30.August 2017 18:00 Uhr aus unserem Alltag 13

Lara im neuen Zuhause – Tag 4- 10

- oder: der Wahnsinn nimmt seinen Lauf

Lesezeit ca.: 5 Min., 2 Sek.

10 Tage ist Lara nun schon hier. Und wir alle vier balancieren verdächtig nah am Rande des Wahnsinns :D Es ist unglaublich viel Leben in der Bude und die beiden Großen fühlen sich scheinbar wieder in ihre Kittenzeit zurückversetzt. Ich schwanke minütlich zwischen Lachen, "Du bist strunzdumm, Katze" und "Nein, Lara – Pfui!". Langeweile gibts hier nicht – Schlaf übrigens auch kaum :D

Alltag

Kuscheln mit zwei Perserbällen ist seit Tagen schon Routine. Alleine kuscheln ist noch nicht drin, aber ich sehe eindeutige Zeichen, dass das nicht mehr lang dauert ;) Alleine zu zweit kuscheln ist 2 Minuten vor Veröffentlichung dieses Artikels das erste Mal passiert ❤ Ohnehin folgt Lara entweder mir oder Janis auf Schritt-und-Tritt. Fangen spielen geht wunderbar. Polternd und am besten mitten in der Nacht. Bei der täglichen Beautyroutine (Bürsten, Augen säubern) hocken beide Mädels so nah beieinander, dass man nur durch die unterschiedliche Fellfarbe Anfang und Ende der jeweiligen Katze findet. Lara ist natürlich noch viel zu wibbelig, um beim Bürsten still zu halten, aber wir arrangieren uns ;)

Insgesamt ist Fauchen sehr selten geworden. In der Regel kommt es nur dann, wenn beide Perserchen sehr nah aufeinanderhocken und einer der beiden eine überraschende, ruckartige Bewegung macht. Selbst Tiffy faucht nur noch, wenn Lara wirklich extrem rempelt. Alles in allem ist die Zusammenführung also auf einem unglaublich guten Weg. Sind wir ehrlich miteinander: Ja, Kitten ist süß, Kitten ist niedlich und sooo tolpatschig – aber verdammt, es ist auch ungeheuer anstrengend!

Janis, der sensible Hofnarr

Janis wird von manchen unserer Freunde liebevoll "Prinzessin" genannt. Unter uns: sie ist eher der Hofnarr. Ich hab hier also eine verrückte Königin und zwei Hofnarren. Janis ist wieder voll Kitten und ihre tollpatschige Ader macht das Ganze noch etwas entzückender ;) In den ersten Tagen hatte sie Durchfall: so reagiert sie immer auf Stress. Zudem war ihr am Gesicht abzulesen, dass sie mehr Nähe zu mir möchte. Seit ich sie extra betüddele, ist der Durchfall weg, sie ist besser gelaunt und fordert wieder Nähe ein. Sie ist eben ein Sensibelchen ❤

Tiffy, die verrückte Königin/Hexe

Tiffy ist Janis und auch Lara gegenüber extrem aufgeschlossen. So sehr, dass ich ganz neue Seiten an der alten Dame entdecke. Mir war schon lange klar, dass sie Perser gründsätzlich als "harmlos" einstuft – "Danke" an Teddy und Kasi! – und Mädels eh lieber mag. Aber dass sie selbst die nervige Mistkröte so sehr akzeptiert, dass sie nach ein paar Tagen von sich aus auf sie zugeht, hat mich doch sehr überrascht.

Lara, der hyperaktive Flummi

Lara hat sich nicht nur gut eingelebt, frisst und spielt gut, sie hat hier auch jede Menge Neues entdeckt, das man durcheinander bringen kann. :D Erziehung bei einem Kitten ist immer mit Arbeit, Geduld und Konsequenz verbunden. Bei diesem kleinen Flummi umso mehr :D Ich versuche also, ernst genommen zu werden, während ich mit sanfter Strenge "Pfui, Lara" vor mich hinlache :D

Und tatsächlich ist nach der 50. oder 60. "Ermahnung" Wirkung zu erkennen. Es gibt nur eine Sache, auf die sich Lara lang genug konzentriert, um auch mal ein paar Minuten still zu sitzen: aus dem offenen – abgesicherten – Fenster gucken. Da macht sie dem ambitioniertesten "Kontroll-Renter" ernstzunehmende Konkurrenz :D Nachts schläft sie sogar dort.

Pläne und Organisatorisches

Das Clickertraining mit Lara werde ich in den nächsten Tagen starten und auch den Doc werde ich in der kommenden Woche wegen der Kastration ansprechen. Ich peile Mitte bis Ende September an: dann ist Lara knapp 5 Monate alt und sollte sich gut genug eingelebt haben. Die Registrierung bei Tasso habe ich in den vergangenen Tagen schon durchgeführt.

Highlights aus den letzten Tagen

"Schrecksekunde":
Gepolter und lautes Rauschen mitten in der Nacht. Ich schrecke hoch. Einbrecher? Eine Entführung durch Aliens? Nein, nur Lara, die am Fönkabel gespielt, ihn dabei heruntergerissen und angeschaltet hat…

"ein dringendes Bedürfnis":
Ich bin im Bad. Janis sitzt wie immer wartend davor. Ich höre ein hohes, glockentonähnliches Gurren *brrrt* und Lara drängelt sich in Windeseile an uns vorbei – ab aufs Klo. "Aus dem Weg! Ich muss. DRINGEND!"

"Arschbombe in den Wassernapf":
Lara turnt auf dem Fernsehschrank herum. Vor dem Fernseher her. Hinter dem Fernseher durch. Dann ein Ausrutscher mit dem Vorderfuß. Kopf voran der Schwerkraft folgend, schafft sie es erstaunlicherweise doch, sich im Plumsen zu drehen. Und landet mit Popo und Bauch platschend im Wassernapf. Danach natürlich gleich auf den Wohnzimmertisch. Und schütteln…

"einen Eindruck Abdruck hinterlassen":
Flurwoche. Ich stelle den Putzeimer in die Dusche und lasse Wasser einlaufen. Ich schnappe mir den vollen Eimer, ziehe die Wohnungstür zu und erledige, was erledigt werden muss (ich hasse Flurwischen!). Aus den Augenwinkeln sehe ich noch etwas schwarz/rotes, das auf dem Wannenrand balanciert. Als ich mit dem Wischen fertig bin, öffne ich die Wohnungstür und entdecke gleich im Eingangsbereich einen verwischten Wasser-Ar***-Abdruck. Als ich hoch schaue, blicke ich in zwei herzige braune Kulleräuglein: "War ich gar nicht!" – klar :D Nasser Hintern und Schwanz und in der gesamten Wohnung Pfotenabdrücke – gut, dass das nur Wasser war :D

"Grobmotorik":
Ich komme mit Besuch von einem längeren Spaziergang nach Haus, schließe die Wohnungstür auf und werde von drei verpennten Katzen empfangen. Klein-Lara möchte auf den Arm und streckt sich also im Halbschlaf an der Wand soooo hoch, wie es der kleine Pummelkörper erlaubt. Ein gleichzeitiges Gähnen ist dann zuviel, um sich noch zu konzentrieren. Der fehlende Grip durch die langen Zehenhaare tut sein Übriges: Lara rutscht ausgestreckt der Länge nach aus und plumst wie ein Kartoffelsack auf die dicke Wampe. Und bleibt ausgestreckt zum Schlafen liegen.

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Über Miriam


Miriam ist 34 Jahre alt und lebt seit 16 Jahren mit Katzen zusammen. Vor acht Jahren begann sie, ihr Wissen über artgerechte Katzenhaltung durch die Recherche in verschiedenster Fach-Lektüre zu erweitern. Mit jeder Menge Neugier und (Galgen-)Humor teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten. Nebenbei hat sie bereits ein Buch veröffentlicht, gibt Seminare zur Rohfütterung und hält Vorträge über verschiedene Aspekte der artgerechten Katzenhaltung.

Himbeeren und Sushi machen ihr das Leben mit ihren drei pelzigen Sklaventreiberinnen erträglicher.


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bisher wurden 13 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. Hallöle,
    Ich kicher hier vor mir hin beim lesen. Es kommt mir ja so einiges sehr bekannt vor.
    Unser kleiner Rabauke hier will uns partout nicht gehorchen! Ich fühle mich wie ein Papagei… Mick… komm das runter…. MicK Nein…

    Tja… er hat es zumindest soweit geschafft, daß ich meine Deko noch höher gestellt habe bzw. komplett im Schrank verstaue.
    Er kommt nun auf das Sideboard, Bilderrahmen stehen nachmittags anders als morgen…

    Aber ich will ihn nicht mehr missen… er wickelt mich förmlich mit seinem Blick ein!

    • :D Wenn wir jemanden lieben, gehen wir eben bei nicht ganz so wichtigen Sachen gern auch einmal Kompromisse ein – ist hier ja nicht anders :D Ich werde jedenfalls so schnell keine Langeweile haben und mir auch keine Gedanken darüber machen müssen, wie ich Zeit totschlage :D

  2. Hallo Miriam,
    zu niedlich, Deine kleine Maus. Und man sieht,daß Deine beiden großen Mädels ihr freundlich gesonnen sind. Aber, um Himmelswillen, was schwimmt da grünes in Deiner Badewanne? 😂
    L.G. Rita

  3. Liebe Miriam,

    Danke für die Erinnerung. Ich habe doch glatt vergessen, wie anstrengend und erschreckend so ein Biestlein sein kann, wenn es alles von Schränken und Fensterbretter fegt, Kabel anknabbert, mit einer übersehenen Glasscherbe spielt und für den Fund gelobt werden will. Ich dachte nur völlig verzückt: “Ich will auch so ein piepsendes Krümelmonster!” Mein Tag ist also sehr fröhlich ausgeklungen😸.
    Die Dia-Show ist mir erst heute aufgefallen, ist chic🐾.

    Viele liebe Grüße

    Sybille

  4. Hahahaha… ;O))

    Hallo, Miriam,

    du kannst so wunderbar und unterhaltsam schreiben, es ist IMMER eine Freude deine Berichte egal welcher Art zu lesen, weiter so!!

    Herzliche Grüße und die besten Wünsche für euch
    Sabine

  5. Tja, und das haben wir seit genau 22 Tagen und 9 Stunden im Doppelpack ;-) Eben sind sie gerade bei der x-ten Fernseher-Umrundung vom Tisch abgerutscht …
    Und ein unfreiwilliges 1/2 Wasserbad hat Finja im zu feuchten Grastopf inzwischen auch schon hinter sich: https://wolletest.blogspot.de/2017/08/unsere-kleine-graue-welt.html

    Ich gebe zu, mir hat wirklich davor gegraut nach fast 16 Jahren nun nochmals katzenkinder-gerecht zu denken und all’ den Kleinkram für die nächsten Monate bis Jahre sicher zu verpacken. Aber dafür gibt es jetzt Lebensfreude pur. Auch wenn mein Tag nun meist wieder zwischen 2 und 4 Uhr morgens beginnt – je nachdem wann die Kinder Hunger haben oder wie intensiv sie sich am Abend zuvor kaputt gespielt haben.

    Ich kann mir lebhaft vorstellen wie unterhaltsam es bei Euch zur Zeit ist :-))
    LG Silke

    • Bei euch auch zwischen 2 und 4 Uhr? Hier auch – das scheint wohl internationales Kittengesetz zu sein :D

      • Bei uns ist das aber nicht so schlimm. Wolfgang ist Nachtschwärmer und ich Früh’aufsteher’. Meist übernimmt er das Nachtprogramm mit Schmusen, Bespaßen und notfalls die Mitternachtssnacks, während ich dann meist aufwache wenn er gerade einschlafen will ;-)
        Davon profitiert jetzt übrigens auch wieder Allegra, denn die hat in den frühen Morgenstunden häufiger Hunger oder braucht dann etwas Aufmerksamkeit – bisweilen maunzt sie und weiß wohl nicht wo sie ist. Kinder und Senioren nehmen sich da nicht viel. Die Wochen bevor Maus das Fressen einstellte, bekam sie nachts meist auch 2 bis 4x kleine Futterportionen und musste mehrfach beschmust werden … ;-)

      • ❤ Schmusebacken sind und bleiben Schmusebacken – egal, in welchem Alter :D

  6. Wenn sie Jung sind, sind sooo lustig und man könnte Stundenlang zuschauen. Man erstaunt recht wieviele Ideen so ein kleines Tier hat und alles muss ausprobiert werden!!! Weiter so

    • :D "Lustig" ist es tagsüber :D Wenn das kleine Monster dich nachts mehrfach wachmacht oder Unsinn baut, ist das schon anstrengend :D Aber ich hab es nicht anders gewollt und irgendwann hat Flummi sich auch an meinen Schlafrythmus gewöhnt. Daran glaube ich ganz fest :D :D

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