27.Dezember 2014 16:00 Uhr Futter & Snacks 1

Dr. Clauders „B.a.r.f – das große Halali“

Dr. Clauders Barf

Dieser Testbericht wurde zum letzten Mal vor mehr als einem Jahr bearbeitet. Der Inhalt ist möglicherweise nicht mehr aktuell.

Lesezeit ca.: 4 Min., 0 Sek.

Hinweis: Dieses Futter wurde mir vom Hersteller kostenlos zum Testen überlassen.

Heute möchte ich euch mal wieder ein Futter aus dem undurchsichtigen und weitläufigen Futter-Dschungel vorstellen. Vor einigen Wochen erhielt ich von der Firma "Dr.Clauder GmbH & Co. KG" ein Testpaket mit Futter, Snacks und vielen anderen, tollen Dingen. Das "Selected Pearls" Nassfutter, die Fleisch-Stripes und eine Sorte getreidefreies Trockenfutter habe ich euch in den letzten Wochen vorgestellt, heute folgt das Ergänzungsfutter "das große Halali".

Verpackung, Inhalt und Preis

Bei diesem Futter handelt es sich um Ergänzungsfutter für Hunde und Katzen, es ist in 200g und 400g-Dosen erhältlich. Je nach Dosengröße, Verpackungseinheit und Bezugsquelle beträgt der Preis etwa 0,67-0,90€ für 100g.

Zusammensetzung

  • 100% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, davon
    • 56,5% vom Rind: Rinderherz, Rindfleisch, Rinderleber, Rinderlunge, Rinderpansen
    • 43,5% vom Kaninchen: Kaninchenherzen, Kaninchenleber

analytische Bestandteile

  • Rohprotein: 11,2%
  • Rohfett: 6,6%
  • Rohfaser: 0,4%
  • Rohasche: 2,4%
  • Feuchtigkeit: 79%

Zusatzstoffe je Kg

  • 1000mg Cassia Gum

Fütterungsempfehlung

Der Hersteller empfielht eine Fütterung abhängig von Aktivität, Alter und Haltungsbedingungen und gibt auf der Dose folgende grobe Menge an:

  • 3kg Körpergewicht: 190g Futter
  • 4kg Körpergewicht: 250g Futter
  • 5kg Körpergewicht: 310g Futter

Optik, Geruch und Konsistenz

Dr Clauders Halali im Napf

das große Halali im Napf ;)

Das Futter besteht aus leicht körnigem Pate mit fleischiger Farbe. Das Fleisch ist saftig und es findet sich nur wenig – leicht gelbliches – Gelee, dafür viele kleine Fettteilchen. Der Geruch des Futters ist sehr dezent und erinnert an Corned Beef.

Nachgefragt: die Bezeichnung "B.a.r.F"

Die Bezeichnung "B.a.r.F" steht allgemein für "Biologisch artgerechtes rohes Futter", da frage ich mich natürlich, wie gekochtes Dosenfutter diese Bezeichnung auf der Verpackung tragen kann. Gleich vorweg: die Bezeichnung "B.a.r.F" ist nicht geschützt. Ich habe also mal beim Hersteller nachgefragt, was die Abkürzung auf den Dosen bedeuten soll. Von der B.A.R.F-Expertin der Firma Dr. Clauders Frau Thöne-Groß übermittelte man mir folgende Antwort:

Zitat:
"dieses und andere Produkte haben die Kennung BARF nicht, weil sie roh sind, sondern weil viele unter den Tierhaltern das Futter Ihres Tieres selbst aus für sie erkennbaren Einzelkomponenten zusammensetzen möchten. Damit will Dr. Clauder lediglich eine Fleischkomponente mehr anzubieten, die sie einfach einsetzen können. Viele Tierhalter sehen also das „ROH“ beim Fleisch nicht so sehr im Vordergrund, sondern mehr die Kenntnis und Kontrolle der Einzelkomponenten.

Beim BARFen stehen für uns zwei Fakten im Vordergrund: Die richtige Zusammensetzung der Nahrung für die Physis, bzw. den Stoffwechsel des Tieres und die Reinheit der Produkte. (auch in der Deklaration)

Deshalb haben wir Barfen mir „Biologisch artgerecht RICHTIG Füttern“ übersetzt. Jedes Tier hat individuelle Bedürfnisse, deshalb haben wir dieses Barf System als Baukasten entwickelt. Die Fleischdosen sind nur ein Bestandteil davon, der bei Bedarf eingesetzt werden kann, aber nicht muss."


Was ist an diesem Futter meiner Meinung nach gut?

Ich kann als Dosi und Verbraucher sofort erkennen, was in diesem Futter verarbeitet wurde und auch zum gewissen Teil, wie viel davon. Es sind kein Getreide, kein Pflanzenkram oder andere, unnötige Inhaltsstoffe enthalten und nur Innereien verarbeitet. Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und – natürlich – der Feuchtigkeitsgehalt sind ebenfalls im "grünen" Bereich. Das Futter riecht nicht übermäßig und hat eine gute Konsistenz.

Was ist an diesem Futter meiner Meinung nach weniger gut?

Was mir an diesem Futter nicht so gut gefällt, ist, dass ich leider nicht ganz genau weiss, welchen Teil die einzelnen Innereien im Futter ausmachen, besonders bei der Leber wäre mir dies wichtig gewesen. Ebenso wenig begeistern mich der Zusatz von Cassia Gum (gut, es gibt Schlimmeres) und der – meiner Meinung nach – zu hohe Rohaschegehalt.

wichtiger Hinweis

Bitte vergesst nicht, dass dieses Futter nur ein Ergänzungsfutter ist: egal, welche Meinung man dazu hat, es ist nicht zur ausschließlichen oder längerfristigen Ernährung von Katzen oder Hunden geeignet!



Fazit für mich:
Für mich persönlich ist dieses Futter ein ganz normales Ergänzungsfutter – mit Barf hat es sehr wenig zu tun: weder ist es roh (ja, ich lege da Wert drauf, weil der Kochprozess so Einiges verändert), noch ist es meiner Meinung nach "biologisch artgerecht richtige Fütterung", weil hier wichtige Dinge fehlen/nachträglich ausgeglichen werden müssen – wie bei jedem Ergänzungsfutter halt. Auch habe ich als Verbraucher keine wirklich umfassende Kenntnis, zu welchen Teilen welche Innerei zugesetzt ist: auch das ist beim Barfen mehr als wichtig.

Die Zusammensetzung ist zweifellos gut und enthält (fast) nichts, was ich in Katzenfutter nicht haben möchte. Für ab und zu ist es sicherlich empfehlenswert, als "Fertig-Barf" eignet es sich nicht: als normales Ergänzungsfutter neben Barf oder industriell hergestelltem Futter schon.

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bisher wurden 1 Kommentar zum Artikel geschrieben:

  1. Hallo, danke für all die vielen Infos auf Deiner Seite, in der ich oft und gern stöbere.

    Bei diesem angeblichen Barf-Futter von Dr. Clauders ist mir die Menge suspekt. Ein 5 kg-Katzen-Tier soll 310 g futtern? Ich barfe tatsächlich seit vielen Jahren, meine Katzen futtern zwischen 120 und 150 g Rohes am Tag. Mit Zusätzen (Supplemente und Balaststoffe) bekommen sie zwischen 140 und 200 g täglich je nach Alter. Sie wiegen zwischen 4,5 und 6 Kilo. Ich finde die Menge viel zu hoch. Das spricht nicht unbedingt für Qualität.

    Beste Grüße, Edda mit vier kätzhischen Lebensgefährten

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