06.Oktober 2017 18:00 Uhr Selbstgemacht , Clickertagebuch 8

[Kurztipp] gesunde Leckerchendrops selber machen

Lesezeit ca.: 4 Min., 50 Sek.

Regelmäßige Leser wissen, dass ich recht pingelig bin, was die Ernährung meiner Katzen angeht. Und dass bei uns geclickert wird. Momentan sind wir in einer Phase, in der seeeehr viel geclickert wird, denn ich drehe gerade Videos zum Thema für euch ;) Dementsprechend wandern hier gerade auch sehr viele Leckerchen in die Mägen meiner drei pelzigen Damen. Da ist es mir natürlich wichtig, auch auf gesunde Leckerchen zurückzugreifen. Ich bin weder bei der Hauptnahrung noch bei Leckerchen der größte Fan von "Fertigkram", also mache ich die Leckerchen fürs Clickern selbst. Beim Katzentag am vergangenen Wochenende habe ich den Teilnehmern ein paar davon mitgebracht. Es scheint, als kämen diese Leckerchen auch bei anderen Katzen sehr gut an. Darum habe ich versprochen, das Rezept mit euch zu teilen.

Zutaten

  • 500g Hackfleisch
  • 2 mittelgroße Eier
  • 2-6 gestrichene Esslöffel Bierhefe (Flocken oder Pulver)

Ich nehme Putenhackfleisch für die Leckerchen. Einerseits halten sich die Leckerchen aus magerem Hackfleisch länger, andererseits verzichte ich aufgrund Tiffys Allergie auf Huhn. Ihr könnt das Ganze natürlich auch mit magerem Rinder- oder anderem Hack ausprobieren. Falls ihr kein Bierhefepulver besorgen könnt, könnt ihr auch einfach Bierhefetabletten klein mörsern. Verwendet ihr Bierhefeflocken, sollten die Esslöffel nicht ganz so akkurat gestrichen oder eine größere Menge verwendet werden ;)

Sowohl die Eier als auch die Bierhefe dienen in diesem Rezept der Konsistenz der Leckerchen: würden wir beides weglassen, würden die Leckerchen wohl in unserer Hand zerbröseln – und das wollen wir ja nicht ;) Theoretisch wäre es auch möglich, Katzenminze oder Ähnliches einzumischen. Da ich aber weder davon, noch von Getreide oder Getreidemehl in Katzenleckerchen begeistert bin, gibt es das bei uns nicht.

Tipp: Die liebe Mel hat gefragt, ob ich auch die Eierschale verwendet habe. Tatsächlich kann das nämlich Sinn machen. Einerseits, um die Leckerchen mit Kalzium aufzupeppen – andererseits, um das Kalzium/Phosphor-Verhältnis in eine günstigere Richtung zu verschieben. Das kann nicht nur bei nierenkranken Katzen angeraten sein. Also: die Schalen eines Eis mahlen und mit in die Leckerchenmasse ;) Wenn ihr das macht, könnt ihr einen Esslöffel Bierhefe abziehen.

Die "Dropsmatte"

Ich hatte euch vor einiger Zeit berichtet, dass ich mir für die einfache Portionierung von selbstgemachten Leckerchen eine spezielle Silikonbackmatte gekauft hatte. Diese hat auf der Oberseite kleine Noppen, die eigentlich dazu dienen, das Fett des Garguts im Ofen ablaufen zu lassen. Umgedreht dienen die Noppen jedoch als Mulden, in die wir Leckerchenmasse schmieren können. Wir sparen uns so das lästige Portionieren und bekommen in einem Rutsch über 500 gleich große kleine Leckerchen. Gerade beim Clickern ist es ja wichtig, dass die einzelnen Leckerchen klein genug sind, damit sie schnell gefressen werden können. Diese Matte gibts auch mit Pyramiden. Ihr könnt die Leckerchen natürlich auch von Hand formen, das ist allerdings recht mühselig und erfordert eine Veränderung bei der Backzeit und -temperatur.

Zubereitung

die Drops sind zum Nachtrocknen noch lose im Ofen

Die Zubereitung der Leckerchemasse ist keine Kunst: alles in eine große Schüssel und vermischen. Achtet darauf, dass sowohl Eier als auch Bierhefe gut verteilt sind. Um die Masse in der umgedrehten Backmatte zu verteilen, muss sie eine schmierige Konsistenz haben. In dem Fall sollten 2-3 Esslöffel Bierhefe reichen. Möchtet ihr die einzelnen Leckerchen von Hand formen, solltet ihr mehr Bierhefe verwenden und die vorgeformten Leckerchen auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Leckerchenstangen zu formen wäre so auch möglich. Dazu könnt ihr euch zum Beispiel eine Tülle aus einem Gefrierbeutel basteln: Leckerchenmasse in den Beutel, eine Beutel-Ecke abschneiden und Leckerchenmasse portioniert herausdrücken. Wenn ihr das möchtet, könnt ihr die Stangen vor dem backen auch noch einkerben, damit sie sich später leichter brechen lassen.

Habt ihr die Leckerchenmasse in der Noppenbackmatte verteilt, kommt sie nun für etwa 20 – 30 Minuten bei etwa 75 – 100 Grad in den Backofen. Bitte vergesst nicht, die Backofentür ein wenig geöffnet zu lassen, damit die Feuchtigkeit der Leckerchen entweichen kann: ein in die Tür geklemmter Kochlöffel hilft hier. Die Leckerchen werden in der Backmatte eher gekocht als getrocknet, darum behalten sie auch nach dem Ofen eine saftige Konsistenz. Wenn ihr sie noch ein wenig trocknen möchtet, löst ihr die Leckerchen aus den Noppen der Backmatte heraus und verteilt sie lose auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech: 10 Minuten im warmen, ausgeschalteten Ofen sollten ausreichen, damit sie rundherum trocknen, innen aber saftig bleiben. Gerade diese saftige Konsistenz scheint vielen Katzen besonders zu gefallen. Aus 500g Hack habe ich so etwa 250g fertige Leckerchendrops bekommen.

Nutzt ihr keine Noppen-Backmatte, werden die Leckerchen eher getrocknet als gekocht. Hier ist es wichtig, sich an die Backtemperatur und -zeit heranzutasten, damit ihr die gewünschte Konsistenz erreicht. Meine Versuche zeigten bei 75 Grad und 15 – 20 Minuten Backzeit die besten Ergebnisse: innen nicht mehr roh, aber außen auch nicht zu trocken. Auch hier bleibt die Ofentür ein wenig geöffnet.

Lagerung

Da die Leckerchen nicht trocken, sondern eher saftig sind, sind sie nicht lange haltbar. Das solltet ihr bereits bei der Menge der Leckerchenmasse beachten: bekommen eure Katzen nicht viele Leckerchen, macht es Sinn, lieber kleinere Mengen herzustellen. Lagert die Leckerchen kühl und trocken, sonst schimmeln sie euch weg. Ich lagere die Drops in einem Schraubglas oder Papier-Brotbeutel im Kühlschrank und hole sie kurz vor der Verfütterung raus, damit sie nicht mehr kühlschrankkalt sind. So halten sie sich bei uns etwa eine Woche, je nachdem wie trocken sie sind und wie trocken sie gelagert werden. Damit die enthaltene Feuchtigkeit bei der Lagerung keine Probleme macht, lege ich meist noch ein mit Reis gefülltes Textilbeutelchen in den Aufbewahrungsbeutel.

2517vor einer Woche

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Über Miriam


Miriam ist 34 Jahre alt und lebt seit 16 Jahren mit Katzen zusammen. Vor acht Jahren begann sie, ihr Wissen über artgerechte Katzenhaltung durch die Recherche in verschiedenster Fach-Lektüre zu erweitern. Mit jeder Menge Neugier und (Galgen-)Humor teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten. Nebenbei hat sie bereits ein Buch veröffentlicht, gibt Seminare zur Rohfütterung und hält Vorträge über verschiedene Aspekte der artgerechten Katzenhaltung. Himbeeren und Sushi machen ihr das Leben mit ihren drei pelzigen Sklaventreiberinnen erträglicher.

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bisher wurden 8 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. super Idee – werde ich direkt mal ausprobieren, gibt es vielleicht noch einen Link zur Backmatte – das wäre klasse, da könnte man sich das lange Suchen ersparen (meist sieht man die ja nur von oben und nicht unten. Dankeschön für all die tollen Tests – wenn ich mir nicht sicher bin, schau ich hier immer vorbei :-) – LG Tina – mit Bill, Pete, Totti und Sherlock

  2. Hallo Miriam,

    habe auch auf dem Katzentag im TH GE das Bestechungspulver und die Leckerchen gekauft.
    Das Pulver hat beide Katzen überzeugt, die eher unbeliebten Sorten bestimmter Futtermarken (ich bestelle oft sog. Mixpakete bei ‚Sandra‘)zu fressen.
    Die Leckerchen werden von beiden Katzen nahezu ‚inhaliert‘
    Ich denke dadurch auch schnelle Fortschritte/Erfolge beim soeben begonnenem Clickertraining! :-)
    Danke also auch von mir für das Rezept und deine Arbeit es für deine Leser online zu stellen!!!
    Gruß aus der Feldmark

    • Huhu Birgit!
      Schön, dass beides so gut bei euch ankommt und die Clickererfolge gebührend gefeiert werden können ;) Viel Spaß und Erfolg weiterhin!

  3. Hallo :)
    Finde das Rezept super und würde es gerne ausprobieren!
    Kann ich anstatt der Bierhefe auch die Vit B Allcura Kapseln nehmen? Wenn ja, wie viele Kapseln sind empfehlenswert?
    Danke schonmal für deine Antwort! :)
    Lg jenniferp

    • Huhu Jennifer!
      Nein, die Komplex-Kapseln eignen sich nicht als Ersatz. Wie im Beitrag geschrieben, gehts bei der Bierhefe um die Verbesserung der Konsistenz. Das kann man mit den Kügelchen aus den Kapseln nicht erreichen.

  4. Hallo Liebe Miriam,
    habe heute mal dein Rezept nach gemacht und unsere drei Samptpfoten sind völlig verrückt danach. Ich würd sagen wird fest in den Ernährungsplan aufgenommen, insofern unser Kami nicht davon Kotzt…was er hin und wieder mal bei anderen Leckerchen tut wegen der Kanten.
    LG

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