22.September 2014 18:58 Uhr aus unserem Alltag 7

Muffin und die Bachblüten

Bachblütenmischung

Lesezeit ca.: 9 Min., 54 Sek.

Einige von euch lesen ja auch Texte auf unserer Info-Webseite. Und manche von euch werden vielleicht auch schon den Erfahrungsbericht über die Probleme im Zusammenleben mit meinem Kater Muffin angeschaut haben. Im heutigen Blogbeitrag möchte ich euch gerne berichten, welche Wege wir noch gehen, um dem kleinen Grobi zu helfen.

Die Vorgeschichte

Für alle, die den Bericht noch nicht gelesen haben, hier eine kurze Zusammenfassung: Muffin wurde mit 6 oder 8 Wochen – so genau weiss ich es auch heute noch nicht – von Mamakatze und Geschwistern getrennt. Er war eigentlich als neues Familienmitglied und Katerkumpel für Kasimir gedacht. Darum wollte ich eigentlich darauf achten, dass auch unser zweiter Kater – ebenso wie Kasi – aus guter Haltung und Aufzucht stammt. Es kam anders und trotzdem habe ich Muffin damals aus Mitleid mit nach Haus genommen.

Seitdem zeigte sich immer deutlicher, dass Muffin in seiner Sozialisierungsphase so Einiges nicht mitbekommen hat. Dementsprechend "plump" und unsicher ist er auch im Umgang mit meinen anderen beiden Katzen. Er war zwischenzeitlich immer mal wieder unsauber – das haben wir im Griff – aber sein Verhalten mir und den anderen beiden Maunzen gegenüber war das größere Problem: er ist schnell frustriert, lässt seine schlechte Laune an Kasimir und Tiffy aus, ist furchtbar unsicher und braucht unglaublich viel Aufmerksamkeit. Wenn er nicht das bekommt, was er möchte, kratzt, beißt und stänkert er.

Lange Zeit habe ich mit vermehrter Beschäftigung, Clickertraining, Intelligenzspielzeugen und allerhand anderen "Entertainment-Angeboten" versucht, sein Verhalten in erwünschte Bahnen zu lenken. Er ist ein sehr spezieller Kater, der Probleme im Umgang mit anderen Katzen hat – er hat die "richtige Katzensprache" eben nie richtig und lang genug lernen dürfen. Ich habe im Grunde genommen keine gravierenden Probleme mit seinem Verhalten, man merkt jedoch, dass die anderen beiden Miezen nicht selten genervt von ihm sind ;)

Warum Bachblüten und Tierheilpraktiker?

Ich beschäftige mich schon länger mit alternativen Behandlungsmethoden und so waren mir Bachblüten nicht fremd. Ich wusste, dass sie vor allem zur Therapie von Verhaltensproblemen eingesetzt werden und bereits viele Dosis sehr positive Erfahrungen mit Bachblüten bei ihren Katzen gemacht haben. Für mich war jedoch klar, dass ich bei der Auswahl der Bachblüten keineswegs auf eigene Faust vorgehen wollte, oder irgendeinem "Quacksalber" aufsitzen wollte – wenn schon, dann richtig!

Obwohl die Situation keineswegs akut, sondern nur "verbesserungswürdig" war, habe ich irgendwann darüber nachgedacht, die Hilfe eines Tierheilpraktikers in Anspruch zu nehmen. Körperlich ist Muffin kerngesund – Blutwerte, Organwerte, Statur, körperliche Entwicklung: alles ist, wie man so schön sagt "paletti" ;) Für mich ist jedoch in einer Beziehung zu Ärzten und allen anderen Menschen, die mit meiner Gesundheit oder der meiner Tiere zu tun haben, vor allen Vertrauen sehr wichtig: wen ich nicht kenne, den mag ich mir erstmal genau ansehen. Wer mich veräppelt, bekommt was zu hören und sieht mich nie wieder ;)

Auf der Suche nach einem Tierheilpraktiker

Das war zunächst bei der Suche nach einem geeigneten Tierheilpraktiker eine große Hürde. Viele Heilpraktiker, die ich kennenlernen durfte, haben mich nicht überzeugt. Wie das jedoch so ist, wenn man regelmäßig bei Facebook unterwegs ist: man lernt jede Menge Leute kennen ;) Unter anderem lernte ich auch BiBi (Beate-Bettina Schuchardt) kennen und das, was ich von ihr lesen und hören durfte, hat mich schließlich dazu bewogen, ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Anamnese

Bevor ein erster Telefon-Termin stattfinden konnte (BiBi wohnt in Berlin – keine Strecke, die man mal eben zum persönlichen Gespräch fährt ;) ) musste natürlich der Ablauf und die Bezahlung geregelt werden. Für das zweistündiges Erst-Beratungs- und Anamnese-Gespräch und die weitere Behandlung wurden zunächst etwa 120€ veranschlagt. Diesen Betrag habe ich im Vorfeld überwiesen – ja, auch darum ist Vertrauen unerlässlich! – und bereits wenige Tage später erhielt ich eine E-Mail mit dem ersten Terminvorschlag.

Ich war ganz aufgeregt auf das Anamnese-Gespräch und habe vorsorglich alle medizinischen Unterlagen von Muffin bereitgelegt. Wie sich zeigte, war das eine weise Entscheidung, denn das Gespräch dauerte knapp 2 Stunden und wir gingen sehr ins Detail. BiBi fragte mich, wie Muffin aufgewachsen war, wie seine bisherige Krankheitsgeschichte aussah, wann er kastriert wurde, wann (und mit was) er entwurmt und geimpft wurde, wie oft er beim Tierarzt war, wann der letzte Check stattgefunden hatte, ob Muffin wirklich körperlich gesund war usw. usw.

Natürlich sprachen wir auch über seine (ich nenne es mal "psychischen") Probleme. Ich musste genau schildern, wann solche Probleme auftraten, wie ich reagierte, was und wieviel Muffin wahrnahm, was seine Lieblingsbeschäftigungen, Macken, Vorlieben und Abneigungen waren. Ich glaube so genau wie da, habe ich noch nie an einem Stück erzählt ;) Ich berichtete viel, bekam ebenso viele Rückfragen und hab mich am Ende ganz erschlagen, aber vor allem erleichtert gefühlt: Wann nimmt einen schon jemand so ernst, wenn es um die "Zimperlein" der eigenen Miezen geht? ;)

Zum Ende des Gesprächs erklärte mir BiBi, dass sie sich nun Zeit nehmen würde, um die passenden Bachblüten für meinen Muffin auszuwählen. Dies könne – so "warnte" sie mich – durchaus ein bis zwei Wochen in Anspruch nehmen.

die Auswahl der richtigen Bachblüten

Neugierig wie ich bin, habe ich natürlich auch danach gefragt, wie nun die richtige Blütenmischung für meinen Fellbomber ausgesucht wird. BiBi erklärte es mir folgendermaßen: es gibt bestimmte Bachblüten, die bestimmte seelische und körperliche Zustände verbessern sollen. Je nachdem, welche Symptome der Patient zeigt, werden die jeweils passenden Blüten zusammengestellt. Auf den ersten Blick wirken viele Blüten passend, je mehr man sich jedoch damit beschäftigt und die Wirkung mit den Symptomen des Patienten vergleicht, umso mehr Blüten fallen durchs "Raster". So erhält man am Ende eine Liste mit höchstens 5-7 Blüten, die zum Krankheitsbild passen.

Bachblüten für Muffin

Knapp eine Woche nach dem Anamnese-Gespräch erhielt ich die Zusammenstellung "unserer" Bachblüten-Mischung.

  • Aspen (eingesetzt bei: Ängstlichkeit, Unsicherheit)
  • Heather (eingesetzt bei: wenig Selbstbewusstsein, heftigen Protestreaktionen)
  • Scleranthus (eingesetzt bei: Unausgeglichenheit, Wechselhaftigkeit)
  • Star of Bethlehem (hilft bei: Verarbeitung von Traumata, Verlust, Misserfolg)
  • Vervain (eingesetzt bei: Unruhe, Verspannung, Hyperaktivität)

Die Mischung passt, wie man sprichwörtlich sagt wie "Arsch auf Eimer" zu meinem Muffin und spiegelt sein Verhalten wider. BiBi erläuterte, dass die Bachblüten für Muffin unbedingt ohne Alkohol, sondern nur mit reinem Quell-Wasser hergestellt werden sollten. Sie sollten in eine dunkle Flasche gefüllt werden und wir benötigten etwa 30ml für den ersten Behandlungszeitraum.

Die Herstellung in der Apotheke dauerte leider ein paar Tage, ich habe für die Flasche 7,95€ bezahlt.

die ersten Wochen mit Bachblüten

Ich wurde von BiBi angewiesen, die Tropfen möglichst vier mal am Tag zu je vier Tropfen zu verabreichen. Ob ich sie Muffin direkt ins Mäulchen oder über das Futter gebe, sollte ich selbst entscheiden. Bei uns ist es üblich, dass alle Katzen aus allen Näpfen fressen. Zwar hat jede Katze ihren eigenen Napf, aber Teilen ist hier kein Problem ;) So schied die Gabe über das Futter für uns also aus. Zwar wäre es nicht schlimm, wenn auch die anderen beiden Katzen die Bachblüten zu sich nehmen, aber Muffin bekäme dann nicht mehr seine volle Ration. Zudem soll die direkte Gabe ins Mäulchen noch einen Ticken besser wirken, da die Tropfen dann sofort mit der Schleimhaut in Berührung kommen.

Ich stelle mir meinen Handy-Wecker jeweils auf 8Uhr, 12Uhr, 16 Uhr und 20Uhr, um die Tropfen zu regelmäßigen Abständen zu geben und nichts zu vergessen. Die ersten paar Tage war Muffin von der Eingabe der Tropfen nicht so begeistert. Er kann kaum still sitzen und selbst die Zeit für 4 Tröpfchen scheint bei der großen Neugierde ein Problem für ihn zu sein. Außerdem ist Zwang etwas das er nicht kennt und mag.

Erstverschlimmerung

Bereits nach den ersten Tagen bemerkte ich eine Veränderung in seinem Verhalten. Besonders die ersten zwei Tage zeigten deutlich, dass da etwas vor sich geht: Muffin hat große Probleme mit Umweltreizen. Laute Geräusche, Aufregung und neue Eindrücke können ihn schnell überfordern. Er verzieht sich dann dorthin, wo er seine Ruhe hat. In den ersten zwei Behandlungstagen hat er sich tatsächlich nur unter die Decke verzogen und kam nur zum Fressen und für den Toilettengang aus seiner "Höhle".

Ich habe ihn komplett in Ruhe gelassen und bin nur in unregelmäßigen Abständen hin, um leise mit ihm zu reden und ihn sanft zu streicheln. Ich bin Migränepatientin und kann mir ungefähr vorstellen, was er in diesen ersten zwei Tagen durchgemacht hat: da hat man einfach lieber seine Ruhe. Dieses Verhalten bezeichnet man als "Erstverschlimmerung" – ich war aufgrund meiner Recherche zum Thema und BiBis Erklärungen darauf vorbereitet. Da mussten wir also einfach durch und es war kein Grund zur Besorgnis.

erste kleine Veränderungen

Nach diesen zwei Tagen schälte sich ein veränderter Muffin aus der Decke: zunächst nur unmerklich, konnte ich doch bald größere Veränderungen feststellen. Er scheint nicht mehr so extrem aufgedreht und unsicher. Zudem ist er irgendwie "wacher" und nimmt mehr Teil an dem, was um ihn herum geschieht.

Ich gebe ihm die Tropfen jetzt knappe zwei Wochen und bin ehrlich gesagt erstaunt, was sich in dieser Zeit verbessert hat. Muffin scheint jeden Tag etwas entspannter zu werden, das merkt man ihm auch körperlich an. Sein Gang ist weicher, geschmeidiger und nicht mehr so "eckig". Auch überfordern ihn Situationen nicht mehr so schnell und er scheint mehr Geduld zu haben. Auch meine anderen beiden Fellnasen spüren diese Veränderungen natürlich und gehen jetzt vollkommen anders auf ihn zu: die kleine Nervensäge darf mittlerweile viel näher kommen und wird nicht mehr sofort von Tiffy angebrummt ;)

Wollte er am Anfang der Behandlung die Tropfen nur widerwillig schlucken, kommt er jetzt bei jedem Weckerklingeln angelaufen und stellt sich bereitwillig zur Verfügung. In den letzten Tagen ist er sogar dazu übergegangen, meine Hände festzuhalten und das Mäulchen selbstständig zur Pipette zu führen.

Insgesamt bin ich mehr als erstaunt über diese Entwicklung. Ich bin der alternativen Medizin gegenüber aufgeschlossen, hätte aber nicht erwartet, dass es dermaßen schnell und so unmerklich hilft. Ich telefoniere einmal in der Woche mit BiBi, um sie über Veränderungen auf dem Laufenden zu halten und den weiteren Behandlungsweg abzusprechen. Wir haben noch viele Möglichkeiten und passen Muffins Therapie an seine Entwicklung an.

Ich denke, wir sind auf einem guten Weg, den wir auf jeden Fall weiterverfolgen werden. Die Bachblüten-Therapie tut nicht nur Muffin, sondern auch Kasi, Tiffy und mir gut. Es herrscht mehr Ruhe und man kann jetzt auf Muffin zugehen, ohne von unbändigem Frust, unbändiger Liebe oder Wibbeligkeit erschlagen zu werden. Es bessert sich von Tag zu Tag und ich bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein.

BiBi ist irgendwie ein Allround-Talent und hat nicht nur für Bachblüten und Homöopathie "ein Händchen", sondern ist auch noch ausgebildet in Tierkommunikation und hilft Menschen und Tieren in der Sterbebegleitung. Falls ihr einmal auf ihrer Webseite vorbeischauen wollt: ihr findet sie unter www.natürlich-sanft.de. Ich fühle mich dort gut aufgehoben, kompetent beraten und vor allem auch liebevoll unterstützt.

Wie es mit Muffin weitergeht, wird die Zeit zeigen. Ich halte euch auf dem Laufenden!


Update:
Eine Fortsetzung findet ihr im Bericht "6 Wochen Bachblüten – ein kleines Fazit".

3659vor 10 Monaten

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Über Miriam


Miriam ist 34 Jahre alt und lebt seit 16 Jahren mit Katzen zusammen. Vor acht Jahren begann sie, ihr Wissen über artgerechte Katzenhaltung durch die Recherche in verschiedenster Fach-Lektüre zu erweitern. Mit jeder Menge Neugier und (Galgen-)Humor teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten. Nebenbei hat sie bereits ein Buch veröffentlicht, gibt Seminare zur Rohfütterung und hält Vorträge über die artgerechte Katzenhaltung. Himbeeren und Sushi machen ihr das Leben mit ihren drei pelzigen Sklaventreiberinnen erträglicher.

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bisher wurden 6 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. Hallo,

    das ist ein sehr interessanter Bericht und ich würde mich über ein Update freuen.
    Braucht er die Tropfen immernoch?
    Ist er immernoch so ausgeglichen?

    Liebe Grüße
    Akima

    • Huhu Akima!
      Im Artikel ist das Update verlinkt.
      Er bekommt die Tropfen schon lang nicht mehr und die positiven Veränderungen sind geblieben.

      Liebe Grüße
      Miriam

      • Hallo Miriam,

        Danke für die schnelle Antwort.
        Ich hab den Link total Übersehen.

        Alles Gute
        Akima

      • hallo, unsere Kater Socke haben wir von Nachbarn geholt. Zwischen 10 -11 Wochen alt. Ich weiß selber nicht, was ich machen soll… Unsere Prinz geht sporadisch auf Katzen Klo… Egal was ich mache… Er vergisst einfach auf Klo gehen, Badewanne , Garderobe und Gästezimmer ist zweite Klo. Kann mir jemand helfen, oder raten was ihm stubenrein macht

  2. Sonst ist er brav,,, aber Merkmale wie Muffins hat er auch… Er ist gern Chef. Meine Wecker brauche nähmlich nicht, jeder Tag bin von Socke aufgeweckt zwischen 04.30 – 5.00 Uhr… Ich muss mit ihm nähmlich auf Klo gehen, sonst macht daneben

Schreib mir, was du darüber denkst







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