26.Januar 2018 18:00 Uhr Zubehör , Pflegeprodukte 4

Mini Pet Trimmer CP-1178

Lesezeit ca.: 8 Min., 6 Sek.

Mit zwei langhaarigen Perserdamen ist mir so mancher Kampf mit Fellknoten bekannt. Weil ich bei Knoten recht pingelig bin und sie schnell, aber für die Katzen schonend beseitigen möchte, hatte ich schon lange über eine Schermaschine nachgedacht. Ich benutze sie aber nur im Ausnahmefall. Daher kommen für mich teure und große Maschinen nicht in Frage. Umso mehr habe ich mich über den Lesertipp bezüglich dieses Mini Trimmers gefreut. Heute möchte ich eich meine Meinung dazu schreiben.

Lieferumfang, Hersteller und Preis

Der Mini Pet Trimmer CP-1178 der Marke "PCS" wird für die chinesische Firma "Ningbo Chaoshun Electric Appliance CO. LTD" hergestellt. Er wird scheinbar in vielen Farben hergestellt, ich konnte ihn auf dem deutschen Markt jedoch nur in schwarz/grün (siehe Foto) finden. Er kostet – je nach Bezugsquelle – 6,99 – 9,90€ und wird im Paket mit Wende-Aufsatz (3/6mm), Reinigungspinselchen und Ölfläschchen verkauft.

Maße und Energieversorgung

Der Trimmer ist 14cm lang, 3cm breit, 2,5cm tief und wiegt etwa 75g. Für Antrieb sorgt eine AA-Batterie, welche dem Paket nicht beliegt. Der Deckel des Batteriefachs wird durch einfache Plastik"ärmchen" gehalten und lässt sich leicht öffnen.

Sicherheit und Pflege

Mir wurde empfohlen, den Trimmer ohne Aufsatz zu verwenden (siehe nächster Punkt). Natürlich habe ich zunächst an mir selbst probiert, ob der Trimmer dann nicht einschneiden kann. Ergebnis: Er schneidet ohne Aufsatz auch bei Druck nicht in die Haut. Die grobe Reinigung mit dem beigelegten Mini-Reinigungsbürstchen geht einfach. Auch das Ölen der Messer ist kinderleicht: Öl auf die Messer, kurz anschalten und fertig. Die ZooPlus-Produktbeschreibung spricht übrigens davon, die Messer auch während des Scherens alle paar Minuten zu ölen. Das mache ich bewusst nicht: ein Ölfilm im Fell ist weitaus schlimmer als ein Knoten. Dafür öle ich die Messer nach jeder Benutzung.

Wichtig: für dickes Lang- und Deckhaar soll sich der Trimmer nicht eignen. Die Mädels hier haben feines Langhaar, da klappt das Scheren sehr gut.

Unsere Erfahrungen mit diesem Produkt

Der Mini Trimmer liegt gut in der Hand, ist leicht und bequem zu handhaben. Zudem ist er recht leise. Ohne den Aufsatz schneidet er zuverlässig. Mit Aufsatz hat er sich bei uns mehr im langen Fell verfangen und daran gezogen als zu schneiden. Ohne Aufsatz ist es möglich, das Fell bis auf die Haut zu kürzen oder – mit den Fingern als "Abstandshalter" – nur die Längen zu schneiden.

Ich habe die Mädels langsam an den Trimmer gewöhnt (ein paar Worte darüber verliere ich im Video zur Desensibilisierung/Gegenkonditionierung). Sie haben keinerlei Probleme mehr damit, wenn sie ab und zu mal rasiert werden und genießen es teilweise sogar – für Leckerchen als Belohnung kann man eben auch mal still liegen :D Das schrittweise Training war mir extrem wichtig, weil ich viel Wert darauf lege, dass meine Tiere möglichst viel kennenlernen und auch freiwillig und gerne mitmachen. Ebenso ist das für mich sehr wichtig, weil ich eben allein lebe und nunmal nur zwei Hände habe – um alleine eine wild herumzappelnde Katze zu bändigen und zu scheren bräuchte ich wohl acht Arme :D So werden die Mädels jetzt auf die Seite gerollt, geschoren und zucken mit keiner Wimper. Das ist vielleicht auch für spätere Tierarztbesuche wichtig. Das unangenehme Einweichen und Abknibbeln der Silbersprayreste an Laras Kastrationsbauch hat uns das Scheren jedenfalls schonmal erspart: Bauchi wurde einfach geschoren.

Ich nutze das Teil vor allem, um in bestimmten Situationen oder an besonders empfindlichen Stellen (z.B. Achseln oder Oberschenkeln, während des Fellwechsels) hartnäckige Knötchen schnell zu entfernen. Ich bin keine Freundin davon, an empfindlichen Stellen minutenlang rumzubrüsten, der Katze vielleicht weh zu tun und sie zu stressen. Dann lieber 2 Sekunden scheren. Ebenso gibt es in regelmäßigen Abständen für beide Langhaarmädels eine fesche A*schfrise – beide sind nämlich "etwas" tolpatschig und empfindlich, was nen verschmutzen Auspuff angeht – ich sowieso ;) Mir ist lieber die Mädels sehen stellenweise wie gerupfte Hühner aus, als wenn sich Filzknoten oder gar ganze -platten bilden, empfindliche Haut einreißt oder sich entzündet. Ich bin da pragmatisch: Haare wachsen nach und bei mir muss keiner nen Schönheitswettbewerb gewinnen.

Exkurs: detaillierte Trainingsbeschreibung

Da unsere Leserin Nic nach einer detaillierteren Beschreibung des Trainings gefragt hatte, möchte ich euch kurz etwas dazu schreiben, wie ich meine Katzen an den Trimmer gewöhnt habe. Vielleicht kann euch das als Anregung dienen. Ich beginne bei einem solchen Training immer damit, dass ich die neuen Gegenstände beim Kuscheln, beim Streicheln usw. – also bei positiven Situationen – in der Nähe der Katzen liegen lasse. Ganz ohne Bewegung oder sonstwas. Nur da liegen. Die Mädels dürfen schnüffeln, pföteln, ignorieren. Sich eben einfach ohne Zwang dran gewöhnen und es als "ungefährlichen" Gegenstand einspeichern. Danach habe ich den Trimmer mit zu unserem "Pflegeplatz" genommen: der Teppich in der Diele, auf dem alle unsere Pflege- und Medikamentenrituale stattfinden. Damit war schonmal klar, dass auch der Trimmer irgendwie dazu gehört. Und dass er auch da immer noch harmlos ist. Der nächste Schritt war das Zeigen des Trimmers: ich habe die Mädels ermutigt, an ihm zu riechen und ihn zu berühren. Das wurde belohnt – in unserem Fall mit Leckerchen ;)

Da die Mädels recht unerschrocken sind, konnte es gleich mit dem nächsten Schritt weitergehen: ganz kurz – etwas von den Katzen entfernt – anschalten und wieder belohnen. Daraufhin habe ich die Länge des "Angeschaltet-seins" langsam gesteigert und immer wieder belohnt. Darauf folgt dann die schrittweise Annäherung an die Katze im angeschalteten Zustand. Hier müsst ihr aufpassen, falls eure Katzen neugierig sind: Nasen oder Pfoten sollten nicht an das angeschaltete Gerät gedrückt werden. Auch die Annäherung wird belohnt.

Beim nächsten Schritt müsst ihr sehr vorsichtig vorgehen und genau schauen, wie viel eure Katzen tolerieren. Denn es geht jetzt um Berührungen mit dem Gerät. Bei etwas schissigeren Katzen macht es sicherlich Sinn, den Trimmer erst einmal im ausgeschalteten Zustand an die Katze zu halten und auch nur Körperregionen zu berühren, die nicht ganz so "intim" sind: Rücken, Oberkopf usw. Die sensibleren Stellen geht ihr dann an, wenn die Katze die Berührungen schon kennt und nichts dagegen hat. Natürlich werden diese Berührungen belohnt. Sind eure Katzen etwas wagemutiger oder habt ihr die "ausgeschalteter-Trimmer-berührt-Katze-Phase" hinter euch, gehts an das Training der Berührungen im angeschalteten Zustand. Auch diese werden selbstverständlich belohnt. Da die Katzen das Surren des Trimmers schon kennen, ist die Vibration in den meisten Fällen nicht mehr ganz so überfordernd. Würde die Katze beides nicht kennen, könnte das schnell Angst machen. Auch die Berührungen mit dem eingeschalteten Gerät erfolgen erst wieder an Stellen, die nicht so empfindlich sind. Bei Janis habe ich damit am Rücken angefangen: Gerät anschalten und einfach mit dem Griff leicht an den Rücken anlegen – Belohnung. Die Dauer der Berührung und das Ausweiten auf andere Körperstellen sollte wieder in Abstimmung mit der Katze erfolgen und von vielen tollen Belohnungen begleitet werden.

Zuletzt erfolgen dann erste kleine "Testrasuren", die wieder belohnt werden: Gerät anschalten, an die Katze halten und 5mm an der Haut entlang rasieren oder auch nur die Spitzen kürzen – Belohnung. Im Idealfall könnt ihr eure Katze so schonend und mit Spaß daran gewöhnen, sich das Scheren freiwillig gefallen zu lassen. Nur das stille sitzen kann bei manchen Katzen problematisch sein *zu Lara schiel* :D Aber auch das kann man ja trainieren ;) Bei uns hat das beschriebene Training eine knappe halbe Stunde gedauert – es kann sich aber durchaus auch über Wochen hinziehen, je nachdem, wie draufgängerisch eure Katzen sind. Wichtig ist bei der ganzen Sache eben schrittweises gewöhnen und langsam Angst nehmen. Und wenn ihr wollt, auch Belohnung. Denn damit gehts meist schneller :D

Meine Meinung zu diesem Produkt

Der kleine handliche Trimmer hat uns hier so einige Situationen vereinfacht. Besonders dann, wenn Janis während des Bürstens wieder ihre Tobsuchtsanfälle bekommt oder Lara einfach nur weiterwibbeln will, ist "schnipp-schnapp" deutlich nervenschonender als ewig langes Rumbürsten und -ziehen. Der Trimmer tut, was er soll, hatte bisher keine Ausfälle und die Messer sind auch nach mehrmaliger Nutzung scharf. Für unsere Ansprüche genügt er vollkommen und ist wohl sogar besser geeignet als große, schwere und teure Geräte (mit Netzstecker). Ich kann das Teil auch mal eben beim Kuscheln auf dem Sofa nutzen, wenn ich wieder etwas entdeckt habe ;) Ich habe bisher für unsere Zwecke nur Vor- aber keine Nachteile gefunden. Wenn er nicht gebraucht wird, liegt er eben in der Ecke: bei dem extrem niedrigen Preis brauche ich mich dann auch nicht ärgern.

Fazit für mich

Der Mini Pet Trimmer CP-1178 ist ein preisgünstiges Gerät, das sich zum Scheren und Kürzen kleiner Fellareale gut eignet. Er ist relativ leise, liegt gut in der Hand und ist nicht schwer. Außerdem ist das Schneiden damit sicher. Für ab-und-zu mal kann ich das Teil nur empfehlen. Für Ganz-Körper-Scheren oder größere Filzplatten ist es meiner Einschätzung eher weniger geeignet. Da sollte man dann doch lieber zu einem guten, großen Gerät greifen.

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Miriam Knischewski

Über Miriam


Miriam ist 35 Jahre alt und lebt seit 17 Jahren mit Katzen zusammen. Vor neun Jahren begann sie, ihr Wissen über artgerechte Katzenhaltung durch die Recherche in verschiedenster Fach-Lektüre zu erweitern. Mit jeder Menge Neugier und (Galgen-)Humor teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten. Nebenbei hat sie bereits ein Buch veröffentlicht, gibt Seminare zur Rohfütterung und hält Vorträge über verschiedene Aspekte der artgerechten Katzenhaltung. Himbeeren und Sushi machen ihr das Leben mit ihren drei pelzigen Sklaventreiberinnen erträglicher.

Vielen Dank für das Ausdrucken dieser Seite. Weiterführende Infos zum Thema, aber auch viele andere interessante und wichtige Themen findest du auf www.Katzen-fieber.de. Bitte beachte, dass auch die Bilder, Texte und Grafiken dieser Druckversion dem Urheberrecht unterliegen. Jegliche Weiterveröffentlichung ist untersagt. Das Zitieren der Texte ist nur mit Erlaubnis und Link zur Quelle erlaubt.

bisher wurden 4 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. Hallo Miriam, lustigerweise lag der Trimmer bereits im Warenkorb als dein Bericht erschienen ist.

    Nach dem ich gelesen hatte wie gut er bei deinen Katzen und dir angekommen ist, hab ich die Bestellung dann auch abgeschickt.

    Heute ist er angekommen und wurde gleich am Kater ausprobiert. Da der Trimmer wirklich sehr leise ist und der Kater nicht ängstlich, hat es nur 5 Leckerlis gedauert, bis er mir seinen Popo freiwillig hingehalten hat.

    Er hat zwar keine langen Haare, aber als BKH sehr dichtes Unterfell und das eben auch um den Popo herum. Bisher wurde der immer mit dem Waschlappen bearbeitet, wenn das Fell mal wieder verklebt war. Das gehört jetzt hoffentlich der Vergangenheit an.

    Vielen Dank für den Bericht. Liebe Grüße, Bine

    • Huhu Bine!
      Es freut mich, dass der Trimmer auch bei euch so gut ankommt. Ich drück euch die Daumen, dass der nächste Einsatz wegen voller Hosen noch lange auf sich warten lässt :D

  2. Hallo Miriam,

    mein Kater hat ziemlich langes Fell an den Pfoten zwischen den Ballen und rutscht deswegen beim Rennen ab und zu mal aus.

    Würdest du den Trimmer auch zum Pfoten-Haar-Kürzen empfehlen? Natürlich sollen die Haare nicht komplett weg, nur etwas kürzer werden.

    VG Julia

    • Huhu Julia!
      Genau dieses Problem hab ich mit meinen beiden Plüschdamen ja auch ;) Dadurch, dass an so einer Pfote ja auch Ballen dran sind, die als "Abstandshalter" fungieren, bekommst du die Haare dort ohnehin nicht ganz weg. Kürzen kannst du die Haare mit dem Teil jedoch bequem und schnell.

Schreib mir, was du darüber denkst







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