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Coronavirus SARS-CoV-2 / COVID-19: Was ist das und wie schütze ich mich?

Viren verbreiten sich über Tröpfcheninfektion, die Luft und Hände

Viren verbreiten sich über Tröpfcheninfektion, die Luft und Hände

07. Februar 2020
Lesezeit ca.: 2 Min., 55 Sek.   • zu den Quellen springen
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Seit Anfang diesen Jahres wird in den Medien viel über ein neues Coronavirus berichtet. Auch, wenn die weltweiten Heilungszahlen die der Verstorbenen übersteigen[14], sollte diese Pandemie ernst genommen werden. Alte und grunderkrankte Menschen sind besonders gefährdet, schwer erkranken kann jedoch jeder Mensch ‐ Also müssen wir alle etwas dafür tun, dass schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle minimiert werden.

Coronaviren sind bei Menschen und (Haus-)Tieren lange bekannt

Es gibt nicht "das Coronavirus", sondern gleich eine ganze Familie an Coronaviren. Sie können Säugetiere, Fische und Vögel befallen[5,7]. In der Regel zirkulieren sie nur unter Tieren. Durch Mutation oder sehr engen Kontakt zu Tieren können sie jedoch auch auf den Menschen übergehen[6,8]. Zumeist geschieht eine solche Übertragung nur zwischen Säugetieren. So ist dies beispielsweise in der Vergangenheit bei MERS (Dromedare) und SARS (Schleichkatzen) geschehen[1,4,5,6,7,9]. Weitere Beispiele für Coronaviren sind:

  • Schweine: Porzine Epizootische Diarrhoe-Virus (PEDV)
  • Fledermäuse: Fledermaus Coronavirus (CDPHE15)
  • Hunde: Canine Coronavirus (CCoV)
  • Katzen: Feline Coronavirus (FCoV)

Coronaviren lösen hauptsächlich Infektionen des Verdauungstraktes und/oder Atemwege aus[2].

Haustiere gelten nicht als gefährdet!

Alle wichtigen offiziellen Stellen sprechen derzeit davon, dass Haustiere wie Hund, Katze und Co. nicht vom SARS-CoV-2 betroffen sind. Auch eine Übertragung auf und vom Menschen wird ausgeschlossen. Mehr dazu im Blog-Artikel Coronavirus SARS-CoV-2 / COVID-19: Ist mein Haustier gefährdet?

SARS-CoV-2: Ursache und Ansteckung immer noch unbekannt

Das neu entdeckte "SARS-CoV-2" ist zuerst in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetreten[1,4,6]. Von da aus wurde es per Mensch-zu-Mensch Übertragung in viele weitere Länder gebracht[4]. So auch nach Deutschland. Derzeit ist die Ursache des Ausbruchs noch unbekannt[5,6]. Ein mittlerweile geschlossener Wildtiermarkt in Wuhan wird jedoch als Ursprungsort vermutet. Experten zufolge soll es Hinweise geben, dass das Virus aus Fledermäusen stammen könnte. Auch die Infizierung über einen Zwischenwirt könnte eine Rolle gespielt haben. Bewiesen ist zur Zeit nichts.

Auch der Übertragungsweg ist noch nicht genau erforscht[5]. In der Regel jedoch übertragen sich jene Coronaviren die Atemwegserkrankungen hervorrufen, auch durch Sekrete der Atemwege: durch Niesen, Husten, Ausatmen. Deshalb geht man auch beim neu entdeckten SARS-CoV-2 davon aus, dass es per Tröpfcheninfektion weitergetragen wird[1,5,6,8]. Zwar fanden Forscher bereits Virus-DNS in Stuhlproben[3], es ist jedoch nicht klar, ob Schmierinfektionen bei der Ansteckung auch eine Rolle spielen.



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SARS-CoV-2: Ansteckungsgefahr und Risikopatienten

Zum jetzigen Zeitpunkt gehen Fachleute davon aus, dass das SARS-CoV-2 nicht so ansteckend sei wie Masern oder Grippe [1,8]. Allerdings soll es möglicherweise weitaus tödlicher sein: So liegt die Schätzung der Mortalitätsrate für Grippe bei etwa 0,1 ‐ 0,3 %, die für SARS-CoV-2 bei etwa 0,94 ‐ 4 %[9,16,17]. Die genaue Sterblichkeitsrate ist mit heutigem Kenntnisstand nicht abzuschätzen[6,8]. Zum Einen sind viele Faktoren noch unbekannt, zum Anderen ist eine einigermaßen zuverlässige Schätzung erst nach Abklingen der akuten Hoch-Phase möglich.

Auch Erkrankte mit nur leichten Symptomen können das Virus weitergeben. Die Inkubationszeit wird auf zwei bis zwölf Tage geschätzt[1,8,9]. Personen mit engem Kontakt zu Tieren und Erkrankten gelten als besonders gefährdet sich anzustecken[6]. Schwere Verläufe der Krankheit mit tödlichem Ausgang betreffen vor allem vorerkrankte und alte Menschen (über 60 Jahre)[1,5,7,8]. Zur Risikogruppe gehören damit beispielsweise Menschen mit folgenden Grunderkrankungen:

  • unterdrücktes / schwaches Immunsystem: z.B. Transplantatpatienten, HIV-Infizierte
  • Lungenerkrankungen: z.B. Asthma, COPD
  • Krebs
  • Herzkreislauferkrankungen
  • Diabetes

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Verschwörungstheorien und FakeNews verbreiten sich schneller als das Virus

Wenig gesicherte Informationen und Angst führen häufig dazu, dass Verschwörungstheorien und FakeNews sich rasend schnell verbreiten. Dies betrifft auch die derzeitige Krankheitswelle mit dem SARS-CoV-2. Offizielle Quellen warnen jedoch vor Panik und klären über Missverständnisse auf.

So ist es wichtig zu wissen, dass beispielsweise Patente auf Coronaviren zur Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen notwendig sind[12,13]. Und nicht etwa, um Viren unter Menschen und Tieren zu verbreiten. Denn eine Impfung gegen andere Viren ‐ etwa das Grippe-Virus ‐ schützt nicht vor Ansteckung mit dem neuen Coronavirus[8,11]: Die Impfstoffe müssen an das jeweilige Virus angepasst werden.

Auch eine Einnahme von Antibiotika schützt und heilt keine Viruserkrankungen[11]. Schließlich wirken sie nur gegen Bakterien. Ebenso wie antibakterielle Hygienesprays. Behandlungen mit Hausmitteln wie Knoblauch, Zwiebel und Sesamöl haben Fachleuten zufolge ebenfalls keinen Einfluss auf Ansteckungsrisiko oder Heilung[11].

Trinken, Gurgeln oder Waschen mit Desinfektionsmitteln oder Hygienesprays bringt ebenso weder Heilung noch Schutz vor Ansteckung. Es ist zudem auch ungesund bis hochgradig gefährlich. Oberflächen-Desinfektion gehört nur auf Oberflächen! Handdesinfektion ist zwar für die Nutzung auf der Haut gedacht, übermäßiger Gebrauch kann jedoch die Hautbarriere beschädigen. Krankheitserreger haben es so umso leichter, in den Körper einzudringen.

Auch Kokain oder Kiffen bieten weder Schutz noch Heilung oder Vorbeugung.

Die Annahme von Paketen aus China wird weiterhin als sicher betrachtet[5,7,11]. So sollen Coronaviren nur wenige Stunden bis Tage in der Umwelt überlebensfähig sein und durch bestimmte Desinfektionsmittel abgetötet werden können[5,7].

Info

Bis Februar 2020 trug das neue Coronavirus die Bezeichnung "2019-nCoV". Danach wurde es in "SARS-CoV-2" umbenannt. Die Lungenkrankheit die durch das Virus ausgelöst wird, wird als "COVID-19" bezeichnet.

Hamsterkäufe von Mundschutz und Desinfektionsmitteln gefährden Betroffene und Bedürftige…

Das Virus ist fest in Deutschland angekommen. Hier sind mittlerweile über 8.600 Infizierte, 67 Geheilte und 23 Todesfälle zu verzeichnen (Stand 17.03.2020)[14]. Mit der Welle der Angst steigt auch die Zahl der Hamsterkäufe. Auch Diebstähle von Masken und Desinfektionmitteln häufen sich.

Dies kann zu einem größeren Problem als die Krankheit selbst werden, denn: medizinisches Personal in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erhalten nicht mehr genügend Nachschub. Auch vorerkrankte Menschen, die bereits vor der SARS-CoV-2-Welle auf diese Utensilien angewiesen waren stehen nun oft mit leeren Händen da. Gesunde Menschen schaffen sich unnütz große Vorräte an und gefährden damit diejenigen, die wirklich auf Schutz angewiesen sind.

… und wiegen in falscher Sicherheit

Einfache (antibakterielle) Hygienesprays bieten keinen Schutz vor dem Virus! Auch handelsübliche Mund-Nasen-Schutzmasken ("MNS" oder "N95") ‐ wie sie beispielsweise Pfleger und Ärzte tragen ‐ werden häufig in der falschen Annahme getragen, sie würden den Tragenden vor Ansteckung schützen: tatsächlich helfen sie nur dabei, das Risiko anderer Personen auf Ansteckung zu verringern[5,10,18]! Und zwar nur dann, wenn sie korrekt getragen und regelmäßig gewechselt werden. Dagegen sollen spezielle Feinpartikelmasken ("FFP2" und "FFP3") einen gewissen Schutz auch für den Tragenden bieten[18].

Desinfektionsmittel helfen nur dann gegen das Virus, wenn sie mit dem Zusatz "begrenzt viruzid", "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" versehen sind[5].



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Vorsorgemaßnahmen: Händewaschen und Abstand zu erkrankten Personen

Als vernünftige Vorsorgemaßnahmen empfehlen RKI[5] und CDC[10] folgendes:

  • Gute Händehygiene: regelmäßiges, gründliches Waschen mit Seife: mindestens 20 Sek. lang, auch in den Fingerzwischenräumen und an den Fingerkuppen
  • Niesen und Husten in die Ellenbeuge statt in die Hände: so können sich Viren nicht durch Anfassen von Gegenständen verbreiten
  • Aufs Händeschütteln erst einmal verzichten
  • Nicht in Gesicht, Mund, Nase oder Augen fassen
  • Gebrauchte Taschentücher sofort entsorgen
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu anderen Menschen
  • Große Menschenansammlungen vermeiden, soziale Kontakte einschränken
  • Zuhause bleiben, falls man sich krank fühlt
  • Alte und grunderkrankte Menschen (durch wenig Kontakt und Eigenschutz) schützen und unterstützen

Alle müssen jetzt dafür sorgen, dass die Pandemie verlangsamt wird

Experten gehen davon aus, dass ein infizierter Mensch drei Andere anstecken kann. Laut Schätzungen sollen sich bis zu 70% der Bevölkerung mit SARS-CoV-2 anstecken. Auch, wenn etwa vier von fünf Fällen derzeit mild verlaufen, muss gewährleistet werden, dass schwere Fälle die notwendige medizinische Versorgung erhalten können. Dazu zählen intensivmedizinische Maßnahmen und auch Beatmungsgeräte. Diese sind jedoch nur begrenzt verfügbar und werden auch für andere schwer erkrankte Menschen benötigt.

Dass die Krankheitswelle nicht mehr aufgehalten werden kann, ist unter Experten Konsens. Es ist jedoch außerordentlich wichtig, die Krankheitsfälle über längere Zeit zu verteilen. Sonst stehen für schwersterkrankte Menschen nicht mehr genug Kapazitäten zur Verfügung. Die Todesrate würde massiv ansteigen. Um dies zu vermeiden, wurden am 16.03.2020 weitreichende Maßnahmen durch die deutsche Bundesregierung beschlossen. Sie sollen eine rasante Verbreitung des Virus eindämmen.

zuletzt überarbeitet: 31.März. 2020
Aufrufe insgesamt: 5294


Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Mein Name ist Miriam. Vor 19 Jahren zog die erste Katze bei mir ein. Dabei habe ich viele Anfängerfehler gemacht und aus ihnen gelernt. Also beschloss ich, mich durch Fachlektüre und -vorträge weiterzubilden. Das Ergebnis davon kannst du unter Anderem hier im Blog nachlesen.


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