Veröffentlicht: 21.Oktober 2014 um 18:00 Uhr - vor 2 Monaten aktualisiert

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Zucker im Katzenfutter – ein Teufel mit vielen Namen?

Zucker fällt in Katzenfutterdose

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Zucker und zuckerhaltige Inhaltsstoffe im Katzenfutter sind ein viel diskutiertes Thema. Sie haben viele Namen und werden nicht selten hinter wohlklingenden oder komplizierten Bezeichnungen versteckt. Viele Futtermittel-Hersteller verwenden sie, um Geschmack, Farbe und Konsistenz ihrer Produkte zu verbessern. Nicht alle jedoch geben das auch ehrlich zu – nicht wenige schreiben auf die Dose "ohne Zuckerzusatz", verkaufen jedoch trotzdem zuckerhaltige Produkte.

Um ein wenig Ordnung in das Chaos und die Diskussionen zu bringen, habe ich mich auf die Suche nach Informationen gemacht.

Zucker – was ist das überhaupt?

Zucker ist einfach nur ein Sammelbegriff für verschiedene Arten süß-schmeckender Kohlenhydrate. Es wird hierbei unterschieden zwischen Einfachzuckern, Zweifachzuckern, Mehrfachzuckern oder Vielfachzuckern.

Einfachzucker: Monosaccharide – kurzkettige Kohlenhydrate
Trauben-, Schleim- oder Fruchtzucker wird zu den Einfachzuckern gezählt. Traubenzucker und Schleimzucker (z.B. in Milch enthalten) werden schnell ins Blut aufgenommen und ebenso schnell wieder verarbeitet. Sie verursachen einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Einfachzucker bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff und können sich zu Zwei-, Mehrfach- oder Vielfachzuckern verbinden. Ihr Name kommt vom griechischen "monos", was so viel wie "ein/allein" heißt.

Zweifachzucker: Disaccharide – kurzkettige Kohlenhydrate
Zweifachzucker werden vom Körper zunächst in Einfachzucker umgewandelt und wirken somit länger im Körper. Sie sind beispielsweise in Rüben, Malz und Milchprodukten enthalten. Zweifachzucker setzen sich – wie ihr Name schon vermuten lässt – aus zwei Einfachzucker-Molekülen zusammen. Auch sie lassen den Blutzuckerspiegel recht schnell ansteigen und absinken. Ihr Name kommt von der griechischen Vorsilbe "dis/dia", was so viel wie "zweimal/zweifach" heißt.

Mehrfachzucker: Oligosaccharide – kurzkettige Kohlenhydrate
Mehrfachzucker setzen sich aus zwei bis zehn Einfachzucker-Molekülen zusammen. Sie sind zum Beispiel in Pflanzen enthalten. Ihre Wirkung auf den Blutzuckerspiegel dauert ein wenig länger an, da sie zunächst in einzelne Einfachzucker-Moleküle aufgespalten und verarbeitet werden müssen. Ihr Name kommt vom griechischen "oligos", was übersetzt "wenig" heißt.

Vielfachzucker: Polysaccharide – langkettige Kohlenhydrate
Stärke, Ballaststoffe und Zellulose stellen die vierte Zuckergruppe dar: die Vielfachzucker. Sie bestehen aus 10 bis 500 Einfachzucker-Molekülen. Sie können nicht sofort vom Körper aufgenommen werden, sondern müssen in Einfachzucker "auseinander gebaut" werden. Sie verursachen weniger ausgeprägte und langsamere Schwankungen im Blutzuckerspiegel. Ihr Name kommt vom griechischen "polis", was so viel wie "viel/vielfach" heißt.

Braucht die Katze überhaupt Zucker/Kohlenhydrate?

Beim Menschen dienen Kohlenhydrate als Energieträger und werden bereits im Mund (durch das Enyzm Amylase) vorverdaut. Im Dünndarm wird der Abbau von Zwei-, Vielfach- oder Mehrfachzucker in die Einfachzucker-Moleküle mithilfe von in der Bauchspeicheldrüse produzierten Enzymen (Amylase, Laktase) abgeschlossen. Von da aus wird der Einfachzucker in die Zellen und ins Blut aufgenommen.

Katzen produzieren im Maul keinerlei Amylase, somit werden Kohlenhydrate nicht bereits dort vorverdaut. Ihre Verdauung beginnt erst im Dünndarm. Dort werden die Zwei-, Mehrfach- und Vielfachzucker in Einfachzucker aufgespalten und vom Darm aufgenommen. Allerdings zeigen die dafür benötigten Verdauungsenzyme, welche von der Bauchspeicheldrüse zur Verfügung gestellt werden (Amylase und Disaccharidase) nur sehr wenig Aktivität bzw. sind nur in geringen Mengen vorhanden.

Zudem zieht die Katze sowieso Energie in Form von Glukose (Einfachzucker) aus Proteinen – also tierischen Bestandteilen – und benötigt somit keine Zufuhr von außen. Bekommt die Katze auf Dauer zu viele Kohlenhydrate zugeführt, kann das unter Umständen zu Übergewicht, Diabetes und Nierenleiden führen. Man könnte sagen: langkettige Zucker sind weniger gut, weil sie den Organismus der Katze belasten und fast unverändert wieder ausgeschieden werden (= Wirkung als Ballaststoff) und kurzkettige Zucker sind nicht gut, weil sie den Blutzuckerspiegel zu sehr ins Schwanken bringen.

Die Katze benötigt keinerlei Kohlehydrate, weil sie ihre Energie – besser und artgerechter – aus tierischen Proteinen und tierischen Fett zieht. Bis zu einer gewissen Menge (30-35% in der Trockensubstanz*) sind sie zwar kurzfristig nicht allzu schädlich, aber zumindest sind sie in der artgerechten Ernährung der Katze überflüssig. Bei Futtern mit wenig tierischen Proteinen und Fetten (= weniger artgerecht) ist die Verwendung von Kohlyhydraten wichtig, um die benötigte Menge Glukose bereit zu stellen.

* dies entspricht ungefähr 6-10% bei Nassfutter und 26-32% bei Trockenfutter

Warum wird Zucker im Katzen-futter verwendet?

Wir wissen jetzt: es gibt nicht "den einen Zucker", stattdessen ist die Bezeichnung "Zucker" nur ein Oberbegriff, der verschiedene Stoffe zusammenfasst. Ebenso sieht es mit dem Verwendungszweck aus: es gibt viele. Katzen haben zu wenig Geschmacksknospen für die Geschmacksrichtung "süß", als dass sie ihn schmecken könnten und er im Futter als Lockmittel eingesetzt werden könnte. Stattdessen dient er beispielsweise dazu, die Farbe des Gelees zu verbessern und es schön gold-gelb werden zu lassen. Ebenso gibt es zuckerhaltige Inhaltsstoffe, die die Konsistenz des Futters verbessern sollen: das Fleisch klebt nicht zusammen und das verwendete Gelee wird angenehm fest.

Zusätzlich sollen vereinzelte zuckerhaltige Bestandteile im Futter auch dazu dienen, die Verdauung und die Darm-Gesundheit der Katze positiv zu beeinflussen. Manche davon "kümmern" sich auch um Farbe und Geruch des Kots. Letztlich sorgt Zucker im Katzenfutter auch für einen intensiveren Geschmack: es verbessert den Geschmack der Inhaltsstoffe, ohne dass die Katze ihn schmecken würde.

viele Namen für ein und dasselbe?

Nicht alle Inhaltsstoffe, die zuckerhaltig sind, sind gleich "schlecht". Sie unterscheiden sich in ihrer Struktur und ihrer Wirkung auf die Katze. Während einige weniger bis gar bedenklich sind, können andere gesundheitliche Auswirkungen auf die Katze mit sich bringen. Einige der zuckerhaltigen Inhaltsstoffe, die häufig in Katzenfutter vorkommen, sind:

Agar agar (E406)

Agar Agar ist ein langkettiges Kohlenhydrat und wird aus den Zellwänden von Rotalgen gewonnen. Es ist für Futtermittel ohne eine Begrenzung zum Höchstgehalt erlaubt und muss nicht deklariert werden. Es gilt als gesundheitlich unbedenklich, kann aber in größeren Mengen abführend wirken. Es soll vom menschlichen Körper nicht aufgenommen werden können – in wie weit es von Tieren aufgenommen werden kann, wurde scheinbar noch nicht untersucht.

Carrageen (E407)

Auch Carrageen ist ein Bindemittel, welches in Katzenfutter verwendet wird. Sein Einsatz muss in Futtermitteln nicht deklariert werden. Es wird aus Rotalgen gewonnen und besteht aus langkettigen Kohlenhydraten. Es gilt hier zwei verschiedene Arten des Carrageens zu unterscheiden: die Form mit großen Molekülen ist auch für den menschlichen Verzehr zugelassen und soll wenige gesundheitliche Folgeschäden hervorrufen. Jene Form mit kleineren Molekülen (E407a, sogenannte "abgebaute" oder "degradierte" Carrageene) stehen in Verdacht, gesundheitliche Folgeschäden auszulösen und sind zwar nur in gerigerem Maße für Lebensmittel, aber auch in größeren Mengen sehrwohl für Futtermittel zugelassen. Die "harmlosere Variante" der Carrageene kann zum Einen geringe Mengen (bis zu 5%) der abgebauten Carrageene enthalten und zum Anderen auch im Körper zu diesen umgewandelt werden.

Bei Tieren zeigte sich folgende Wirkung von abgebauten Carrageenen: bei Tierversuchen mit Ratten und Mäusen wurden vermehrt Darmkrebs und Veränderungen der Darmschleimhaut beobachtet. Dieses Verdickungsmittel wird vom menschlichen Körper (Erwachsene) nur geringfügig aufgenommen, bei Tieren soll dies anders sein und es soll in größeren Mengen aufgenommen werden können. Carrageene sollen zudem die Aufnahme von Kalium im Darm vermindern und Allergien auslösen.

Johannisbrotkernmehl (E410)

Johannisbrotkernmehl wird aus dem Nährgewebe rund um den Samen-Keimling des Johannisbrot-Baumes gewonnen. Es wird als Verdickungsmittel eingesetzt, muss in Futtermitteln nicht deklariert und darf ohne Höchstwert eingesetzt werden. Es soll nur teilweise vom Körper aufgenommen werden können und besteht aus langkettigen Kohlenhydraten (Polysacchariden). Es steht in Verdacht, Allergien auszulösen und in größeren Mengen Durchfall zu verursachen.

Guar Gum/Guar/Guarkernmehl/Guargummi (E412)

Auch Guarkernmehl wird im Futter als Verdickungsmittel verwendet. Es wird ebenfalls aus dem Nährgewebe des Keimlings einer Pflanze hergestellt: in dem Fall sind es die Samen des "Cyamopsis tetragonolobus"-Baumes – auch "Guarbohne" genannt. Es enthält zu 65-76% zuckerhaltige, langkettige Polysaccharide. Ebenso wie Cassia Gum soll es in höheren Konzentrationen Verdauungsbeschwerden verursachen und zu Blähungen oder Durchfall führen. Es steht zudem in Verdacht, Allergien auszulösen. Guarkernmehl bindet in großem Maße Wasser und in Verbindung mit anderen Verdickungsmitteln – besonders Johannisbrotkernmehl – soll es deren bindende Wirkung verstärken.

Dieser Zusatzstoff gilt in geringen Mengen als gesundheitlich unbedenklich und soll vom Darm nicht aufgenommen werden können. Für die Verwendung von Guar Gum in Katzenfutter gibt es keine Höchstwerte. Dieses Verdickungsmittel muss nicht deklariert werden. Es verändert die Darmflora und quillt im Magen auf und kann so auch dazu dienen, das Hungergefühl der Katze in die "Irre" zu leiten.

Gummi arabicum (E414)

Gummi arabicum wird in Katzenfutter ebenfalls als Verdickungsmittel eingesetzt, für seine Verwendung gibt es keinen festgelegten Höchstwert. Es muss nicht auf der Verpackung deklariert werden. Gummi arabicum bezeichnet das Baumharz afrikanischer Akazienarten und besteht aus langkettigen Kohlenhydraten. Es gilt als gesundheitlich unbedenklich und kann in geringen Mengen über den Dickdarm aufgenommen werden. Auch dieses Verdickungsmittel steht in Verdacht, allergische Reaktionen auszulösen.

Gellan/Gellangummi (E418)

Gellan bzw. Gellangummi wird in Hunde- und Katzenfutter als Bindemittel eingesetzt. Es darf in Futtermitteln mit einem Feuchtigkeitsgehalt von mindestens 20% ohne Begrenzung eingesetzt und muss dabei nicht angegeben werden. Es ist ein langkettiges Kohlenhydrat und wird aus Bakterien gewonnen. Es soll unbedenklich sein und wird auch oft als Ballaststoff eingesetzt – soll also unverändert wieder ausgeschieden werden. Genauere Untersuchungen zur Schädlichkeit wurden scheinbar aber noch nicht unternommen.

Cassia Gum (E499)

Cassia Gum ist ein pflanzliches Geliermittel, dass größtenteils aus langkettigen Polysacchariden besteht. Es wird aus dem gereinigten Nährgewebe um den Keimling der Pflanzen "Cassia tora" und "Cassia obtusifolia" gewonnen und zu Mehl verarbeitet. Cassia Gum dient als Binde- bzw. Verdickungsmittel in Katzenfutter und soll dafür sorgen, dass das Fleisch nicht zusammenklebt und eine angenehme Konsistenz behält. Manchmal wird es auch unter der Bezeichnung "E 499" auf den Futtermittel-Verpackungen angegeben.

Man vermutet, dass Cassia Gum nicht vom Körper aufgenommen wird. In geringen Mengen soll es durch Bakterien, welche am Gärungsprozess im Darm beteiligt sind, aufgespalten werden. Cassia Gum ist in vielen Futtermarken enthalten und soll auch für Katzen mit Diabetes unproblematisch sein, da es keine/kaum Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel hat.

Nicht wenige Katzen bekommen Verdauungsprobleme bei Futtermarken, welche Cassia Gum enthalten. Eine 13-wöchige Studie an Katzen konnte keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen feststellen. Der Höchstgehalt für eine Verwendung von Cassia Gum liegt bei 17.600mg (=17,6g) pro Kilogramm Futter. Es ist nur für Futtermittel mit einem Feuchtigkeitsgehalt von mindestens 20% zugelassen. Dieses Verdickungsmittel ist seit Juli 2009 deklarationspflichtig – das heißt, dass sein Einsatz im Futter angegeben werden muss.

Karamell und Melasse

Karamell wird aus erhitztem Zucker hergestellt und dient dazu, die Farbe und den Geschmack des Futters zu verbessern. Diese Art von Zucker wird vom Körper der Katze aufgenommen und kann zu Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Diabetes) und Übergewicht führen. Die Meinung, dass dadurch auch Zahnprobleme entstehen ist mittlerweile scheinbar widerlegt, aber dennoch weiterhin umstritten.

Melasse ist ein Abfallprodukt aus der Zuckerherstellung und besteht aus ausgekochten "Resten" von Zuckerrohr und Zuckerrüben. Der dabei entstehende Zuckersirup wird als Melasse bezeichnet und enthält zu etwa 60%-70% Kohlenhydrate. Melasse ist eine günstige Kohlenhydratquelle und verbessert Aussehen, Geschmack und Geruch des Futters.

Oligosaccharide: Fructo-Oligosaccharide (FOS) und Mannanoligosaccharide (MOS)

Oligosaccharide sind Kohlenhydrate und bestehen aus zwei bis zehn verschiedenen Einfachzuckern. Im Futter werden sie vor allem dazu eingesetzt, die Darmflora zu beeinflussen: so soll der Kot besser geformt und der Kotgeruch gemindert werden. Zudem sollen sie die Ansiedlung von Darmbakterien begünstigen und für eine gute Darm-Gesundheit sorgen. Der Unterschied zwischen Fructo-Oligosacchariden und Mannanoligosaccharide besteht in ihren Ursprungs-Rohstoffen: Mannanoligosaccharide werden aus den Zellwänden von Hefe hergestellt – Fructo-Oligosaccharide aus Früchten, Gemüse und Getreide.

Beides sind kurzkettige Kohlenhydrate. Sie werden nicht verdaut, sondern durch die Darmbakterien zu Fettsäuren vergoren. Sie können bei empfindlichen Tieren Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Durchfall verursachen.

Inulin: Topinambur(-Extrakt) und Zichorie/Chicorée-Wurzeln

Inulin wird aus Pflanzen gewonnen und soll den Geschmack des Futters und die Darmgesundheit der Katze verbessern. Es zählt zu den Ballaststoffen und soll somit unverdaut wieder ausgeschieden werden. Auch diese Art von Zucker dient einer gesunden Darmflora. Es soll den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen, somit also auch für von Diabetes betroffene Katzen geeignet sein. Inulin wird im letzten Teil des Dickdarm durch Bakterien vergoren und zu kurzkettigen Fettsäuren "umgebaut". Zu große Mengen von Inulin können Verdauungsbeschwerden und Blähungen verursachen. Es soll die Aufnahme von Kalzium und Magnesium verbessern.

Es wird beispielsweise aus der Topinambur-Pflanze, der Pastinake und der Chicorée gewonnen, weswegen es sich sich oft auch hinter den Bezeichnungen "Topinambur", "Topinambur-Extrakt", "Zichorie-Wurzel" oder "Chicorée-Wurzel" verbirgt.

Rüben(trocken)schnitzel

Als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Zuckerrüben fallen die sogenannten Rübenschnitzel an. Rüben-Trocken-Schnitzel sollen einen Zuckergehalt von etwa 7% haben, Rüben-Nass-Schnitzel etwa 20%. Es dient im Futter vor allem als wenig nahrhafter Füllstoff und führt nicht selten zu Verdauungsbeschwerden. Es quillt im Darm auf und soll die Verdauung regulieren.

Zellulose, Früchte und Getreide

Zellulose (manchmal auch als "Cellulose" angegeben) ist der Grundbaustein pflanzlicher Zellwände. Sie besteht zum großen Teil aus Vielfachzuckern und wird als unverdaulicher Ballaststoff in Katzenfutter eingesetzt. Auch Getreide enthält Stärke, welche streng genommen zu den Zuckern/Kohlenhydraten zählt. Der in Früchten enthaltene Fruchtzucker bringt ebenso Kohlenhydrate ins Futter.

diätische Fasern und pflanzliche Nebenerzeugnisse

Je nachdem wie ein Katzenfutter deklariert wird, können zuckerhaltige Inhaltsstoffe auch in der Deklaration "versteckt" werden. Bei der sogenannten "geschlossenen Deklaration" müssen nur die Gruppenbezeichnungen genannt werden und nicht die einzelnen Inhaltsstoffe. So können beispielsweise Inulin und pflanzliche Verdickungsmittel einfach unter "pflanzliche Nebenerzeugnisse" angegeben werden – denn letztlich sind sie nichts anderes als das.

Der Begriff "diätische Fasern" ist eine Umschreibung für Ballaststoffe und wird vor allem bei Futtern verwendet, die sich zur Gewichtsreduktion eignen oder besonders leicht verdaulich sein sollen – z.B. "Light" oder "Senioren"-Produkte. Auch diese Fasern enthalten – so "schön" sie sich auch anhören – Zucker und Kohlenhydrate.

Zucker und die Maillard-Reaktion

Die Verwendung von Zucker in Katzenfutter kann dazu führen, dass beim Einkochen die sogenannte "Maillard-Reaktion" eintritt. Bei Temperaturen über 100 Grad tritt eine Veränderung der Proteine auf, es findet eine Bräunungsreaktion statt. Diese verändert Aminosäuren und Proteine – teilweise so sehr, dass sie für die Katze weniger gut bis gar nicht mehr verwertbar sind. Als Beispiel sei hier die Beta-Aminoethansulfonsäure "Taurin" genannt: (stark) kohlenhydrathaltige Futtermittel, die über 100 Grad erhitzt werden, sollen derart an Tauringehalt verlieren, dass die doppelte bis sechsfache Zugabemenge des Bedarfs nötig ist, um den Verlust auszugleichen.

Wie kann es sein, dass ein Futter mit dem Aufdruck "ohne Zuckerzusatz" trotzdem welchen enthält?

Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten: der Aufdruck "ohne Zuckerzusatz" meint streng genommen, dass der Hersteller keinen Zucker zugesetzt hat. Er meint nicht "wir verwenden keine zuckerhaltigen Inhaltsstoffe" oder "das Produkt enthält keinen Zucker" – nein, er sagt nichts anderes als "wir haben nicht extra Zucker dazugetan". Ob bereits welcher durch die verwendeten Bestandteile enthalten ist, ist für die korrekte Verwendung dieses Aufdrucks unerheblich.



weitere Infos:

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7 Pingbacks

  1. www.katzen-forum.net -

    […] Ich bin nach langer Suche darauf gestossen und habe jetzt anscheinend die Durchfallprobleme meines […]

  2. www.katzen-forum.net -

    […] Zu Zucker gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche meinen, er wäre einfach nur unnötig, manche halten ihn auch für schädlich. […]

  3. www.schnurrinchen.de -

    […] Jetzt wundert ihr euch bestimmt, denn in den meisten gängigen Katzennassfuttersorten ist doch Zucker enthalten. […]

  4. Happy Cat La Cuisine Kaninchen Trockenfutter -

    […] Zuckerzusatz" wirbt, ist zuckerhaltiger Inhaltsstoff enthalten (Chicoreewurzel = Inulin = Mehrfachzucker), der zusammen mit Yucca Schidigeria vor allem einen Einfluss auf die Darmflora und auch auf […]

  5. Anonymous -

    […] Inulin ist garnicht mal so schlimm wenn ich’s recht verstanden hab.
    Hier eine Aufschlüsselung der verschiedenen Zuckerarten: […]

  6. Kennt jemand Landfleisch? – Seite 2 – Katzen Forum -

    […] Bezüglich Inulin (und anderen „versteckten Zuckern“) kannst Du ja mal hier nachlesen:
    Nicht alles davon ist Teufelszeug.
    Und ja, in den meisten Katzenfuttern ist irgendwas davon drin. Auch in denen die Sandra anbietet. […]

  7. Problemkitten – Seite 5 – Katzen Forum -

    […] Seit 2009 gibt es eine Deklarationspflicht. Es muss also auf allen Katzenfuttern drauf stehen.

    Ich hab mir jetzt bspw. die Deklaration von Grau und CFF angeschaut. in beiden ist es nicht deklariert und damit höchstwahrscheinlich nicht vorhanden.

    Das lässt sich u.a. hier nachlesen: […]

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8 Kommentare - Hinterlasse eine Kratzmarkierung!

  1. Liebe Miriam,

    das sind echt immer wieder spannende Artikel hier.
    Dankeschön für diese detaillierte Auflösung der verschiedenen Zuckerdinger und das ganze Drumherum.
    Da haben wir wirklich eine Menge dazugelernt – nicht nur die Katze, sondern auch der Mensch!

    >°.°<
    prrrt.

  2. Klasse Artikel!!! Danke für deine Mega-Recherche und Aufklärungsarbeit!

  3. Hallo,
    ich habe auf meiner Homepage einen Artikel der Dich womöglich auch interessieren könnte.

    Tschau
    Friedhelm

    http://fvoellmer.weebly.com/zucker-in-katzennahrung.html

    • Huhu Friedhelm!
      Danke für deinen Kommentar und die verlinkten Infos!
      Das liest sich alles recht interessant und ist eine gute Ergänzung zu den Infos hier, wenn es darüber scheinbar auch andere Aussagen gibt. Aber je mehr Infos man hat, umso besser kann man sich einen Überblick verschaffen.

      Liebe Grüße
      Miriam

  4. Vielen vielen Dank für diesen toll recherchierten Artikel! Dadurch habe ich die chronischen Durchfallprobleme meines Katers fast gelöst. Bin grade noch am austesten, aber Jellyprodukte zu meiden, hat schon wahnsinnig viel gebracht.

    • Huhu Frida,
      danke für deine Rückmeldung! Es soll wohl nicht selten sein, dass diese Inhaltsstoffe Verdauungsprobleme verursachen – besonders bei sensiblen Katzen. Da ist es dann natürlich nicht so leicht, der Ursache auf die Spur zu kommen, wenn man gar nicht wirklich weiss, was so alles im Futter drin ist oder sein kann. Ich wünsche deinem Katerchen weiterhin gute Besserung und hoffe, ihr findet auch noch den letzten kleinen Schubs zur vollständigen Genesung. Manchmal sind leider so viele Faktoren ursächlich :(

      Alles Gute für euch!
      Liebe Grüße
      Miriam

  5. danke für diesen ausführlichen Bericht :-)
    auch wir ahben wieder viel gelernt!
    lg Frizzi

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