Veröffentlicht am Sonntag, 16.November 2014 um 16:00 Uhr
bearbeitet am 18.Juli 2015


Tiffy frisst Hühnerklein

Wie machst du das? – Abwechslung im Speiseplan

Auch Katzen sollten ein wenig Abwechslung im Speiseplan haben: nicht, weil es für sie so furchtbar wichtig wäre, geschmacklich mal etwas anderes auszuprobieren, sondern um Mangel- und Überversorgung auszugleichen und Mäkeleien vorzubeugen. Der Großteil der Fertigfutter enthält teilweise Nährstoffe in zu geringer oder zu hoher Menge. Wer verhindern will, dass die Katze auf Dauer zu viel oder wenig bekommt, sollte zwischen 3-5 Futtermarken (nicht Sorten!) abwechseln. Das schmälert auch das Risiko, dass die Katze später ihr heißgeliebtes Lieblingsfutter verschmäht, wenn die Rezeptur verändert wird und dann plötzlich gar nichts mehr fressen will, weil sie schlicht nichts anderes kennt.

So gehen wir schon seit Jahren vor und vor der Umstellung auf die Rohfütterung gab es bei uns immer wenigstens 5 Marken im Wechsel. Wenn ich das auch anderen Dosis empfehle, bekomme ich oft die Frage gestellt, wie und in welchem Abstand ich genau die Marken wechsle. Dazu möchte ich in diesem Artikel etwas schreiben – es ist nämlich überhaupt gar nicht kompliziert und feste Zeiten müssen nicht eingehalten werden ;)

Abwechslung bei Fertigfutter

Wie ich bereits im Artikel zur Erziehung meiner Katzen geschrieben habe, dürfen meine Katzen recht viel allein entscheiden – unter Anderem auch, wie viel sie fressen möchten. Zu Zeiten, als bei uns noch ausschließlich Fertigfutter verfüttert wurde, habe ich bewusst immer mal etwas anderes gefüttert. Von Macs, Carny, Bozita über Lux, zu RopoCat, Om nom nom oder vielen anderen Marken war da alles dabei. Wann genau ich dieses oder jenes Futter gegeben habe, habe ich nie genau festgelegt.

Da meine Katzen es gewohnt sind, dass immer mal gewechselt wird, hatten sie auch nie Probleme, wenn ich zwischen zwei "Qualitäts-Stufen" gewechselt habe. Das kann man aber nicht bei allen Katzen machen, denn manche reagieren darauf mit Verdauungsproblemen, Bauchweh und Dünnpfiff. Es ist also eigentlich eher anzuraten, bei einer Qualitätsstufe zu bleiben und nur zwischen Futter in diesem Segment zu wechseln.

Bei so unempfindlichen Katzen wie meinen kann man auch dreimal am Tag andere Marken verfüttern. Je nachdem, welche Dose ich gerade geöffnet hatte, habe ich davon gegeben. Bei großen 800g-Dosen habe ich jeweils zu einer Mahlzeit ein Drittel gegeben, den Rest in eine Plastikdose und ab in den Kühlschrank. Natürlich muss man dann die nächste Mahlzeit vorher früh genug aus dem Kühlschrank holen und auf Zimmertemperatur erwärmen lassen: wer zu kalt füttert, riskiert Dünnpfiff ;)

Hat die Mahlzeit morgens sehr gut geschmeckt und ich merkte, dass auch mittags wahrscheinlich noch die gleiche Marke angenommen wird, gabs eben den Rest der Dose. War die Begeisterung morgens nicht so groß, habe ich auch mal zur nächsten Mahlzeit etwas anderes gegeben. So gab es durchaus Tage, da standen 2 Plastikdosen mit unterschiedlichen Futtern im Kühlschrank. Da man das Futter gut und gerne 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren kann, war das kein Drama.

So konnte es also durchaus vorkommen, dass es drei unterschiedliche Marken am Tag gab oder auch nur eine. Je nachdem, wie meine Katzen drauf sind, gibt es dann auch mal 3 Tage lang das Gleiche, oder gar eine Woche oder vielleicht auch jeden Tag drei Marken – je nachdem, was ich auf dem Futterschrank herausangeln konnte oder wie die Katzen drauf sind.

Wichtig ist meiner Meinung nach dabei aber, dass ihr euch von euren Katzen nicht auf der Nase herumtanzen lasst: es gibt durchaus Katzen, die strikt darauf bestehen, zu jeder Mahlzeit etwas anderes zu wollen und die dann das angebotene Futter komplett verweigern. Sie hungern lieber und Mäkeln und Meckern, wenn es nicht nach ihrem Willen geht. Da müsst ihr dann vorsichtig sein, in wie fern ihr euch auf das Bauchgefühl eurer Katze verlasst. Es sollte auf keinen Fall so weit kommen, dass eure Katzen euch diktieren, was geht und was nicht.

Hier wird auch das gefressen, was vielleicht im Moment nicht so beliebt ist. Nur darum gebe ich ab und zu mal nach und entscheide mich, noch eine zweite Dose aufzumachen, wenn ich vorher gemerkt habe, dass es scheinbar nicht sooo toll ist ;) Futter, das einmal im Napf landet, wird gefressen. Teilweise mit langen Zähnen und weniger Begeisterung, aber es muss nicht weggeschmissen werden – nur darum kann ich sagen "Heute morgen wars nicht so gut? Dann schau ich mal nach etwas Anderem."

Abwechslung bei der Rohfütterung

Im Grunde halte ich es auch bei der Rohfütterung nicht anders. Hier werden – wie wahrscheinlich im Großteil der Barf-Haushalte – alle paar Wochen 4-6 verschiedene Rezepte in großen Mengen hergestellt. Da wir erst seit ein paar Wochen größtenteils roh füttern, muss ich natürlich erst einmal ausprobieren, welche Fleischsorten meine drei Monster mögen. Also ist da durchaus auch mal eine Fleischsorte bei, die die Herrschaften "bäh" finden – auch da müssen sie durch ;) Bei der nächsten Fleischbestellung werden dann eben andere Fleischsorten ausprobiert.

Ich mische die Rezepte einzeln. Für jede Fleischsorte wird also extra eine spezielle Mischung aus Innereien und Supplementen hergestellt: abgestimmt auf die jeweiligen Nährwertgehalte. Ich weiss, dass einige Barfer das anders machen: eine "Suppi-Sauce" für alle Rezepte. Für uns ist es aber momentan gut, so wie es ist und ich nehme den Aufwand für einigermaßen ausgewogene Rezepte gern in Kauf. Diese einzelnen Rezepte werden in kleine Portionen aufgeteilt, verpackt und eingefroren. Am Abend hole ich drei Mahlzeiten aus dem Froster und lasse sie im Kühlschrank auftauen. Dabei achte ich meist nicht so sehr darauf, welches Rezept genau ich aus dem Froster hole. So kann es vorkommen, dass es zu zwei Mahlzeiten das gleiche Rezept gibt und zu einer Mahlzeit etwas anderes, oder dass alle drei Mahlzeiten aus anderen Rezepten bestehen.

Zwischendurch gibt es trotzdem immer noch ein wenig Fertigfutter. Auch Eintagsküken, Mäuse, Hühnerklein, Hühnerhälse, Putenhälse oder Hähnchenschenkel stehen zusätzlich auf dem Speiseplan meiner Katzen. Küken gibt es etwa 1-2 Mal die Woche und Muffin freut sich riesig darüber – Tiffy und Kasi müssen wohl noch "auf den Geschmack" kommen ;)

Muffin frisst ein Küken

Muffin beschnuppert die Küken ausgiebig, bevor er sie frisst


Auch hier habe ich keine festen Zeiten oder Pläne, wann es was gibt. Bei uns gibt es also sozusagen eine "bunte Mischung".

Hat dir der Artikel gefallen? Dann bewerte ihn:
4.61 / 5 (18 votes)

2286 Aufrufe, erstellt in der Kategorie: Ernährung , wie machst du das?

Markierungen für diesen Artikel: , , ,

Vielen Dank für das Ausdrucken dieser Seite. Weiterführende Infos zum Thema, aber auch viele andere interessante und wichtige Themen findest du auf www.Katzen-fieber.de. Bitte beachte, dass auch die Bilder, Texte und Grafiken dieser Druckversion dem Urheberrecht unterliegen. Jegliche Weiterveröffentlichung ist untersagt. Das Zitieren der Texte ist nur mit Erlaubnis und Link zur Quelle erlaubt.

2 Kommentare - Hinterlasse eine Kratzmarkierung!

  1. Hallo, ich hab da mal eine Frage zur Fütterung. Ich habe 2 Katzen, Feli und Shaki, 8 und 9 Monate aus dem Tierheim. Beide sind jetzt seit 7 Wochen bei uns und haben nach der Eingewöhnung zusammen 700-800g Nassfutter verteilt auf 4 Mahlzeiten zusammen vertilgt. Serviert wurde Feringa, Animonda carny, Macs, GranataPet ….. Seid Vorgestern fangen sie an zu mäkeln, oder besser gesagt haben sie auch davor schon langsamer gefressen. Gestern und heute habe ich einiges weggeschmissen :-( Ich habe bei jeder Mahlzeit die Sorte gewechselt, will ja nicht das sie Mäkelkatzen werden. Jetzt liest man ja oft das man das Fressen nach einer halben Stunde wegstellen soll, aber Feli inhaliert normal und Shaki ist ein richtiger Häppchenfresser, er würde so noch weniger fressen.Ich schätze Feli gerade auf höchstens 200g und Shaki wenn es hoch kommt auf 100g. Also Essen stehen lassen?

    • Huhu Andrea!
      Ja, ich würd das Futter dann auch stehen lassen. Normalerweise sind Katzen ja Häppchen-Fresser und gehen über den Tag verteilt öfter mal für kleine Mahlzeiten an den Napf. Das mit dem Fressen wegstellen kann bei mäkeligen Katzen helfen, ist aber kein „Muss“ und wirkt auch nicht bei allen Katzen. Vielleicht kannst du ihnen das Futter mit Bierhefe, Thunfischpulver oder Ähnlichem schmackhafter machen.

Hinterlasse eine Kratzmarkierung!




* Pflichtangaben
** deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!