer machen kann?

Katzen machen manchmal Sachen, die uns Menschen nicht in den Kram passen. Wer aber mit Schreien, Schlagen, Erschrecken und in-den-Nacken-packen versucht zu erziehen, sorgt höchstens dafür, dass die Katze Angst vor ihm hat. Die Katze lernt dabei nicht wirklich, vor allem aber nicht nachhaltig.

Sie hat einfach nur Angst und weiß gar nicht, was sie wirklich falsch gemacht hat. Beides führt dazu, dass irgendwann einmal schlimmere Verhaltensweisen auftreten – denn so eine Gewalterfahrung kann sich über Jahre festsetzen und negative Folgen haben. Deutlich besser ist es, die Katze mit positiven Reizen und Alternativangeboten zu erziehen.

… dass Katzen auch Beschäftigung für den Kopf brauchen?

Katzen sind nicht dumm, Sie brauchen auch Herausforderungen für den Kopf, um nicht verhaltensauffällig zu werden. Das zu ermöglichen ist übrigens kein großer Aufwand: du kannst zum Beispiel ein paar Minuten am Tag clickern – das macht auch dem Halter Spaß – oder Futterpuzzle oder Intelligenzspielzeuge anbieten. Das ist für dich keine große Sache – für deine Katze schon. Schließlich fehlen ihr in der Wohnung wichtige Reize, die sie sonst draußen bei der Jagd erlebt.

… dass auch intelligente Katzen Unfälle haben, bei denen sie sich verletzen und sterben können?

Auch intelligente Katzen sind schon durch gekippte und ungesicherte Fenster / Balkone zu Tode gekommen. Instinkte und körperliche Reflexe haben nämlich rein gar nichts mit ihrem Grips zu tun. Und auf die Füße fallen Katzen auch nicht immer. Also bitte sichere Fenster, Balkone und andere Gefahrenquellen katzensicher ab.

… die Kastration wichtig ist: für die Gesundheit deiner Katze, deine Nerven und deinen Geldbeutel?

Katzen und Kater sollten kastriert werden. Und zwar egal, ob sie Freigang haben oder nicht. Denn es ist schließlich nicht nur wichtig, dass sie sich nicht unkontrolliert vermehren – Unkastrierte Katzen können auch schlimme Krankheiten an den Fortpflanzungsorganen bekommen. Im Übrigen profitierst auch du davon: denn das Risiko, dass deine Tiere mit Urin markieren ist geringer, wenn sie kastriert sind.

Katzen pflanzen sich übrigens auch innerhalb der Familie fort. Ein Kater deckt auch seine Tochter, Mutter und seine Oma. Katzen kennen da keine Unterschiede.

Weibliche Katzen können bereits ab dem vierten Lebensmonat trächtig sein. Natürlich ist das nicht wirklich gesund und die Katze kann stark darunter leiden. Nicht immer überleben so junge Tiere die Trächtigkeit und Geburt.

Daher macht die Kastration bis spätestens zum 6ten Lebensmonat Sinn. Wenn du Kater und Katze hältst, sogar besser noch früher. Dabei muss die Katze vorher nicht rollig gewesen sein oder Kitten bekommen haben – der Kater muss nicht erst markieren. Der Kastrationstermin kann ohne Bedenken auch vorher angesetzt werden.

… dass auch "einmal decken lassen" deine Katze und dich in schlimme Schwierigkeiten bringen kann?

Es ist unvernünftig und gefährlich, wenn du ohne Wissen deine Katze decken lässt. Sie kann beim Deckakt verschiedene Krankheiten bekommen, die sie auch an ihre Kitten weitergeben kann. Sofern sie und/oder die Kitten die Geburt überleben. Es kann leider extrem teuer werden und fatal für deine Katze ausgehen. Denn Kaiserschnitt, Erbkrankheiten und totgeborene Kitten gibt es auch bei Katzen.

Wenn du nicht weißt, wie man im Notfall richtig eingreift und Kitten ohne Mutterkatze großzieht, solltest du die Finger davon lassen. Ebenso dann, wenn dir gar nicht bewusst ist, welche Infektions- und Erbkrankheiten bei deinem Vorhaben im Spiel sein können.

… ein unterlassener Tierarztbesuch tatsächlich Tierquälerei sein kann?

Ein Tierarztbesuch mit der Katze kann mehrere Hundert bis Tausend Euro kosten. Dabei kann "Abwarten" nicht nur schlimmere Schmerzen bei deiner Katze hervorrufen, sondern auch dafür sorgen, dass die Tierarztrechnung später nur noch höher ausfällt.

Tatsächlich ist es ganz ernst Tierquälerei, wenn du nicht mit deiner Katze zum Tierarzt gehst, obwohl sie krank ist und/oder Schmerzen hat. Theoretisch könntest du dafür eine hohe Geldstrafe aufgebrummt bekommen. Das ist also eine ernste Sache!

… dass deine Katze erst im richtigen Alter mit der richtigen Vorbereitung Freigang erhalten sollte?

Deine Katze sollte kastriert und gekennzeichnet sein, bevor sie Freigang bekommt. Ob du ihr einen kleinen Chip oder ein Tattoo setzen lässt, entscheidest du. Bitte denke aber auch daran, die Daten deiner Katze zum Beispiel auf TASSO oder FINDEFIX zu registrieren. Im Übrigen macht es Sinn, deiner Katze erst dann Freigang zu gewähren, wenn sie nicht mehr allzu jung ist.

Im Alter ab etwa einem Lebensjahr sollte sie die nötige Ernsthaftigkeit entwickelt haben, um sich in der gefährlichen Welt des Freigangs zurechtzufinden.

Unwissenheit ist verzeihlich – Ignoranz nicht

Falls du das alles nicht wusstest: kein Problem. Niemand weiß gleich alles und letztlich ist es nur wichtig, dass du dich zum Wohle deiner Katze über alles Wichtige informierst. Die Person, die dir diesen Link geschickt hat, steht dir sicher gern zur Seite und hilft dir beim Wissen-Sammeln. Frag sie ruhig um Rat und Löcher in den Bauch 😉 Schließlich geht es dieser Person wirklich nur darum, dass deine Katze nicht unter Schnapsideen leidet.

Vielleicht hat diese Person selbst früher einiges falsch gemacht und aus diesen Fehlern gelernt. Ihr ist einfach wichtig, dass du diese Fehler nicht auch noch machen musst. Frag sie ruhig danach, denn auch solche Gespräche bringen oft viele interessante Punkte auf den Tisch. Punkte, die du vielleicht noch gar nicht bedacht hast, die aber trotzdem wichtig sind.

Vernachlässigte Grundbedürfnisse rächen sich irgendwann böse

Auch, wenn dir das eigentlich egal ist, was die Katze wünscht oder braucht – Lass dir sagen: auch DU wirst irgendwann darunter leiden, wenn du wichtige Grundbedürfnisse deiner Katze ignorierst. Häufige Verhaltensprobleme wie Unsauberkeit, Aggression, Tapetenkratzen und ständiges Miauen werden dich sicherlich sehr stören. Leider ist es dann oft zu spät, um die Fehler wieder gerade zu biegen.

Also bitte gönne deiner Katze von Anfang an alles, was sie braucht.

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zuletzt überarbeitet: 26.Februar. 2021
Aufrufe insgesamt: 2649

Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Mein Name ist Miriam. Vor 19 Jahren zog die erste Katze bei mir ein. Dabei habe ich viele Anfängerfehler gemacht und aus ihnen gelernt. Also beschloss ich, mich durch Fachlektüre und -vorträge weiterzubilden. Das Ergebnis davon kannst du unter Anderem hier im Blog nachlesen.


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