17.Mai 2018 11:26 Uhr aus unserem Alltag 4

Tiffys großer Tag

Lesezeit ca.: 3 Min., 21 Sek.

Gestern war Tiffys großer Tag. Wie ich euch vor ein paar Tagen berichtet hatte, war es beschlossene Sache, dass ein Blasenultraschall an meiner alten Dame durchgeführt werden sollte. Unser Hausdoc und ich hatten damals ebenso abgesprochen, noch eine Zahnreinigung und eine Blutabnahme dran zu hängen. Wenn sie schonmal liegt, wollten wir das auch gleich richtig nutzen. So hat mein Helikopter-Katzenmutterherz dann auch gleich Gewissheit, wie es um Tiffys Gesundheitszustand bestellt ist.

Die Untersuchungen

Die Zähne sind laut Doc in einem relativ guten Zustand, der Zahnstein hat allerdings gewütet – vielleicht auch mit ein Grund für die beiden Blasenentzündungen in so kurzer Zeit. Beim Ultraschall durfte ich – wie ihr unschwer erkennen könnt ;) – dabei sein. Zu meiner großen Freude hat der Doc auch hier gleich einen "Rundumschlag" gemacht: nicht nur Blase und Nieren wurden wie gewünscht näher angeschaut, sondern auch Darm, Magen, Leber, Milz und Bauchspeicheldrüse.

Laut Einschätzung des Docs – ich bin in Anatomie ne Niete – sieht auch da alles ganz gut aus. Die Blasenwand ist glatt, nicht verdickt und es ist nichts drin, das Grund zur Besorgnis geben würde. Die Nieren seien ein klein wenig verändert. Der Doc hat mir alles ausführlich gezeigt und erklärt – ich durfte also beim Check auch gleich noch eine Menge lernen.

Der Anruf

Am Abend noch habe ich einen Anruf erhalten: die Blutergebnisse seien da. Kreatinin und Harnstoff seien erhöht. Und zwar durchaus nicht wenig. Mir wurde sehr ausführlich erklärt, worauf ich bei nierenschonender Diät zu achten hätte und zwar ganz ohne Panikmache und Unsinn ;) Kenn ich zwar schon alles, aber schön, dass der Doc da auch fit ist ❤ Das ist ja leider selten. Und für mich ist es mehr als sehr erfreulich.

Insgesamt sprach der Doc von einer "leichten, beginnenden Niereninsuffizienz". Die Werte zur Schilddrüse erhalten wir heute Abend.

Die Entscheidung

Zusammen mit Blutbild, Nierenultraschall und Urintest (ihr erinnert euch: es wurde eine minimale Eiweißausscheidung festgestellt) steht für mich die Entscheidung fest, dass es ab sofort bis auf Weiteres teilweise angepasste Rohfütterung geben wird. Das ist ja kein großes Brimborium und bricht mir auch keinen Zacken aus der Krone – auch, wenn ich von der Diagnose nicht wirklich überzeugt bin. Schließlich hatten wir diese "Diagnose" vor Jahren schon einmal gestellt bekommen, da stellte sie sich als falsch heraus. Auch heute bin ich aus mehreren Gründen mehr als skeptisch.

Da auch Entzündungen (nicht nur an Zähnen, Zahnfleisch und Blase), Rohfütterung und zahlreiche andere Faktoren Harnstoff, Kreatinin und Eiweißausscheidung mit dem Urin beeinflussen, werde ich in ein paar Monaten ein weiteres Blutbild anfertigen und noch einmal den Urin prüfen lassen. Einfach, um zu prüfen, ob hier wirklich eine Nierenproblematik vorliegt. Ich möchte es genau wissen und Tiffys Therapie und Fütterung entsprechend anpassen, sollte es sich als Fakt herausstellen.

Sollte wirklich eine Niereninsuffizienz vorliegen – Tiffy zeigt keinerlei typische Symptome – haben wir sie hoffentlich früh entdeckt. Das Blutbild im Ganzen und die derzeitigen Umstände geben jedenfalls Aufschluss, auch dieses Mal durchaus an der Diagnose zu zweifeln.

Emotionen? – Wissen frisst Angst!

Ich hätte erwartet, dass so eine Nachricht mich erschüttert. Aber um ehrlich zu sein, bin ich momentan ruhig und zuversichtlich. Einerseits bin ich noch nicht wirklich von der Diagnose überzeugt – andererseits habe ich mittlerweile genug Wissen angehäuft, um ohne Angst entscheiden zu können, was zu tun ist.

Und mal im Ernst: es überrascht mich nicht, dass mit 17 Jahren auch meine Katze Problemchen bekommt. Wir hatten bisher einfach viel Glück. Aber vielleicht haben wir das ja immer noch und das nächste Blutbild gibt Entwarnung ;) Aber selbst wenn nicht, wird hier weiterhin alles getan, damit Madame ein unbeschwertes Leben haben kann. Sie ist und bleibt "meine" Tiffy. Auch im Alter. Auch bei Krankheit. Daran gibt es nichts zu rütteln.

917 vor 4 Wochen

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Miriam Knischewski

Über Miriam


Miriam ist 35 Jahre alt und lebt seit 17 Jahren mit Katzen zusammen. Vor neun Jahren begann sie, ihr Wissen über artgerechte Katzenhaltung durch die Recherche in verschiedenster Fach-Lektüre zu erweitern. Mit jeder Menge Neugier und (Galgen-)Humor teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten. Nebenbei hat sie bereits ein Buch veröffentlicht, gibt Seminare zur Rohfütterung und hält Vorträge über verschiedene Aspekte der artgerechten Katzenhaltung. Himbeeren und Sushi machen ihr das Leben mit ihren drei pelzigen Sklaventreiberinnen erträglicher.

Vielen Dank für das Ausdrucken dieser Seite. Weiterführende Infos zum Thema, aber auch viele andere interessante und wichtige Themen findest du auf www.Katzen-fieber.de. Bitte beachte, dass auch die Bilder, Texte und Grafiken dieser Druckversion dem Urheberrecht unterliegen. Jegliche Weiterveröffentlichung ist untersagt. Das Zitieren der Texte ist nur mit Erlaubnis und Link zur Quelle erlaubt.

bisher wurden 4 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. Ahoi Miriam,
    sag wurde der SDMA wert gemacht? Bei Laboklin ist der im geriatischen BB mit drin. Das ist der Früherkennungswert für CNI. Meiner Tootsie 15j. wurde auch bei einem TA cni angedichtet und was war garnichts die werte und der später genommene SDMA voll im Rahmen.
    Grüßle Ulli

    • Huhu Ulli!
      Ich hab ehrlich gesagt gar nicht danach geschaut, ob der SDMA auch drin ist (hab jetzt geschaut: ist er nicht). Um ganz ehrlich zu sein, nehm ich das Ganze derzeit so wenig ernst, dass ich mir da keine Gedanken drum mach, ob da weitere Diagnostik nötig wäre oder ob alles zusammen passt *schäm* Wobei ja auch der SDMA nicht immer "richtig" ist… *grübel*

  2. hallo miri,

    lass dich nicht verrückt machen.

    es ist mit den miezen, wie mit den menschen.

    laut laborbefunden müßte icke im pflegebett liegen.

    NIX DA!

    ick hopse frech und munter durch die gegend.

    laborrichtwerte zeigen den durchschnitt an, nicht das eines einzelwesen.

    knuddeldich tina

  3. Hallo liebe Miriam,

    weil ich das mit den Untersuchungen auch bereits selbst mit Katzel erlebt habe, danke ich hiermit für diesen guten Bericht dazu. Das läuft doch immer gleich ab und wichtig bleibt – nicht in Panik bzw. Angst geraten.

    lg

    R.

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