03.März 2015 18:34 Uhr aus unserem Alltag 18

„Herz, halt die Fresse!“ – oder „die Zeit danach überstehen“

Perserkater Kasimir

Lesezeit ca.: 3 Min., 0 Sek.

Seit dem 25.02.2015 ist es hier leer: ich habe nur noch meine beiden Stubentiger Tiffy und Muffin. Kasi ist verstorben. Jetzt kommt für mich die richtig harte Zeit. Die Zeit, in der auffällt, wie viel ich in den letzten Tagen mit Medikamentengaben, kranke-Katze-überwachen und kranke-Katze-betüddeln verbracht habe. Diese Zeit ist jetzt nämlich plötzlich "frei" – und vor allem leer. Ich habe keine Aufgabe mehr und in solchen Momenten fehlt meine Knautschfresse sehr.

Ich habe mich schon vor Kasis Tod damit abgefunden, wohin die Reise letztlich geht und konnte mich dementsprechend auf Alles vorbereiten und mich vor allem gebührend verabschieden. Trotzdem ist es jetzt nicht leichter.

Wenn du dreimal am Tag Futter gibst, merkst du, dass die Portionsgrößen für zwei Katzen zu viel sind: Kasi fehlt. Wenn du auf dem Sofa sitzt und zwei Katzen es sich neben dir bequem machen, schaust du dich nach Nummer drei um: Kasi fehlt. Wenn du ins Bad gehst und dir die Haare bürstest, ist da Keiner, der kräht "Ich will auch!": Kasi fehlt. Wenn du durchs Wohnzimmer gehst und der Blick in die Katzenhöhle in der Ecke nicht durch bernsteinfarbene Augen erwidert wird: Kasi fehlt. Wenn du deinen Partner aus Reflex fragen willst "Ist Kasi bei dir?" sticht es dir ins Herz: Kasi fehlt!

Momentan versuche ich mich irgendwie "über Wasser zu halten" und nichts Negatives zu denken. Ich habe mir in den letzten Tagen noch einmal all seine Fotos und Videos angesehen und musste oft schmunzeln – ich bin vor allem dankbar, dass er hier war und ich diese innige Beziehung mit ihm teilen durfte. Er war sehr auf mich fixiert und hat mir viel Vertrauen entgegengebracht. Die Liebe zu ihm war "besonders" – ich habe zu jeder meiner Katzen eine "andere" Beziehung, nicht stärker oder schwächer, einfach auf ihre Art "anders".

Mir ist mittlerweile auch im Kopf klar, dass es die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt war und ich bin unendlich dankbar, den Abschied von Kasi so bedächtig und klar erlebt zu haben. Trotzdem gibt es selbstverständlich Momente, wo negative Gedanken und die große Trauer durchbrechen. In solchen Momenten sag ich mir "Herz, halt die Fresse!" Nicht immer klappt das. Aber ich glaube, ich bin auf einem guten Weg…

Kasi wird – wie auch meine anderen beiden Katzen davor – im Kleintierkrematorium "Im Rosengarten" eingeäschert. Noch habe ich seine Asche nicht zurück. Wenn der Tag kommt, wird er sicher noch einmal besonders hart.

Bis ich wieder zuverlässig für euch und den Blog da bin, kann noch etwas Zeit vergehen. Mir geht es nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Ich muss halt jetzt nur meinen Weg finden, mit diesem Verlust umzugehen. Ich habe mir auch den Beitrag "von der Trauer und von Trotteln" nocheinmal angesehen und mir selbst gesagt "In der Theorie drüber schreiben ist Eines – das Ganze nochmal hautnah zu erleben was vollkommen Anderes". Momentan versuche ich einfach die Zeit "Danach" irgendwie zu überstehen. Ich weiss ja, dass wieder bessere Zeiten kommen.

Bis dahin bedanke ich mich für all eure lieben Worte, eure Beileidsbekundungen und auch die unterstützenden und aufbauenden Nachrichten! Ich weiss, ich werde verstanden – wenn es das auch nicht unbedingt leichter macht. Viele von euch haben mitgefiebert, waren bestürzt, dass wir den Kampf verloren haben: ich bin sicher, dass es Prinz Knautschfresse gefällt, dass so viele an ihn denken ;)

5931 vor über 2 Jahren

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bisher wurden 18 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. Ich kann dich gut verstehen.
    Samstag ist Chucky in ein neues Zuhause gezogen. Sie war bei weitem nicht so lange bei mir wie Kasi bei dir und sie ist nur weggezogen, nicht gestorben – trotzdem fehlt sie mir furchtbar :-(
    Ich kann mir gut vorstellen, wie viel schlimmer es in deiner Situation noch sein muss.
    Auch die Frage „nochmal eine dritte Katze? Und wenn ja, wann?“ kommt immer wieder auf.

    Ich denk jedenfalls an dich und warte artig bis du wieder Zeit und Lust hast dich zu melden, momentan hast du wirklich genuug um die Ohren.
    Alles Gute, du machst das schon!

    • Huhu Lara!
      Ja, momentan ist hier alles auf links gedreht. Ich hatte einfach keinen Kopf, dir auf deine SMS zu antworten – entschuldige bitte! Chucky ist schon umgezogen? Oh, Mensch, ich glaube gern, dass du sie vermisst. Sie war etwas ganz besonderes! Wichtig ist doch aber vor allem, dass die kleine Plump-Kugel sich dort schnurrig-wohl fühlt. Bei mir kommt die Frage auch auf, noch bin ich aber nicht so weit.

      Sobald der Kopf frei ist, melde ich mich – versprochen! Knutsch Lui und Lolli lieb von mir!

      • Hi!
        Ja, das dachte ich mir schon, ich hätte an deiner Stelle auch keine Lust gehabt…

        Ja, Chucky hat dann wie erwartet sehr schnell ein neues Heim gefunden. Sie fehlt hier sehr, aber Lolly ist sichtbar aufgeblüht.
        Im neuen Heim lebt auch eine Katze, Chucky scheint sich dort aber recht wohl zu fühlen und das Geknurre und Gefauche hält sich in für die Anfangszeit normalen Grenzen.

        Lui kam gestern von draußen, mit einer blutigen Nase und an Hinterbeinen, Schwanz und Rücken klatschnass.
        Vorderbeine und Gesicht waren aber trocken.
        Keine Ahnung wo er war und was passiert ist, ich hab ihn etwas trocken gerieben und die Heizung hochgedreht.
        Heute schnieft er trotzdem und schläft viel. Nase ist jetzt verkrustet wo sie gestern blutig war.
        Ich gehe davon aus, dass er mit der Nachbarskatze aneinandergeraten ist.

        Dir noch weiter gute Erholung!

  2. Besser könnte ich es auch nicht beschreiben , diese Gefühle wenn sie uns verlassen, und absolut Recht hast Du : jede Katze ist anders , jede liebt man , aber auch anders ! glg Karin

  3. Du hast so eine wahnsinnig tolle Begabung, Dich auszudrücken. Gefühle zu beschreiben, Menschen anzusprechen, sie zu fesseln mit Deinen Gedanken. Hast Du schon einmal in Erwägung gezogen ein Buch zu schreiben? Kann auch eine gute Therapie sein. Ich wünsche Dir, dass die Zeit ein bisschen die Wunden heilt, dass Du bald ohne so großen Schmerz, sondern nur mit einem dankbaren und liebevollen Lächeln an Kasi denken kannst. Wir warten hier auch artig bis Du hier wieder aktiver wirst. Wenn Du nicht gewesen wärst, wäre unsere Blacky nicht so gesund wie sie jetzt ist. Alles Liebe!! Tina

    • Huhu Martina,
      danke für deine Nachricht. Ich schreibe aus dem Bauch heraus: alles das, was mir grad in den Sinn kommt und so, wie der sprichwörtliche Schnabel gewachsen ist ;) Es ist schön zu wissen, dass ich euch damit anspreche – denn genau das ist ja der Sinn ;) Ehrlich gesagt haben mich schon Viele Bekannte gefragt, ob ich nicht ein Buch schreiben möchte. Aus vielen Gründen ist das momentan aber etwas weit weg. Vielleicht später mal oder auch nicht ;) Ich wüsste auch ehrlich gesagt nicht, was ich sonst noch schreiben sollte, was ich hier nicht schon geschrieben habe ;)

      Ich melde mich, sobald ich soweit bin, wieder in die Startlöcher zu treten. Momentan arbeite ich vor allem viel im Hintergrund, weil ich Ablenkung brauche, aber nicht viel öffentlich schreiben möchte.

  4. Ich habe Kasis Krankheitsverlauf auf deiner Facebook Seite mitverfolgt.

    Darf man wissen, an was er gestorben ist?

    Könnte es am Barf gelegen haben als Ursache oder kam es alles so schlimm durch eine Ohrentzündung? (Meine Vermutungen sind eine Gehirnentzündung / veränderung, welches glaube ich vom rohen Fleisch kommen könnte), da er kein Gleichgewicht mehr hatte und sein Verhalten sich so massiv änderte in wenigen Tagen. Ist nur meine Vermutung.

    Liebe Grüße und herzliches Beileid!

    • Huhu Miau!
      Es weiss leider bis heute Keiner genau, was genau es war. Die Ohrentzündung war am letzten Tag so gut wie ganz abgeheilt, also können (auch) andere Faktoren das Ganze verschlimmert haben. Das Naheliegendste waren in unseren Augen Ohrpolypen oder ein Hirntumor. Da Kasi den Termin zum MRT nicht mehr erlebt hat, werden wir es wohl auch nie wissen.

      Das Barf hat damit nichts zu tun, es kann keine (solche) Hirnerkrankung auslösen. Wäre es das Barf gewesen, hätten sich Veränderungen in den Organen durch Mangel oder Überversorgung ergeben. Das war bei ihm nicht der Fall. Zudem sind auch meine beiden anderen Katzen quietschfidel. Wäre da etwas so fatal falsch gelaufen (ich prüfe die Rezepte mehrmals – bin halt etwas seehr genau ;) ) würden auch die anderen beiden Fellfressen zumindest kleine Anzeichen zeigen. Selbst, wenn eventuelle Parasiten im Barf gewesen wären (Toxoplasmose war anfangs ebenfalls in Verdacht) hätte das Ganze ein wenig anders ausgesehen.

      Auch, wenn anscheinend große Vorurteile gegen Barf kursieren, ist es nicht derart schädlich, dass es damit zusammenhängt.

      Liebe Grüße
      Miriam

      • Kann man die Todesursache im Nachhinein feststellen?

        Ich habe neulich in einer Hunde Barf Gruppe gelesen, dass man bei ausschließlicher Barf Fütterung die Tiere regelmäßig entgiften soll aufgrund der Antibiotka und Co. im Fleisch.

        Nachem ich dann noch das Jenke Experiment gesehen habe möchte ich meine Katzen nicht roh ernähren.

        Liebe Grüße

      • Huhu Miau,
        Man könnte ihn obduzieren, aber das ist nichts, was ich für mein Tier möchte. Zudem würde ihn das Wissen um die Todesursache nicht zurückbringen und nichts ändern.

        Entgiftung oder sonstige bestimmte Behandlungen nur wegen Barf sind großer Schwachsinn. Auch in Dosenfutter ist das gleiche Fleisch, da hat Keiner solche Vorurteile. Ich würd mir mehr Gedanken um Tiere machen, die Fertigfutter bekommen, da ist weitaus mehr krankmachendes drin als in Barf. Vielleicht informierst du dich mal unabhängig und umfassend, dann weisst du, was ich meine.

        Katzen sind nunmal reine Fleischfresser, auch in Fertigfutter ist welches drin. Nur dass es aufgrund der Verarbeitung, Zusammensetzung des Futters und der Rezeptur noch um einiges ungesünder für Katzen ist. Ich barfe lieber und weiss/bestimme, was im Futter ist als dass ich meine Katzen mit ungesundem Kram aus weniger hochwertigem Fleisch füttere. Die Rückstände im Fleisch sind bei beidem die gleichen, nur das drumherum unterscheidet sich enorm.

        Liebe Grüße
        Miriam

  5. Meine Mandy hat Krebs und ich versuche ihr die letzten Tage so angenehm wie möglich zu machen.
    Sie hatte schon mehrere Besitzer.Ich bin in letzter Zeit sehr nachdenklich, hab ich ihr alle Liebe geben können die sie verdient hat? Jedes Lebewesen braucht einen guten Platz und sollte nicht immer hin und her geschubst werden. Mandy wohnt schon mehrere Jahre bei mir. Sie ist eine angenehme,etwas runde, 17 Jahre alte Katzendame: Manchmal ist sie auch etwas ungehalten, aber ich habe sie gern und sie wird mir schon jetzt fehlen. Hoffentlich darf ich sie noch einige Zeit umsorgen.
    Ich habe noch 6 weitere Katzen, alle sind irgendwie übrig geblieben. Keine kann die andere ersetzen,alle sind sie liebenswert.

    Liebe Grüße
    Kristin

    • Huhu Kristin!
      Als ich deinen Kommentar gelesen habe, habe ich sehr viel Liebe herausgelesen. Jemand, der sich fragt "Hab ich ihr genug Liebe geben können?" zeigt doch, dass ihm sehr viel an seinem Tier gelegen ist. Ich glaube, mit so einer Einstellung wird sie zufrieden, glücklich und umsorgt alt werden. Wenn irgendwann der Tag kommt, an dem sie über die Regenbogenbrücke geht, wird sie wissen, was du für sie empfunden hast. Da bin ich mir ganz sicher!

      Ich wünsche euch eine schöne Zeit, eine friedliche Zeit und vor allem eine Zeit voller Zuwendung und Nähe. Und deiner kleinen Katzenomi eine wundervolle Zeit!

  6. Liebe Miriam,

    ich kann deine Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen und wünsch dir für die nächste Zeit einen guten Weg, mit dem Verlust umzugehen.

    Ganz liebe Grüße,
    Friederike

    • Danke Frederike!
      Es wird noch ein wenig dauern, bis das Gröbste hinter mir liegt. Aber ich habe angefangen zu verarbeiten und kann auch wieder lächeln.

  7. Liebe Miriam!
    Ich kann dich gut verstehen, besonders deine „besondere“ Liebe zu Kasi. Ich habe diese „besondere“ Liebe zu meinem Garfield auch, auch wenn ich die anderen drei Fellmonster genauso lieb habe. Vielleicht liegt es auch an dem besonderen Charakter der Perserkater. Die sind einfach etwas ganz Besonderes!
    Lass dir alle Zeit der Welt! Ich freue mich wieder von dir zu lesen, wenn du soweit bist.
    Viele liebe Grüße,
    Monika mit Garfield, Whisky, Findus und Streuner

    • Huhu Monika!
      Du hast recht: die Perser sind was Besonderes. ;) Kasi war eben ein ganz „Weicher“, hat viel Zuspruch und Liebe gebraucht. War sanft und konnte mit seiner Art so schön manipulieren ;) Ein Baby durch und durch. Meine beiden anderen sind da anders: unabhängiger, „erwachsener“ – da brauch ich nichts betüddeln. ;)

  8. Oh, Miriam, ich habe schon lange nicht mehr bei Dir vorbeigeschaut, da unsere Maus uns im Januar Kummer machte. Dann lagen wir im Februar mit fieser Erkältung richtig flach. Und irgendwann war mir der Gartenblog jetzt mal wichtiger. Nun musste ich eben lesen, was Du durchgemacht hast …

    Es ist sicherlich kein Trost, aber sei froh, dass es dann doch recht schnell gegangen ist. Denn gerade diese pflegeintensive Zeit macht es danach um so vieles schwerer. Ich war zwar ehrlich erleichtert, als es Herr Katze damals im November endlich geschafft hatte. Aber dieses er fehlt hier und da und dort- und dass, das und das plötzlich alles nicht mehr nötig war. Ich habe wirklich Monate gebraucht, bis dieses Gefühl allmählich verschwand. Obwohl ich ja nur 2 bis 3x pro Woche bei ihm war, und auch danach immer nur 2x pro Woche mit den Räumen konfrontiert wurde, wo er sich aufgehalten hatte. Aber dieses von März bis November ständige Umsorgen, im www nach Möglichkeiten zu suchen wie man ihm helfen kann, diese ganzen Tierarztbesuche und diese verdammte Hilflosigkeit bzw. dieses ständige Hinterfragen ob man das Richtige tut, oder was man hätte anders machen können, das verbindet ungemein, und macht den Abschied um einiges schwerer. Vor allem auch, weil es davor fast 16 schöne Jahre mit ihm gab.
    Gerade Ende März, als vor 5 Jahren sein Leidensweg mit einer fiesen Maulentzündung begann, musste ich wieder an ihn denken. Und vor dem Besuch hier bei Dir hatte ich ihn in einem Post verlinkt. Weil er eben immer noch ein Bestanteil meines Lebens ist. Er ist zwar gestorben, aber deswegen nicht vergessen. Und weil er eine Persönlichkeit war – mit Macken, Neurosen und vielen schönen Erinnerungen.

    Jede Katze ist eine Persönlichkeit – wenn man sich darauf einlässt. Und es ist so schön, wenn man als Bezugsperson auserkoren wird ;-) Nur darum tut der Abschied dann auch so verdammt weh, weil davor einfach eine sehr intensive gemeinsame Zeit lag. Und die haben Kasimir und Du offensichtlich auch miteinander verbracht …

    Mitfühlende Grüße von Silke

    • Huhu Silke!
      Danke für deine lieben Worte!
      Die kleine Persönlichkeit, die Macken, der Charakter, der Geruch: alles fehlt hier. Ich bin unglaublich dankbar, ihn als Freund gehabt zu haben und der Verlust wird auch weiterhin noch schmerzen.

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