Veröffentlicht: 12.August 2014 um 18:00 Uhr - vor über 2 Jahren aktualisiert

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Agility-Set für Katzen selbstgemacht

Agility-Set für Katzen

Wenn man mit seinen Katzen clickert, sucht man oft neue Herausforderungen und Hilfsmittel, um die Tricks spannend zu gestalten. Ich habe schon oft davon gehört, dass Katzen durch Reifen springen, über Hürden oder auch Slalom laufen. Wir wollten das auch mal ausprobieren, aber uns fehlten die Hilfsmittel. Da ich bereits von schlechten Erfahrungen bezüglich der Qualität von fertig gekauften Sets gehört hatte und gern selber handwerke, entschied ich mich, so ein Agility-Set selbst zu bauen. Mit einer lieben Freundin habe ich mich dann an die Planung, Vorbereitung und Umsetzung gewagt.

benötigte Materialien

Wir haben uns entschieden, mehrere Slalom-Hindernisse, zwei höhenverstellbare Hürden und einen Reifen zum Durchspringen zu basteln. Der Reifen sollte ebenso wie die Hürden höhenverstellbar sein und alternativ an die Pfosten der Hürden montiert werden können. Benötigt haben wir Folgendes:

  • Je nach Anzahl der Slalom-Hindernisse und Hürden werden Grundplatten benötigt, auf die die Holzstäbe und -pfoten montiert werden können. Da wir 8 Slalom-Hindernisse und 2 Hürden bauen wollten, haben wir 12 Grundplatten gekauft. Man kann auch einfache runde Holzscheiben oder Holzräder nehmen.
  • Holzstäbe und Pfosten in der benötigten Stärke und Länge (siehe unten, beispielsweise Holz-Besenstiele).
  • 1 Holzring mit einem Innendurchmesser von wenigstens 35cm
  • Bleistift, Zollstock oder Maßband
  • Holzsäge
  • Bohrmaschine oder Akkuschrauber
  • passende Holzbohrer
  • Schleifpapier
  • Lack auf Wasserbasis (stinkt wenig, trocknet schnell und lässt sich leicht aus Pinseln auswaschen)
  • Pinsel zum Auftragen des Lacks
  • passende Schrauben mit Unterleg-Scheiben und Flügelmuttern
  • optional: Einmal-Handschuhe zum Lackieren

Welche Maße sollten die Holzstäbe, Grundplatten und Pfosten haben?

Maße des Agility-Sets

die von uns verwendeten Maße für die einzelnen Teile

Die Grundplatten sollten, um den Pfosten und Hürden ausreichend Stabilität zu verleihen, mindestens 18-20mm stark sein. Sollen Holzscheiben zum Einsatz kommen, so ist der Durchmesser von 13cm besser nicht zu unterschreiten. Für die Pfosten der Hürden haben wir quadratische Grundplatten in den Maßen 20 x 20cm genutzt. So können die Hürden auch bei einem Anstubser nicht umfallen.

Die Holzstäbe für die Slalomhindernisse sind bei uns 40cm hoch, rund und haben einen Durchmesser von 2cm. Auch die Querstangen für die Hürden haben einen Durchmesser von 2cm und sind 60cm lang. Für die Pfosten der höhenverstellbaren Hürden haben wir uns für eckige Holzlatten entschieden. Sie sind 3,5 x 3,5 cm dick und 50cm lang.

Was ist mit den Schrauben, Unterlegscheiben und Muttern?

Befestigung der Hürdenstange

die Mutter wird zunächst durch den Pfosten und dann die Querstange gesteckt

Da unsere Hürden höhenverstellbar und durch den Reifen (ebenfalls höhenverstellbar) austauschbar sein sollten, durften sie also nicht fest aneinander verschraubt werden.

Stattdessen haben wir uns dazu entscheiden, das Ganze durch gebohrte Löcher in den Pfosten bzw. Holzstäben, Schrauben und passenden Muttern zu lösen. Damit der Lack auch bei mehrmaligen Auf- und Abbau nicht leidet, kam in unseren Einkaufswagen direkt noch die entsprechende Anzahl Unterlegscheiben. Um die Fingerchen zu schonen und den Zusammenbau zu erleichtern, haben wir uns für Flügelmuttern entschieden.

Die (stumpfen) Schrauben sollten so lang sein, dass sie durch die Querstange der Hürde bzw. den Reifen und den Pfosten reichen. Zusätzlich sollten sie etwa einen Zentimeter herausstehen, damit die Konstruktion mit der Flügelmutter befestigt werden kann. Unsere Pfosten sind 3,5cm dick, die Querstange zusätzlich 2cm dick, also haben wir eine Schraubenlänge von 7cm gewählt.

Anleitung

Das Ganze ist nicht so kompliziert, wie es sich anhört und macht sogar noch Spaß ;) Wenn man sich entscheiden hat, welche Maße die Holzteile haben sollen, ist die Denkarbeit auch schon fast vorbei. Was dann folgt erfordert ein wenig handwerkliches Geschick und ein wenig Geduld. Für die Vorbereitungen, Zusägen, Bohren und Lackieren haben wir insgesamt etwa 3 Tage a 6 Stunden gebraucht.

Schritt 1: Sägen und Bohren

Sägen und Bohren der einzelnen Holzteile

vorgebohrte, unlackierte Einzelteile

Die meisten von euch werden wohl – wie wir – lange Holzpfoten und -stäbe aus dem Baumarkt kaufen. Diese müssen natürlich auf die benötigte Länge abgesägt werden. Wie bereits erwähnt, haben wir unsere Slalom-Hindernisse auf 40cm zurechtgesägt und die Holzpfosten für die Hürden auf 50cm. Die Querstange für die Hürde wurde 60cm lang.

Habt ihr alles auf die gewünschte Länge zugesägt, müssen Löcher für die höhenverstellbaren Hürden, in die Querstange der Hürden, in die Grundplatten und den Holzring gebohrt werden. Die Löcher für die Hürden haben wir in einem Abstand von 10cm zum Boden gemacht. So ist eine Höhe von 10cm, 20cm, 30cm und 40cm für die Querstangen möglich.

Schritt 2: Schleifen, vorbehandeln und Lackieren der Holzteile

Lackieren der Slalom-Stangen

von der unlackierten Slalomstange zum fertig lackierten (aber noch abgeklebten) Ergebnis

Bevor die Holzteile lackiert werden können, müssen scharfe Kanten mit Schleifpapier entgratet werden – es soll sich ja beim Training weder Dosi noch Katzi verletzen. Die Ecken von eckigen Grundplatten können so auch noch etwas abgerundet werden. Auch die Oberflächen der Grundplatten, Stäbe und Pfosten solltet ihr gründlich abschleifen, damit der Lack später besser hält.

Haben eure Holzteile eine sehr unebene und "kratzige" Oberfläche so kann es helfen, vor dem Lackieren und Schleifen mit einem leicht feuchten Pinsel über die Oberflächen zu fahren: durch die Feuchtigkeit stellen sich die Holzfasern auf und können so später einfach abgeschliffen werden. Wir haben uns für eine lilafarbene Grundlackierung mit weißen Streifen entschieden. Um die Streifen akkurater und gleichmäßig hinzubekommen, solltet ihr mit Maßband/Zollstock und Bleistift die Abstände anzeichnen und mit Malerkrepp (im Bild grün) die Streifen abkleben.

Je nach Eigenschaften des Lacks kann es notwendig sein, mehrere Schichten aufzutragen. Natürlich müsst ihr zwischen dem Auftragen der einzelnen Schichten die Trocknungszeit abwarten: dies kann eine halbe bis mehrere Stunden dauern.

Schritt 3: Zusammenbauen

Wenn alle Teile zurecht gesägt und lackiert sind, gehts ans Zusammenbauen. Die Slalom-Hindernisse werden auf ihre Grundplatten geschraubt, ebenso wie die Holzpfosten für die Hürden. Um die Hürden oder den Reifen mit den Holzpfosten zu verbinden, werden sie mit Unterlegscheiben, Schrauben und Muttern miteinander verbunden. Da das Ganze einfach auf- und wieder abzubauen ist, kann es auch platzsparend weggepackt werden.


Viel Spaß beim Nachbauen!

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2 Kommentare - Hinterlasse eine Kratzmarkierung!

  1. Wow, wirklich klasse.
    Wir haben hier grade erst mit dem Klickern angefangen und üben noch das Folgen und Männchenmachen :D Ich würde furchtbar gern mal ein Video von deinem Parkour in action sehen! :)

    • Huhu Frederike!
      Videos wird es von uns in Zukunft wohl zu diversen Themen geben. Das braucht allerdings leider noch etwas Vorbereitungszeit, weil grade zwei größere Projekte in Planung bzw. Umsetzung sind. Außerdem müssen wir das Training für den Parcours ja auch noch anfangen – haben wir nämlich noch nicht ;)

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