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Buchkritik

Rezension zum Buch “Katzen lieben anders”

Das Buch "Katzen lieben anders" von Jeffrey M. Masson

Das Buch "Katzen lieben anders" von Jeffrey M. Masson

09. Mai 2014
Lesezeit ca.: 4 Min., 14 Sek.  
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Irgendwie ist die Auswahl an Katzen-Themen im Bücherregal nicht besonders groß: Ernährung, Haltung, Beschäftigung und hier und da ein paar Bücher zu Zucht und Verhalten – das wars auch meist schon. Als ich das Buch "Katzen lieben anders" in unserer städtischen Bibliothek entdeckte, war für mich klar, dass ich es lesen musste. Kaum ein Autor traut sich an die Gefühlswelt der Katzen heran. Vielleicht auch, weil man nie wirklich ergründen kann, was genau die Katze denn nun fühlt, oder ob der Mensch nicht mal wieder etwas hinein interpretiert.

Es ist also immer auch Auslegungssache und beruht rein auf Schlussfolgerungen. Wissenschaftliche, objektive und feststeckbare "Ergebnisse" wird es in diesem Bereich nie geben. Dementsprechend auch kein "Richtig" oder "Falsch". Vielleicht ist deshalb Angebot und Nachfrage nicht gerade groß – wer weiss?


Infos zum Buch:
Titel: "Katzen lieben anders"
Original-Titel: "The Nine Emotional Lives of Cats: A Journey Into the Feline Heart"
Autor: Jeffrey M. Masson
Verlag: Heyne-Verlag
Preis: gebraucht ab 2€
ISBN: 3-453-86927-3
Seitenzahlen: 274 Seiten

Inhalt und Aufmachung

Das Buch ist recht einfach, aber trotzdem übersichtlich gestaltet. Außer dem Foto auf dem Hardcover-Einband finden sich noch etwa 11 weitere schwarz-weiß-Fotos. Die doppelseitigen Fotos trennen die einzelnen Kapitel optisch voneinander. Ansonsten kommt das Buch vollkommen ohne Farben, weitere Hervorhebungen oder "Schnickschnack" aus. Die Schrift ist schwarz auf gräulichem Papier: gut und augenschonend zu lesen.

Das Buch besteht aus 9 Kapiteln, die sich alle mit verschiedenen Emotionen der Katze beschäftigen. Zunächst ist eine 11-seitige Einleitung abgedruckt, in der der Autor seine Gründe für das Schreiben des Buches erläutert und die im Buch erwähnten Menschen und Katzen vorstellt.

Kapitel 1 befasst sich auf 21 Seiten mit dem Narzissmus bei Katzen. Die Liebe wird im nächsten Kapitel – 31 Seiten – thematisiert. In Kapitel drei erfährt der Leser mehr über den Gedankengang des Autors zur Zufriedenheit bei Katzen. Dieses Kapitel zählt 17 Seiten. Die folgenden 19 Seiten stellen das vierte Kapitel und drehen sich rund um die Anhänglichkeit.

Eifersucht ist im folgenden Kapitel das Thema und zwar auf 21 Seiten. Kapitel 6 beschäftigt sich 25 Seiten lang mit der Angst bei Katzen. Das nachfolgende Kapitel – Kapitel 7 – umfasst 21 Seiten und trägt den Titel "Wut". Die nächsten 23 Seiten handeln von der Neugier der Katze. Kapitel 9 schließlich nimmt die Verspieltheit zum Thema und beschäftigt sich auf 25 Seiten mit ihr.

Den Abschluss bilden Nachwort, Danksagung, Register, Anmerkung und natürlich die Infos zu weiterführender Literatur: 16 Seiten fasst dieser Teil.

Was mir an diesem Buch gefällt

Die Schrift ist recht gut zu lesen. Die nieder geschriebenen Geschichten und Anekdoten lassen jeden Katzenhalter schmunzeln, denn Vieles dürfte ihm bekannt vorkommen. Der Autor dieses Buches ist Psychoanalytiker und die von ihm festgehaltenen Gedankengänge regen zum Nachdenken an. Nicht wenige Verhaltensweisen unserer Fellkugeln erscheinen nach der Lektüre dieses Buches in einem anderen Licht. Mich persönlich haben zahlreiche Textpassagen dazu gebracht, nach dem Lesen kurz (oder auch länger 😉 ) inne zu halten und mir das Ganze durch den Kopf gehen zu lassen. Die einfache Sprache der Texte macht auch die abwegigsten Gedanken des Autors leicht verständlich.

Was mir an diesem Buch nicht gefällt

Zuallererst fällt auf, dass die Absätze im Text ellenlang sind, ja schier unendlich zu sein scheinen. Dadurch verliert man leicht die Übersicht und die Lust, weiter zu lesen. Oft schweift der Autor ab und die Texte werden langatmig. Größtenteils sind im Buch nur niedliche Geschichten aus dem Katzenalltag des Autors zu lesen. Vergleiche oder Erwähnung von objektiven, verhaltensbiologischen Quellen sind – so rar sie auch gesät sind – leider kaum bis gar nicht zu finden.

Der Autor erzählt Geschichten und interpretiert diese aus seinem eigenen Blickwinkel, manchmal wirkt das Buch mehr wie ein "Geschichten-Band über Katzen". Der Fakt, dass das ganze Buch nur auf einer einjährigen Beobachtung der eigenen 5 Katzen des Autors beruht, erklärt, warum manche Schlussfolgerungen zu wenig facettenreich ausfallen.


Fazit für mich:

Das Buch "Katzen lieben anders" ist ein recht spezielles Katzenbuch und mit Sicherheit nichts für die Mehrheit unter uns Katzenhaltern. Es enthält keine wissenswerten Fakten oder dringend benötigtes Wissen. Es ist eher ein Buch für zwischendurch – für Leser, die Muße haben zu lesen, gerne nachdenken und andere Sichtweisen kennenlernen. Für Katzenhalter, die auch gerne mal philosophieren und nicht immer ein "Richtig oder falsch" brauchen, ist dieses Buch sicher einen Kauf Wert.

Wenn man bedenkt, dass das Buch sehr preiswert (da gebraucht) zu haben ist, ist die Anschaffung auch bei Nicht-Gefallen kein großes Ärgernis. Du solltest allerdings Zeit und einige ruhige Minuten haben, wenn du dich an die Lektüre dieses Buchs setzt – für mal-eben-schnell-herunterlesen ist dieses Buch definitiv nichts!

Mein Fazit in Kürze
Jeffrey M. Masson, "Katzen lieben anders", 1. Auflage, Preis ab 2€
Optik & Struktur
 
Lesefreundlichkeit
 
Praxisbezug
 

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zuletzt überarbeitet: 16.Dezember. 2019
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Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Mein Name ist Miriam. Vor 19 Jahren zog die erste Katze bei mir ein. Dabei habe ich viele Anfängerfehler gemacht und aus ihnen gelernt. Also beschloss ich, mich durch Fachlektüre und -vorträge weiterzubilden. Das Ergebnis davon kannst du unter Anderem hier im Blog nachlesen.


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