12.Februar 2016 18:00 Uhr Futter & Snacks 0

Sanoro Katzen-Nassfutter

Sanoro Nassfutter

Lesezeit ca.: 5 Min., 47 Sek.

Hinweis:Dieses Futter wurde mir vom Hersteller kostenlos zum Testen überlassen.

Vorletzte Woche erhielt ich das Angebot, das Sanoro Katzenfutter zu testen. Da sich die Informationen auf der Webseite des Herstellers durchaus interessant anhörten, wurde ich neugierig und habe einem Testessen für meine drei Stubentiger zugestimmt. Wir haben das Futter eingehend beleuchtet, beschnuppert und auch gefuttert – also die Katzen, nicht ich ;) . Heute möchte ich euch erzählen, wie mein Eindruck dieses Futters ausfällt und was meine pelzigen Herrschaften dazu sagen.

Verpackung, Inhalt, Hersteller und Preis

Innenbeschichtung Sanoro-Katzenfutterdose

Innenbeschichtung der Dosen

Hersteller dieses Futters ist die "Sanoro Tierbedarf GmbH". Seit Anfang 2016 ist das Futter in 200g-Dosen erhältlich – vorher wurde es in Wurstform abgepackt. Da die Rindsorte wegen mangelnder Nachfrage aus dem Sortiment genommen wurde, sind jetzt nur noch 2 Sorten erhältlich: "Huhn" und "Pute". Eine 200g-Dose dieses Futters kostet derzeit – je nach Abnahmemenge – 2,49-2,79€. Die Dosen sind innen beschichtet, damit das Futter nicht mit dem Metall der Dose in Berührung kommt. Bei diesem Futter handelt es sich um ein Alleinfuttermittel.

Zusammensetzung der Sorte "Pute"

  • Muskelfleisch mit Herz und Leber von der Pute (90 %)
  • Karotten (5 %)
  • Naturreis (1,5 %)
  • Rapsöl
  • Eierschalenpulver
  • Meersalz

Zusammensetzung der Sorte "Huhn"

  • Muskelfleisch mit Herz und Leber vom Huhn (90 %)
  • Karotten (4 %)
  • Reisnudeln (3 %)
  • Rapsöl
  • Eierschalenpulver
  • Meersalz

analytische Bestandteile

Huhn Pute
Protein 17% 15,6%
Fett 4,5% 10,4%
Rohasche 1,5% 1,3%
Rohfaser 0,2% 0,4%
Feuchtigkeit 74% 68,3%

Fütterungsempfehlung

Laut Empfehlung des Herstellers sollte einer Katze mit 4-5 Kilo Körpergewicht pro Tag etwa 200g zimmerwarmes Futter verfüttert werden.

Informationen vom Hersteller

Laut Hersteller werden keine Zusatzstoffe zugesetzt. Auch keine Vitamine und kein Taurin. Stattdessen sollen die Rohstoffe durchschnittlich etwa 130mg Taurin pro 100g Futter beinhalten – dieser Wert soll durch ein Labor ermittelt worden sein. Das Futter soll aus Rohstoffen bestehen, welche Lebensmittelqualität haben. Und es soll roh und kalt abgefüllt und erst in der Dose gegart werden.

Optik, Geruch und Konsistenz

Sanoro Nassfutter Pute

Die Sorte "Pute" im Napf

Beide Sorten bestehen aus sehr feinem Paté. Die Sorte "Pute" ist beim Zerteilen recht trocken und enthält wenig Brühe – ein Schwapp warmes Wasser hilft hier. Sie riecht angenehm dezent nach Fleisch. Die Sorte mit Huhn enthält teilweise weitaus mehr (gelbliche, ölige) Brühe, ist innen drin aber auch echt trocken. Ihren Geruch empfand ich – obwohl auch er sehr dezent ist – nicht so recht angenehm. Im Futter sind teilweise Naturreis, Karotten und kleinere Stücke von Innereien sichtbar.


Was ist an diesem Futter meiner Meinung nach gut?

Wirklich gut finde ich, dass der sortenreine, tierische Anteil bei diesem Futter die weitaus größte Menge stellt und dass Supplemente wie Meersalz und Eierschalenpulver auf natürliche Weise Nährstoffe (z.B. Natrium, Jod, Kalium, Kupfer und Kalzium) ins Futter bringen. Gut finde ich teilweise, dass hier bewusst auf so manche künstliche Zusätze für Nährstoffe verzichtet wird: mancher Hersteller geht hier ja besonders bei den fettlöslichen Vitaminen A und D und auch bei Taurin nach dem Prinzip "doppelt gemoppelt hält besser" vor, was so pauschal eben auch nicht richtig ist.

Der natürliche Tauringehalt des Futters (1300mg pro Kilo entspricht 4100-5000mg in der Trockensubstanz) liegt bereits weit über den offiziellen Empfehlungen (1700-2500mg in der Trockensubstanz) – da wäre ein zusätzlicher Zusatz wirklich "Overload" gewesen.

Gut finde ich ebenfalls, dass hier keine pflanzlichen Nebenerzeugnisse, keine Eiweißextrakte und kein Einfachzucker verwendet wird. Der Feuchtigkeitsgehalt ist – wie bei Nassfutter üblich – recht hoch. Auch die Analysewerte für Rohprotein, Rohfett, Rohasche, und Rohfaser liegen für mich in einem guten Rahmen.

Wirklich angenehm überrascht war ich über den Geruch der Sorte "Pute": er ist dezent und sehr angenehm ;)

Was ist an diesem Futter meiner Meinung nach weniger gut?

Ich weiss zwar, dass 90% des Futters aus tierischen Bestandteilen bestehen und auch, welche verwendet werden, aber leider kenne ich die einzelnen Mengen nicht. Gerade beim Leberanteil bin ich ja ein wenig pingelig. Die Beimischung von Rapsöl löst auch keine Begeisterung bei mir aus. Ebenso bin ich enttäuscht über die nicht so niedrigen Zumischungen an Pflanzlichem (6,5-7%). Dies wiederrum führt zu einem Kohlehydrat- (bzw. Nfe-) Gehalt von 10,7-12,6% in der Trockensubstanz, was für meine Prioritäten einfach zu viel ist.

Obwohl ich ein Fan von "so viel wie nötig, so wenig wie möglich" bin, fehlen mir hier doch einige Nährstoffe, über die ich nichts weiss: beispielsweise Vitamin D, B-Vitamine, Eisen. Da die deklarierten Inhaltsstoffe wenig bis gar nichts von diesen Nährstoffen enthalten und diese auch nicht zugesetzt sind, bin ich skeptisch, wie die Versorgung der Katze aussieht.

Ärgerlich ist, dass die Dosen nicht stapelbar sind.

Ein weiterer Faktor, der mich … nachdenklich … macht ist die Aussage "Lebensmittelqualität". Ich weiss, dass einige meiner Leser darin sicherlich einen besonders tollen Aspekt sehen – ich denke da ein wenig anders. Ich persönlich denke, dass so einige "Schlachtabfälle" der Kategorie 3, welche für den Menschen als "genussuntauglich" abgestempelt werden, für Katzen und Hunde vollkommen reichen. Viele davon sind für unsere Tiere genau so ausreichend wie Rohstoffe in Lebensmittelqualität – sie stammen nicht von kranken Tieren, sind nicht "eklig" oder sonstwie abstoßend. Ich hantiere tagtäglich mit solchen Rohstoffen. Manche solcher "Schlachtabfälle" sind sogar besser geeignet (fettiger, sehniger, knochiger) – allerdings eben oft auch nicht so ansehnlich. Und nicht so werbewirksam.

Der Gedanke, dass hier Rohstoffe verwendet werden, die ebenso auf meinem Teller hätten landen können, gibt mir persönlich kein gutes Gefühl – eher im Gegenteil. Ich verzichte zwar nicht auf Fleisch, denke aber, dass man seinen Konsum durchaus auch dann im Blick behalten kann. Und ich denke ebenso, dass Verschwendung schon früher anfängt, als dass man Lebensmittel selbst in den Müll wirft.

Unsere Erfahrungen mit diesem Futter

Die beiden Mädels waren wirklich gierig auf die Sorte mit Pute – Muffin hat eher verhalten gefressen. Da Tiffy gegen Huhn allergisch ist, gab es für sie dementsprechend nichts von dieser Sorte. Muffin hat sie gefressen – Janis ließ sich nicht dazu überreden ;) . Obwohl es bei uns schon lang kein Fertigfutter mehr gab, reagierte hier Keiner der Drei mit Bauchweh oder Verdauungsbeschwerden. Ich habe pro Tag 800g Futter (bei 15 Kilo Gesamt-Körpergewicht) verfüttern müssen, damit kein Hunger mehr aufkam ;) .



Fazit für mich:
Die Deklaration lässt auf eine recht gute Zusammensetzung schließen, auch wenn mir zu viel Pflanzliches und zu viele Kohlenhydrate enthalten sind. Auch die Analysewerte, die aufgedruckt sind, sind in Ordnung. Wie es mit den enthaltenen Nährstoffen aussieht, kann ich als Verbraucher leider überhaupt gar nicht erkennen. Der natürliche Tauringehalt sollte ohne Zusatz ausreichend sein. Ich persönlich würde das Futter nicht kaufen – nicht für den Preis und nicht im Hinblick auf die offenen Fragen und die leider zu hohen Pflanzen- und KH-Gehalte.

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Über Miriam


Miriam ist 34 Jahre alt und lebt seit 16 Jahren mit Katzen zusammen. Vor acht Jahren begann sie, ihr Wissen über artgerechte Katzenhaltung durch die Recherche in verschiedenster Fach-Lektüre zu erweitern. Mit jeder Menge Neugier und (Galgen-)Humor teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten. Nebenbei hat sie bereits ein Buch veröffentlicht, gibt Seminare zur Rohfütterung und hält Vorträge über die artgerechte Katzenhaltung. Himbeeren und Sushi machen ihr das Leben mit ihren drei pelzigen Sklaventreiberinnen erträglicher.

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