15.April 2014 18:00 Uhr Bücher & Medien 8

Buch „einfach Barf – Leitfaden für natürliche Katzenernährung“

Buch einfach Barf

Dieser Testbericht wurde zum letzten Mal vor mehr als einem Jahr bearbeitet. Der Inhalt ist möglicherweise nicht mehr aktuell.

Lesezeit ca.: 6 Min., 42 Sek.

Hinweis: Dieses Rezensionsexemplar wurde mir von der Autorin kostenlos zum Testen überlassen.

Wie bereits berichtet, haben wir zwei Barf-Bücher als Rezensions-Exemplare erhalten. Die Autorin Doreen Fiedler beschäftigt sich seit Jahren mit dem Barfen von Katzen, betreibt ein spezielles Barf-Forum – einfach-barf.de – und hat mit den beiden Barf-büchern nun ihr Autoren-Debüt gegeben.

Direkt zwei Bücher von ihr sind Anfang April diesen Jahres veröffentlicht worden. Beide beschäftigen sich mit dem Barfen von Katzen, wobei eines als Einsteigerlektüre gedacht ist und das das Zweite darauf aufbaut und tiefergehendere Infos bietet – für die Wissbegierigen unter uns Dosis ;)

Heute möchte ich euch das Einsteiger-Buch "einfach Barf – Leitfaden für natürliche Katzenernährung" vorstellen und meine Meinung dazu abgeben.

Infos zum Buch:
Titel: "einfach Barf – Leitfaden für natürliche Katzenernährung"
Verlag: BoD – Books on Demand
Autorin: Doreen Fiedler
Preis: 12,90€
ISBN: 978-3-7357-9105-4
Seitenzahlen: 96 Seiten
Erscheinungsjahr: 2014
Softcover

Inhalt und Aufmachung

Das 96-seitige Buch ist einfach, dennoch optisch ansprechend gestaltet. Schwarze Schrift auf weißem, matten Papier machen das Lesen einfach. Tipps sind durch hellgrauen Hintergrund hervorgehoben. Farbige Grafiken, Tabellen und zum Text passende Farbfotos lockern den Inhalt auf. Die einzelnen Kapitel sind deutlich durch einseitig gedruckte Farbfotos mit Kapitel-Titel voneinander abgegrenzt. Das Buch ist insgesamt klar und übersichtlich gegliedert und nachvollziehbar strukturiert.

Neben Einleitung und Service-Teil gibt es 6 grobe Kapitel. Kapitel Eins befasst sich auf 3 Seiten mit den Besonderheiten des Katzen-Organismus. Es erklärt den Weg der Nahrung durch den Katzenkörper und erläutert jede einzelne Station wie Maul, Magen und Darm.

Kapitel Zwei "Wie sollte die Nahrung der Katze beschaffen sein?" umfasst 25 Seiten. Auf diesen Seiten findet sich ein Vergleich zwischen Fertigfutter und Maus, sowie die Inhaltsstoffe von Fertigfutter. Deren Vor- und Nachteile werden ohne Vorurteile und verständlich erklärt. Die Autorin geht auf die möglichen Fleischsorten beim Barfen ein, erläutert mögliche Zusammensetzungen der Mahlzeiten und bringt dem Leser näher, was es mit den pflanzlichen Bestandteilen bzw. dem Ballaststoffanteil im Barf auf sich hat. Die einzelnen Nährstoffe, Folgen von Mangel- und Überversorgung, sowie deren entsprechende Supplemente werden ausführlich erklärt. Den Abschluss dieses Kapitels bildet eine kurze (aber aufschlussreiche) Tabelle, in der die einzelnen Nährstoffe und Supplemente übersichtlich dargestellt sind.

Das dritte Kapitel mit dem Titel "Welche Arten der Supplementierung gibt es?" geht auf 13 Seiten auf die Erstellung der Rezepte und mögliche Supplementierung ein. So werden Pauschalrezepte, Fertig-Supplement-Mischungen und individuell errechnete Rezepte angeführt. In diesem Kapitel zeigt die Autorin anschaulich, wie man selbst aufgrund von Nährwert-Datenbanken und Nährstoffempfehlungen für die Katze ein eigenes Rezept errechnet.

Die nächsten 9 Seiten – das vierte Kapitel – dreht sich rund um die benötigten Gerätschaften, um selbst Barf-Mahlzeiten herzustellen. Die Zubereitung wird erläutert und die zehn häufigsten Fragen bezüglich Barf bei Katzen werden beschrieben.

Kapitel Fünf bringt dem Leser auf 10 Seiten näher, wie die eigene Katze auf rohe Mahlzeiten umgestellt werden kann. Die Umstellung von Trockenfutter auf Barf, Nassfutter auf Barf und Fleisch ohne Supplemente zu vollwertigen Barf-Mahlzeiten werden umfassend erläutert. Auch "Tipps für Härtefälle" und Kochbarf werden angesprochen.

Das sechste Kapitel enthält auf 14 Seiten allerhand Rezepte zum Nachmachen. Sowohl Hauptmahlzeiten, Mahlzeiten zu besonderen Anlässen, als auch Rezepte für selbstgemachte Leckerchen finden sich in diesem Kapitel. Die genaue Zubereitung von eigenem Trockenfleisch und die Möglichkeit, Futtertiere zu verfüttern sind ebenfalls Teil dieses Kapitels. Die Rezepte sind durch Tipps und die Zubereitungs-Anleitung wunderbar ergänzt.

Die restlichen 5 Seiten des Buchs sind mit Quellenangaben, Verweisen und Tipps zu weiteren Informationsquellen gefüllt. Auch die Bildnachweise finden sich hier.

Was mir an diesem Buch gefällt

Der Großteil der Inhalte ist leicht verständlich und einfach erklärt. Vergleiche zwischen Katze, Mensch und Hund machen besonders die Erklärungen zu Verdauungsvorgängen anschaulicher. Die Quellennachweise zu den einzelnen Textpassagen sind mit Nummerierungen versehen, so dass der interessierte Leser entsprechende Quellen im Anhang schnell und leicht findet. Dass überhaupt Quellen (dazu noch wissenschaftliche) angegeben werden, ist leider bei solchen Büchern nicht selbstverständlich. Sofern möglich, sind sogar die entsprechenden Links zu den Studien angegeben. Für mich als "Quellen-Liebhaber" und neugieriger Mensch ist das ein wahrer Augenschmaus. ;)

Die Vergleiche zwischen Maus und Fertigfutter finden sich nicht nur im Text, sondern auch als Grafik und Tabelle, so bekommen auch lesefaulere Dosis schnell einen Überblick. Auch die Tabelle der möglichen Zusammenstellungen von Mahlzeiten ist eine tolle Zusammenfassung. Hier wird – sowohl im Text als auch in der Tabelle – dem Leser das Errechnen mit Prozentangaben sehr einfach gemacht.

Wenn es um die pflanzlichen Bestandteile geht, erklärt die Autorin genau "Wieviel?", "Was?" und "Was lieber nicht?". Es wird auch teilweise das "Warum (nicht)?" erklärt. Im Gegensatz zu den meisten Autoren, die das Barfen von Katzen mit dem von Hunden weitestgehend gleichsetzen, ist das eine echte Wohltat.

Die Nährstoffe und ihre Funktionen im Körper, werden ebenso wie Folgen von Über- und Unterversorgung gut und ausführlich erklärt. Welche Supplemente wofür eingesetzt werden und in welcher Dosierung findet sich nicht nur im Text, sondern auch in der leicht verständlichen Tabelle – so muss man zum nachschlagen nicht lange suchen und hat alles auf einen Blick.

Sehr gefallen hat mir auch die Anleitung zur Berechnung des eigenen Rezepts. Hier bleiben meiner Meinung nach keine Fragen offen. Auch das Anführen und Beantworten der zehn häufigsten Fragen zum Katzen-Barf sind gut gelungen. Meiner Meinung nach sind die Fragen sehr gut ausgewählt und beantwortet. Meiner Erfahrung nach sind es wirklich jene Fragen, die in regelmäßigen Abständen von allen Barf-Anfängern immer wieder gestellt werden.

Interessant fand ich auch die Rangfolge, in denen Supplemente bei der Umstellung eingeschlichen werden sollen. Auch Alternativen zu den einzelnen Supplementen werden genannt, falls die eigene Katze "Zicken" bei der Umstellung macht. Von den "Umstellungstricks für ganz harte Fälle" wird wohl jeder verzweifelte Dosi – inklusive mir ;) – profitieren können. Wichtig fand ich auch dass geklärt wird, dass und warum Katzen während der Umstellungsphase nicht zu lange fasten sollten – die Möglichkeit einer hepatischen Lipidose wird angesprochen.

Die einzelnen Rezepte haben mich begeistert. Nicht nur ihre sinnvolle Zusammensetzung (das ist ja leider bei solchen Büchern oft ein großer "Knackpunkt"!), sondern auch die entsprechenden Tipps und die mögliche Zubereitung kamen bei mir sehr positiv an. Als "Schmankerl" noch die Zubereitung für eigenes Trockenfleisch einzubringen, war eine recht gute Idee der Autorin.

Was mir an diesem Buch nicht gefällt

Das Niveau des Schreibstils ist in manchen Kapiteln etwas anspruchsvoller. So werden besonders in den Erklärungen zu den Nährstoffen teilweise "Fremdwörter" genutzt, die dem unerfahreneren Leser wohl im täglichen Leser kaum über den Weg laufen. Leider sind diese Worte nicht in allen Fällen auch verständlich erklärt bzw. umschrieben. Die Quellenangaben im Text sind in eckigen Klammern mit Bezug zum Anhang angegeben. Werden zu einem Textteil besonders viele Quellenverweise angeben, kann der Lesefluss stocken.

In den Vergleichen zwischen Fertigfutter und Maus wird von der Trockensubstanz gesprochen. Leider wird nicht erklärt, wie sich diese berechnet, was sie ist und warum genau nur das Herunterrechnen auf die Trockensubstanz erst Vergleiche zwischen den einzelnen Futterarten aussagekräftig möglich macht.



Fazit für mich:
Die negativen Kritikpunkte an diesem Buch sind im Grunde alle nur kleine "Schönheitsfehler", welche in der Summe der positiven Punkte vollkommen verblassen. Wahrscheinlich werden nur wenige Leser sie überhaupt bemerken oder sich an ihnen stören. Insgesamt hat mich dieses Buch mehr als überzeugt. Als Mitglied des Forums der Autorin hatte ich sehr hohe Erwartungen an dieses Buch, diese wurden vollkommen erfüllt und teilweise noch übertroffen. Ich freue mich über dieses – bisher einzige – Barf-buch, dass ich ohne schlechtes Gewissen weiter empfehlen kann. Endlich einmal!

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bisher wurden 6 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. Huhu Miriam!

    Das Buch steht jetzt nach deiner Rezension erstmal ganz weit oben auf meinem Wunschzettel. Die Erkenntnisse scheinen sauber recherchiert und aktuell zu sein, weshalb ich da gerne mal reinschauen möchte. Momentan barfe ich überwiegend nach Natural Cat Food, was ich auch ganz gut finde, da alles gut erklärt ist und bis jetzt sind mir auch keine großen Patzer aufgefallen. Aber man bildet sich ja gerne weiter und hat an neuen Erkenntnissen teil. ^^

    • Huhu!
      Das „Natural Cat Food“ habe ich bisher noch nicht gelesen, aber es steht schon auf meiner Wunschliste ;) Ich finde beiden Bücher von Doreen gut, das zweite (Katzenernährung nach dem Vorbild der Natur), aber noch einen „Ticken“ besser als dieses. Dies ist eher so der Einstieg für Anfänger, das andere ist eher für Fortgeschrittenere. Wenn du also schon länger barfst, wirst du in diesem Buch eher weniger Inhalt finden, der dich weiterbringt. Ich würde dir eher das andere Buch empfehlen, gerade dann, wenn du dich gern weiterbildest.

      Liebe Grüße
      Miriam

      • Huhu!

        Ich werde mir wahrscheinlich beide Bücher zulegen.^^ Interessant ist, denke ich, beides für mich, da es ja doch mal das eine oder andere gibt, was hier und da anders erklärt ist. Da kann man besser vergleichen. Interessant ist für mich auch vor allem, nach welchen Bedarfswerten Doreen vorgeht und ob bzw. wie sie die Wahl begründet.

        Den ersten Band geh ich morgen mal bestellen, und ich schätze, das andere Buch wird dann nicht lange auf sich warten lassen, bis ich da zuschlage.^^

      • Huhu!
        Im Grunde – das kannst du auch im „Fazit“ zum zweiten Buch lesen – ist der Inhalt des ersten Buches noch einmal im zweiten genau so angesprochen: Wenn du also das zweite hast, weisst du auch, was im ersten geschrieben steht und noch etwas mehr. Ich hab jetzt ehrlich gesagt nicht im Kopf, auf welche Bedarfswerte sie sich bezieht, aber das siehst du dann ja selbst ;)

        Ich wünsch dir viel Spaß beim Lesen!
        Liebe Grüße
        Miriam

  2. Liebe Miriam,
    mit der Fütterung meiner Nikki ist das so ein Problem. Sie ist ursprünglich aus Spanien, über den Tierschutz zu mir gekommen. Mit dem Essen gibt es, solange wie sie bei mir ist, zwei einhalb Jahre,große Probleme. Ich habe alles ausprobiert von Nass über Trockenfutter. Zur Zeit ißt sie fast nur Trockenfutter, am liebsten Leckerli von Felix, aus der Fummelbox. Sie hat auch nur noch wenig Zähne, vom Alter, Schätzung ca. 8 bis 9 Jahre alt.Wenn ich Nassfutter mit Soße gebe, dann leckt sie die Soße runter, daß wars dann meistens…!Ich weiß nicht so richtig was ich noch machen soll, ansonsten ist sie munter, schläft viel, na, wie alles Katzen…!Ich habe auch den Beitrag gelesen mit dem Trockenfutter, wenn das so schädlich sein soll, dann mache ich mir schon Gedanken.Vielleicht hast Du noch eine Idee wie ich sie zu gesünderen Essen bringen kann.Ich weiß ja auch nicht, was sie in Spanien gegessen hat, in dem Tierheim, vorher auf der Straße..
    Liebe Grüße
    Angelika mit Nikki

    • Huhu Angelika!
      Eine Futterumstellung bei Katzen kann eine große Herausforderung sein. Es ist oft viel Geduld und Durchhaltevermögen und so mancher Trick nötig. Auf der Infoseite im Bereich Futterumstellung habe ich ein wenig was dazu notiert. Vielleicht hilft dir das ein wenig.

      Liebe Grüße
      Miriam

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