Veröffentlicht: 26.März 2014 um 10:33 Uhr - vor 3 Monaten aktualisiert

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Was ist das „richtige“ Katzenfutter? – auf der Suche nach dem heiligen Gral

Muffin zwischen Katzenfutterdosen

Immer öfter trudeln in meinem Mail-Postfach Anfragen zur Futterauswahl ein. Besonders nach dem letzten Futtertest der Stiftung Warentest scheint die Verwirrung perfekt: Viele Dosis lassen sich durch den Test und die Kritik zum Test vollkommen verunsichern und stellen im schlimmsten Fall den Speiseplan der eigenen Mieze wieder um – auf die sogenannten „Testsieger“ der Stiftung.

Mich persönlich ärgert das sehr und ich bin bestrebt, ein wenig Ordnung in das Chaos im Kopf der Fragenden zu bringen. Dabei ist die Frage nach dem "richtigen" Futter für die Katze nicht mit dem Nennen von ein paar Marken getan. Meiner Meinung nach gibt es das "richtige" Katzenfutter nicht. Denn die Auswahl sollte nach individuellen Kriterien erfolgen.

Das Futter, das meiner Meinung nach für meine Katzen "richtig" ist, muss es nicht auch für deine Katze sein. Jeder Dosi setzt andere Prioritäten und jeder Dosi geht mit Kompromissen anders um. Ob und welche Kompromisse man bei der Futterauswahl eingeht, das ist eine sehr individuelle Entscheidung: mancher Dosi hat nicht viel Geld, manche Katze ist mäkelig und frisst nur bestimmte Sorten, die andere Katze ist krank und braucht von bestimmten Nährstoffen mehr oder weniger.

Logisch, dass die Empfehlung für all diese unterschiedlichen Katzen nicht ein und dieselbe sein kann!

Unsere Empfehlung zum "richtigen" Futter

  • Zuerst und besonders wichtig: Informiere dich unabhängig – Katzenbücher, Verkäufer in Tiermärkten und auch Tierärzte sind dazu in fast allen Fällen leider genau die falsche Adresse. Informiere dich, was die Katze braucht und was in Katzenfutter besser nicht enthalten sein sollte – und vor allem auch "Warum?" Erst, wenn du das verstehst, kannst du das "richtige" Futter für deine Katze(n) finden!

    Wenn du genug Wissen hast, musst du dich nicht auf die Empfehlungen von Anderen verlassen, wirst sicherer und lässt dich nicht so leicht "aus dem Konzept" bringen.

  • Marken, die du aus Werbung, aus dem Supermarkt und vom Tierarzt kennst, sind nicht hochwertig und meist wenig artgerecht für die Katze.
  • (Getreidefreies) Trockenfutter kann ein einigermaßen gutes Leckerchen sein – mehr aber bitte auch nicht. Als Hauptmahlzeit sollte die Katze gutes Nassfutter bekommen.
  • Barf kann eine sehr gute Ernährungsform für gesunde und kranke Katzen sein – vorausgesetzt, du hast genug Grundwissen und weißt, was du tust.
  • Bringe Abwechslung in den Speiseplan deiner Miezen: 3 bis 5 unterschiedliche Marken sollten es schon sein. Wenn du eine gute Mischung aus verschiedenen Futtern verfütterst, kannst du auch mal Mittelklassefutter füttern und musst dich nicht mit jedem Prozent-Pünktchen in den Analyse-werten befassen. Mangel- und Überversorgung werden erst durch Abwechslung weitestgehend ausgeglichen.
  • Gehe Kompromisse da ein, wo du selbst sie verantworten kannst – dazu ist aber eben grundlegendes Wissen nötig.
  • Das, was andere als "das Beste" ansehen, ist nicht immer möglich. Schäm dich deswegen nicht, sondern versuche das für dich Best-mögliche. Nicht Jeder hat viel Geld, mit der richtigen Auswahl und Planung muss man es auch gar nicht ausgeben.
  • Nicht jede Katze mag und verträgt jedes Futter – du musst deine Auswahl an deine Möglichkeiten anpassen.
  • Wenn deine Katze (chronisch) krank ist, sind oft spezielle Anforderungen an die Nahrung gestellt. Oft ist es wichtiger, dass die Katze überhaupt frisst, als dass das Futter besonders hochwertig ist.

Kurz: Jede Katze ist anders. Achte auf Qualität und Abwechslung und lass dich nicht verrückt machen! Wissen über die Katzenernährung ist das Wichtigste und Grundlegendste und sollte immer am Anfang der Futterauswahl stehen! Ohne Wissen kannst du keine Entscheidungen treffen, die dich weiterbringen.

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5 Kommentare - Hinterlasse eine Kratzmarkierung!

  1. Prima auf den Punkt gebracht. Es lebe die Individualität :-))
    VG Silke

  2. Ich versuche ja gerade mal wieder anderes Futter anzubieten (leider waren vorher z.B. Macs nicht genießbar – was ich sehr bedauere, da ich das Preis/Leistungsverhältnis so besonders gut fand), jetzt versuche ich es über 2 Sorten Bozita mit Fischanteil (Fisch ist hier oberlecker) und Smilla Geflügeltöpfchen mit Fisch.
    Bozita wurde schon mal angenommen (Stücke in Gelee), Smilla probiere ich morgen aus.
    Feringa scheint mir auch einen Versuch wert!
    So viel Fisch ist mir eigentlich nicht recht, aber für den Anfang zumindest eine Möglichkeit mehr Naßfutter ohne Getreide und Zucker in die Katze zu bekommen.
    Preislich ist für mich und meinen Geldbeutel bei Mac´s Schluß, mehr ist leider nicht (ab und zu als Leckerchen was teureres ist okay).
    Bei Grau z.B. denke ich, da kann ich ja preislich gleich barfen.
    Über das natürliche barfen habe ich ja auch schonmal nachgedacht, aber allein die Frage: wo bekomme ich frisches Rinderblut in der Stadt bereitet mir Kopfzerbrechen…gibt´s das irgendwo tiefgefroren zu erwerben?
    Fleisch ginge bis auf Mägen auch nur reines Muskelfleisch…Leber bäh´, Herz mega bäh, von Lunge wird hier keiner satt….
    Hoffe, ich habe diesmal mehr Glück.

    LG, Angi

    • Huhu Angi!
      Ja, tatsächlich bekommt man Blut gefroren zu kaufen. Zum Beispiel in Barf-Shops (die gibts mittlerweile in fast jeder größeren Stadt) oder eben übers Internet. Wenn Leber, Herz usw. noch bäh sind, kannst du durchaus versuchen, die in minikleinen Mengen unterzumogeln. Ich musste beispielsweise Leber und Fisch anfangs pürieren, damit sie nicht aussortiert werden ;) Mittlerweile kann ich auch kleinere Stückchen geben. Oft ist das einfach eine Frage der Gewöhnung. Zur Not könntest du aber auch Taurinpulver statt Herz und/oder Leberpulver statt Leber geben.

      Liebe Grüße
      Miriam

  3. Ganz lieben Dank für deine Antwort!!!
    Da werde ich auf jeden Fall noch genauer recherchieren!
    Ich hatte ja vor ein paar Jahren schonmal den Versuch mit Felini Complete gestartet – also Barfen für Anfänger – aber das und z.B. Gänseschmalz waren leider auch bäh (mein TA meinte mal ich hätte verzogene Mäkelkatzen und ja leider hat er Recht, er empfahl mir mal meine kranke Katze (sie wollte gar NICHTS fressen) mit Makrele usw. kurzzeitig! aus der Dose zu füttern – Hauptsache sie frisst – alles bäh´nur Thunfisch und so´n Mist wie Sheba und Co. ging (gut zur „Lebensrettung“ für kurze Zeit egal).
    Ich muss zu meiner Schande gestehn, das ich da zum größtenteil schon selber schuld war/bin und damals halt so überhaupt keine Ahnung zum Thema Futter hatte (von wegen Abwechslung)…dachte ich aber, denn immerhin hielt ja bereits meine Mutter schon lange Katzen….aber gut, besser spät als nie.

    Das natürliche barfen finde ich halt wahnsinnig gut und spannend, soweit ich mich schon belesen habe und das wäre mir auf Dauer schon lieber als selbst manch´ hochwertiges Futter – natürlich nur mit entsprechende Einarbeitung in die Materie!

    Aber könntest du mir BITTE, BITTE ! noch verraten wieviel Tomate z.B. für dein Gelee Rezept angemessen wären – denn damit möchte ich versuchen ihnen so einiges schmackhafter zu machen – die stehen da einfach drauf ;-) – ich vermute ja das sich das an die anderen Empfehlungen bezüglich Gemüse, Reis usw. anlehnt.

    Ganz lieben Dank!!!

    LG, Angi

    • Huhu Angi!
      Ich hab ehrlich gesagt so gar keine Vorstellung, welche Menge an Tomaten in das Gelee müssen, damit es "tomatig" schmeckt, aber auch geliert. Ich fürchte fast, dass ist eine Sache des Ausprobierens.

      Liebe Grüße
      Miriam

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