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“Crazy Cat Lady”? – Vorurteile und Klischees über Katzenhalterinnen

Poster von Audrey Hepburn mit Katze

Poster von Audrey Hepburn mit Katze

08. März 2019
Lesezeit ca.: 5 Min., 45 Sek.  

5 Kommentare

Heute ist Weltfrauentag. Zeit, auch einmal über einige Klischees über bestimmte Frauentypen nachzudenken. Was passt hier besser als über die Vorurteile uns Katzenhalterinnen gegenüber zu sprechen? Seit 1998 flimmert uns Eleanor Abernaty über die Mattscheibe – ihr wisst schon: die unartikuliert schreiende, mit Katzen werfende, ungepflegte Katzenfrau von den Simpsons. Nicht erst seitdem hat sich in den Köpfen vieler Menschen ein gewisses Bild über Katzenhalterinnen festgesetzt.

Ich denke, jede von uns Katzenliebhaberinnen durfte sich im Lauf der Zeit so Einiges anhören. Sei es, weil wir uns mehr Mühe bei bestimmten Haltungs- oder Ernährungsweisen geben, weil wir mehr Geld für die Tiere ausgeben, als sie manchen Menschen "wert" wären. Oder auch einfach nur, weil wir überhaupt Katzen halten. Und im schlimmsten Fall auch noch Single oder kinderlos sind – Wir können wir nur so dreist sein, unseren eigenen Lebensweg zu gehen? :D Viele von uns durften sich sicherlich nicht nur ein liebevoll gemeintes "Crazy Cat Lady" anhören. In diesem Artikel möchte ich euch über die häufigsten Vorurteile sprechen.

Die beiden großen "Ohs": Dating und Wohnungssuche

Natürlich möchte man auch als "Katzenfrau" bei Bedarf einen neuen Partner kennenlernen. Egal, ob Mann, Frau oder beides. Da hat man es als Katzenliebhaberin wohl doch manchmal etwas schwerer. Ich glaube, man muss als Katzenfrau damit rechnen, beim Dating von Einigen auch als "merkwürdig" oder unf*ckbar ein- (oder vielmehr aus-)sortiert zu werden, nur, weil man Katzen hält.

Eine andere Situation, in denen man auf den Fakt, dass man Katzen hält, nicht selten die Reaktion "Oh" und ein entrücktes Gesicht erhält, ist die Wohnungssuche. Viele Vermieter scheuen sich, Wohnungen an Tierhalter zu vermieten. Da sind nicht nur wir Katzenhalterinnen betroffen. Aber hier wird glaub ich sofort an Katzenp*ssegestank, zerkratzte Türrahmen, Fußböden und Kernsanierungen gedacht. Ja, es gibt solche Fälle. Ich bin aber überzeugt davon, dass man kein Tierhalter sein muss, um ein Schwein zu sein und die Wohnung verwüstet zu hinterlassen. Aber ich verstehe die Angst: die Kosten für eine Kernsanierung können existenzbedrohend sein. Und ja, ich kenne leider einige Katzenhalter, bei denen das nach dem Auszug nötig war.

Katzenfrau, kinderlos, verzweifelt, sucht…

Bis vor Kurzen war ich nach einer langjährigen Beziehung etwa für drei Jahre Single. Mit Mitte 30. Kinderlos. "Der Zug ist abgefahren" konnte ich in den Augen so mancher Menschen lesen. In anderen Köpfen konnte ich lesen, dass, sobald ich den "Richtigen" finde, die Katzen ohnehin weichen und ich glücklich und zufrieden bis an mein Lebensende in einer rosa Zuckerwattewelt leben würde. Katzen als Kinderersatz sozusagen. Und als Single kann man ja nur unglücklich und verzweifelt auf der Suche sein… Außerdem stören die Katzen ja bei der Suche nach dem Mann fürs Leben nur…

Dass auch ich als "Katzenfrau" Ansprüche an potentielle Partner habe und ich nicht, nur weil ich den "Klotz Katze" am Bein habe, alles nehmen muss, was da kommt – unbegreiflich. Und dass die Katzen da bleiben, egal, was ein Mann mir erzählt, vorschmeichelt oder droht – Schnappatmung! :D Und dass der zukünftige Mann an meiner Seite nur dann bleibt, wenn auch grundlegender Respekt (es muss gar nicht mal Liebe sein) für die Katzen da ist – hoffnungslos und bekloppt! :D Ich werde einsam sterben :D

"Tierschützerin" = verrückt, ungepflegt, antisozial?

Geht man nach so manchem Menschen ist die katzenliebende Tierschützerin die Steigerung der Single-Katzenfrau. Der Super-GAU sozusagen. Hasst Menschen, lebt streng vegan, ist immer voller Katzenhaare und total fanatisch. Ja, solche Fälle gibt es und sie schaffen es mit einzelnen, lauten Äußerungen dieses Image für alle zu zementieren. Dass man bei manchen Fällen, die man im Tierschutz sieht, anfängt, Menschen zu hassen ist glaub ich gar nicht mal so abwegig. Aber nicht alle sind so. Ein Gespräch kann hier helfen, die eigenen Vorurteile abzubauen. Denn auch Tierschützer – sogar weibliche ;) – können ganz normale Menschen sein, mit denen man auch über andere Themen wunderbar sprechen kann ;)

katzenhaltende Rabenmutter

Wie du es machst, machst du es falsch: Katzen und kinderlos = falsch – Katzen und Kinder = auch falsch. Schließlich erstickt die Katze entweder das Baby, sobald es auf der Welt ist oder sie steckt es noch im Mutterleib mit Toxoplasmose an. Außerdem ist dann das Kinderbettchen voller Katzenhaare, das Kind wird später Asthma haben und völlig zerkratzt sein. Also Katze abgeben! Wer das nicht macht, ist verantwortungslos. Wer es macht, ist eben herzlos.

Dass das Ding mit der Toxoplasmose nicht ganz so einfach ist und Katzen tatsächlich keine Babies ersticken: egal. Hauptsache, man kann über dich herziehen und dir sagen, du machst etwas falsch. Überhaupt sind Katzen ja unhygienisch und hinterlistig… Und du hast ja weder Staubsauger, noch Fusselbürste oder Putzlappen…

Hundehalterinnen vs. Katzenhalterinnen

Hört man sich so um, ist die durchschnittliche Hundehalterin in den Gedanken vieler Menschen fit, lebensfroh und unternehmungslustig. Wir dagegen sitzen einsam auf der heimischen Couch, umgeben von zahlreichen Katzen und schimpfen auf die "bösen Männer". Schaut man näher hin, gibt es solche Fälle sicher – der Großteil der Hunde- und Katzenhalterinnen passen jedoch nicht in diese Schublade. Sie sind ihre ganz eigenen Frauen, gehen ihren individuellen Weg und haben ihn stolz genau so für sich gewählt. Die einzige Gemeinsamkeit sind ihre Haustiere.

Wir passen nicht alle in eine Schublade!

Wie auch andere Frauen, andere Männer, andere Menschen sind Katzenhalterinnen alle ganz verschieden. Zwar mögen wir alle die gleichen Tiere und haben diesgezüglich die gleichen Sorgen, aber das restliche Leben drumherum ist so individuell wie es nur sein kann. Klar, haben wir alle einen Knall, aber den hat Jeder, ob mit Katze oder nicht ;)

Ich persönlich ärgere mich schon lang nicht mehr, wenn ich auf Menschen mit Vorurteilen treffe: je nach Tagesform ignoriere ich das, erkläre etwas oder spiele ganz bewusst mit den Klischees ;) Ich bin gerne Crazy Cat Lady. Wer mich aufgrund meiner Liebe zu Katzen komisch findet, soll das gerne tun. Ich bin es schließlich auch ohne meine Liebe zu Katzen :D

Mein Rat an euch: lebt euer Leben, wie ihr es für richtig haltet. Geht euren Weg und seid stolz auf das, was ihr erreicht. Lasst euch nicht von Anderen reinreden und sch*ißt auf Menschen, die meinen, euch oberflächlich beurteilen zu müssen. Ihr wisst selbst, wie toll ihr seid – auf eure ganz eigene Art. Auch – und vielleicht gerade – als "Katzenfrau" ;)



Was ist eure Erfahrung mit Vorurteilen über uns Katzenfrauen? Welche Situationen oder Sprüche sind euch begegnet? Wie geht ihr damit um?

zuletzt überarbeitet: 16.Juli. 2019
Aufrufe insgesamt: 1006

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Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Ich bin 36 Jahre alt und halte seit 18 Jahren Katzen. Derzeit lebe ich mit meinen beiden Katzen Janis und Lara im schönen Ruhrpott. Meine Neugier treibt mich seit zehn Jahren dazu, mein Wissen über Katzen ständig zu erweitern. Auf diesem Blog geht es nicht nur um persönliche Erfahrungen, sondern auch um praxisnahe Tipps und die Wissensvermittlung.

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5 Antworten zu ““Crazy Cat Lady”? – Vorurteile und Klischees über Katzenhalterinnen”

  1. Steffi sagt:

    toller artikel :-)
    hab auch so ein „vorurteil“ das mir immer und immer wieder begegnet…

    ich barfe meine katzen seit über 2,5 jahren
    und mir fällt immer mehr auf – barfst du deinen hund, bist du richtig cool und verantwortungsvoll.
    bewunderung liegt in den augen der menschen und man wird fast schon vergöttert ;-D
    erwähnt man aber, dass man seine katzen barft, wird man sofort als crazy cat lady abgestempelt.
    volle übertreibung, unnötig, die hat sie nicht alle…
    und mein lieblingsspruch: „ach ja du hast ja ne besondere rasse, da musst du natürlich auf die ernährung achten“.
    was zum…..?
    also manche leute…. :-D

  2. Ursel sagt:

    Liebe Miriam,

    das find ich große Klasse, dass du zum interationalen Frauentag was geschrieben hast. Ich hatte schon den Eindruck, dieser Tag verschwindet allgemein in der Versenkung. Dass dieser Tag in Berlin jetzt Feiertag ist, finde ich gut. Aber da müssen gleich wieder ein paar Oberschlaue ausrechnen, wie teuer dieser freie Tag der Wirtschaft kommt :-(

    Zu den Katzen: Das Schlimmste, was ich mal hören musste, war (als mein geliebter Mucki totkrank war): “Ist doch NUR eine Katze, schlimmer wäre es, du hättest ein totkankes Kind”! (Bin übrigens kinderlos – ha, passt zum Klischee)

    Außerdem ist mir vorgehalten worden, dass ich nicht mehr für längere Zeit ausser Haus sein mochte, seien es Verwandtenbesuche oder Urlaubstage (“Ihr müsst doch mal raus, was anderes sehen!). Dann die 6 Katzenklos im Haus – ein Trauma für jede penible Hausfrau!

    Als wir uns vor 16 Jahren die beiden 3 Monate alten Kater aus dem Tierheim holten, haben mein Mann und ich uns versprochen, sie nicht mehr allein zu lassen. Mussten wir etwa zu familiären Beerdigungen nach München, reiste immer nur einer von uns – das gab oft böses Blut. War der Verstorbene doch wohl wichtiger als die Katzen (mit den Katzenmädels waren es nun 4 Zuckerpuppen)!

    Für mich wiegt das Zusammenleben mit diesen zauberhaften Wesen sämtliche Urlaube auf. Urlaub ist nur für ein paar Tage – Katzen beglücken mich das ganze Jahr! Außerdem brauche ich keinen Urlaub, weil ich ein schönes Zuhause habe. Das Allergrößte ist aber, welch immensen Einfluss die Katzen auf mein Seelenheil haben.

    Inzwischen lass ich mir das blöde Gequatsche nicht mehr bieten. Merkwürdigerweise lerne ich fast nur noch Katzenliebhaber kennen oder vielleicht ist es gar nicht merkwürdig :-)

    Ganz herzliche Grüße nach Gelsenkirchen
    Ursel

  3. Anonymous sagt:

    Sehr schmeichelhaft fand ich auch die Aussage einer Bekannten: Oh wow, hier istes echt hübsch eingerichtet und es stinkt auch gar nicht. Hätte ich bei 5 Katzen gar nicht erwartet.

    Klar, nur weil man Katzen hält, kennt man weder Putzlappen, noch Einrichtungshaus…

  4. Paolinchen und die 7 Zwerge sagt:

    Hallo Miriam, ist es schön zu wissen wie anderen mit diesen thema umgehen. Meine Familie hat mich seit je als fanatisch gestempelt und mit den jahren passe ich immer mehr zum clischee, aber diese leute wissen nicht dass ich keine kinder habe weil ich nie welche wollte, dass ich nach zwei ehe nun auf meinem weg bleiben möchte und meine wohnung manchmal etwas riecht weil ich katzen von tierschutz habe und wenn sie markieren versuche ich immer neue wege um das problem zu lösen. Mir ist es egal wie die andere über mich denken weil ich weiss dass es ganz anders ist.
    Bacioni

  5. Monika sagt:

    Interessant ist oft die Reaktion, wenn nachgefragt wird, wie viele Katzen ich habe.
    Wie? 4 Stück? So viele?

    Mir ist es wurscht, was andere denken. Ich bin noch dichter dran am Klischee der Crazy Cat Lady.
    Ich bin nicht nur Single ohne Kinder, ich habe auch schon die 50 überschritten.
    Aber nun ist das Leben bei mir auch ruhiger und ich habe mehr Zeit für die Katzen, die ich vorher nicht hatte.

    Über manche wundere ich mich. Warum finden die Katzenkotze oder -pupse eklig? Die hatten doch kleine Kinder. Ist eine volle Windel oder Kinderkotze leckerer?

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