25.Mai 2017 12:42 Uhr aus unserem Alltag 5

Wie geht es jetzt weiter? …

Katzenkörbchen

Lesezeit ca.: 5 Min., 6 Sek.

Ihr Lieben!
Ich bin überwältigt von eurer Anteilnahme! Ja, das muss ich ganz klar so sagen! Ich habe in den letzten beiden Tagen so viele SMS, Mails, Nachrichten und Kommentare erhalten, dass mir fast schwindelig wurde. Ich schaffe es zeitlich und emotional nur noch nicht, auf alles gebührend zu antworten. Vieles, was ihr geschrieben habt, hat mich mitten ins Herz getroffen. Und wenn ich auch oft weinen musste, wenn ich das gelesen habe, ist die Gewissheit, dass ihr an uns denkt, mit trauert und den gleichen Scheiss auch schon durchhabt, doch irgendwie ein klein wenig tröstlich. Egal, wie oft man sich von Mensch und Tier schon verabschieden musste – ihr wisst das -: es wird nie leichter. Es ist vielleicht jedes Mal ein bisschen anders, aber nie leicht. An einem solchen Verlust hängt so viel dran, so Vieles, das man noch sagen wollte, noch erleben wollte, so viele Erinnerungen…

Ich habe bei euren Nachrichten auch herausgelesen, dass nicht nur Muffin gehen musste. Momentan scheinen viele Katzen zu versterben. Ich habe Vieles aufgrund von Janis und Muffins Krankengeschichte nicht mitbekommen. Nicht mitbekommen, dass auch andere Katzen, mit denen ich über drei Ecken persönlich oder emotional verbunden war, ebenfalls krank waren oder im Sterben lagen. So viele tragische Geschichten :( Das tut mir leid. Lasst uns gemeinsam Kerzen anzünden für all die flauschigen, einzigartigen Wegbegleiter, die nun vorausgegangen sind. Wenn ich mir anschaue, wie die Sonne in den letzten Tagen scheint, bin ich froh, dass sie diese Sonnenstrahlen noch mitbekommen durften, ihre Bäuchlein und Köpfchen nochmal mit Sonne volltanken durften.

Wie es uns geht

Was uns angeht: ""Wie geht es weiter?" Kann ich eigentlich gar nicht richtig beantworten. Wir hangeln uns von Tag zu Tag. Die Mädels sind soweit fit und versuchen, das Beste draus zu machen. Heute Morgen gab es sogar eine Spielaufforderung von Tiffy an Janis. Die darüber sehr verwirrt war, schließlich war das eine Premiere ;) Janis hat anfangs sichtlich nicht verstanden, warum da Einer fehlt: Muffin und sie waren mehr als dicke Freunde. Sie haben sich wirklich geliebt. Da ist es normal, dass Janis nun Zeit und Unterstützung braucht. Sie ist durch die Wohnung gelaufen, hat gesucht und gerufen. Mittlerweile hat sich das größtenteils gelegt. Nicht nur ich bin für die Mädels da, sondern sie auch für mich: so viele meiner Tränen wurden von pelzigen Gesichtern weggeschmust… Ich finde es unglaublich, wie sensibel die beiden auf mich und meine Trauer reagieren. Sie können mich einfach nicht weinen sehen. Tiffy war ja schon immer so, aber Janis ist nun scheinbar nicht nur eine gute Krankenschwester, sondern auch Seelentrösterin geworden. Wir wachsen zusammen.

Für mich ist die Situation nicht nur traurig, sondern auch ungewohnt. Muffin war eben ein kleiner spezieller Kerl – das fällt nun besonders auf und fehlt nun auch besonders. Die Abende und Nächte sind am schlimmsten. Wenn normalerweise ein tiefer Seufzer zu hören war, wenn Muffin sich aufs Kopfkissen geflätzt hat. Kein lautes Rumpeln mehr, wenn der riesige, schwere Kerl freudig morgens mit dir zum Klo rennt. Kein Lachen mehr, wenn dabei sein Bäuchlein von einer Seite zur anderen schwabbelte ;) Die Intelligenzspielzeuge und die Heizungshängematte verwaisen nun. Auch der Trinkbrunnen, den wir erst vor wenigen Monaten von der lieben Martina geschenkt bekommen haben, steht nun da wie ein Mahnmal. Die ganzen Küken im Froster sind für nun für Janis allein. Der Moment, in dem ich seine Medikamente weggepackt und das Körbchen wieder an seinen alten Platz zurück gestellt habe, waren hart. Und natürlich haben mich Tränen und ein verzweifeltes Schluchzen durchgerüttelt. Sein Handtuch, auf dem er die letzten Nächte im Bett geschlafen hat, kann ich noch nicht wegräumen, das bringe ich nicht übers Herz.

Ich habe gestern mit dem Kleintierkrematorium telefoniert: gestern wurde Muffin eingeäschert. Zusammen mit einem seiner Lieblingsspielzeuge: die kleine, gehäkelte graue Baldrian-Robbe, die uns die liebe Isabell vor einiger Zeit geschenkt hatte. Seine Asche wird vermutlich Anfang nächster Woche wieder hier sein. Noch ein Moment, der mich tief treffen wird. Ich glaube, ich habe das Ganze immer noch nicht ganz realisiert. Das wird auch noch ein paar Tage dauern. Und ich hoffe, es kommt nicht mit einem dicken Schlag.

So einige eurer Nachrichten drückten Verwunderung darüber aus, warum ich über dieses Thema so offen schreiben kann. Mir war Ehrlichkeit immer besonders wichtig. Wichtig ist mir aber auch, zu zeigen, dass Katzenhaltung nicht nur "Friede, Freude, Eierkuchen" ist, sondern auch Krankheit, Verlust, Hilflosigkeit und Trauer bedeutet. Dass das normal ist, dass es dazu gehört. Dass es nichts ist, wofür man sich schämen muss. Dass man es nicht verstecken muss. Ich stehe dazu. Und möchte das entsprechend mit euch teilen. Vielleicht hilft es ja einem von euch, besser damit umzugehen, wenn ihr in dieser Situation seid. Und wenn es auch jedes Mal anders ist: es gibt genug Menschen da "draußen", die euch verstehen. Letztlich hilft das Schreiben auch mir, es ist erleichternd, all das, was da drinnen ist, herauszulassen. Manch einer frisst es in sich hinein, ein Anderer schreibt Lieder, Gedichte oder malt Bilder, um seine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Ich schreibe hier. Dass das wirklich so ganz öffentlich ist, ist mir oft gar nicht bewusst.

zukünftige Pläne?

… habe ich noch nicht. Vermutlich wird in den kommenden Monaten der Blog etwas sporadischer geführt werden. Ein anderes Projekt im Hintergrund – das aufgrund all dem Mist in den letzten 3 Monaten vernachlässigt wurde – werde ich jetzt wohl erst einmal vorziehen. Ich weiss nicht, ob jemals wieder eine "Nummer 3" einziehen wird. Momentan kann ich es mir schwer vorstellen. Sollte Janis mir jedoch zeigen, dass sie jemanden zusätzlich braucht, ist klar, wie meine Entscheidung ausfällt. Aber jetzt gerade bin ich innerlich einfach nur müde. Wie auch schon nach Kasis Tod werde ich nicht suchen, sondern – wenn überhaupt wohl eher – ""gefunden werden".

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bisher wurden 5 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. Liebe Miriam,
    hab Dank für Dein Teilen. Dass Du uns mitteilst, wie es Dir geht. Wir alle können das nachvollziehen, denn viele waren schon in der gleichen Situation. Wenngleich da Muffin vielleicht Krümel oder Gomez oder sonst einen Namen trug. Vielleicht war es auch kein Kater, sondern ein anderes Tier……

    Muffin fehlt. Er darf fehlen. Er muss sogar fehlen. Es wäre schlimm, wenn man zurück zur Tagesordnung gehen könnte. Er hat Spuren hinterlassen. Ganz wichtige Spuren in Eurem Leben. So viele Erinnerungen, so viel Liebe. Das geht nicht spurlos an einem vorbei.
    Aber weißt Du: Auch wenn es aktuell hart kommt. Er war da! Er war bei Euch! Du hast ihm so viel geschenkt und es doppelt und dreifach zurückbekommen.

    Ob Nummer 3 kommt wird sich zeigen. Das entscheidet ja nicht nur ihr, sondern meist ist es so, dass sich vielleicht eine Katze oder ein Kater entschließt bei Euch zu leben. Und dann kann man eigentlich kaum was tun, wenn es denn soweit sein sollte. Du wirst es sehen.

    Bis dahin fühl Dich feste gedrückt. Ich sende Dir und den beiden Tigerinnen viel Kraft und Trost. Muffin hat eine Pfote über Euch und wird Euch auf anderem Wege jeden Tag begleiten.

    Alles Liebe
    Sonja

  2. Hallo, von ganzem Herzen Dank für diesen Blog.
    Noch nie habe ich etwas so Berührendes gelesen, was so stimmig ist und so einmalig UND doch so sehr auch auf andere Schicksale passt, die ebenfalls eine geliebte Fellnase verloren haben.Ja, auch ich habe das bereits 8x durchgemacht und genau so empfunden. Danke, dass Du so offen geschrieben hast. Wünsche Dir Kraft und Trost und das Wissen, dass der Tod niemals ein Ende ist, nur eine Verwandlung in eine andere Daseins-Form. Unsere Lieben, egal ob Mensch oder Tier, sind nicht fort, sondern uns ganz nah und manchmal können wir ihre „Zeichen“ von Drüben fühlen oder sogar hören. Ich weiss, wovon icj spreche, denn icj war Jahrelang ein seriöses Jenseitsmedium, habe sehr oft nicht nur verstorbene Angehörige für und bei meinen Klienten „gesehen“, sondern auch geliebte tierische Familienmitglieder Sie sind bei uns, immer?, solange wir die Liebe für sie in unserem Herzen tragen.Lass Dich trösten durch dieses Wissen, Leben ist Leben ist Leben…

  3. Hallo Miriam

    Es ist schön das du so offen darüber schreiben kannst.
    Ja es stimmt oft hilft es wenn man sich alles von der Seele schreiben kann. Viele nehmen dafür ein Tagebuch oder so aber Du bist da anders das finde ich sehr bewundernswert.
    Es ist aber auch Zeit mehr an Dich zu denken tu einfach das was dir gut tut.
    Ich wünsche dir viel Kraft und Zeit um zur Ruhe zu kommen

    Fühl dich gedrückt

    LG
    Maike mit Merlin und odin

    P.S. Tu uns einen gefallen bleib einfach so wie du bist.

  4. DAS TESTAMENT EINER KATZE

    Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament, um ihr Heim und alles, was sie haben, denen zu hinterlassen, die sie lieben.
    Ich würde auch ein Testament machen, wenn ich schreiben könnte. Einem einsamen, sehnsuchtsvollen Streuner würde ich mein glückliches Zuhause . Meinen Napf, mein kuscheliges Bett, mein weiches Kissen mein Spielzeug meinen so geliebten Schoß,die sanft streichelnde Hand, die liebevolle Stimne, den Platz, den ich in Deinem Herzen hatte, die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreiem Ende helfen wird, gehalten im liebenden Arm.Wenn ich einmal sterbe, dann sage bitte nicht, nie wieder will ich ein Tier haben, der Verlust tut viel zu weh. Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze und gib ihr meinen Platz. Das ist mein Erbe. DIE LIEBE, DIE ICH ZURÜCK LASSE, IST ALLES, WAS ICH GEBEN KANN.
    Verf. Margaret Trowton

  5. Hallo Miriam,
    ich habe erst letzte Woche von Muffin gelesen – und jetzt diese Nachricht! Mein herzliches Beileid, ich kann dir so nachempfinden.
    Meine beiden Katzen sind leider auch inzwischen gestorben. Es tröstet auch kein bisschen, dass man sich sagt, Muffin hatte ein langes und glückliches Leben bei dir. Das will man alles gar nicht hören. Der Schmerz über den Verlust sitzt viel zu tief. Bei mir hat es sogar 1 Jahr gedauert, bis ich keinen Kloss mehr im Hals hatte, wenn ich über meine Kater gesprochen habe.
    Lass dir einfach Zeit, etwas Neues anzufangen. Irgendwann ist der richtige Moment da. Bis dahin fühl dich getröstet.
    Andrea

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