Veröffentlicht am Donnerstag, 09.Januar 2014 um 20:00 Uhr
bearbeitet am 6.November 2014


Katzenziege grast

Suche gutes, gesundes Trockenfutter – die Katze als Pflanzenfresser?

Häufiger lese ich in Foren, Online-Communities und auch per Mail die Frage nach "gutem, gesundem oder hochwertigem Trockenfutter". Und nicht selten muss ich mich beherrschen, um nicht zu antworten: "Da kannste lange suchen, das gibbet nämlich nicht!“.

Aber so unfreundlich und einsilbig bin ich eigentlich nicht. Fakt ist jedoch: Trockenfutter ist das ungesündeste, ungeeignetste Futtermittel für die Katze. Und damit meine ich ausnahmslos jede Trockenfuttersorte, die es zu kaufen gibt! Als Leckerchen für zwischendurch ist es gerade noch in Ordnung, in größeren Mengen oder gar als Hauptmahlzeit jedoch ist es das Schlechteste, was man seiner Katze zumuten kann.

Es gibt schlichtweg kein Trockenfutter, welches "gut" und schon gar nicht "gesund" ist, allenfalls "weniger schlechtes". Ob teure Marken, Marken vom Tierarzt, billiges Supermarktfutter, Marken aus dem Fachhandel oder getreidefreies Trockenfutter: Hühnerfutter sollte keine Katze langfristig als Hauptmahlzeit zu fressen bekommen.

Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern als bekannt wurde, dass teilweise Fleischmehl an Kühe verfüttert wurde, welches letztlich für die BSE-Erkrankungen verantwortlich gemacht wurde. Der Aufschrei, wie man Pflanzenfresser mit Fleischmehl füttern konnte, war groß und hallt auch heute noch nach.

Einem reinen Fleischfresser wie der Katze Pflanzenmehl (denn nichts anderes ist Trockenfutter) zu verfüttern scheint jedoch heute noch akzeptabel. Dabei ist die Verfütterung großer Mengen pflanzlicher Kost für die Katze alles Andere als gesund und zudem noch absolut nicht artgerecht.

Warum Trockenfutter als Hauptmahlzeit für die Katze ungeeignet ist

Maulflora, Magensäure, Bauchspeicheldrüse und Darmlänge sind bei der Katze vollkommen auf tierische Nahrung eingestellt. Daran haben auch die paar Jahrzehnte, in denen Katzen ausschließlich mit industriell hergestellter Nahrung gefüttert werden, nichts verändert. Kohlenhydrate und pflanzliche Bestandteile braucht sie in der Regel gar nicht – allenfalls kleine Mengen sind für die Verdauung zu gebrauchen.

Trockenfutter jedoch besteht zu großen Teilen (teilweise bis zu 80%!) aus pflanzlichen Zutaten. Die damit einhergehende Menge an Kohlenhydraten wird von der Katze nicht zur Energiegewinnung genutzt – Katzen ziehen ihre Energie aus Proteinen und Fett – sie landen als überschüssiges "Material" nicht selten schwer auf den Hüften der Katze.

Ein weiterer Punkt, der große Mengen pflanzlicher Bestandteile für die Katze ungeeignet macht, ist, dass ihre Verdauung im Katzenkörper Organe wie Bauchspeicheldrüse, Nieren und Blasen negativ beeinflusst. Völlig ungeeignet ist auch der geringe Feuchtigkeitsgehalt von Trockenfutter. Auch der Irrglaube, Trockenfutter sei gut für die Zähne der Katze macht es nicht besser, denn ein Zahnreinigungseffekt tritt bei der Verfütterung von Trockenfutter keineswegs ein!

Kurz: Trockenfutter ist für die Verdauung und Gesundheit der Katze nicht förderlich, ja sogar schädlich!

Die Sache mit der Flüssigkeitsaufnahme

Katze als ehemalige Wüstentiere sind darauf angewiesen ihren Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich über ihre Beute zu decken. Im Falle von "schlechten Zeiten" können sie ihren Harn konzentrieren, um möglichst wenig Flüssigkeit auszuscheiden. Die ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter lässt den Katzenkörper glauben, dass dauerhaft solche schlechten Zeiten bestünden, dementsprechend wird der Harn langfristig konzentriert. Dies hat fatale Folgen für die Gesundheit der Katze, allen voran aber für die Nieren und die Blase.

Nierenerkrankungen und Blasensteine (Struvit und Oxalat) können langfristige Folgen sein. Aber auch der restliche Körper der Katze ist mit mangelnder Flüssigkeitsaufnahme alles andere als gesund. Das Bereitstellen von genügend frischem Wasser reicht nicht, um diesen Mangel auszugleichen! Eine Katze müsste bei ausschließlicher Fütterung von Trockenfutter mehr als ein Glas Wasser – zusätzlich zu dem, was beim Aufquellen des Trockenfutters im Katzenkörper benötigt wird – pro Tag trinken, um ihren Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Jedoch wird keine Katze wirklich so viel trinken.

Dass die Katze unter Flüssigkeitsmangel leidet, kann man oft erst dann feststellen, wenn dieser weit fortgeschritten ist oder sich gar schon Nierenerkrankungen zeigen. Also bitte nicht "meine Katze trinkt doch genug!".

Welche gesundheitlichen Folgeschäden sind zu erwarten?

Neben mangelnder Flüssigkeitsaufnahme und immens hohen Kohlehydratmengen sind zu große Anteile an pflanzlichen Bestandteilen im Trockenfutter bei der Katze an einer Vielzahl von möglichen Krankheitsbildern beteiligt. Die meisten davon bedürfen langfristiger Therapie, Ernährungsumstellung und nicht selten sind Folgekrankheiten nicht heil-, sondern nur linderbar.
Folgeerkrankungen langfristiger Trockenfutter-ernährung bei Katzen können beispielsweise sein:

  • Nierenerkrankungen (nicht heilbar, führt über kurz oder lang zum Tod der Katze)
  • Blasenerkrankungen wie Blasenentzündungen und Blasensteine (Struvit / Oxalat, sind mit richtiger Therapie heilbar, aber in der Regel sehr schmerzhaft und bedürfen langfristiger Therapie)
  • Diabetes (häufig nicht heilbar, bei richtiger Therapie aber gut behandelbar)
  • Futtermittelallergien (unangenehm und teilweise schmerzhaft, nicht heilbar, Therapie nur durch Verfütterung von ausgesuchten Proteinquellen möglich, Diagnose langwierig)
  • Übergewicht (durch zu hohe Kohlehydratmengen, lässt sich durch Umstellung der Ernährung und gezielte Bewegung behandeln)
  • Zahn- und Zahnfleischerkrankungen ( teilweise heilbar, in manchen Fällen nur durch operatives Entfernen der Zähne behandelbar, äußerst schmerzhaft)

Welches Trockenfutter kann/sollte ich denn als Leckerchen verfüttern?

Trockenfutter sollte nicht als Hauptmahlzeit, höchstens als Snack oder Belohnung für zwischendurch gereicht werden. Hier eignen sich getreidefreie Sorten wie Orijen, Acana, Happy Cat oder Earthborn. Wichtig ist jedoch darauf zu achten, die Menge wirklich sehr klein zu halten. 60-80g Trockenfutter am Tag werden als Tagesration für eine normalgewichtige Katze angegeben – diese Menge ist schnell erreicht und nicht mehr als eine Handvoll! Wer langfristig eine Tagesration Nassfutter und zusätzlich eine Handvoll Trockenfutter verfüttert, riskiert eine fette, mäkelige Katze!



Bleibt nur noch zu fragen: "Schon mal eine Katze auf der Wiese grasen sehen?" ;)

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5 Kommentare - Hinterlasse eine Kratzmarkierung!

  1. Hallo!,
    Ich finde diesen Artikel sehr toll aber eine frage drängte sich mir auf: meine besste freundin hat katzen, alle von ihnen fressen nassfutter nur eine einzige nicht, diese nimmt weder nassfutter (egal was sie probiert haben) noch barf oder sonst was an nur trocken futter was soll man da tun?

    • Huhu Laskan,
      es ist oft so, dass Trockenfutter-Katzen Nassfutter oder Barf verweigern. Das sind häufig jene Katzen, bei denen man viel Geduld, Konsequenz und Durchhaltevermögen braucht. Auf unserer Info-Seite gibts eine eigene Inhaltsseite nur über die Futterumstellung: *Klick*. Vielleicht hilft euch das ja.

      Liebe Grüße
      Miriam

      • Ich halte es für sehr weit hergeholt und auch etwas schwachsinnig einfach zu behaupten, dass Trockenfutter der letzte Mist wäre, das kann ich nicht bestätigen.

        Wer nur nass füttert wird noch richtigen Spaß mit den Zähnen seiner Katze haben.

        Ich fütte meinem Kater seit ein paar Jahren nur trocken, ab und zu, vllt 2 mal die Woche bekommt er eine halbe Dose Nassfutter oder auch mal frischen Thunfisch.
        Das mache ich nun seit Jahren so und meinem Kater geht es mit seinen 12 Jahren immer noch fantastisch. ;)

        Es ist ja schön, wenn man sich sorgt, ob man das richtige füttert, aber man sollte sich nicht ständig vom Internet und irgendwelchen Blogs verunsichern lassen.
        Denn nicht alle, die was Schreiben haben auch das nötige Hintergrundwissen.

        LG

      • Huhu DAB!
        Ich weiss ja nicht, wo du deine Infos her hast, aber weder ist Trockenfutter gesund, noch gut für die Zähne. Trockenfutter ist der letzte Mist, weil es weder artgerecht, noch gesund oder nötig ist. Es ist eine Erfindung, die dem Halter die Fütterung bequem macht, mehr nicht. Für die Katze gibt es keine Vorteile. Es entzieht dem Körper Wasser (Nein, die Katze kann nicht genug trinken!), ist aufgrund der vielen pflanzlichen Inhaltsstoffe und des of niedrigen Fleischgehaltes für die Katze schlecht, auch wegen dem zu hohen Kohlehydratgehalt und zahllosen anderen Gründen mehr.

        Jemand der behauptet, Trockenfutter sei kein Mist, dem fehlt es an Hintergrundwissen. Dazu muss man nicht auf Blogs oder Seiten vertrauen, sondern sich mal unabhängig informieren. Viele Hintergründe mit zahlreichen fundierten Quellen findest du zum Beispiel auf unserer Infoseite im Bereich "Trockenfutter". Es gibt leider so viel Unwissen in Bezug auf die Katzenernährung und leider wird das unbedacht weiter gegeben.

        Dass es deinem Tier trotz Trockenfutter gut geht, ist schön – aber leider nicht die Regel.

        Liebe Grüße
        Miriam

  2. Danke für den erfrischenden Text! Beim letzten Satz hätte es mich fast zerissen vor lachen :-)! Wie Recht du hast! TOP

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