Buchkritik

Buch “Katzen digital fotografieren”

Das Buch "Katzen digital fotografieren" von Jana Weichelt

Das Buch "Katzen digital fotografieren" von Jana Weichelt

01. November 2012
Lesezeit ca.: 2 Min., 51 Sek.  

2 Kommentare

Drei meiner Hobbies sind Bücher, Fotografie und Katzen. Da ist ein Buch über Katzenfotografie doch ideal, dachte ich mir. Ich bekam es zum letzten Weihnachtsfest geschenkt – mit den besten Absichten. Ich bilde mich immer gerne weiter, schaue mir gern Fotos an und sauge Tipps zu meinen Interessensgebieten förmlich auf. So schlug ich auch dieses Buch voller Neugier auf.

Infos zum Buch:
Titel: "Katzen digital fotografieren"
Verlag: Markt + Technik
Preis: (variiert, nur noch gebraucht erhältlich)
ISBN: 978-3827240859
Seitenzahlen: 200 Seiten


Inhalt und Aufmachung

Das Buch ist 200 Seiten stark und enthält zahlreiche seitenfüllende Farbfotos. Fast alle Fotos sind im Studio entstanden, nur etwa eine Hand voll wurde draußen aufgenommen. Die Hintergründe und Accessoires sind leider nicht besonders ideenreich oder kreativ. Ich bin der Meinung, ein Buch, das einem Tipps geben soll, wie man seine Stubentiger am besten ins rechte Licht rückt, sollte mehr Tipps zur Gestaltung vor der Bildretusche geben.

Die Schrift ist groß und gut leserlich, die Kapitel klar gegliedert. Optisch hervorgehobene Infokästen und Programm-Screenshots machen das Nachvollziehen der Tipps recht übersichtlich.
Man merkt, dass die Fotos den größten Teil des Inhalts tragen sollten, der konkrete Inhalt der Texte ist leider schwach. Es werden teilweise Tipps gegeben, die sich für Anfänger oder weniger ambitionierte Fotografen schwer umsetzen lassen.

So wird besonderes Augenmerk auf die Fotografie im Studio gelegt. Der Teil, in dem Katzen in ihrer häuslichen Umgebung (also vollkommen ungestellt) fotografiert werden, fällt mit etwas mehr als einer Seite fast komplett unter den Tisch. Da fragt man sich doch, welcher Anfänger gleich ein komplett eingerichtetes Studio hat – oder gar haben möchte.

Weitere Tipps sind für halbwegs begabte Menschen, die eine Suchmaschine bedienen können, ein alter Hut. Knappe 50 Seiten des Buchs beschäftigen sich also mit dem Fotografieren an sich. Es wird größtenteils erklärt, wie man Katzen in künstlicher Umgebung mit künstlichem Licht in Szene setzt. Auch ein paar fotografische Grundlagen wie beispielsweise die Messmethoden für Belichtung, Scharfstellung und Tiefenschärfe finden sich erklärt.

Aber auch diese Informationen sind -weitaus besser erklärt- mithilfe jeder Suchmaschine zu finden. Es ist gut, dass sie erwähnt werden, aber Anfänger werden den Erklärungen im Buch nicht recht folgen können. Und vermutlich auch keine digitale Spiegelreflex haben, an der sie die angesprochenen Einstellungen vornehmen können.

Die restlichen 150 Seiten des Buches drehen sich rund um die Bildbearbeitung und Präsentation. Retusche, Farbkorrektur und das Einarbeiten von Rahmen um das Bild sind zum Beispiel Themen dieses Bereichs. Insgesamt fallen die Beschreibungen sehr allgemein, also sehr wenig Katzenfoto-spezifisch aus. Im Grunde hätten diese Erklärungen auch in jedem anderen Fotografiebuch zu finden sein können.

Fazit für mich:

Der bessere Titel für dieses Buch wäre meiner Meinung nach "Katzenfotos digital bearbeiten" gewesen. Auf die eigentliche Aufnahme der Fotografie, das kreative Einsetzen von Accessoires, die interessante Bildgestaltung und das Einfangen spannender Motive wird nicht besprochen. Stattdessen wird – wie ich finde – reproduzierbarer Einheitsbrei geboten, der leider nicht einmal besonders gut ist. Fotos von den kleinen Raubtieren können Spannung und Emotion erzeugen, wie ihr das anstellt, wird in diesem Buch jedenfalls meines Erachtens nicht erklärt. Lest euch lieber Tipps im Netz an und spart das Geld für das Buch für Spielzeuge, um eure Tiger vor der Kamera ein wenig anzuregen.

zuletzt überarbeitet: 07.Juli. 2019
Aufrufe insgesamt: 3134

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Über Miriam

Miriam hält Katze Janis auf dem Arm

Ich bin 36 Jahre alt und halte seit 18 Jahren Katzen. Derzeit lebe ich mit meinen beiden Katzen Janis und Lara im schönen Ruhrpott. Meine Neugier treibt mich seit zehn Jahren dazu, mein Wissen über Katzen ständig zu erweitern. Auf diesem Blog geht es nicht nur um persönliche Erfahrungen, sondern auch um praxisnahe Tipps und die Wissensvermittlung.

Hier findest du uns auch noch: Info-SeiteFacebookYouTube

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2 Antworten zu “Buch “Katzen digital fotografieren””

  1. Elke sagt:

    Hallo Miriam,
    so langsam stöbere ich durch “ältere” Einträge ;-)
    Ich mag einfach, wie klar und gut Du Dinge auf den Punkt bringst!
    Und welch enorme Arbeit hinter Deinem Blog steckt, HUT AB!!!
    Also, ein dickes DANKESCHÖN und bis demnächst…
    Elke

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