Veröffentlicht am Dienstag, 04.März 2014 um 18:00 Uhr
bearbeitet am 9.Februar 2016


Katzenfutterdosen

Stiftung Warentest Katzenfuttertest 03/2014

Im aktuellen Heft der Stiftung Warentest ist ein Testbericht zu Nassfutter für Katzen abgedruckt. Wie auch schon im Test aus dem Jahr 2008 zeugen die Ergebnisse des Tests davon, wie viel Unwissenheit in Punkto Katzenfutter wirklich herrscht. Und dass auch ein sonst so renommiertes Institut sich fatal in seiner Bewertung irren kann. Wir haben den Test durchgesehen und analysiert. Heute möchten wir euch eine Bewertung und Aufschlüsselung des veröffentlichten Tests geben.

Und auch erklären, warum man sich auf diese Ergebnisse – wieder einmal – nicht verlassen kann.

Welche Futtermarken wurden getestet?

Die getesteten Futtersorten in der Reihenfolge ihrer erreichten Endnoten – oben "sehr gut", nach unten hin immer schlechter bewertet bis zum "mangelhaft (5,5)":

  • K-Classic Adult "Zarte Häppchen in feiner Sauce mit Truthahn und Leber" (Kaufland, Endergebnis: Note sehr gut)
  • KiteKat "mit Geflügel und Wild in Gelee" (Endergebnis: Note sehr gut)
  • Coshida "feinste Stückchen in Sauce mit Rind" (LIDL, Endergebnis: Note sehr gut)
  • Sheba "Sauce Speciale mit Putenhäppchen in heller Sauce" (Endergebnis: Note sehr gut)
  • Hill´s Science Plan Adult 1-6 "Stückchen in Sauce Huhn" (Endergebnis: Note sehr gut)
  • Gut & Günstig "zarte Stückchen mit Geflügel in feiner Sauce" (Edeka)
  • Purina ONE Adult "Natural Balance mit Rind, Karotten und Zucchini"

  • Dein Bestes "mit Kalb und Huhn in Sauce" (DM-Drogeriemarkt)
  • Cachet "Classic saftige Häppchen mit Huhn" (ALDI-Süd)
  • IAMS Adult 1+ "in Sauce mit viel Huhn"
  • Miamor "Vital Balance mit Huhn in Karottencreme"
  • Gourmet Gold "feine Komposition mit Rind und Huhn"
  • Schnucki Classic "saftige Häppchen in Sauce mit Rind und Leber" (ALDI-Nord)
  • Bozita Feline "Häppchen in Gelee mit viel Huhn"
  • Attica "feine Häppchen mit Geflügel" (Netto-Markendiscount)
  • Mieze Katz "saftige Stückchen in delikater Sauce mit Wild & Gemüse" (Norma)
  • JA! "zarte Stücke mit Rind" (REWE)

  • Catz Finefood "No. 3 Geflügel"
  • Christopherus "erwachsene Katze Rind und Hühnchen"
  • Funny Cat "zarte Stückchen in leckerer Sauce mit Huhn" (Penny)
  • Winston "saftige Häppchen mit Huhn in Sauce" (Rossmann)
  • Schmusy Nature "mit Huhn, Lachs & Pasta + Bierhefe"
  • Whiskas "Terrine mit Herz"
  • MultiFit Adult "Ragout mit Kaninchen" (Fressnapf)
  • Yarrah Adult Cat Food "Bröckchen Huhn mit Brennnessel & Tomate"
  • Perfect Fit In-Home "reich an Geflügel in Gelee"

  • Activa "mit Rind und Herz in Gelee" (Endergebnis: mangelhaft)
  • Animonda Carny Adult "Rind + Huhn" (Endergebnis: mangelhaft)
  • Felix "mit Rind und Huhn in Gelee" (Endergebnis: mangelhaft)
  • Royal Canin "Gravy Instinctive kleine Stückchen in Soße" (Endergebnis: mangelhaft)
  • Terra Faelis "Naturkost für Katzen Rind mit Karotten & Brunnenkresse" (Endergebnis: mangelhaft)
  • Defu "Huhn Pate mit Karotten & Kartoffeln sensitiv" (Endergebnis: mangelhaft)

  • Benevo Duo Complete Food for Cats and Dogs (vegetarisches Futter, keine abschließende Gesamtnote)

Welche Punkte fließen in die Bewertung mit ein?

Die ernährungsphysiologische Qualität des Futters wurde zu 60% gewichtet. Um diese zu ermitteln, wurde die Aufnahme von Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium, Natrium mit den Bedarfswerten der NRC verglichen. Die aufgenommenen Mengen von Protein, Aminosäuren, ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Spurenelementen wurden ebenfalls den Bedarfswerten gegenüber gestellt. Bei diesem Vergleich ging man von einer leicht übergewichtigen 4-Kilo-Katze mit einem Energiebedarf von 210 KiloKalorien aus.

Zu 20% floss die Bewertung der Fütterungsempfehlung mit in das Endergebnis ein. Auch der Hinweis auf möglicherweise schwankende Empfehlungen für individuelle Fütterungssituationen (Alter, Aktivität, Rasse) wurde berücksichtigt. Das Ergebnis einer Überprüfung auf Schadstoffe wurde mit 10% an der Gesamtnote gewichtet. Hierbei wurde auf Blei, Kadmium, Quecksilber und Arsen getestet.

Die letzten 10% der Gesamtwertung wurde durch die Überprüfung der Deklaration gestellt. Hierbei wurde darauf geachtet, ob lebensmittelrechtliche und futtermittelrechtliche Kennzeichnungsvorschriften eingehalten wurden. Auch die Lesbarkeit der Aufdrucke wurde bewertet.

Was wurde sonst noch aufgeführt?

Neben diesen Angaben finden sich die bei Labortests im jeweilige Futter nachgewiesenem Fleischsorten/Tierarten.
Auch sind weiterhin angegeben: Inhalt der Verpackung in Gramm, Durchschnittspreis, Tagesration und Preis pro Tagesration. Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum der getesteten Sorten wurde angegeben.

Die gefundenen Schwächen und Stärken der Futtersorten

Laut Stiftung Warentest sind die ernährungsphysiologischen Anforderungen bei den Futtern "Coshida", "Dein Bestes". "Hill´s", "K-Classic", "KiteKat" und "Sheba" sehr gut erfüllt.

Die Fütterungsempfehlungen seien bei "Hill´s", "Dein Bestes" und "Yarrah" nicht angemessen. Zu bemängeln gab es vor allem etwas an den Nährstoffzusammensetzungen der Futtersorten. So soll das Kalzium-Phosphor-Verhältnis bei den Futtern "IAMS", "Cachet", "Gourmet Gold", "Attica", "Bozita Feline", "Schnucki" und "Mieze Katz" ungünstig sein. Auch die Sorten von "JA!", "Yarrah", "Defu", "MultiFit", "Whiskas", "Activa" und "Terra Faelis" bekamen deswegen eine schlechtere Wertung.

Bei "Terra Faelis", "Defu" und "Yarrah" war der Phosphor-Wert zu hoch. "MultiFit", "Activa", "Felix" und "Whiskas" sollen zu wenig Kalzium enthalten. "Terra Faelis" enthielt nach Aussage der Stiftung zu viel Kalzium.

Zu viel Vitamin A soll in "Royal Canin" und "Terra Faelis" enthalten gewesen sein. "Miamor" enthielt zu wenig Kalium und Zink. Das Schlusslicht des Futtertests – die Futtersorte der Marke "Defu" – soll laut Angabe der Stiftung zu wenig Taurin, Vitamin A, Kupfer, Eisen, Zink und Kalium enthalten haben.

Was wurde meiner Meinung nach übersehen/vergessen/falsch interpretiert?

Zunächst einmal geht die Stiftung Warentest wie im Test aus dem Jahre 2008 vor allem aus bürokratischer Sicht an die Bewertung heran. Es wurde lediglich getestet, ob die Menge und das Verhältnis der enthaltenen Nährstoffe stimmig ist und den Vorgaben entspricht. Woher diese Nährstoffe stammen war dabei nebensächlich. Zweifelsfrei ist eine Über- oder Unterversorgung mit Nährstoffen für die Katze auf Dauer schädlich.

Jedoch sollte meiner Meinung nach auch die Herkunft und Qualität der verwendeten Rohstoffe eine Rolle spielen, wenn es um eine Bewertung von Futtersorten geht. Es ist nicht wirklich aussagekräftig, nur einen dieser Faktoren zu bewerten, den anderen aber völlig außer Acht zu lassen. Denn erst die Betrachtung beider Punkte zusammen kann ein Ergebnis bringen, das "gutes" von "schlechtem" Futter unterscheidet.

Viele Futtersorten mit minderwertigen, undefinierbaren und ständig wechselnden Inhaltsstoffen konnten so besser abschneiden als Futtersorten, die weniger schädliche Stoffe und hochwertigere Inhaltsstoffe enthalten. Solange die Nährstoffzusammensetzung und die Deklaration stimmt, hat das jeweilige Futter "das Gröbste hinter sich", egal, wie schlecht es sonst noch zusammen gesetzt ist.

Bewertungspunkt ernährungsphysiologische Qualität

Durch naturbelassene Rohstoffe, die die entsprechenden Nährstoffe ins Futter bringen, ist bei hochwertigeren Futtersorten eine natürliche Schwankung der Nährstoffe nur logisch. Werden dann noch zusätzliche Nährstoffe künstlich eingebracht (und das passiert auch bei den meisten hochwertigen Sorten), ist eine Überversorgung vorprogrammiert. In der nächsten Dose sind dann aber wieder weniger Nährstoffe enthalten und wenn man sich an die Empfehlung hält, mehrere Sorten und Marken abwechselnd zu verfüttern, kann man Mängel und Überversorgung (weitestgehend) ausschließen.

Futtersorten, die ihre Bestandteile zu größeren Teilen mit genormten "Chemiecocktails" an Nährstoffen anreichern, haben es da natürlich in der Bewertung weitaus einfacher, eine gute Platzierung zu erreichen. Denn ein gewisser "Mittelweg" ist einfacher zu erreichen, wenn man viele Faktoren beeinflussen kann.

Die Tatsache, dass nur ein guter, abwechslungsreicher Futtermix und keine einseitige Verfütterung einer Marke ein gesundes Gleichgewicht ausmacht, wird leider nicht erwähnt. Auch die Maus hat je nach Umgebung, Alter, Aktivität und letzter Mahlzeit schwankende Nährstoffzusammensetzungen und "Inhaltsstoffe" – mal zu viel, mal zu wenig. Trotzdem ist und bleibt sie unbestritten die gesündeste Ernährung der Katze!

Der Test geht davon aus, dass Katzen eine "gute" Kombination aus Fett, Eiweiß, Ballaststoffen und Kohlenhydraten benötigen. Im Prinzip ist dies richtig. Wenn man sich jedoch die Zusammensetzungen der für "gut" befundenen Sorten ansieht, scheint hier ein Missverständnis vorzuliegen. Tierisches Fett und tierische Proteine können und sollten zu großen Mengen im Futter sein. Ballaststoffe nur sehr wenig und Kohlenhydrate am besten gar nicht. Bei den Testsiegern trifft all dies nicht zu. Das lässt den Schluss zu, dass hier vollkommen falsche Grundlagen zur Bewertung vorliegen. Und ein Test mit falschen Grundlagen kann keine guten Ergebnisse bringen.

Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis wird bei der Bewertung besonders hervorgehoben, aber in keinem Satz explizit benannt. Insgesamt werden leider die einzelnen Punkte, die zur Ab- oder Aufwertung in diesem Bereich geführt haben, nicht detailliert genannt. Lediglich im Text sind einige wenige aufgeführt. Der Leser kann so also weder nachvollziehen, noch nachprüfen, wie, wo und welche Nährstoffe zu viel oder zu wenig enthalten waren. Und ob jeder Leser dem ohne weitere Kontrolle zustimmen möchte, ist fraglich.

Bewertungspunkt Schadstoffe

Der Leser wird vollkommen im Unklaren darüber gelassen, welche Schadstoffe in welchem Futter und in welcher Dosierung gefunden wurden. Allein die Aussage, dass Quecksilber nicht gefunden wurde ist abgedruckt. Alle anderen Schadstoffe sind also enthalten, aber – Wo? Wieviel? Schon im Jahre 2008 wurde dies dem geneigten Leser nicht mitgeteilt.

Bewertungspunkt Deklaration

Dieser Punkt sagt aus, inwiefern die Aufdrucke der Futterdosen lebensmittelrechtliche und futterrechtliche Vorgaben erfüllten und ob die Lesbarkeit der Schrift gegeben war – nicht mehr und nicht weniger. Die Tatsache, dass man als Verbraucher mit den Deklarationen, die diese Vorgaben zwar erfüllen aber meist längst nichts anfangen kann, war nebensächlich. Die Hersteller dürfen sich ganz offiziell und legal hinter schwammigen und verwirrenden Aussagen verstecken. Gesetzlich wird das als ausreichend betrachtet. Der Verbraucher wird trotzdem im Unklaren gelassen.

Hier zwei Beispiele:
Futter mit "sehr guter" Deklaration – KiteKat "mit Geflügel und Wild in Gelee":

  • Zusammensetzung:
    Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Geflügel, 4% Wild), Getreide, pflanzliche Eiweissextrakte, Mineralstoffe.
  • Zusatzstoffe pro Kg:
    Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin B1: 30 mg, Vitamin E: 20 mg, Calciumjodat wasserfrei: 0.3 mg, Eisensulfat Monohydrat: 33 mg, Mangan-(II)-sulfat Monohydrat: 6.3 mg, Zinksulfat Monohydrat: 44 mg / Technologische Zusatzstoffe: Cassia-Gum: 1300 mg.
  • Analytische Bestandteile:
    Protein: 7% , Fettgehalt: 4.5 %, Anorganische Stoffe: 2%, Rohfaser: 0.3 %, Feuchtigkeit: 82%


Futter mit "mangelhafter" Deklaration – Terra Faelis "Naturkost für Katzen Rind mit Karotten & Brunnenkresse":

  • Zusammensetzung: Rinderherz (30%), Rindermuskelfleisch (20%), Rinderleber (20%), Rinderlunge (16,5%), Karotte (4,3%), Broccoli, Brunnenkresse (0,5%), Bio-Eierschalenpulver (0,4%), Weizenkeimöl, Molke, Seealge (0,3%), Blütenpollen, Andensalz
  • Verhältnis: 86,5% Fleisch : 9,2% Gemüse/Kräuter : 4,3% übrige Rohstoffe.
  • Zusatzstoffe: Taurin 1000 mg/kg
  • Analytische Bestandteile: Protein: 9,8%, Fettgehalt: 4,6%, Rohfaser: 0,8%, Rohasche: 1,1% Feuchtigkeit: 81,4%
    Kalzium 0,16%, Phosphor 0,13%

Halten wir also fest: Laut Stiftung Warentest schneidet eine Deklaration, bei der ich raten muss, welche Bestandteile enthalten sind, in welchen Mengen und aus welchem Fleisch, besser ab als eine, die genau das (und noch viel mehr, nämlich das genaue Verhältnis) aufschlüsselt. Solange eine Verpackungsaufschrift gesetzliche Vorgaben erfüllt scheint es egal zu sein, dass sie nichtssagend und verschleiernd ist. Ich als Verbraucher finde eine solch "trockene" Bewertung schlicht unzureichend und wenig hilfreich. Diesen Punkt hätte man sich sparen können.

sehr interessant: nachgewiesene Tierarten

Auch, wenn diese Laborergebnisse nicht mit in die Bewertung eingeflossen sind (warum eigentlich nicht?), finde ich, gehören sie ebenfalls in den Bereich "Deklaration". Denn schließlich ist eine Deklaration auch dann gut oder besser, wenn sie keinen Zweifel darüber zulässt, was wirklich im Futter ist. Andersherum: Werden durch eine labortechnische Untersuchung Bestandteile gefunden, die nicht in der Deklaration aufgeführt sind, kann diese meiner Meinung nach gar nicht gut sein!

Lediglich in 4 Futtersorten (Catz Finefood, Christopherus, Animonda Carny, Terra Faelis) war auch nur das drin, was draufstand – nicht mehr und nicht weniger. Dafür bekamen sie im Bereich "Deklaration" jeweils die Bewertungen "gut", "ausreichend" und zweimal "mangelhaft". Alle anderen Futtersorten enthielten neben dem, was in der Deklaration angegeben war, zusätzlich noch Huhn, Rind und Schwein (ohne dies in der Deklaration anzugeben – "heimlich" sozusagen). Und schnitten in der Bewertung für die Deklaration teilweise weitaus besser ab!

Als besonderes "Schmankerl" möchte ich euch hier die Futtersorten "Kitekat", "Mieze Katz" und "MultiFit Adult" präsentieren: "MultiFit Adult" gab in der Deklaration "Kaninchen" an, enthielt jedoch keines und erhielt dafür im Bereich "Deklaration" die berechtigte Note "mangelhaft". "Kitekat" und "Mieze Katz" wiesen "Wild" als Bestandteil aus. Gefunden wurden nur Huhn, Rind und Schwein bzw. Huhn, Rind, Schwein, Truthahn/Pute und Ente. Diese Deklarationen erhielten die Bewertungen "gut" und "sehr gut". Ich frage mich, welche dieser Tierarten Stiftung Warentest denn für "wild" hält..

Den "Vogel abgeschossen" hat aber mit größtem Abstand das getestete Futter "Benevo Duo Complete Food for Cats and Dogs". Es ist laut Auszeichnung ein veganes Futter (nicht wie von der Stiftung behauptet "nur" vegetarisch!). Und die Stiftung hat Huhn darin nachgewiesen. Wenn das nicht Verbraucher-Nepp vom Allerfeinsten ist!…

Update: Nach einer Stellungnahme der Stiftung wäre die Aufschrift "wild" in den vorherig genannten Sorten deswegen gerechtfertigt, weil in Ihnen Schwein gefunden wurde. Da es sich dabei auch um Wildschwein handeln könnte, wäre diese Aufschrift richtig. Ob nun Schwein oder Wildschwein gefunden wurde, wurde aber in der Stellungnahme nicht veröffentlicht.

Bewertungspunkt Fütterungsempfehlung

Bleiben wir bei den oben verglichenen Futtersorten. KiteKat hat in der Kategorie "Fütterungsempfehlung" ein "gut" erhalten, Terra Faelis nur ein "ausreichend", obwohl beide Angaben gleichermaßen nichtssagend und laut Berechnung der Stiftung Warentest unzutreffend sind. Wir erinnern uns: Die Stiftung geht von einer leicht übergewichtigen(!) 4 Kilo-Katze mit einem Energiebedarf von 210 Kcal aus.

KiteKat:
"Für eine ausgewachsene Katze (ca. 4kg) täglich 300g Futter in mindestens zwei Mahlzeiten aufteilen. Bitte bei Zimmertemperatur servieren."
Errechnet wurden durch die Stiftung eine Tagesration von 240g, es ergibt sich also ein Unterschied von +60g.

Terra Faelis:
"Erwachsene/normalgewichtige Katze (4kg-5kg): 200g pro Tag auf zwei Mahlzeiten verteilt"
Errechnet wurden durch die Stiftung eine Tagesration von 233g, der Unterschied zwischen Fütterungsempfehlung zu den errechneten Ergebnissen beträgt also -33g.

Ein Futter, das pauschal 60g aufschlägt, wird also besser bewertet als eines, das lieber 33g zu wenig angibt. Dosi muss eh allein herausfinden, wieviel die eigene Katze tatsächlich pro Tag braucht. Erfahrungsgemäß halten sich die meisten "Otto-Normal-Dosis" an die Fütterungsempfehlungen der Hersteller. Bei KiteKat würden sie ihrer Katze also pauschal ein Fünftel(!) zuviel geben, bei Terra Faelis ein Sechstel zu wenig. Beides scheint bei enger Betrachtung nicht besonders ratsam – wenn man sich denn streng daran hält.

Wenn man dann aber bedenkt, dass die Stiftung hier von einer leicht übergewichtigen Katze ausgeht, wird der Unterschied schnell zu einem wichtigen Punkt! Mir ist eine leicht übergewichtige Katze, die etwas Hunger hat und der ich zur Not "nachlegen" kann lieber als eine, die pauschal über längeren Zeitraum zusätzlich fett gefüttert wird. Zumal ein hochwertiges Futter wie Terra Faelis aufgrund seiner Bestandteile sowieso besser verdaulich und länger sättigend ist als Futter mit undefinierten, weniger sättigenden Zutaten.

Aussage zu Lockstoffen

Ein Absatz des Tests befasst sich ausschließlich mit dem angeblichen Nicht-vorhandensein von Lockstoffen in Katzenfutter. Es wird schlicht geleugnet, dass es solche "oder ähnliche Stoffe" gibt. Dazu ist zu sagen, dass es Lockstoffe im eigentlichen Wortsinn tatsächlich nicht gibt: es gibt keine Stoffe, die die Katze anlocken.

Sehr wohl aber gibt es eine "nette", weit gefächerte Palette an chemischen und natürlichen Zusatzstoffen, die der Katze das Futter besonders schmackhaft machen. Natürliche Geschmacksverstärker wie Zucker oder Fette gehören ebenso dazu wie künstliche Stoffe (zu erkennen an den sogenannten "E-Nummern") – welche übrigens in vielen Fällen nicht auf der Verpackung aufgedruckt werden müssen oder gar dürfen.

Die Aussage, dass Katzen ihr Lieblingsfutter vehemment einfordern hätte nichts mit "geheimen Zutaten" zu tun ist also faktisch falsch. Durch Geschmacksverstärker, künstliche Aromen und andere "Kleinigkeiten aus dem Labor" werden die Geschmackssinne der Katze bewusst getäuscht. Aus "Abfall" wird ein "Gemansche" produziert, welches von der Katze akzeptiert wird. Ohne Zusatzstoffe und einen gestörten Geschmackssinn würde eine Katze so etwas nicht anrühren.

Aussage zu Zucker

"Viele Futter enthalten heutzutage kaum noch Zucker", das ist die Aussage der Stiftung (und der beratenden Tierärztin Kienzle). Von den 33 getesteten Sorten enthalten alleine 20 Zucker/Inulin/Karamell in ihrer Deklaration. Alleine 5 der sieben "Testsieger" enthalten welchen.

Wie viele Sorten Zucker oder Zuckerderivate/Zuckerersatzstoffe/Stärkezucker nicht in der Deklaration, aber trotzdem in der Dose haben, konnte ich so ohne Labor nicht nachweisen ;) Ich denke aber, die Zahlen sprechen für sich und gegen die Aussage, es würde heutzutage kaum noch Zucker in Katzenfutter verwendet.

Die vorherige Aussage zur angeblich nur vereinzelten Verwendung von Zucker im Katzenfutter wird nur noch durch die Text-passage "Und selbst wenn: Katzen können Zucker nicht schmecken" getoppt. Nur, weil Katzen ihn nicht schmecken können, heißt das nicht, dass er keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Katze hat – Diabetes und Übergewicht lassen grüßen! Aber solange die Katze schädliche Inhaltsstoffe nicht schmeckt, existieren sie nicht, oder wie? Das wird sicher jeden Dosi freuen!






Es sind sicherlich noch zahlreiche andere Punkte zu bedenken, zu kritisieren und man könnte auch noch genauer auf die einzelnen Punkte eingehen. Das schenke ich mir und euch jedoch, denn sonst würde der Text ellenlang und staubtrocken werden. Wer bis hierhin gelesen hat, hat zumindest einen groben Überblick und weiß, wohin "die Reise geht".




Kurz und einfach zusammengefasst:
Nehmen wir an, wir wären Futtermittel-Hersteller. Unser Katzenfutter hätte als Grundlage einen alten Latschen. Dazu noch Soja und ein wenig Weizen für den Protein- und angeblich benötigten Kohlehydratgehalt. Natürlich dürfte auch altes Fritten-Fett für den Fettgehalt und eine bunte Mischung aus künstlichen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen (in der richtigen Zusammensetzung und Menge, die Chemiefirmen unterstützen uns da ja) nicht fehlen.

Und schon würden wir in einem Test wie diesem besser abschneiden als das natürlichste Futter der Katze – die Maus. Hurra! Wie aussagekräftig kann so ein Test also sein?

Wie ist also mein Fazit aus diesem Test?

Mal ganz davon abgesehen, dass der Test für mich definitiv nicht zeigt, welches Futter "gut" oder "schlecht" ist, haben mich die Untersuchungsergebnisse teilweise überrascht. Aber nur teilweise. Denn dass in Supermarktfutter bzw. "Billig-Futtern" vor allem jene Bestandteile enthalten sind, die nicht draufstehen war mir schon von vornherein klar. Dass aber die Futter – auch hochwertige – derart übermineralisiert sind, hat mich doch überrascht. Nicht, dass sie es überhaupt sind, sondern in welchem extremen Maße.

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71 Kommentare - Hinterlasse eine Kratzmarkierung!

  1. Sorry, Miriam, ich glaube, ich brauch auch Taurin! Habe soeben erst Deinen facebook-Button gefunden…. Schande über mich ;)

  2. Hi, wir haben unseren Henry erst seit kurzem und sind sogenannte Katzenanfänger. Ich bin so froh diese Seite gefunden zu haben und mein Bauchgefühl bestätigt würde . Gerade als Katzenanfänger ist man auf solche Seiten angewiesen. Als ich auf den Bericht von Stiftung-Warentest gestoßen bin habe ich mich zu erst gefreut,endlich eine adäquate unabhängige Aussage im Bezug nehmend Katzenfutter. Der Bericht erstaunte mich zusehends. Die Futtersorten die ich von vornherein ausgeschlossen habe waren als gut oder sehr gut deklariert obwohl die Inhaltsangabe von den vermeintlichen guten/sehr guten Futtersorten in Zusammensetzung und den Inhaltstoffen oft von mir,nur halb verstanden würde und wenn ich sie verstanden habe, sich einen die Nackenhaare aufstellen lässt. Das kann doch nicht Gesund sein. Es ist von der Futterindustrie unverantwortlich so lapidar mit der Gesundheit von unseren Lieben umzugehen . Gerade als Katzenanfänger ist es Wichtig ein Futter anzubieten zu bekommen, wo ich als Konsument nicht noch stundenlang eine Recherche betreiben muss.

  3. Das ist ja alles gut und schön nur was bitte ist das beste für meine Katze.. Ich füttere almo nature und real Nature und wilderness

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