25.August 2017 18:00 Uhr Recherche 0

Betrug beim Rassekatzenverkauf – Fazit? (4/4)

Lesezeit ca.: 4 Min., 23 Sek.

Die ersten drei Teile dieser Artikelserie befassen sich damit, wie beim Rassekatzenkauf betrogen wird, wie ihr einen seriösen Züchter findet und wie ihr gegen Betrüger vorgeht. Im heutigen Artikel möchte ich ein kleines Fazit zum Thema ziehen.

Folgende Teile umfasst die Artikelserie:
Teil 1/4: "So wird betrogen"
Teil 2/4: "So gehts richtig"
Teil 3/4: "Wie dagegen vorgehen?"
Teil 4/4: "Fazit?"

Kann ich jemals wirklich sicher sein?

Die schlechte Nachricht ist: Nein, ihr könnt niemals sicher sein, dass ihr nicht doch auf ein schwarzes Schaf hereinfallt. Weder beim seriösen Züchter, noch im Tierschutz. Dennoch lohnt die Suche zu eurem Wohl und dem Wohl des Tieres. Selbst, wenn ihr noch so viel Wissen habt, noch so viel recherchiert und noch so viele unterschiedliche Leute fragt. Es kommt leider durchaus vor, dass ein schwarzes Schaf schon jahrelang sein Unwesen treibt und auch andere Leute davon wissen, aber nichts sagen oder ihn gar noch decken.

Auch, wenn man als Liebhaber häufig wenig davon mitbekommt: Züchter untereinander sind sich nicht immer "grün". Manch einer startet laute Hetzkampagnen und streut Gerüchte, obwohl er selbst es ist, der Dreck am Stecken hat. Manche "Hetzkampagne" hat aber durchaus seine Richtigkeit. Nur, weil Viele mitmachen, muss noch lange nicht mehr als Neid und Ablenken von eigenen Fehlern dahinterstecken. Es kann also voll nach hinten losgehen, wenn man der Empfehlung eines anderen Menschen glaubt.

Auch hat man als Liebhaber oft wenig Wissen im Bereich Genetik, Linienzucht, Erbkrankheiten und die Verlässlichkeit von Zuchtdokumenten. Da kann es durchaus sein, dass der Stammbaum auf den ersten Blick stimmig aussieht, beim genaueren Hinsehen aber aus komplett erfundenen Angaben besteht – mit Absegnung vom ausstellenden Zuchtverein.

Aus eigener Erfahrung kann ich euch nur empfehlen, dass ihr zudem zwischen persönlicher Sympathie und Einschätzung der Seriosität eines Züchters strikt trennt. Es mag sein, dass ihr diesen Mensch durchaus als Freund bezeichnet und seine Pläne unterstützenswert findet: letztlich sind es aber Taten, die zählen. Und wer zeigt, dass er das Wohl der Tiere missachtet, kann noch so einer guter Freund, aber eben kein seriöser Züchter sein. Und ein seriöser Züchter muss nicht euer bester Freund sein, kann aber trotzdem seine Sache als Züchter hervorragend machen.

Abschreckende Einzelfälle oder roter Faden?

Jedem, der bis hierhin gelesen hat, ist klar: Papiere und Vereinszugehörigkeit allein sind nur die ersten Indikatoren, um seriöse Züchter von schwarzen Schafen zu unterscheiden. Auch zahlreiche Ausstellungserfolge sind noch lange kein Hinweis darauf, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Es gab in der Vergangenheit nicht nur einen Züchter, der auf Ausstellungen abräumte und seine Tiere zuhause "unbemerkt" verwahrlosen lies.

Also ja: es gibt die "guten", die "mittelmäßigen" und die ganz unseriösen "Züchter" mit Vereinszugehörigkeit und Papieren. Auch, wenn durch diese Artikelserie vielleicht der Eindruck entsteht: es ist nicht die Regel, dass Käufer von Züchtern mit Papieren extrem über den Tisch gezogen werden. Das ist wohl eher der Ausnahmefall. Allerdings ein Ausnahmefall, der, wenn er bekannt wird, weite Kreise zieht und eine Menge Aufmerksamkeit erregt. Ich persönlich muss aber leider sagen, dass ich die Anzahl der für mich wirklich seriösen Züchter als eher gering einstufe. Allerdings setze ich auch sehr hohe Prioritäten.

Ganz anders sieht da meiner Erfahrung nach die Verteilung bei Vermehrern ganz ohne Papiere aus: hier ist es eher sehr selten, dass man nicht über den Tisch gezogen wird oder ein vollkommen gesundes Tier erhält. Die Vermehrung der Tiere erfolgt in fast allen Fällen ohne Sinn und Sachverstand, ohne Vosichtsmaßnahmen und umfassende Gesundheitsvorsoge. Fehlendes Grundwissen, kleine bis große Lügen, verschwiegene oder aufgebauschte Informationen sind hier leider oft die Regel. Und viele Liebhaber fallen drauf rein, weil das Gegenüber "so sympathisch, ein guter Freund oder Mensch" ist. Solchen Leuten traut man es nicht zu, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Besonders dann nicht, wenn man sich in der Thematik der Erb- und Infektionskrankheiten, der selektiven Zucht und der Gesundheitsvorsorge nicht wirklich auskennt. "Kater auf Katze" kann schließlich Jeder, passiert sogar auch ganz unbeabsichtigt von allein :( Ich vermute, der Unterschied liegt hier auch darin, dass Menschen, die sich gewissen Regelungen unterwerfen und sich die Mühe einer Vereinssuche und Catterygründung machen, in vielen Fällen achtsamer sind und ein ganz anderes Bewusstsein für die Problematiken und Schwierigkeiten einer Zucht haben.

Insgesamt würde ich aber auch sagen, dass es sich lohnt, viel Mühe in die Suche nach einem guten Züchter zu stecken. Wenn man eine Rassekatze möchte, die einen möglichst guten Start ins Leben hatte, kommt man ohnehin nicht darum herum.

Für alle anderen gilt: Wer es sich nicht zutraut, einen guten Züchter mit Papieren zu finden, geht eben ins Tierheim oder zu den zahlreichen Tierschutzvereinen und Pflegestellen und lässt sich dort vom zukünftigen Für-immer-Mitbewohner finden. Aber auch da ist Vorsicht geboten: viele schwarze Schafe sind leider schon lange mitten unter uns… Aber das ist ein anderes Thema für vielleicht einen anderen Blogartikel ;)

417vor 3 Wochen

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Über Miriam


Miriam ist 34 Jahre alt und lebt seit 16 Jahren mit Katzen zusammen. Vor acht Jahren begann sie, ihr Wissen über artgerechte Katzenhaltung durch die Recherche in verschiedenster Fach-Lektüre zu erweitern. Mit jeder Menge Neugier und (Galgen-)Humor teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten. Nebenbei hat sie bereits ein Buch veröffentlicht, gibt Seminare zur Rohfütterung und hält Vorträge über die artgerechte Katzenhaltung. Himbeeren und Sushi machen ihr das Leben mit ihren drei pelzigen Sklaventreiberinnen erträglicher.

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