21.Juli 2017 18:00 Uhr Testberichte , aus unserem Alltag 1

[Wunschthema] Wie ich Produkte teste

Lesezeit ca.: 7 Min., 33 Sek.

Bei der Abstimmung zu eurem Wunschthema für diesen Monat hat das Thema "Wie ich Produkte teste" gewonnen. Da ich Wert auf Transparenz lege und eure Neugier – bis zu einem gewissen Grad – auch gerne befriedige, kommt nun also ein Beitrag dazu. Im Grunde ist das nix Besonderes, aber ihr wolltet es anscheinend genauer wissen ;)

Standard: die Struktur

Alle gesammelten Infos und Erfahrungen rund um ein getestetes Produkt werden stichpunktartig in eine zuvor vorbereitete Standardmaske für Testberichte eingetragen. So sind alle nach einer gewissen Struktur in immer der gewohnten Reihenfolge geordnet. Da ich für den Blog eine Software auf "meinem" Webspace installiert habe, kann ich Beiträge dort vorbereiten, mir Vorlagen erstellen und diese bei Bedarf duplizieren.

Das erleichtert mir das Schreiben, hilft mir dabei, nichts zu vergessen und alle Produkte unter gleichen Bedingungen zu testen. Besonders dann, wenn ich mehrere Produkte gleichzeitig teste, ist das wirklich hilfreich, um nicht durcheinander zu kommen. Bin eben tüddelig ;)

Vorauswahl der Produkte – selbst gekauft oder zur Verfügung gestellt?

Die Produkte müssen mich interessieren, sie müssen meinen Prioritäten entsprechen. Dass sie euch als Leser einen Mehrwert bieten ist mir auch wichtig. Ich nehme also nicht kostenlos an, das ich nicht auch selbst kaufen würde. Höchstens dann, wenn ich unentschlossen bin oder meine Meinung noch nicht gefestigt ist.

Ich lasse mir nicht vorschreiben, wie ich teste, wann ich teste und ob zu dem geschenkten Produkt letztlich wirklich etwas veröffentlicht wird. Es gibt durchaus Produkte, bei denen ich im Lauf des Testens gemerkt habe, dass ein entsprechender Testbericht dazu eher wenig interessant für euch wird. Dann geht der eben auch nicht online. Stattdessen gebe ich dem Hersteller meine Rückmeldung im Hintergrund per Mail durch.

Wer mit Gutscheinen, Provisionen oder Bezahlungen für Testberichte wirbt, wird gleich aussortiert. Auch Agenturen oder Hersteller, die darauf bestehen, dass Testberichte nicht gekennzeichnet werden ("zur Verfügung gestellt"), säge ich gleich ab: ich möchte meinen Kopf nicht für Unehrlichkeit und rechtswidrige Inhalte hinhalten und am Ende Abmahnungen kassieren. Daran habe ich kein Interesse. Vorgefertigte Texte werden hier ebenfalls nicht veröffentlicht und ob ich Links zu Produkten und Herstellern setze, entscheide ich ganz allein.

Diese Dinge bekommt bei mir Jeder zu lesen, der mir Produkte zur Verfügung stellen möchte. Bei denen, die damit einverstanden sind, erkundige ich mich dann noch einmal genauer über die angebotenen Produkte. Ist mein erster Eindruck nicht extrem negativ oder sogar positiv, erkläre ich mich in der Regel mit einer Zusendung einverstanden.

Schritt 1: Fotografieren, Messen, Wiegen, Infos einholen

Was verspricht der Hersteller? Dies ist mir nur insofern wichtig, dass ich besonders hervorgehobene Vorteile, die die Kaufentscheidung von Katzenhaltern sehr beeinflussen können, dann auch besonders unter die Lupe nehme. Und mit meinen eigenen Erfahrungen in der Realität vergleiche. Ansonsten ist der Werbesprech für mich vollkommen irrelevant. "Papier ist geduldig" und in der Werbung wird eben oft gelogen die Wahrheit "beschönigt". Von daher findet so etwas hier in den Berichten auch nur selten Platz. Ist ja schließlich keine kostenlose Werbebroschüre hier ;)

Welche häufigen Schwachpunkte wurden durch andere Verbraucher veröffentlicht? Auch das ist mir im Grunde genommen nur in sofern wichtig, dass ich dies mit unseren eigenen Erfahrungen vergleichen kann. Oder eben euch auf Dinge aufmerksam machen kann, die zwar bei uns nicht, dafür aber anderswo scheinbar häufiger passiert sind.

Bevor ich das Produkt auspacke oder den Mädels vorwerfe, werden zunächst Fotos gemacht. Dazu baue ich mein kleines Heimstudio für "auf-den-Tisch" (Table-Top-Studio ;) ) raus und schaue, welche Fotos euch den besten Überblick bieten. In der Regel turnen mir die Mädels dabei schon im Table-Top-Studio herum, klauen Leckerchen oder fangen an, mit dem Spielzeug zu spielen. Hier kann ich meist schon eine Tendenz erkennen, wie beliebt das jeweilige Produkt später wird.

Im Anschluss mache ich mich daran, das jeweilige Produkt und seine Maße zu ermitteln: wie schwer ist es, wie lang, wie breit? Auch die jeweiligen Details wie Klappen, Griffe und Schnüre werden abgemessen. Die jeweiligen Infos werden stichpunktartig in der Testbeitrag-Vorlage notiert.

Schritt 2: selbst testen

Bevor ich die Mädels endgültig ranlasse, teste ich das Produkt selbst erst einmal. Brechen oder reißen Einzelteile ab? Sind scharfe Kanten vorhanden und ist das Material wirklich stabil? Wie stabil sind Verklebungen und Verschraubungen? Ich möchte meinen Mädels kein Produkt vorsetzen, das schon bei der ersten Begutachtung durch mich Sicherheits-Schwachstellen zeigt. Dazu sind mir die pelzigen Angestellten doch ein wenig zu wichtig ;) Wie lässt sich das Produkt reinigen oder nachfüllen? Wie siehts mit Ersatzteilen aus? Brennen die Augentropfen? Zieht die Bürste in den Haaren? Wie riechen Streu, Leckerchen oder Futter?

Schritt 3: die Mädels dürfen ran

Diese Phase kann – je nach Produkt – Wochen dauern. Bei Streu, Spielzeugen oder Näpfen beispielsweise ist es mir wichtig, auch Erfahrungen über längere Zeit mit euch teilen zu können. Ab wann beginnt die Streu zu miefen? Bricht die Spielangel vielleicht nach 3 Wochen Benutzung entzwei? Mir reicht es nicht, den ersten Eindruck niederzuschreiben. Wir wissen alle, dass sich dieser oft von dem unterscheidet, was wir nach ein paar Wochen über das jeweilige Produkt sagen können. Die erste Euphorie ist verflogen, die ersten Mängel werden sichtbar: das kann man nur sehen, wenn man länger beobachtet und testet.

Mir ist wichtig zu sehen, wie die Mädels auf ein Produkt reagieren. Ist es zu laut? Hat es Sicherheitsschwachstellen? Ist es vielleicht sogar langweilig für meine Katzen? Was Futter angeht: Ich persönlich halte den Geschmack meiner Katzen und meine Meinung vollkommen auseinander. Ich kann Futter auch gut finden, wenn die Mädels es nicht mögen. Und andersherum, Futter, das meine Mädels lieben, für vollkommen ungeeignet halten. Für mich ist der Geschmack der Katzen kein Kriterium, das gutes Futter ausmacht. Zeigen sich allerdings ausgeprägte Verdauungsbeschwerden, so ist mir das durchaus eine Erwähnung wert. Einen Einfluss auf meine Meinung hat es eher nicht, denn jede Katze ist individuell: das Futter, dass bei meinen Katzen Flitzek**e auslöst, kann von euren Katzen super vertragen werden.

Schritt 4: Stichpunkte sortieren und ggfs. recherchieren oder nachfragen

Haben die Mädels und ich einen Einblick vom Produkt gewonnen, schaue ich mir noch einmal alle Stichpunkte an und sortiere sie in die spätere Reihenfolge. Bei manchen Dingen interessieren mich auch weitergehende Infos wie Färbemittel, Konservierungsstoffe, Rohstoffherkunft. Dies erfrage ich – soweit möglich – beim Hersteller. Enthält das Produkt ungewöhnliche Inhaltsstoffe oder Dinge, die ich für möglicherweise bedenklich halte, wird jetzt die Suchmaschine des Vertrauens angeworfen. Ich recherchiere in – für mich seriösen und vertrauensvollen – Quellen, was es über diese jeweiligen Punkte zu wissen gibt und welche Infos im Zusammenhang mit Katzen gefunden werden können. Schließlich möchte ich mehr als nur oberflächlich testen. Das Ganze wird dann natürlich auch wieder stichpunktartig aufgeschrieben und die jeweiligen Quellen dazu notiert.

Schritt 5: Meinung bilden

Zusammen mit dem Wissen über Inhaltsstoffe, meine Erfahrungen und die meiner Katzen bilde ich mir ein Urteil über ein Produkt. Die recherchierten Infos aus Schritt 4 sind dazu natürlich auch wichtig. Bei Futter kann ich mir oft recht schnell eine Meinung bilden, bei Produkten wie Streu und Spielzeug lasse ich ein paar Wochen vergehen und notiere währenddessen, was mir so aufgefallen ist.

geschenktes Produkt = gekaufte Meinung?

Wie bereits erwähnt, lasse ich mich nicht auf Mauscheleien mit bezahlten Texten, Gutscheinen oder sonstige Beeinflussung ein und teste so, wie ich allein es für richtig halte. Dennoch bin ich natürlich ein Mensch. Und möchte vermeiden, dass sich meine Meinung trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch indirekt beeinflussen lässt. Also versuche ich gleich mehrere Hürden einzubauen. Zunächst einmal sorgt schon allein die vorgegebene Struktur der vorbereiteten Testvorlagen dafür, dass alle Produkte unter den gleichen Gesichtspunkten getestet werden.

Sobald die zur Verfügung gestellten Produkte ausgepackt sind, werden sie nicht anders behandelt als selbst gekaufte. Sie landen im gleichen Schrank und werden auch nicht speziell gekennzeichnet. Der einzige Unterschied besteht in der Markierung "zur Verfügung gestellt", die ihr im Vordergrund im jeweiligen Testbericht seht.

Bevor der Bericht dann endgültig veröffentlicht wird, schaue ich mir noch einmal andere Produkte an, die ich bereits öffentlich besprochen und vor allem auch selbst gekauft habe: "Fällt deine Meinung da anders aus – wenn ja, warum?". Überhaupt stelle ich mir im Lauf des Testens immer wieder die Frage "Würdest du auch so denken, wenn du das Produkt selbst gekauft hättest?". Im Zweifelsfall gehe ich noch einmal in mich, denke genauer drüber nach und ändere die Texte, bevor sie veröffentlicht werden.

Schritt 6: Texte ausformulieren

Nuja, der letzte Punkt ist eigentlich selbsterklärend: aus den gesammelten Stichpunkten und Informationen werden ganze Sätze. Die entsprechenden Fotos werden bearbeitet, hochgeladen und in den Beitrag eingebaut.

Drucker Icon

Vielen Dank für das Ausdrucken dieser Seite. Weiterführende Infos zum Thema, aber auch viele andere interessante und wichtige Themen findest du auf www.Katzen-fieber.de. Bitte beachte, dass auch die Bilder, Texte und Grafiken dieser Druckversion dem Urheberrecht unterliegen. Jegliche Weiterveröffentlichung ist untersagt. Das Zitieren der Texte ist nur mit Erlaubnis und Link zur Quelle erlaubt.

bisher wurden 1 Kommentar zum Artikel geschrieben:

  1. Hallo Miriam

    Ich finde deine Testberichte immer wieder interessant und auch spannend.
    Auch finde ich sie sehr hilfreich bei Kaufentscheidungen, dadurch sind Produkte auch von mir einfach mal nicht gekauft worden weil ich die Dinge teilweise mit anderen Augen betrachte.

    Lg

    Maike mit Merlin und odin sowie mit meinen Gästen Miri und Nera

Schreib mir, was du darüber denkst







* Pflichtangaben
** deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

357 Artikel • 2.102 Kommentare • 184 Pingbacks

Archiv

Trage dich in unseren Newsletter ein