10.Mai 2014 18:34 Uhr Meinung & Tipps 6

„Momentan ist kein Geld da“ – warum finanzielle Vorsorge wichtig ist

Geld

Lesezeit ca.: 2 Min., 50 Sek.

Der erste Rat den man befolgen und geben sollte, wenn Verhaltensprobleme, Krankheitsanzeichen oder ungewöhnliche Beobachtungen auftreten ist der, die Katze beim Tierarzt durchchecken zu lassen. Leider wird darauf nicht selten entgegnet "Momentan ist kein Geld da" oder "Das ist (wieder) so teuer!". Mich macht das wütend, sprachlos und traurig.

Wir alle müssen teilweise mit dem Geld knappsen, jeder von uns Dosis kennt Phasen, in denen das Geld mal nicht so locker sitzt – bei dem Einen dauern diese Phasen länger, beim Anderen sind sie Dauerzustand. Nur die wenigsten von uns werden behaupten können, ohne weitere Vorsorge mal eben mehrere Hundert Euro für aufwendigere Behandlungen aus der Portokasse nehmen zu können.

Und trotzdem gibt es unter uns Dosis auch jene, die nötige Behandlungen nicht aufschieben oder der Katze ganz verwehren. Und ich möchte behaupten, dass sie in der Mehrzahl sind, obwohl sie teilweise nicht mehr (manchmal sogar weniger) Einkommen haben als jene, die über anfallende Kosten jammern.

Vor der Anschaffung von Katzen sollte man tatsächlich erst einmal darüber nachdenken, ob man Fixkosten (Nahrung, Streu) und die Kosten für gesundheitliche Betreuung überhaupt dauerhaft aufbringen kann. Oder ob man tatsächlich schon Probleme bekommt, wenn die Kastration für 60-150€ anfällt. Jeder kann (unverschuldet) in finanzielle Notlagen geraten, soviel steht fest. Doch jeder sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein, besonders in "guten" Zeiten für Notlagen vorzusorgen. Ob das nun durch die regelmäßige Einzahlung auf ein Sparkonto oder durch Abschluss einer Katzen-Krankenversicherung geschieht, ist wohl eine sehr persönliche Entscheidung.

Wichtig ist aber, dass überhaupt vorgesorgt wird! Denn ein Notfall am Wochenende, eine längerfristige Behandlung, oder eine schmerzhafte Erkrankung warten nicht, bis man genug gespart hat. Sie treten unverhofft auf, plötzlich – am liebsten dann, wenn sowieso schon alles schief läuft und der Moment gerade so gar nicht passt.

Es ist nicht fair, ja geradezu verantwortungslos, die eigene Katze leiden zu lassen, nur weil man selbst keine Vorsorge treffen wollte. Im schlimmsten Fall rächt sich dieser Geiz später mit einer Krankheit, die – wenn sie unbehandelt bleibt – chronisch endet und verdammt teuer wird.

Jeden Monat 20€ oder 50€ – je nach Einkommen – beiseite zu legen und vielleicht zwei Monate länger auf das neue, tolle Smartphone oder eine andere unnütze Anschaffung zu sparen, macht für uns Dosis kaum einen Unterschied – für die Katze im schlimmsten Fall sogar einen sehr großen! Wer sein Tier liebt, muss auch mal verzichten können, muss vorsorgen können und vor allem auch "Arsch in der Hose" haben können, um um Hilfe von Außen zu bitten, wenn der eigene Geldbeutel mal so gar nichts mehr hergeben möchte.

Ob man sich Geld bei Freunden und Verwandten leiht, eigene Luxusartikel verkauft, zur Tiertafel geht oder den Tierarzt um Ratenzahlung bittet: man bricht sich keinen Zacken aus der Krone, aber der Katze ist geholfen. Wer dazu nicht bereit ist und seine Katze lieber leiden lässt, sollte sie im Zweifelsfall lieber in ein Zuhause geben, in dem die Grundversorgung gewährleistet ist – und wenn es das Tierheim ist.

Wer gar nicht erst in eine solche – zugegebenermaßen vielleicht peinliche – Situation kommen möchte, sollte schon vor der Anschaffung seiner Stubentiger über solche Dinge nachdenken.

In diesem Sinne: bitte sorgt vor!

2309 vor 6 Monaten

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bisher wurden 6 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. Hallo Miriam,

    Du hast absolut recht!

    Manchmal kommt eine Krankheit schneller als man denkt: Ich hatte meinen Kater ungefähr drei Wochen, als er krank wurde. Danach war ich viele hundert Euro ärmer.

    Mich wundert auch, dass sich viele Katzenhalter über die Tierarztpreise beschweren. Dabei kostet ein Friseurtermin oft mehr als ein Check beim Tierarzt – zumindest für Frauen. Ich finde das nicht zu teuer, wenn man bedenkt, was so ein Tierarzt alles können und wissen muss. Dass nicht alle kompetent sind und es auch Pfuscher gibt, steht auf einem anderen Blatt.

    Viele Grüße
    Bärbel

    • Huhu Bärbel!
      Schön, dich wieder hier zu lesen! Auch ich durfte leider schon so einige Euros bei den Tierärzten lassen und – ich bin ehrlich – auch oft zu Untersuchungen, bei denen sich herausstellte, dass alles in Ordnung ist und eine meiner Katzen nur einen schlechten Tag hatte. Aber auch das gehört dazu: wenn man sich nicht sicher ist, muss ein Check beim Doc sein: wer weiss, was man sonst übersieht.

      Du hast recht, viele Ausgaben, die wir heute wie selbstverständlich tätigen sind weitaus teurer als so mancher Gang zum Tierarzt. Aber der Friseurtermin (ein grandioses Beispiels übrigens!), die neue Hose, das neue Handy oder die neuen Schuhe werden angeschafft, ohne über Ausgaben zu jammern. Da freut mich sich meist über die neue Errungenschaft. Manche von uns sollten lernen, sich über die Gesundheit und eine kompetente Therapie für die Katze genauso zu freuen.

      Man gibt für negative Dinge nicht gern Geld aus, das verstehe ich auch. Aber das ist nunmal nötig. Wir selbst gehen ja auch zum Arzt, wenns schmerzt oder uns unwohl ist. Bei uns zahlt die Krankenversicherung. Wenn ich zu „arm“ oder zu geizig bin, meiner Katze diesen Standard zu bieten, muss ich eben auch für sie eine Krankenversicherung abschließen.

      Liebe Grüße
      Miriam

  2. Hallo Miriam,

    welche Krankenversicherung kannst du denn empfehlen?

    LG Sabine

    • Huhu Sabine!
      Da man diese Versicherung vor allen nach dem Alter der Katze, dem Gesundheitszustand der Katze und den eigenen Lebensumständen aussuchen sollte, kann und möchte ich da pauschal nichts empfehlen. Die bekanntesten sind wohl die Agila und die Ülzener, beide haben ihre Vor- und Nachteile.

      Wir haben auf unserer Infoseite im Bereich Krankenversicherungen für Katzen einige Punkte aufgezählt, worauf man achten sollte. Aussuchen muss man da leider allein.

      Liebe Grüße
      Miriam

  3. Das fand ich bei unserem Tierarzt richtig gut, als wir vor 13 Jahren mit unseren beiden Katzenkindern zum ersten Termin bei ihm anrückten. Er empfahl uns ein Sparbuch für Tierarztkosten anzulegen. Bisher konnten wir zum Glück noch alle Gesundheitskosten aus der ‚Portokasse‘ bezahlen und das ‚Sparbuch‘ ist noch unangetastet. Aber mal eben schnell am Sonntag im ersten Gartenjahr 2002 zum Nottierarzt fahren, da Maus an der Leine ein Fluginsekt mit Stachel probieren musste. Ich glaube das waren damals nur für Sedierung, das Ziehen es Stachels und ein Antibiotikum 140,- €.
    Etwas höher war der Betrag, als Maus – natürlich auch an einem Sonntag, total übermüdet im Sprung vom Garagendach zum Dach des Treppenhauses 3,5m abstürzte und noch dazu auf den Rand eines Blumenkübels fiel.
    Und was viele nicht wissen: In Zeiten außerhalb der regulären Sprechzeiten zahlt man häufig den doppelten Betrag für die Behandlung…

    Nachdem Maus das erste Mal beim Notarzt war, entschlossen wir uns für unseren kleinen Unglücksraben eine Versicherung abzuschließen. Aber die rechnet sich wirklich nicht. Zwar wurden die Kosten für Impfung & Frontline sowie Wurmkur als Vorsorge von der Kasse übernommen, aber da ich Leistungen in Anspruch nahm, erhöhte sich der Versicherungsschutz – damals 200,- € pro Jahr, nicht mehr.
    Aber zum Beispiel bei Diabetes zahle ich jetzt bei Allegra etwa alle 6 Wochen nur für Nadeln, Spritzen und Insulin ca. 50,- €. Ipakitine zur Nierenentlastung und Tabletten zur Vorbeugung gegen Harnwegsinfekte kommen noch dazu. Und die Erstuntersuchung, die den Diabetes-Verdacht bestätigen sollte waren im Mai 2010 um die 180,- €. Und 3 Zähne ziehen lag bei etwa 100,- € …
    Irgendwann kam bei der Versicherung dann sogar der Moment, dass ich pro Jahr höhere Beiträge hätte zahlen müssen als ich an Leistungen erstattet bekommen hätte. Und für die Absicherung gegen OP-Kosten hätte ich auch noch dazu eine Zusatzversicherung abschließen müssen.

    Auch wenn das gute alte Sparbuch nix mehr an Zinsen bringt. Mindestens 1000,- € sollte man pro Katze auf der schnell erreichbaren Hohen Kante haben. Denn vor 2 oder 3 Jahren hatte ein Hund in der Nachbarschaft Schneckenkorn gefressen. Er wäre fast gestorben. Und die Besitzer mussten in der Tierklinik ganz schnell entscheiden ob er ihnen etwas über 1000,- € für die Behandlung wert war. Das sollt einem vor der Anschaffung eines Tieres bewusst sein …

    VG Silke

  4. Liebe Miriam,

    erstmal beide Daumen hoch, für den Umbau Deiner Seite! :)

    Leider höre auch ich oft… „Ja, aber dafür haben wir im Moment kein Geld“. Wenn man dann hört wofür aber Geld auf den Kopf gehauen wird, ist man oft einfach nur sprachlos. Wir halten es auch so, dass wir zu jeder Zeit Geld für das kleine Wehwechen oder die komplizierte Operation zur Seite gelegt haben. Ich kann, auch aus persönlicher Erfahrung sagen, das das nicht nur dienlich sondern absolut notwendig ist und angelegt sein sollte sobald man mit Tieren sein Leben teilt. LG, Steffi

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