Veröffentlicht: 14.April 2015 um 18:00 Uhr - vor einer Woche aktualisiert

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Vegan und Barf – passt das zusammen?: ein Gruppeninterview

Janis und Gemüse

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Ich bin ein recht neugieriger und offener Mensch, der gern andere Ansichten kennenlernt und vor allem auch mal über den "Tellerrand" schaut. Natürlich ist für mich auch furchtbar interessant, was andere Dosis so für ihre Katzen tun und wie ihr Alltag aussieht. Vor einigen Wochen hatten wir Sabrina zu Besuch. Sie lebt vegan und wollte sich einfach mal anschauen, wie Barf-Mahlzeiten zusammengematscht werden. Diese Gelegenheit habe ich natürlich auch gleich genutzt, um mich nach ihren Motiven, Zweifeln und Problemen beim Barfen speziell als Veganerin zu erkundigen. Daraus ist ein sehr nettes Gespräch entstanden.

Da vegane Ernährung von Katzen aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet und Fertigfutter auch nicht "der Weisheit letzter Schluss" ist, entscheiden sich auch immer mehr Veganer und Vegetarier, ihre Hunde und Katzen zu barfen. Und so entschloss ich mich, doch auch einmal die anderen "Veggies" aus meiner Barf-Gruppe zu fragen, was sie so über das Thema "vegan und Barf" zu sagen haben. Mir haben insgesamt knapp 15 Mädels Rede und Antwort gestanden, haben mir viel erklärt und ihre Sichtweisen dargelegt. Die interessantesten Antworten aus diesem Interview möchte ich euch heute vorstellen.

Unter den Interviewpartnern waren unter anderen auch unsere Tierheilpraktikerin BiBi und Lisi, die durch ihre Facebook-Fanpage "von Königen, Zauberbohnen und Sonnenseglern" sicher einigen von euch ein Begriff ist. Viel Spaß beim Lesen!




Wie lange lebt ihr schon vegetarisch oder vegan und warum habt ihr euch für diese Lebensweise entschieden?
BiBi: Vegetarisch seit 31 Jahren, vegan seit 5 Jahren. Ausschließlich wegen den Tieren und weil es nicht zu meinem Verständnis meiner Arbeit mit den Tieren passt, einerseits zu helfen und andererseits sie zu essen. Natürlich auch wegen der Umwelt.

Alisha: Ich lebe seit knapp 2 Jahren zu etwa 90% vegan, nur vom Käse kann ich noch nicht völlig lassen.
Ich habe vorher bereits überwiegend vegetarisch gelebt, dann hab ich aus Spaß die "Attila Hildmann Challenge" gemacht um zu wissen, ob ich das schaffe. Es hat sich unglaublich viel positiv für mich verändert, so dass ich beschlossen habe, mir und meiner Umwelt zuliebe dabei zu bleiben.

Isabell: Ich wurde mit 16 Jahren Pescetarier. Ich habe immer mal (heißt so alle drei Monate bis halbes Jahr) Fisch gegessen. Jetzt bin ich seit zwei Jahren Vegetarier. Ich konnte damals kein Fleisch mehr sehen, habe mich dann aber immer mehr damit beschäftigt warum mich das so stört. Es kamen damals auch vermehrt Berichte und der Film "we feed the world". Ich begann einfach langsam umzudenken, was wir uns, der Welt, aber eben vor allem den Tieren antun.

Semi: Seit ich Mitzi bei mir eingezogen ist (2011). Sie kam als Baby (4Wochen) aus Bosnien. Ich hab mein Leben lang nie viel Fleisch gegessen. Außer mal zwischendurch ein Burger und Hähnchenbrust. Als sie dann da war, konnte ich kein Fleisch mehr schneiden, jedes Mal kam es mir so vor als würde ich sie zerschneiden, da sie die selbe Größe hatte wie das Hähnchenbruststück, was ich zubereiten wollte. Und da kam dann der Gedanke, wie ich sie so sehr lieben kann aber andere Tiere esse und das konnte ich nicht mehr. Sie zu streicheln und gleichzeitig ein anderes Tier zu essen.




Wie lange barft ihr eure Katzen schon?
BiBi: Eigentlich schon fast immer, zumindest teilweise…Mit mir leben seit über 30 Jahren Katzen.

Marie: Vor 6 Jahren habe ich mal aus Tierrechtsgründen ohne Infos gebarft für ca 4 Monate…Dann viele Jahre nicht mehr und nun seit ca 2 Jahren…Witzigerweise in etwa genauso lange wie ich auch vegan lebe – das steht aber tatsächlich nicht in Zusammenhang.

Sabrina: Fange gerade erst an zu barfen. Wollte es immer hab aber nie den Dreh bekommen.

Semi: Kleo und Flocky wurden von Anfang an mit hochwertigen NaFu ernährt. Nur bei Mitzi hat die Umstellung fast 1 Jahr gedauert. Barfen konnte ich mich nie überwinden, da ich kein Fleisch anfassen kann. Das hat sich so bei mir eingeprägt bzw. die Videos, die ich gesehen habe, das ich eine Zeit lang nicht mal dabei zu sehen konnte wie Fleisch zubereitet wird, ohne in Tränen auszubrechen und eine Predigt zu halten. Hat sich aber mittlerweile gelegt :D :D




Was war für euch der Grund, eure Katzen auf die Rohfleischfütterung umzustellen?
BiBi: Möglichst naturnah zu ernähren. Sehe jeden Tag in der Praxis die negativen Auswirkungen von Industrieernährung :(

Lisi: Ich liebe meine Tiere und will ihnen nur das Beste. Man muss sich einfach bewusst sein, dass man Carnivoren hält. Sie benötigen Fleisch, um gesund zu sein . Das weiß ich, bevor ich mir Tiere anschaffe. Fleischlose Ernährung von natürlichen Carnivoren ist wider jeglicher Natur und – Entschuldigung – pervers. Man zwingt einen Veganer ja auch nicht dazu, ein Schnitzel zu essen, oder?

Nina: Die möglichst gesunde und naturnahe Ernährung meiner Tiger. Natürlich spielen da auch noch die Vorteile wie geringerer Kotabsatz und als Studentin der günstigere Preis im Gegensatz zu hochwertigem Bio-Nassfutter eine Rolle.

Sandra: Vegan ernähre ich mich wegen der Tiere… Und barfen tu ich weil es das Beste für Fleischfresser ist.

Sabrina Hab gehört es ist billiger :D Daher als die zweite Katze einzog, war das endlich das letzte "I-Tüpfelchen" zum anfangen. Für mich ist vegan die richtige Ernährung für Menschen da wir nicht für Fleisch "eingerichtet" wurden. Bei Katzen ist eben rohes Fleisch anhand ihrer Körperbeschaffenheit.

Marie: Ursprünglich nur die (Fehl-)Diagnose Blasensteine, ich wollte meine Katzen nicht (weiter) krank füttern.
Aber nach viel Information finde ich es auch aus allen Tierrechtsaspekten besser. Für meine Katzen und für die anderen Tiere.

BiBi fragt dazwischen: "Wieso für die anderen Tiere, Marie?"
Marie: Weil ich durch Barf aussuchen kann woher mein Fleisch kommt!




War/ist es für euch keine Option, eure Katzen ebenfalls vegetarisch/vegan zu ernähren? Wenn nein, warum nicht?
Nina: Das ist absolut keine Option. Die Katzen sind von mir abhängig und ich werde sie nicht mit Dingen füttern, die sie durch ihre Anatomie und Funktionsmorphologie gar nicht verwerten können. Zumal ich darauf achte nur K3 Material zu kaufen, sodass für meine Katzen kein Tier sterben muss, jedoch Tier"abfälle" die bei Menschen unbeliebt sind verwertet werden können.

Alisha: Das war für mich niemals eine Option. Ich habe mich für ein Raubtier entschieden und möchte es so artgerecht wie möglich ernähren. Ich lebe vegan, weil mir das gesundheitlich am besten bekommt und das gleiche möchte ich meinem Tier für seine Gesundheit sich bieten. Und da ist Fleisch einfach alternativlos!

Michaela: Man kann nicht auf der einen Seite für die Rechte der Tiere eintreten damit diese artgerecht leben dürfen und andererseits seine Katze krank füttern.

BiBi: Nein, nein und nochmals nein…Ich kann nicht eine Tierquälerei mit einer anderen kompensieren, Katzen sind und bleiben Carnivoren. Wobei ich gerne anmerken würde, dass ich weiß, dass wir ihnen niemals die Qualität an Fleisch bieten können, die sie sich als Freigänger holen können…Finde das ganz traurig, man möchte sie bestmöglich ernähren und muss doch in Kauf nehmen es nicht zu können.

Semi: Auf keinen Fall :D :D Da ich schon so lange kein TroFu füttere (außer mal zwischendurch als Leckerchen ) wäre vegetarisch dann etwas "verrückt". Ich achte ja drauf, dass kein Getreide im Futter enthalten ist.
Das war zu keinem Zeitpunkt eine Option für mich. Ich bin einer veganen Katzengruppe nur interessehalber beigetreten, da ich nicht glauben konnte, das es menschen gibt die ihre Katzen so ernähren. Zum Glück hat der Großteil dieser Leute Freigänger und die Katzen können sich ihre Mäuse jagen. Wenigstens etwas…

Marie: Ich habe mir das mit veganer Katzenernährung tatsächlich mal angesehen, weil ich denke, dass "natürlich" in der heutigen Zeit kein Argument mehr ist. Wir ernähren uns auch bei weitem nicht natürlich. Aber wenn man sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt, weiß man, dass vegane Katzennahrung zwar ein netter Versuch ist, aber durch die physiologischen Gegebenheiten einer Katze leider nicht gesund Möglich sind.

Wir sind leider noch nicht soweit tierische Eiweiße und Fette nachzuahmen. Und Pflanzliche können nicht gut Verwertet werden, wenn das Futter dann noch zum Großteil heute aus Kohlenhydraten besteht, so sollte jedem klar sein, dass das nicht ohne Schaden an den meisten Katzen möglich ist. Sollte es allerdings einmal tatsächlich möglich sein das OHNE JEGLICHEN Nachteil für die Katze zu tun, wäre das für mich eine schöne Alternative.

Dafür müsste natürlich wirklich nachgewiesen sein, dass die neu erzeugten Stoffe tatsächlich gut verträglich sind…aber: Hey, wir stellen heute synthetisch Taurin her…warum in einigen Jahren nicht synthetisches Fleisch bzw. Eiweiße und Fett in "tierischer" Qualität?




Ist es für euch ethisch eine Zwickmühle, dass ihr für das Fressen eurer Katzen Fleisch kaufen und verarbeiten müsst?
BiBi: Ja absolut…Das Thema ist, die Tiere lebten bereits mit mir bevor ich angefangen habe, vegan zu leben…sollen sie nun dafür leiden? Und ich bedanke mich jedes mal bevor ich ihnen essen gebe, bei den Tieren die ihr Leben für meine gegeben haben! Ist für mich eine Selbstverständlichkeit…nicht lachen…auch bei Dose, denn sie ist nichts anderes… Das macht es natürlich für die betroffenen Tiere nicht besser und mich zu keinem besseren Menschen mich zu bedanken, aber ich versuche einfach es nicht als selbstverständlich hinzunehmen, denn es gibt für mich keinen Unterschied ob "Haus"tier oder "Nutz"tier.

Sarah: Ja. Ich sehe es als Zwickmühle, weil ich einerseits aus moralischen Gründen vegan esse, aber zeitgleich das tote Tier zermatschte. Wenn ich nicht schon meine Fleischfresser hätte und sie zum leben brauche, würde ich vermutlich keine anschaffen. Jedoch ist mir Barf dennoch lieber als Dose, weil ich so immerhin die Herkunft mitbestimmen kann.

Alisha: Für mich nicht, weil ich mich aus ethischen und gesundheitlichen Gründen für die vegane Ernährung entschieden habe und keinen Ekel vor Fleisch habe. Mein Liebster isst Fleisch und bekommt es auch von mir. Meine Tiere verdienen die gleiche Akzeptanz,die brauchen ihr Fleisch!
Und der Kompromiss ist in beiden Fällen gutes Fleisch aus möglichst bekannter Quelle.

Lisi: Ethische Zwickmühle? Nicht wirklich. Wie gesagt – meine Katzen sind meine Familie. Was ihnen gut tut, tut meiner Seele gut.

Michaela: Hmm… sagen wir mal so. Ich kann mir schon besseres vorstellen als eine Kühltruhe voll Fleisch im Haus stehen zu haben, aber ich sehe, dass es meinen Tieren gut tut, es ihnen schmeckt und sie zufrieden sind. Das ist es mir wert.

Nina: Nein, ich kaufe wie schon gesagt fast ausschließlich K3 Material (zu zäh, unbeliebtes Fleisch wie Zunge oder Kopffleisch) und achte darauf möglichst viel Freilandfleisch zu kaufen. Ich bin nicht Schuld daran, dass diese Tiere getötet wurden, sondern die Menschen, die darauf bestehen zartestes Fleisch zu bekommen, welches nicht als solches zu erkennen ist und somit für einen Haufen Müll sorgen.
Man muss abwägen auf welche Seite man seinen Egoismus projiziert und ich entscheide mich für die Tiere die mir Nahe stehen und für die ich die Verantwortung trage.

Marie: Ja und es wird immer eine ethische Zwickmühle für mich bleiben, überhaupt Carnivoren zu halten.
Aber, wenn ich ab jetzt nur noch Katzen/Hunde/Schlangen etc. aus dem Tierheim aufnehme, kann ich zumindest mit gutem Gewissen sagen, dass diese Tiere bereits existieren und irgendwo und von irgendwem sowieso mit Fleisch gefüttert werden.
Für ein leben ohne Katzen bin ich zu egoistisch.

Alina: definitiv! Das ist mein größtes Problem an der ganzen Sache.. Barfen gut und schön – macht meine Tiere glücklich. Aber was ist mit den anderen Tieren?? Warum maße ich mir an zu entscheiden, dass meine Tiere es mehr Wert sind zu leben als eine Kuh oder ein Truthahn?! ICH MUSS LOSLAUFEN UND LEICHEN KAUFEN! Das ist für mich jedes mal der blanke Horror! Am liebsten würde ich immer Bio Bio Super Öko Fleisch kaufen um mein Gewissen ansatzweise zu beruhigen, doch das ist mit meinem Studenten Gehalt nicht immer möglich..

Es klebt im wahrsten Sinne des Wortes Blut an meinen Händen – mein Gewissen ist nicht mehr so rein wie in der Zeit, in der ich kein Barf gefüttert hab. Das ist Fakt. Ich gehe nicht mehr so unbeschwert in den Supermarkt.. Ich öffne nicht mehr mit gutem Gewissen meinen Kühlschrank.. Das hat sich verändert und ich kann definitiv sagen, dass ich persönlich nicht sonderlich glücklich bin, rohes Fleisch zu füttern, aber ich denke auch irgendwo: im Nafu ist auch Fleisch drin. Und auch Fleisch aus Massentierhaltung.

Doch es macht für mich wieder einen Unterschied: um die gleiche Masse wie die des Nassfutters zu erreichen, müssen "mehr Tiere sterben". Weil im Nafu oder TroFu Abfälle mit drin sind – Hühnerfüsse etc … Getreide erst recht. Wenn ich rohes Fleisch kaufe und die selbe Menge erreichen will, ist im Vergleich mehr Tier dafür gestorben. Die Rechnung umgedreht: die Tiere müssen mehr von dem Industrie Futter fressen als von rohem Fleisch – gleicht sich das nun aus??
Das sind alles Fragen die ich mir immer wieder dabei stelle.

Den Punkt finde ich interessant, Marie – "Egoismus". Wenn man ehrlich ist, gehört zur Tierhaltung einfach ein Stück weit davon. Viele können es allerdings nicht zugeben.
Marie: Viele Veganer finden auch wer Haustiere hält sei kein echter Veganer…spannendes Thema an sich.
Mein Freund sieht das btw. auch so. Alle bis auf Herman [Anmerkung: Maries Kater] hatte ich aber schon bevor wir sogar Vegetarier wurden.
Bei Herman, bzw. vorher bei Björn, war auch die "Auflage" von Günther [Anmerkung: Maries Partner] eine Katze zu nehmen die uns braucht, nicht die ICH möchte.

Nina: Ich finde man ist ein "echter" Veganer, wenn man Tierschutzkatzen hält, die sonst keine Chance gehabt hätten und versucht, sie so artgerecht wie möglich zu halten.

Marie: Ich sehe das ähnlich…würde mir deswegen auch unter anderem keine Kleintiere oder Reptilien mehr freiwillig anschaffen. Aber ohne Katzen könnte ich nicht mehr, tatsächlich purer Egoismus. Das kann ich aber, weil ich-weiß-nicht-warum mit mir vereinbaren…Man muss irgendwie nur ehrlich mit sich selbst sein.




Ist es für euch ein Problem mit Fleisch, Innereien, Knochen und Blut umzugehen? Ekelt ihr euch davor?
BiBi: Aber wie! Deshalb "darf" das ja auch wann immer möglich mein Mann machen… Wobei "Ekel" nicht der richtige Ausdruck ist, sondern eher "Trauer"…

Sabrina: Nein keine Zwickmühle. Fleisch für fleischfressende Tiere. Ich sehe das auch nicht als "Fleisch" an sondern als "Katzenfutter".

Marie: "Ekel" würde ich es nicht nennen, aber wenn man so eine Tüte voller Herzen vor sich hat, ist es schon ernüchternd. Klar, ist anderes Fleisch auch irgendwie alles von gestorbenen Tieren, aber bei Herzen oder anderen ganzen Organen sieht man so richtig die Masse der Tiere, die sterben müssen. Das hat nicht nachgelassen mich immer wieder zu "schockieren". Das bestärkt mich auch immer wieder in meiner Entscheidung, dass für mich vegan der beste Weg ist.

Sandra: Nein, Ekel ist es nicht. Es hat mich aber etwas Überwindung gekostet z.B Küken zu füttern. Es ist halt nochmal anders das ganze Tier zu sehen.

Nina: Absolut gar nicht. Vielleicht bedingt durch mein Biologiestudium. Ich bin HiWi [Anmerkung: wissenschaftliche Hilfskraft] am zoologischen Institut und bin seit zwei Jahren jedes Semester Tutor im "Schnibbelkurs". Ich fand es schon sehr interessant als wir die Tiere sezieren mussten, man lernt da sehr viel und dadurch, dass man in der Phylogenese aufsteigt wird man auch langsam auf das sezieren von den höheren Tieren vorbereitet, sodass es am Ende "weniger schlimm" ist. Als Tutor ist es mir besonders wichtig, dass die Leute sich Mühe geben und etwas lernen wollen, damit das Tier nicht umsonst gestorben ist.

Alisha: Innereien fand ich früher schon etwas eklig, das war für mich schon zu Fleischesserzeiten ein No-Go. Hier hilft mir mein Job, ich stehe viel im OP, da bekommt man ein anderes Gefühl für sowas wie Ekel. Aber es erinnert mich um so mehr daran, dass hier ein Lebewesen sein Leben gelassen hat, welches uns Menschen sehr ähnlich ist, aber leider nur selten so respektiert wird. Da ist dann wieder Bewusstsein und Dankbarkeit für mich sehr wichtig.

Sarah: Ich Ekel mich nur davor, wenn ich noch sehe was es ist. Einmal hab ich für die Hunde Rinderohren gekauft, mit Fell. Hätte fast gekotzt. Ich fand aber rohes Fleisch schon immer ekelig. Gewolft dagegen finde ich nicht schlimm, weil ich dann verdrängen kann, dass es totes Tier ist.

Isabell: Mein erstes Blut habe ich von einem Schaf bekommen. Ich wurde live damit überrumpelt, wie es geholt und ihm die Kehle durch geschnitten wurde. Das zu verarbeiten war wirklich ned leicht. Dabei zuzusehen wie das Tier stirbt brauche ich nicht noch einmal. Wenn es "fertig" kommt, habe ich weniger ein Problem. Am ekligsten fande ich lange Zeit die Stinkeinnereien aber auch das geht mittlerweile. Schneide alles noch ziemlich gefroren. Und Blut stelle ich mir einfach als Soße vor *pfeif* lalalala…..




Welche Probleme hattet ihr selbst (nicht die Katzen) sonst noch bei der Umstellung auf Barf?
Sabrina: Als ich erste mal Innereien gekauft habe fand ich es schon eklig, die Tüten in der Hand zu halten. Inzwischen ist es normal. Ja und daran sieht man vielleicht auch das ich das gar nicht als "Tier" ansehe sondern nur als "Futter". Mag respektlos klingen, aber: ich mag Herzen. Die fühlen sich so schön an beim Schnibbeln. Bei Küken habe ich gar keine Gewissensbisse. Ich finde die auch nicht süß oder so. Freue mich, dass die wenigstens nen Sinn haben, statt einfach sinnlos zu sterben. Bei der Maus war das anders. Das war zu emotional und ich wollte sie ständig streicheln und wiederbeleben.

Marie: Wieder in einem Laden gehen und Fleisch kaufen war schon ein komisches Gefühl…vorallem als ich zu Anfang zum ausprobieren auch einiges aus dem Supermarkt geholt habe. Technische Probleme: ich wusste nicht mehr wie Fleisch normal gut riecht…denn die Aussage, "das riecht ganz neutral" traf für mich auf kein Fleisch zu.

Alisha: Ich hab noch so lange nicht mit Fleisch beschäftigt, daher mußte ich echt viel lesen, suchen und gucken. Dazu die Suche nach passenden Quellen, die sich immer noch nicht abgeschlossen ist. Ich möchte gern überwiegend aus möglichst lokalen Quellen beziehen um einen Einblick zu haben, wie die Tiere wirklich leben. Außerdem ist die schon genannte Sauerei immer noch eine Herausforderung :D Also das tägliche Blut aufwischen nach dem Fressen.

Sarah: Ich fand nur den Einstieg in die Materie und das richtige verarbeiten (Auftaupunkt) etc. schwer. Und den Unterschied von frischem Fleisch zu "nicht mehr so lecker" zu erkennen. Für mich riecht es einfach tot. Allein die Farbe hilft, es sei denn es ist richtig verdorben.

Sabrina: Der Geruch! Genau. Ich weiß nicht, wie Fleisch riecht. Wie es aussieht, wenn man es anbrät oder sowas. Da ich erst mit dem Kochen begonnen habe als ich Veggie wurde. Ach, und was ich ganz eklig finde: ich taue das Fleisch in der Wanne auf. Und da verliert sich dann was drin. Ich mache alles weg, putze und trotzdem ekelt es mich, wenn ich in die Wanne/Dusche steige. Aber nur da…

Michaela: Ich musste mich erstmal reinfinden und dran gewöhnen mit dem totem Tier vor mir umzugehen. Am Anfang war es schon etwas schwierig. Für mich war es halt irgendwie ein krasser Unterschied, ob da ein Tier lebend auf dem OP-Tisch liegt und wir versuchen, ihm das Leben zu retten (jetzt vielleicht mal etwas überspitzt gesagt) oder ob da ein "Leichenteil" vor mir liegt, das ich jetzt verarbeiten muss.
Katzenfutter mischen ist halt nochmal was anderes als für den Hund die 500g Packung aus der TK zu holen, auftauen zu lassen und es dann in den Napf zu schmeißen. Aber mittlerweile ist das kein Problem mehr, das hat vielleicht 2 Monate gebraucht, dann lief das.

Isabell: Sich da rein zu finden und zu akzeptieren, dass man jetzt eben keinen Spinat, sondern tote Tiere in der TK liegen hat. Der Frostsarg der mir dann auch noch kaputt ging und ausblutete. Jipie… das war richtig toll. Seitdem steht ne Truhe unten und wenn da mal die eingepackten gefrorenen Himbeeren bei den eingepackten Fleischstücken laden ist das auch kein Drama.




Woher bezieht ihr euer Fleisch und auf was achtet ihr dabei?
BiBi: Aus der Umgebung, mit möglichst nahem Weg zum Ort des Todes…

Alisha: Teils, teils: ich bestelle im Internet, versuche aber mehr und mehr auf lokale Anbieter umzusteigen, um mir in Sachen "Herkunft" sicherer sein zu können. Massentierhaltung möchte ich so wenig wie möglich unterstützen.

Sarah: Da ich im Moment Studentin bin und wir nur ein Einkommen haben, ist uns der Preis sehr wichtig. Die Qualität darf hier natürlich nicht verloren gehen. Wenn ich auch wieder arbeite, möchte ich nur dort kaufen wo ich weiß, dass die Tiere viel Weide etc. hatten. Im Moment kaufen wir also im Internet bei einem Anbieter, der fast Alles hat. Blut leider nicht und ich weiß nicht, woher ich das beziehen soll. Eine Metzgerei kann ich nicht betreten, da kotze ich.

Nina: Von einem befreundeten Jäger das Wild, die Küken von Hitzegrad (da sie eh immer Abfall sind) und sonst hohle ich nur Ziege, Pferd, Schaf und Exoten. Ziege, Pferd und Schaf sind so gut wie immer K3 und aus Freilandhaltung, sodass ich nicht drauf achte wo ich es kaufe, sondern nur auf die Qualität. Exotenfleisch ist immer aus dem Freiland, die hole ich aber nur, wenn ich kein K3 Wild bekomme.

Marie: Barf-Shops und – wenn möglich – gerne direkt verkauft von Höfen mit Weidehaltung…Aber die verkaufen selten alles was man braucht in "so kleinen" Mengen. Vor vielen Jahren in Holland hatte ich einen Galloway-Hobbyzüchter von dem ich mein Fleisch aus ganzjähriger Weidehaltung und auf dem Hof geschlachtet gekauft habe…sowas Suche ich hier noch.

Bei konventionellem Fleisch ist es mir sehr lieb, wenn es Restefleisch ist was für den menschlichen Verzehr nicht "gut" genug ist, dies wurde ja bereits oben erwähnt. Erkundigen tue ich mich, woher das Fleisch kommt und wo es geschlachtet wurde. Ich würde keine Tiere füttern wollen, die einen extrem langen Transportweg hinter sich haben.
Ich füttere zudem am ungernsten Pute: diese Tiere werden nie, nicht mal im besten Biobetrieb auch nur annähernd "artgerecht" gehalten. Und am krankesten gezüchtet, weil die Leute nur die Brust essen wollen.

Alina: Ich beziehe mein Fleisch vom Metzger: ein Bekannter ist Fleischer, dem die Metzgerei gehört.. Ich weiß, dass die Hühner bei ihm noch durch ein bisschen Stroh laufen und die Sonne nicht erst dann sehen, wenn sie zum Schlachter gefahren werden.. Das ist das Mindeste was ich tun kann, auf sowas zu achten..




Erntet ihr für eure Entscheidung, eure Katzen zu barfen unter anderen Vegetariern/Veganern Kritik? Was sind die häufigsten Aussagen und wie geht ihr damit um?
Lisi: Ich gebe mich nicht mit Veganern in ihren eigenen Gruppen ab. Angeblich ist man in den Augen vieler nämlich kein Veganer, wenn man seine Tiere nicht vegan ernährt – diese Menschen haben leider den Veganismus nicht verstanden. Nämlich artgerechte Haltung. Für ALLE Tiere.

Sandra: Ich kenne keine Veganer persönlich, zudem diskutiere ich da nicht drüber.

Alisha: In meinem Umfeld ist das selten Thema, weder meine Ernährung noch das Barfen der Katzen, wobei letzteres auf immer mehr Interesse stößt bei den Tierhaltern. Ich hab da aber auch einen sehr toleranten Freundeskreis der sich auf vegane Experimente einlässt bei treffen. Kritisiert oder hinterfragt wurde ich als "barfender Veganer" noch nie.

Sabrina: Nein, in Gruppen gebe ich das nicht kund. Komisch ist, dass ich von vielen Fleischessern immer zu hören bekomme "Und das du als Veganer?"

BiBi: Das ist eine ganz schwierige Frage, denn es gibt ja nicht den Veganer per se…Es gibt da so viele Unterschiede unter den Leuten…Ich sag es mal so: manche von ihnen sind schlimmer in ihrem Hass als jeder Fleisch"fresser" es sein könnte.

Marie: Es wird entweder gut gefunden, oder man ist für das Gegenüber kein Veganer. Es kommen die tollsten Argumente, warum mein seine Tiere doch vegan ernähren sollte. Viele glauben leider blind der Aussage, man könnte dies ohne Schaden für die Carnivoren tun…Oder sie finden (noch viel schlimmer), dass in Gefahr bringen der Gesundheit der Haustiere sei der bessere Kompromiss – Sehr gruselig. Ich breche solche Diskussionen meist schnell ab und versuche das Thema größtmöglich zu umgehen…Man halt halt nicht jeden Tag Lust auf endlose Diskussionen und Anfeindungen.

Sandra: Mit meinem Onkel hatte ich mal eine Diskussion warum ich meinen Hund roh ernähre, er sei ja kein Sporthund und braucht es nicht.




Was hat sich für euch und eure Katzen nach der Umstellung auf Barf verändert?
Sarah: Deutlich weniger Kot :D

BiBi: Weniger Kotabsatz, besserer Kotabsatz, agiler, fröhlicher, gesünder, bessere Zähne, Haut und Haarkleid…Bessere Figur und mehr Muskulatur, kein Geruch mehr aus dem Mund, Geruch an sich viel besser…Die ganze Gesamterscheinung innerlich wie äußerlich ändert sich zum Positiven.

Marie: Das TK-fach ist nun voll mit Fleisch und es ist seltener Platz für TK-Gemüse und Obst etc. Ich kaufe seitdem mehr frisches Gemüse und Obst – Nein: kein Scherz. Bei den Katzen hat sich natürlich das Übliche verändert: weniger Kot, ohne Gestank, beide Mädels haben etwas abgenommen, weniger Haarausfall… Ohja: bessere Zähne haben meine auch…und bestimmt noch X-andere, Sachen die ich inzwischen als normal ansehe und deswegen vergesse.

Nina: Mehr Putzarbeit, weil das Fleisch nur schmeckt, wenn man es außerhalb des Napfes zerteilt. Weicheres Fell, sie mäkeln weniger, der Kot stinkt nicht und meine Ausgaben für Katzenstreu haben sich halbiert.

BiBi: Echt?…Unsere hier sind da ganz akribisch, da geht Jeder hinter Jedem nochmal her und guckt, ob nicht irgendwo noch ein Krümmelchen vergessen wurde :P

Marie: So eine Putzkolone hätte ich auch gerne, Bibi…Unser WZ-Teppich ist das "Zerlege-Lager", den muss ich alle 1-2 Tage spätestens schrubben…Naja und Blut und mini-getrockente Fleischklümpchen müssen täglich weggeputzt werden…Sieht am Futterplatz schon nach Schlachthaus aus und es ist auch nicht ungewöhnlich, wenn man auf n nassen Brocken Fleisch tritt….der irgednwo vergessen wurde auf zu essen.

Alisha: Ich dachte, nachdem ich schon hochwertige Dose gefüttert hab kommt da nicht mehr soooo viel.
Weit gefehlt :
1: Das Fell ist nochmal viel zarter geworden und außerhalb des Fellwechsels wird kaum noch gehaart!
2: Weniger Output und vor allem stinkt es nicht!
3: Faulkater Scotch erblüht zu neuer Aktivität, spielt wieder, und nimmt endlich, endlich, endlich ab ohne sich quälen zu müssen!!! Zahnstein ist kein Thema mehr.

Bei der Pantherline war der Unterschied ganz extrem, kam als Felix und Trofukatze hier an, ist sofort ans Barf und hat sich innerhalb von Tagen vom etwas stumpffelligen Mäuslein in einen glänzenden Minipanther verwandelt.

Alina: Ich würde sagen, man muss wissen, was man sich selbst zutraut – im Hinblick darauf, wieder irgendwie Konsument von Fleisch zu werden.. Wenn auch nur indirekt, aber auch was die Zeit usw angeht.. Ich denke, wenn man sich nen paar Gummihandschuhe anzieht und an was Anderes denkt, schafft man das schon wenn man es will..

Lisi: Darf ich Vigor als Beispiel nehmen? Er hat überlebt.

Lisi, das ist natürlich ein Argument, das einmalig ist. Was genau stimmte denn mit dem Nacktärschchen vorher nicht?
Lisi: Er kam zu mir mit "Der hat ne Proteinallergie, Hills z/d Trofu, sonst Nix". Eigenversuch: neben seiner Pankreatitis, die übrigens vom Trofu kommen kann – er verträgt kein gegartes Fleisch. Also auch keine Dose. Beim Garen wird ja das Eiweiß denaturiert. Er bekommt davon Bauchweh und schlimmen schlimmen Durchfall. So schlimm, dass er dehydriert.
Rohes fleisch? 1,4 Kilo plus in wenigen Wochen, fester Kot, kein Spucken, der Agilste meiner 3 Jungs.

Krass, Lisi. DAS nenn ich mal ne Erfolgsgeschichte!
Lisi: Ja, Miriam. Es ist der Wahnsinn. Er frisst seit wenigen Wochen roh und sieht toll aus. LEIDER muss er Dienstag an den Zähnen operiert werden, 5 Jahre Trofu macht Barf eben nicht mehr wett. Aber ohne wäre er vermutlich gestorben.




Welche Hilfsmittel könnt ihr anderen Veggies empfehlen?
Sarah: Handschuhe, Mundschutz und am wichtigsten die Erkenntnis, dass Katz ein Raubtier ist und entsprechend ein Fleischfresser.

Mundschutz: echt, Sarah?
Sarah: Hilft dem Geruch wohl etwas entgegen.

Marie: Verständnis, dass das inner Dose auch Fleisch ist, dass der Katzenkörper von pflanzlichem nicht gut leben kann. Das Fleisch halbgefroren schneiden macht es weniger "fleischig". Gibt wohl auch welche, die extra Messer, Schüsseln und Brettchen nur fürs Fleisch haben, damit nichts von ihrem Essen mit dem Fleisch in Kontakt kommen kann…..Man kann aber auch einfach ordentlich spülen und putzen.

Nina: Einmalhandschuhe und getrennte Teller. Und ne gute Küchenschere. Das Fleisch halbgefroren schneiden tut an den Händen weh, muss aus Hygienegründen aber eh sein.

Lisi: Bei mir riecht das Fleisch nicht o.O Ich nehme keine Handschuhe und keinen Schutz.

Sandra: Lisi, ich auch nicht.




Was würdet ihr Veggies mit auf den Weg geben, die sich nicht trauen zu barfen oder noch unentschlossen sind?
Nina: Ich bin Immunsupprimiert und habe noch nie Salmonellen gehabt, also ist barfen für Menschen gar nicht so gefährlich wie TÄ gerne behaupten.

Sarah: Sich nicht trauen hat ja oft auch mit dem Verständnis zu tun. Ich hab lange überlegt, bis ich endlich angefangen hab. Da muss man einfach alles beiseite schieben und anfangen: lerning by doing. Facebook ist da wohl das Ideale.

Marie: Die Veggies die sich nicht trauen, müssen sich einfach überwinden und sich in kleinen Schritten dran gewöhnen und sich immer wieder sagen, dass es halt keine bessere Alternative gibt. Dose = eventuell mehr Tierleid und weniger Lebensqualität für die eigenen Tiere.

Nina: Erst einlesen, dann mich fragen und dann mit mir zusammen Matschen. Man lernt es am schnellsten, wenn man zusehen kann bzw. jemand daneben steht, der auch Zwischenfragen beantworten kann.

Michaela: Traut Euch! Es ist wirklich spannend die positiven Veränderungen am eigenen Tier sehen zu können! :D

Alisha: Viel lesen und dann einfach machen. Nicht von den anfangs doch sehr umfangreichen Infos abschrecken lassen.
Langsam rantasten, zum Beispiel mit Komplettsupplement, da muss man nur Fleisch kaufen und mir der richtigen Menge FC (oder was man eben nimmt) mischen und wenig bis gar nichts anfassen.
Ich denke, wer sich einmal überwindet auch nur einen Anfang zu machen, der wird schnell die Veränderungen zum positiven bei den Tieren sehen und das allein wird einen schon dazu bringen doch mehr zu wollen. Da ist die Liebe dann doch oft stärker als der Widerwillen gegen den Umgang mit Fleisch.
Und, nochmals erwähnt, hier habe ich die Möglichkeit durch gezielte Auswahl meiner Quellen das Tierleid der "Nutztiere "(ich hasse das Wort) so gering wie möglich zu halten, das habe ich bei Dosenfutter nicht.

Isabell: Musik laufen lassen. Evtl. ne helfende Hand, dann gehts einfach schneller rum. Handschuhe, wenn man den Kontakt nicht will. Tücher daneben. Klamotten kommen bei mir danach gleich in die Wäsche und gereinigt wird mit Putzmitteln und Essig. Wer will, kann ja extra Bretter und Messer kaufen. Wir kochen einfach alles ab. Hälse schon gewolft kaufen. Viele können das "Knack-Geräusch" ja nicht ab.




Gibt es noch etwas Wichtiges, das ihr meinen Lesern zum Abschluss mitteilen möchtet?
Sarah: Barfen sieht schwieriger aus als es ist. Tut es einfach! Am meisten hilft dabei, seinen Katzen/Hunden eine artgerechte Ernährung bieten zu wollen. Wenn man das verinnerlicht hat, dann ist der Anfang gemacht.

Nina: Lesen, lesen, lesen und bitte nicht jedem esoterischen Humbug glauben schenken, sondern versuchen, seriöse Quellen für alle Aussagen zu finden.

BiBi: Die Tiere sind auf euch angewiesen – die haben nur euch, tut das Bestmögliche für sie…

Sandra: Und nicht der Werbung und den Tierärzten alles blind glauben.

Marie: Ich hab da doch noch abschließend was zu sagen, etwas was mir eigentlich sogar sehr auf dem Herzen liegt.
Weiß nicht, warum ich daran nicht sofort gedacht habe: Ich möchte alle bitten, nicht zu hart mit Veganern zu sein, die ihre Katzen vegan füttern. Die meisten – ich würde gar 99% sagen – tun dies nicht mit dem Wissen ihren Katzen Schlechtes zu tun.

Oft liest man "Verdammte Veganer, wollen Tiere retten und sind gegen Tierleid, aber quälen die Eigenen!". Menschen, die ihre Katzen vegan ernähren, tun dies meist genauso wie die Menschen, die ihrem Tierarzt glauben Marke XY Trockenfutter sei das Beste. Und wenn man das vegane Futter mit vielen Trofus vergleicht, könnte man sogar meinen, dass das Vegane soviel schlechter ja gar nicht sein kann. Immerhin hat es genauso wie das konventionelle Katzenfutter 60% Getreide.

Menschen die von Trofu überzeugt sind und Menschen, die vegan füttern haben so einige Gemeinsamkeiten. Es ist so viel einfacher sich die Wahrheit auszusuchen, die es einem einfacher macht. Trofu ist so praktisch, natürlich glaube ich gerne, dass es gut für mein Tier ist, schließlich sagts auch der TA mit guten Argumenten.."In veganem Katzenfutter ist alles für die Katze enthalten, was sie braucht" – Spitze! Für mich und mein Haustier braucht keiner leiden, ich kann konfliktfrei Carnivoren halten – schließlich sagen das auch diverse Tierrechtsorganisationen mit "guten" Argumenten.

Beide Gruppen müssten sich informieren, selber ihren Verstand einschalten etc….aber am Ende wollen beide ihren Katzen nichts Böses. Veganer wollen ihre Katzen nicht quälen, sie glauben feste, es sei gut für sie.

Natürlich muss darf man Menschen auf ihren Fehler aufmerksam machen, aber wie immer, wenn man Menschen auf ihre Fehler aufmerksam macht, muss man das mit sehr viel Feingefühl tun. Mit "Du scheiss Tierquäler und du willst Tierschützer sein?" erreicht man gar nichts.







Ich danke allen Mädels von ganzem Herzen für ihre Zeit, Geduld und vor allem für ihre Offenheit. Für mich als "Fleischfresser" war es sehr interessant, etwas über dieses Thema zu erfahren. Ich habe nach diesen Gesprächen noch weit größeren Respekt vor diesen Damen als ich es vorher schon hatte – Danke, ihr Lieben!

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  1. Zucht, barfende Veganer, Mahlzeiten, Pfleger, Futter-Shitlist -

    […] Barfende Veganer sind eigentlich ein Widerspruch in sich – oder doch nicht? Katzenhalterinnen, die selbst vegan leben, ihre Miezen jedoch artgerecht ernähren wollen, erzählen, wie sie beide Ernährungsformen unter einen Hut bringen: Vegan und Barf – passt das zusammen? Ein Gruppeninterview. […]

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6 Kommentare - Hinterlasse eine Kratzmarkierung!

  1. Ein ganz tolles Interview zu einem sehr spanndenen Thema!

  2. Wow, vielen Dank für diese interessanten Einblicke! Vegan leben und barfen passt offensichtlich besser zusammen, als man zunächst annehmen mag :-)

  3. Wirklich ein sehr spannendes Thema und ein super Interview. Vielen Dank dafür.

  4. Danke für dieses spannend Interview ! Diese Vegan sind der Natur ihrer Katzen sehr respektvoll. Mama hat sich schon einmal in einer Gruppe geärgert, weil eine Vegan ihre Katze auch vegan zu sein wollte ! Wir gratulieren diesen Personen, die in ihrer Liebe des tierischen Lebens zusammenhängend sind. Schnurr

    • Huhu The Swiss Cats!
      Danke für euren Kommentar. Ich finde es auch wirklich stark, dass die Mädels den veganen Gedanken so konsequent durchziehen. Ich bin mir sicher, grad zu Anfang ist der Umgang mit Fleisch nicht so einfach.

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