Buchkritik

Buch “Katzen haben 7 Leben”

Das Buch "Katzen haben 7 Leben - Vorurteile und Irrtümer auf dem Prüfstand" von Sabine Schroll

Das Buch "Katzen haben 7 Leben - Vorurteile und Irrtümer auf dem Prüfstand" von Sabine Schroll

07. August 2015 Lesezeit ca.: 5 Min., 20 Sek.  
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Als bekennende Leseratte – und "Fan" von Frau Dr. Sabine Schroll – freue ich mich über jede ernstzunehmende Lektüre. Ob Bücher über die Ernährung, Haltung oder das Verhalten von Katzen: neugierig bin ich immer ;) Mit dem Buch, das ich euch heute vorstellen möchte, geht die Autorin so ziemlich in jeden Bereich, der rund um die Katze wichtig ist und befasst sich mit den häufigsten Irrtümern. Logisch, dass ich das lesen musste ;) Heute gebe ich euch einen kleinen Einblick in diese interessante Lektüre.

Infos zum Buch:
Titel: "Katzen haben 7 Leben – Vorurteile und Irrtümer auf dem Prüfstand"
Verlag: Cadmos
Autorin: Sabine Schroll
Preis: 12,95€
ISBN: 978-3-8404-4020-5
Seitenzahlen: 80 Seiten
Auflage: 2014
Softcover

Inhalt und Aufmachung

Das Buch umfasst insgesamt 80 Seiten. Die dünne schwarze Schrift ist auf mattem Papier gedruckt. Das Buch enthält keine Farbfotos, dafür aber zahlreiche, liebevoll gestaltete Zeichnungen. Die Kopfzeile einer jeden Seite enthält den Titel des jeweiligen Kapitels und seine Unter-Überschrift. Die einzelnen Kapitel – es gibt insgesamt 4 – sind durch eine Seite mit Kapiteltitel, Unter-Überschrift und Katzenzeichnung voneinander abgegrenzt. Jedes Kapitel beginnt mit einem großen, grauen Initialbuchstaben, dessen Bestandteil eine Katze ist. Die einzelnen Überschriften sind fett gedruckt und in rot/braun gehalten. Insgesamt sind 38 Themen/Irrtümer angesprochen.

Das Buch beginnt mit einer 3-seitigen Einleitung, welche die Intention des Buchs erklärt. Kapitel 1 "Katzengesundheit – Mehr Wissen schafft mehr Wohlbefinden" dreht sich rund um die Gesundheit der Katze. Hier werden auf 15 Seiten beispielsweise Vorurteile über die Kastration, über Ernährung und körperliche Fähigkeiten abgehandelt. Die folgenden 18 Seiten bilden das zweite Kapitel: "Katzenverhalten – eine andere Art verstehen lernen". Es behandelt die "üblichen" Irrtümer wie "Katzen sind Einzelgänger", "Katzen sind aus Protest unsauber" oder "Katzen schnurren, weil sie sich wohlfühlen" ebenso wie das Sozialverhalten, Haltungsformen und Haltungs-Probleme.

Das dritte Kapitel trägt den Titel "Katzenbiologie – Klare Fakten gegen schräge Ansichten". Es erstreckt sich auf 14 Seiten. Inhaltlich werden beispielsweise Genetikfragen (auch im Zusammenhang mit der Persönlichkeit), Sinnesleistung der Augen, Trinkverhalten und Grünpflanzen-Beknabbern angesprochen. Die folgenden 18 Seiten bilden das vierte Kapitel: "Katzenmythen – Wissen statt Aberglauben". Hier werden Vorurteile besprochen, die vor allem das Zusammenleben mit der Katze betreffen: "Katzen kann man nicht erziehen", "Katzen und Hunde verstehen sich nicht" und "Katzen ersticken Babys, indem sie sich auf sie legen" sind Beispiele für die in diesem Kapitel angesprochenen Inhalte. Aber auch Themen zum Verhalten, zur Geschichte der Katze und ihrem Orientierungssinn sind zu finden.

Es folgen ein dreiseitiges Nachwort, Quellen und Literaturtipps, sowie eine Seite Werbung für weitere Bücher aus dem Cadmos-Verlag.

Was mir an diesem Buch gefällt

Die Sprache, der sich die Autorin bedient ist durchweg recht einfach gehalten – teilweise auch humorvoll. Die Antworten zu den jeweiligen Irrtümern beginnen in der Regel mit einem kurzen und bündigen "Richtig" oder "Falsch". Erst danach folgen detaillierte Erklärungen und Begründungen. So kann auch der ungeduldigste Leser sich schnell einen Überblick verschaffen. Sehr gut finde ich auch, dass die Autorin in mehreren Themen klar macht, dass sich Hund und Katze von ihren körperlichen Eigenheiten und vom Verhalten her unterscheiden. So wird beispielsweise erklärt, dass permentin-haltige Anti-Parasitenmittel zwar für den Hund verträglich, für die Katze aber giftig sind. Auch, dass Katzen im Gegensatz zum Hund nicht Fasten dürfen wird ebenso erklärt wie die unterschiedliche Verträglichkeit von Kortison, die Unterschiede in Verdauung und Domestizierung. Die Autorin erklärt ebenso, warum der Trinknapf nicht neben dem Fressnapf stehen sollte und auch, wie man Trinkstellen für die Katze attraktiver machen kann.

Insgesamt werden die gängigsten Vorurteile leicht verständlich und mit Zusammenhängen angesprochen. Viele der einzelnen Texte behandeln weitere wichtige Themen quasi im Nebensatz – ganz selbstverständlich, so dass der Leser auch andere Informationen gleich mit aufnimmt. Die angegebenen Quellen machen es leicht, die Inhalte nachzuprüfen und sich weitere Infos einzuholen.

Was mir an diesem Buch nicht gefällt

Im Grunde gibt es nur drei Dinge, die mich an diesem Buch stören, zwei davon drehen sich um die Ernährung: die Autorin erklärt in den Texten zu den Vorurteilen "Katzen werden nierenkrank von Trockenfutter" und "Katzen kann man nicht vegetarisch ernähren", dass beides falsch wäre. Stattdessen wird behauptet "Entsprechend hochwertiges und katzengerechtes Trockenfutter wird eine Katze ebenso wenig zur nierenkranken Katze machen…" (Zitat Seite 13). Dem kann man, wenn man ein wenig Ahnung von der Katzenernährung hat, nicht zustimmen. "Trockenfutter" und "katzengerecht" schließen sich per se schon aus: zu wenig Flüssigkeit, oft zu viele pflanzliche Inhaltsstoffe und zu hohe Kohlehydratmengen (auch in den "hochwertigen" Trockenfuttermarken) sind definitiv nicht katzengerecht. Ob eine solche Fütterung jedoch in einer Nierenerkrankung mündet, ist wohl von vielen Faktoren – Vererbung, Medikamente, nicht zuletzt auch Glück – abhängig.

Ein weiterer Abschnitt spricht davon, dass eine vegetarische Ernährung der Katze "rein theoretisch und mit viel Aufwand" möglich wäre (Zitat Seite 23). Auch, wenn die Autorin klar macht, dass Pflanzliches für die Katze weniger gut verwertbar ist und vegetarisches Futter mit zahlreichen Zusätzen angereichert werden müsse, ist meiner Meinung nach die Schlussfolgerung, dass eine vegetarische Kost für die Katze möglich wäre, nicht zutreffend. Dazu sind zu viele Faktoren im Spiel, die Nährstoffe und Eiweiße aus pflanzlichen Quellen für die Katze (fast gänzlich) wertlos machen.

Dass anklebbare Krallenkappen als "elegante Lösung" (Zitat Seite 31) für langanhaltende Fremd-Kratzprobleme erwähnt werden, lässt mich nun auch nicht wirklich in Begeisterung ausbrechen.



Fazit für mich:
Das Buch ist – bis auf ein paar kleine "Aussetzer" – durchgehend aufschluss- und lehrreich. Es ist einfach zu verstehen, flüssig zu lesen und bietet dem aufmerksamen Leser viele nützliche Infos. Zusammenhänge und Hintergründe werden detailliert beleuchtet und so manch einem Katzenhalter wird es sicher in mancher Hinsicht die Augen öffnen. Vielleicht wäre dieses Buch auch interessant für so manchen Tierarzt ;) – auf jeden Fall aber etwas für die Anfänger unter uns Dosis.

zuletzt überarbeitet: 07.Juli. 2019
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Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Ich bin 36 Jahre alt und halte seit 18 Jahren Katzen. Derzeit lebe ich mit meinen beiden Katzen Janis und Lara im schönen Ruhrpott. Meine Neugier treibt mich seit zehn Jahren dazu, mein Wissen über Katzen ständig zu erweitern. Auf diesem Blog geht es nicht nur um persönliche Erfahrungen, sondern auch um praxisnahe Tipps und die Wissensvermittlung.

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