Buchkritik

Buch “Katzen gesund ernähren”

Das Buch "Katzen gesund ernähren" von Dr. med. Vet. Michael Streicher

Das Buch "Katzen gesund ernähren" von Dr. med. Vet. Michael Streicher

08. April 2014 Lesezeit ca.: 3 Min., 39 Sek.  
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Unser heutiger Testbericht befasst sich mit dem Buch "Katzen gesund ernähren" aus dem Gräfe und Unzer-Verlag – kurz: GU. Da dieses Buch von einem Tierarzt geschrieben wurde, machte mich sein Inhalt natürlich mehr als neugierig. Ich möchte euch das Buch näher bringen und euch einen Überblick über den Inhalt bieten. Auch eine abschließende Bewertung findet ihr – wie immer – in dieser Buch-Rezension.

Infos zum Buch:
Titel: "Katzen gesund ernähren"
Verlag: GU
Autor: Dr. med. vet. Michael Streicher
Preis: 7,99€
ISBN: 978-3-8338-2678-8
Erscheinungsjahr: 2013 (1. Auflage)
Seitenzahlen: 64 Seiten
Einband: Softcover

Inhalt und Aufmachung

Das Buch ist farbenfroh und übersichtlich gestaltet. Je nach Kapitel werden verschiedene Farben für Überschriften, Bildunterschriften und Grafiken genutzt. Wichtige Tipps und Infos sind farblich hervorgehoben und setzen sich so gut vom restlichen Text ab. Die enthaltenen Farbfotos sind gut ausgewählt und zeigen tolle, zum Text passende Motive.

Das Buch besteht insgesamt aus 3 groben Kapiteln. Kapitel eins bringt dem Leser auf 12 Seiten die Grundlagen der Katzenernährung nah. Anatomie, Sinnesleistungen, Knochenbau, sowie Unter-, Normal- und Übergewicht werden hier angesprochen. Die folgenden 22 Seiten bilden das zweite Kapitel, welches sich mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Fertigfutter (trocken und nass) und Barf befasst. Hier wird ebenso auf die Deklaration und Zusammensetzung von Fertigfuttern eingegangen.

Das dritte Kapitel besteht ebenfalls aus 22 Seiten. Es thematisiert die speziellen Ernährungsanforderungen bei Krankheiten und in den verschiedenen Lebensstadien der Katze.

Was mir an diesem Buch gefällt

Die Inhalte zu Ernährungsmythen, sowie zur Fütterung von Katzen-Senioren und Kastraten sind gut erklärt. Allgemeine Regeln zur Fütterung werden knapp und gut verständlich vermittelt. Die Inhalte zu Deklaration und Zusammensetzung von Fertigfutter sind sehr sachlich und gut recherchiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern zur Katzenernährung gibt der Autor hier keine Mythen, Vorurteile oder Werbelügen weiter.

Die Hinweise zur Zubereitung von selbstgekochter Nahrung sind wichtig und gut erklärt. Auch das Thema "Barf" wird sehr gut, ausführlich und vorurteilsfrei beschrieben, Tipps und Zubereitung hierzu sind hilfreich und gut. Die Inhalte zum Abnehmen und zur Futterumstellung sind ausführlich erklärt, die gegebenen Tipps sind klar formuliert.

Auch die Informationen zur Vorbeugung und Behandlung von Übergewicht und Verstopfung sind hilfreich und gut erklärt. Zur Vorbeugung und Behandlung von Zahnstein wird Zähneputzen und Rohfleisch empfohlen, der Autor spricht sich gegen spezielle Snacks zur Zahnreinigung aus. Wichtig ist auch, dass erwähnt wird, dass Trockenfutter zu Harnsteinen führen kann und die Katze – im Gegensatz zum Hund – keinesfalls Fasten darf.

Im dritten Kapitel sind vor allem die Inhalte zu Arthrose, Allergien, Darmerkrankungen, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Diabetes und Lebererkrankungen ausführlich und hilfreich.

Was mir an diesem Buch nicht gefällt

Leider sind die Inhalte zur Fütterung von Fisch zu allgemein gehalten. Als Routinemaßnahmen werden Entwurmungen und Impfungen empfohlen, ohne auf die Notwendigkeit einer individuellen Betrachtung einzugehen. Die Inhalte zu Zucker und Kohlenhydraten sind meiner Meinung nach nicht besonders prickelnd.

Die aufgeführten Rezeptbeispiele sind meiner Meinung nach nur abgewandelt zu gebrauchen, nur eines von den neun abgedruckten Beispielen ist brauchbar. Die restlichen acht haben – trotz einer im Buch angegebenen Empfehlung von 10-15% (was eigentlich auch immer noch zu hoch ist) – einen Gehalt an pflanzlichen Zutaten von 11-35%. Leider sind die Erklärungen zu Harnwegserkrankungen, Herzinsuffizienz und Tumorerkrankungen zu kurz und wenig hilfreich. Die gegebenen Ernährungstipps für diese Krankheiten sind zu wenig ausführlich.

Der Inhalt zu chronischer Niereninsuffizienz (CNI) ist für mich sehr enttäuschend ausgefallen: die Erklärung zur Krankheit selbst ist mager, die Diättipps wenig hilfreich. Es wird beispielsweise keine Erklärung dazu abgegeben, warum und weshalb Getreide im Futter einer CNI-kranken Katze nichts zu suchen hat. Stattdessen wird von "in Pflanzen vorkommende Aminosäuren, denen eine Schutzfunktion für das entzündete Nierengewebe zugesprochen wird" (Zitat aus dem Buch) geschrieben.



Fazit für mich:
Meiner Meinung nach ist das Buch zu wenig differenziert. Beim Lesen hat man den Anschein, dass jedes Futter toll wäre und kaum Nachteile hätte – wenn man mal vom Aufwand für Barf- und selbstgekochte Mahlzeiten absieht, die sehrwohl erwähnt werden. Speziell zur Ernährung bei bestimmten Krankheiten hätte ich mir mehr, fundiertere und ausführlichere Infos gewünscht. Insgesamt ist das Buch zum Einstieg nicht schlecht, aber auch nicht überragend.

zuletzt überarbeitet: 07.Juli. 2019
Aufrufe insgesamt: 2457

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Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Ich bin 36 Jahre alt und halte seit 18 Jahren Katzen. Derzeit lebe ich mit meinen beiden Katzen Janis und Lara im schönen Ruhrpott. Meine Neugier treibt mich seit zehn Jahren dazu, mein Wissen über Katzen ständig zu erweitern. Auf diesem Blog geht es nicht nur um persönliche Erfahrungen, sondern auch um praxisnahe Tipps und die Wissensvermittlung.

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