Veröffentlicht: 19.September 2013 um 10:30 Uhr - vor 8 Monaten aktualisiert

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TASSO e.V. zum Mythos des Altkleidersammlers als Katzenfänger

Ich habe bei meiner Recherche zum Mythos "Altkleidersammler als Katzenfänger" nicht nur viel gelesen, sondern auch viel hinterfragt. So habe ich auch offizielle Stellen wie den deutschen Tierschutzbund und das zentrale Haustierregister TASSO e.V. um eine Stellungnahme zum Thema gebeten. Die Antwort des deutschen Tierschutzbundes kann im vierten Teil dieses Themas nachgelesen werden. Dieser Teil befasst sich mit der Antwort von TASSO e.V..

Meine Fragen waren vor allem, ob bereits bekannte Fälle oder stichhaltige Beweise vorliegen, die diesen Mythos stützen würden und wie TASSO e.V. über die Gerüchte denkt. Vielen Dank an TASSO e.V. auch noch einmal hier für die schnelle und umfassende Antwort. Ich habe folgende Nachricht auf meine Fragen bekommen:


Seit über 10 Jahren hält sich die Behauptung, dass Altkleidersammlungen mit Katzendiebstahl einhergehen, unzählige Internetseiten beschäftigen sich mit dem Thema. Mir ist jedoch kein einziger Fall bekannt, bei dem ein Altkleidersammler wg Katzendiebstahl rechtskräftig verurteilt wurde.


Das Verschwinden von Katzen kann viele Ursachen haben. Schätzungsweise Hunderttausende Katzen werden jährlich von Jägern erschossen (die Jagdgesetzgebung berechtigt Jäger, Katzen, je nach Jahreszeit und Bundesland in einer Entfernung von 200, 300 oder 500 m von der letzten Ansiedlung, zu erschießen oder in Fallen zu fangen), viele fallen Katzenhassern oder dem Straßenverkehr zum Opfer. Zahlreiche Katzen tauchen nach einigen Tagen wieder auf, weil sie unbeabsichtigt in Kellern, Schuppen oder Garagen in der Nachbarschaft eingesperrt waren.


Bis in die 1980er Jahre wurden gestohlene Hunde und Katzen an Versuchslabore verkauft. Gegen Ende der 80er Jahre wurde das Tierschutzgesetz dahingehend geändert, dass nur noch gezüchtete Tiere für Versuche verwendet werden dürfen. Bis zu diesem Zeitpunkt florierte der Handel mit gestohlenen Haustieren, der anschließend weitgehend zusammengebrochen ist.


Nach §9 Abs. 2 Nr. 7 Tierschutzgesetz dürfen in Deutschland Wirbeltiere, mit Ausnahme der Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hühner, Tauben, Puten, Enten, Gänse und Fische, für Tierversuche nur verwendet werden, wenn sie für einen solchen Zweck gezüchtet worden sind.


Gründe für diese Regelung: gezüchtete Tiere sind standardisiert (vielfach einheitlich), dies soll die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen und die Tierzahlen verringern. Viel wichtiger ist jedoch aus Tierschutzsicht, dass diese Regelung die Verwendung gestohlener Hunde und Katzen im Tierversuch verhindern soll.[…]



Im nächsten und letzten Teil des Themas wird der Ursprung des Mythos "Altkleidersammler als Katzenfänger" genauer beleuchtet: ein im Jahre 1986 veröffentlichter Roman des Autors Heinz G. Konsalik. Der Roman "Wer sich nicht wehrt" handelt von professionellen Tierfängern, welche mit dem Einfangen und Verkaufen von Hunden und Katzen ihr schmutziges Geld machen. Dabei werden die Tiere mit Lockstoffen in die weißen Transporter gelockt und an die Pelzindustrie und Tierversuchslabore verkauft.

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