22.November 2013 19:00 Uhr Selbstgemacht 11

(Katzen-) Fotos auf Leinwand oder Holz übertragen

Fotos auf Leinwand übertragen

Lesezeit ca.: 6 Min., 34 Sek.

Wer gerne Fotos macht oder sein Zuhause mit tollen Bildern und Erinnerungen schmückt, kommt oft auch auf die Idee, besonders tolle Fotos auf Leinwand aufzuziehen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Anbieter, die diese Arbeit für wenig bis viel Geld übernehmen. Nicht immer jedoch muss man auf diese Anbieter zurückgreifen, sondern kann zuhause selbst im kleinen Rahmen Fotos auf Leinwand, Holz oder andere Materialien aufziehen.

Wie das geht, wird hier beschrieben. Die benötigten Materialien sind nicht teuer, man braucht kein handwerkliches Geschick und die Herstellungszeit ist auch nicht lang.

Was wird benötigt?

  • Leinwand oder Holzbrett
  • auf Papier (kein Fotopapier!) ausgedrucktes Foto
  • Acryl-Malmittel
  • Farbrolle + passende Farbwanne
  • Malerkrepp zum Abkleben
  • Klarlack zum Sprühen
  • Schwämmchen und Einmal-Handschuhe (optional)

kleiner Exkurs zum (Acryl-) Malmittel

Acrylmalmittel

unser Acryl-Malmittel

Malmittel werden beim Malen zum Verdünnen und Mischen von Farben verwendet. Sie können der Farbe einen anderen Glanz und/oder eine andere Konsistenz geben. In unserem Fall nutzen wir das Malmittel, um die Farben aus dem ausgedruckten Papierfoto zu "saugen" und es auf die Leinwand zu übertragen.

Ich nutze ein Malmittel der Firma "Amsterdam" und hatte damals eine 1Liter-Flasche mit Glanz und in der Stärke "Medium" gekauft. Eine weitaus kleinere Flasche hätte auch ausgereicht, denn man benötigt je nach Bild nur "ein paar Schluck" des Mittels. Es ist milchig-weiß und trocknet vollkommen transparent.

Es soll mit Wasser verdünnbar und nach der Trocknung wasserfest sein. Letzteres kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Es ist natürlich möglich, ein Mittel einer anderen Marke, Stärke oder mit matten Eigenschaften zu wählen. Je nachdem, wie das Endergebnis gewünscht ist, kann man sich ein passendes Malmittel aussuchen. Diese Acryl-Malmittel bekommt man beispielsweise in gut sortierten Fachmärkten, Bastelgeschäften oder eben bequem im Internet.


Vorbereitungen

Das gewünschte Foto muss auf normales Papier ausgedruckt werden. Dabei ist es ratsam, einen Laserdrucker zu verwenden. Falls ihr den nicht zuhause habt, fragt im nächsten Copy-Shop, dort werden solche Fotos in der gewünschten Größe für wenig Geld ausgedruckt. Natürlich müsst ihr beim Foto darauf achten, dass es ausreichend scharf ist und möglichst klare Farben hat. Ebenfalls wichtig ist es, das Foto vor dem Druck zu spiegeln bzw. spiegeln zu lassen, damit euch euer Motiv am Ende auch aus der richtigen Perspektive anlächelt.

Um das Holz für die weitere Verarbeitung vorzubereiten kann es je nach Oberfläche ratsam sein, es zunächst abzuschleifen und mit Grundierung zu behandeln. Bei gekauften Leinwänden ist eine Vorbehandlung meist nicht notwendig, da sie schon entsprechend vorbereitet sind. Ob Holz oder Leinwand: die Oberfläche muss trocken, glatt, fett- und staubfrei sein, damit das Foto vollständig und einheitlich übertragen wird. Unebenheiten und Löcher im Holz sollten unbedingt beseitigt werden, dies kann durch gezielteres Abschleifen oder durch Spachteln der Löcher geschehen.

Sind diese Vorarbeiten soweit erledigt, kommt unser Malerkrepp zum Einsatz. Wir legen unser Foto auf die Leinwand bzw. das Holz und kleben mit Malerkrepp die Umrandungen ab (nicht das Foto aufkleben, nur drumherum kleben! – siehe Bild unten). Die Umrandungen sollten etwa mit 2-3mm Abstand um das Foto herum geklebt werden, damit das Papier während der Trockungsphase die Möglichkeit hat, sich auszudehnen.

Schritt eins: Malmittel auf Foto und Leinwand auftragen

Malmittel auf die Leinwand auftragen

Malmittel auf die Leinwand aufbringen…

Zunächst füllen wir ein wenig Malmittel in unsere Farbwanne und tauchen die Farbrolle so lange ein und rollen damit, bis sich ein gleichmäßiger Film des Mittels auf der Farbrolle befindet.

Damit wird nun der vom Malerkrepp eingerahmte Bereich der Leinwand/des Holzbrettes bestrichen. Die Schicht Malmittel sollte recht dick sein, das Foto soll nachher in dieser Schicht regelrecht "schwimmen" können. Geht ruhig mehrmals und sehr gründlich über die Leinwand. Es ist wichtig, dass es keine unbenetzten Flächen im eingerahmten Bereich gibt, auch (und besonders nicht) in den Ecken!


Malmittel auf das Papierfoto auftragen

.. und dann das Foto benetzen

Danach wird mit dem ausgedruckten Foto genauso verfahren: richtig dick mit Malmittel einstreichen! Besonders jetzt ist das Tragen von Einmal-Handschuhen sehr sinnvoll, denn das Foto wird durch das Malmittel wabbelig und schmierig. Das Foto muss nun mit der bedruckten Seite auf die Leinwand/das Holz gepresst werden.

Beim Umgang mit dem benetzten Foto ist Vorsicht angebracht: da es nass ist, reißt es sehr leicht und ist nicht einfach zu handhaben. Liegt das Foto mit der bedruckten Seite auf der Leinwand, sollte es vorsichtig angedrückt werden. Es dürfen keine Luftlöcher zwischen Leinwand und Foto verbleiben, da sich sonst in diesen Teilen die Farbe nicht überträgt! Es ist ratsam, die Luftlöcher von der Mitte aus mit einem weichen Tuch und leichtem Druck nach außen zu den Rändern zu drücken.

Das herausquillende und überflüssige Malmittel sollte abgewischt werden. Nun muss das Ganze erst einmal etwa 24 Stunden trocknen (bitte außer Reichweite von Haustieren und Kindern!)

Schritt zwei: Papierschicht entfernen

Papierschicht vom Foto entfernen

Papierschicht vorsichtig mit einem Schwämmchen abrubbeln

Ist alles getrocknet, kann man eine lederartige Schicht auf der Papier-Rückseite des Fotos fühlen. Diese muss im nächsten Schritt wieder runter: Sie lässt sich meist sehr gut in großen Streifen lösen (siehe oben links im Bild). Wichtig ist dabei, dass nur die äußere, lederartige Schicht entfernt wird und nicht das gesamte Papier!

Um die nächste Schicht Papier zu entfernen, wird ein Schüsselchen mit warmem Wasser und ein Schwämmchen benötigt. Ich nutze dazu einen einfachen Topfschwamm, man kann die Papierschicht aber auch allein mit den Fingern abrubbeln.
Hierbei bitte äußerst vorsichtig rubbeln und nie zu lang auf einer Stelle, sonst löst sich die Farbschicht komplett von der Leinwand.

Es sollten immer nur kleine "Röllchen" behutsam abgerubbelt werden. Und zwar so lange, bis das Foto noch von einer leichten gräulichen Schicht bedeckt ist. Da das Ganze nun noch nass vom Wasser ist, muss es vor dem nächsten Schritt wieder einmal trocknen. Hier reichen allerdings etwa 4-5 Stunden.

Schritt drei: Klarlack aufsprühen

auf Holz übertragenes Foto lackieren

Klarlack aufsprühen, damit der graue Schleier auf dem Foto verschwindet

Nun wird das aufgeklebte Malerkrepp entfernt. Sollte sich zeigen, dass ihr beim Abrubbeln zu viel vom Foto entfernt habt, könnt ihr jetzt noch letzte Korrekturen mit (farblich passend angemischter) Acrylfarbe vornehmen. Sind die abgerubbelten Flecken allerdings zu groß, lassen sich solche Stellen nicht mehr kaschieren, ohne dass es auffällt oder unschön aussieht.

Das Foto ist jetzt noch leicht gräulich, die Farben nicht strahlend oder klar. Um das zu ändern, wird die getrocknete Leinwand samt übertragenem Foto nun großzügig mit Klarlack eingesprüht. Das macht zum Einen die Farben und Konturen des Fotos schön deutlich und zum Anderen die komplette Leinwand/das Holz wasserfest und sorgt dafür, dass keine Farbschichten mehr abgetragen werden können.

Das Sprühen des Lacks sollte möglichst draußen oder im Keller/Hobbyraum stattfinden, denn der Geruch ist nicht besonders angenehm und kann bei empfindlichen Personen starke Kopfschmerzen verursachen. Zudem ist es auch nicht unbedingt ratsam, den Sprühnebel einzuatmen oder auf umliegende Gegenstände oder Personen zu verteilen ;) Der Unterschied vor und nach dem Klarlack sieht man auf dem rechten Bild recht deutlich. Nachdem der Lack getrocknet ist, könnt ihr euch ans Aufhängen oder -stellen des Fotos machen.



Fazit für mich:
Nach den ersten vorsichtigen Versuchen sind die selbst übertragenen Fotos nun genauso hübsch wie Jene, die man sich kostenintensiv anfertigen lassen kann. Bei Fotogrößen bis etwa DIN-A4 ist diese Möglichkeit eine preiswerte Alternative zu professionellen Anbietern. Nicht nur für das eigene Zuhause, sondern auch vielleicht als Geschenk zu Weihnachten oder Geburtstagen eignet sich diese individuell anzufertigende Selbstmach-Idee. Es ist günstig, macht kaum Arbeit und auch die benötigten Materialien sind nicht besonders schwer zu beschaffen.

19886vor über 3 Jahren

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Über Miriam


Miriam ist 34 Jahre alt und lebt seit 16 Jahren mit Katzen zusammen. Vor acht Jahren begann sie, ihr Wissen über artgerechte Katzenhaltung durch die Recherche in verschiedenster Fach-Lektüre zu erweitern. Mit jeder Menge Neugier und (Galgen-)Humor teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten. Nebenbei hat sie bereits ein Buch veröffentlicht, gibt Seminare zur Rohfütterung und hält Vorträge über verschiedene Aspekte der artgerechten Katzenhaltung.

Himbeeren und Sushi machen ihr das Leben mit ihren drei pelzigen Sklaventreiberinnen erträglicher.


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bisher wurden 10 Kommentare zum Artikel geschrieben:

  1. Sieht ganz toll aus. Danke für die ausführliche Anleitung und die Anregung. Muss mal schauen, wie ich das umsetze.

    LG

    • Hallo Stefan,
      danke für deine Rückmeldung! Falls du noch Fragen zur Anleitung oder Umsetzung brauchst, melde dich einfach.

      Liebe Grüße
      Miriam

  2. Ich habe anstatt Lack auf das Leinwandbild gesprüht, ein transparentes Acryl-Gel genommen. Mit einem Borsdenpinsel das Motiv nachgemalt.
    Finde den Effekt sehr interessant. Meine so gemachten Portraits sehen wie auf Leinwand gemalt aus.
    Gruß Urs

  3. Hey, echt toller Artikel der mich dazu angeregt hat es mal selbst zu versuchen und kreativ zu werden.

    Gruß John

  4. Wahnsinn! Bin total begeistert von der Idee gleich in den Baumarkt gerannt und hab malmittel besorgt und mich gleich an die Arbeit gemacht. Hab ein Foto ( Hund klappt auch) auf Fichtenholz aufgezogen und ich muss sagen- es klappt super! Bin wirklich begeistert wie gut das Ergebnis ist – und ich hab noch kein Klarlack drauf! Vielen vielen Dank für die einfache und geniale Idee!!!! Hab noch ne baumscheibe in Planung mit mehreren Bildern ( Collage) und einen Nistkasten! Super!!! Liebe Grüße Nicole

  5. Man braucht nicht unbedingt Malmittel; Kleister oder verdünnter Holzleim geht auch.^^

Schreib mir, was du darüber denkst







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